Was der Fischotter im Erzgebirge frisst
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Hydra
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Re: Was der Fischotter im Erzgebirge frisst
Hallo,
ich bin im Präsidium des Verbands Hessischer Fischer, auch wenn ich seid einigen Jahren nicht mehr sehr aktiv bin. Die wenig wirksame Öffentlichkeitsarbeit und politische Einflussnahme bzw. die Art und Weise, wie das gemacht wird, finde ich zu kurz gesprungen, weshalb ich meinen Aufwand dort reduziert habe. Natürlich kann man im Verband die gleichen Meinungen und Ansätze hören wie hier. Im Vergleich zu den Jägern ist die Anglerkommunity aber extrem divers, was man auch hier im Forum öfter merkt, obwohl das Spektrum der Meinungen bei den Fliegenfischern vieeeeel geringer ist als über alle Angler betrachtet. Natürlich versucht unser Verband, wie auch die anderen Anglerverbände, rechtliche Rahmenbedingungen zu verbessern. Das zeitigt auch große Erfolge. Das neue hessische Fischereirecht sei hier genannt. Hier wurden große Fortschritte z.B. in Richtung Catch&Release durch den Verband erreicht und der Fußabdruck der Angler ist deutlich zu sehen. Im Fall Kormoran haben wir in Deutschland eine Sondersituation mit sehr starken Ornithologenverbänden, die politische eine stärkere Position haben als wir. Trotzdem herrscht eben auch in der Anglerschaft keine Einigkeit bei vielen Themen und, wie wir auch in diesem Faden hier sehen, wird eben sehr schnell nach Abschüssen, Bestandsregulierung etc. gerufen. Füt Aussenstehende wirkt das sehr blutrünstig und parallel fehlt die wissenschaftliche Basis für faktenbasierte Entscheidungen. Überlegt Euch mal, wie dieser Faden hier von uninformierten Lesern wargenommen würde: Kormoran, Gänsesäger, Otter, : alles abschießen, am besten ausrotten, wäre die Botschaft die mitgenommen wird. Echte Fakten: Fehlanzeige, wissenschaftliche Untersuchungen: abgelehnt und durch eigene Meinung ersetzt. So wird man sicher nicht gehört. Auch die Szenarien, die hier dargestellt werden sind zum Teil recht weit von der Realität entfernt. Da haben wir den ersten Winter in dem See länger zufrieren seit Dekaden, schon wird das Ende der Fischpopulationen als unabwendbar deklariert. Ich sehe meist zwischen Dezember und März kaum mal eine Äsche und auch nur selten Mal eine Forelle. Die stehen sehr tief und sie bewegen sich kaum, daher fange ich auch viel seltener etwas. Zwischen März und Dezember bin ich an der Mümling seit zehn Jahren nie Schneider geblieben, Zwischen Dezember und März läuft es sehr zäh. Ich bin mir aber ganz sicher, dass die Fische da sind und ich sie in der kommenden Saison wieder öfter im Kescher habe. Solange Kormorane da sind, sind es auch die Fische, das gleiche gilt für Otter. Jeder Art ist anders zu bewerten. Diejenigen Arten, die früher im Revier heimisch waren, werden in Fließgewässern nicht in der Lage sein, dauerhaften Schaden an den Fischbeständen anzurichten und werden im Gegenteil zu besseren Beständen führen, gerade in der Situation, in der sie gerade wieder Fuß fassen und nur selten vorkommen. Bei rein künstlichen Gewässern, die eben kein natürliches biologischen Gleichgewicht habe, können die Schäden gravierend sein. Hier sollte aber auch hinterfragt werden, ob eine solche Form von Teich überhaupt einen ökologischen Sinn erfüllt oder nur zur Befriedigung menschlicher Bedürfnisse dient.
Der Kormoran ist ein ganz anderes Ding. Er kam früher im Binnenland nur auf der Durchreise vor (siehe in den Schriften von Konrad Lorenz). Nachdem der Mensch seine natürlichen Nahrungsquellen (Hering, Stint) in Nord- und Ostsee fast vollständig vernichtet hat, ist er gezwungen ins Binnenland auszuweichen. Abschüsse in bestandsregulierendem Umfang bekommen wir nicht umgesetzt. Da hilft kein Jammern und kein Schimpfen. Es gäbe aber eine Alternative über die hier leider niemand redet, nämlich die eigentliche Ursache anzugehen und die Bestände von Hering und Stint besser zu schützen. Dafür müsste die kommenzielle Befischung beendet werden und Fanglimits für Angler eingeführt werden. Ein Angler, der Kormoranabschüsse fordert und die kommerzielle Fischerei verbieten möchte aber selber Kühlboxenweise Heringe nach Hause schleppt, ist nicht glaubwürdig, sondern beweist seinen Egoismus nach dem Motto: Alle Fische gehören mir, ich teile nicht und nehme so viel wie ich kriegen kann mit dem üblichen "sonst rechnet sich das Angeln ja nicht". Genau diese Art von Kommunikation verhindert wirksam dass ein Politiker oder die Presse unsere Themen aufnimmt. Da ist die Öffentlichkeitsarbeit der (anderen) Naturschutzverbände um Lichtjahre voraus und deshalb wird es bei uns nicht Mal im Fall Kormoran nennenswerten Abschuß geben, obwohl die EU von allen Mitgliedern das Monitoring und die Bestandsregulation fordert und die wissenschaftlichen Beweise für große Schäden an Fischpopulationen bedrohter Arten in der Wissenschaft unumstritten sind. Wie bei anderen Umwelschutzmaßnahmen auch, setzt Deutschland das einfach nicht um, wie auch die Gewässerrahmenrichtlinie.
Viele Grüße
Arne
ich bin im Präsidium des Verbands Hessischer Fischer, auch wenn ich seid einigen Jahren nicht mehr sehr aktiv bin. Die wenig wirksame Öffentlichkeitsarbeit und politische Einflussnahme bzw. die Art und Weise, wie das gemacht wird, finde ich zu kurz gesprungen, weshalb ich meinen Aufwand dort reduziert habe. Natürlich kann man im Verband die gleichen Meinungen und Ansätze hören wie hier. Im Vergleich zu den Jägern ist die Anglerkommunity aber extrem divers, was man auch hier im Forum öfter merkt, obwohl das Spektrum der Meinungen bei den Fliegenfischern vieeeeel geringer ist als über alle Angler betrachtet. Natürlich versucht unser Verband, wie auch die anderen Anglerverbände, rechtliche Rahmenbedingungen zu verbessern. Das zeitigt auch große Erfolge. Das neue hessische Fischereirecht sei hier genannt. Hier wurden große Fortschritte z.B. in Richtung Catch&Release durch den Verband erreicht und der Fußabdruck der Angler ist deutlich zu sehen. Im Fall Kormoran haben wir in Deutschland eine Sondersituation mit sehr starken Ornithologenverbänden, die politische eine stärkere Position haben als wir. Trotzdem herrscht eben auch in der Anglerschaft keine Einigkeit bei vielen Themen und, wie wir auch in diesem Faden hier sehen, wird eben sehr schnell nach Abschüssen, Bestandsregulierung etc. gerufen. Füt Aussenstehende wirkt das sehr blutrünstig und parallel fehlt die wissenschaftliche Basis für faktenbasierte Entscheidungen. Überlegt Euch mal, wie dieser Faden hier von uninformierten Lesern wargenommen würde: Kormoran, Gänsesäger, Otter, : alles abschießen, am besten ausrotten, wäre die Botschaft die mitgenommen wird. Echte Fakten: Fehlanzeige, wissenschaftliche Untersuchungen: abgelehnt und durch eigene Meinung ersetzt. So wird man sicher nicht gehört. Auch die Szenarien, die hier dargestellt werden sind zum Teil recht weit von der Realität entfernt. Da haben wir den ersten Winter in dem See länger zufrieren seit Dekaden, schon wird das Ende der Fischpopulationen als unabwendbar deklariert. Ich sehe meist zwischen Dezember und März kaum mal eine Äsche und auch nur selten Mal eine Forelle. Die stehen sehr tief und sie bewegen sich kaum, daher fange ich auch viel seltener etwas. Zwischen März und Dezember bin ich an der Mümling seit zehn Jahren nie Schneider geblieben, Zwischen Dezember und März läuft es sehr zäh. Ich bin mir aber ganz sicher, dass die Fische da sind und ich sie in der kommenden Saison wieder öfter im Kescher habe. Solange Kormorane da sind, sind es auch die Fische, das gleiche gilt für Otter. Jeder Art ist anders zu bewerten. Diejenigen Arten, die früher im Revier heimisch waren, werden in Fließgewässern nicht in der Lage sein, dauerhaften Schaden an den Fischbeständen anzurichten und werden im Gegenteil zu besseren Beständen führen, gerade in der Situation, in der sie gerade wieder Fuß fassen und nur selten vorkommen. Bei rein künstlichen Gewässern, die eben kein natürliches biologischen Gleichgewicht habe, können die Schäden gravierend sein. Hier sollte aber auch hinterfragt werden, ob eine solche Form von Teich überhaupt einen ökologischen Sinn erfüllt oder nur zur Befriedigung menschlicher Bedürfnisse dient.
Der Kormoran ist ein ganz anderes Ding. Er kam früher im Binnenland nur auf der Durchreise vor (siehe in den Schriften von Konrad Lorenz). Nachdem der Mensch seine natürlichen Nahrungsquellen (Hering, Stint) in Nord- und Ostsee fast vollständig vernichtet hat, ist er gezwungen ins Binnenland auszuweichen. Abschüsse in bestandsregulierendem Umfang bekommen wir nicht umgesetzt. Da hilft kein Jammern und kein Schimpfen. Es gäbe aber eine Alternative über die hier leider niemand redet, nämlich die eigentliche Ursache anzugehen und die Bestände von Hering und Stint besser zu schützen. Dafür müsste die kommenzielle Befischung beendet werden und Fanglimits für Angler eingeführt werden. Ein Angler, der Kormoranabschüsse fordert und die kommerzielle Fischerei verbieten möchte aber selber Kühlboxenweise Heringe nach Hause schleppt, ist nicht glaubwürdig, sondern beweist seinen Egoismus nach dem Motto: Alle Fische gehören mir, ich teile nicht und nehme so viel wie ich kriegen kann mit dem üblichen "sonst rechnet sich das Angeln ja nicht". Genau diese Art von Kommunikation verhindert wirksam dass ein Politiker oder die Presse unsere Themen aufnimmt. Da ist die Öffentlichkeitsarbeit der (anderen) Naturschutzverbände um Lichtjahre voraus und deshalb wird es bei uns nicht Mal im Fall Kormoran nennenswerten Abschuß geben, obwohl die EU von allen Mitgliedern das Monitoring und die Bestandsregulation fordert und die wissenschaftlichen Beweise für große Schäden an Fischpopulationen bedrohter Arten in der Wissenschaft unumstritten sind. Wie bei anderen Umwelschutzmaßnahmen auch, setzt Deutschland das einfach nicht um, wie auch die Gewässerrahmenrichtlinie.
Viele Grüße
Arne
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Michl
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Re: Was der Fischotter im Erzgebirge frisst
Hallo Beppo,
Ich kann nur meine Meinung von mir geben, was anderes hab ich nicht.
Und die bilde ich mir aufgund der mir vorliegenden Informationen.
Der Otter wird immer leichte Beute bevorzugen, also zuerst einen vollen Teich besuchen bevor er den Aufwand im Fliesgewässer betreibt.
Wenn ein Maisfeld da ist bleiben die Sauen ned im Wald.
Was die Einschätzung der Verluste angeht hast Du recht.
Ich tendiere da aber schon zu Arnes Haltung, klingt für mich schlüssig, allerdings ohne das ich dazu Erfahrung habe.
Und wenn Du wissen willst was der Verband in dem Bereich macht dann stelle eine Anfrage oder lies die entsprechenden Programme und Infoblätter.
Da wirst Du an Informationen kommen auf die eine oder andere Weise.
Ob Dir gefällt was zu erfahren ist wage ich aufgrund der bisherigen Beiträge zu bezweifeln.
Gruß Michl
Ich kann nur meine Meinung von mir geben, was anderes hab ich nicht.
Und die bilde ich mir aufgund der mir vorliegenden Informationen.
Der Otter wird immer leichte Beute bevorzugen, also zuerst einen vollen Teich besuchen bevor er den Aufwand im Fliesgewässer betreibt.
Wenn ein Maisfeld da ist bleiben die Sauen ned im Wald.
Was die Einschätzung der Verluste angeht hast Du recht.
Ich tendiere da aber schon zu Arnes Haltung, klingt für mich schlüssig, allerdings ohne das ich dazu Erfahrung habe.
Und wenn Du wissen willst was der Verband in dem Bereich macht dann stelle eine Anfrage oder lies die entsprechenden Programme und Infoblätter.
Da wirst Du an Informationen kommen auf die eine oder andere Weise.
Ob Dir gefällt was zu erfahren ist wage ich aufgrund der bisherigen Beiträge zu bezweifeln.
Gruß Michl
Die Beute ist unwesentlich, entscheidend ist nur das Gefühl.
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drehteufel
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Re: Was der Fischotter im Erzgebirge frisst
Hallo Arne,Hydra hat geschrieben: ↑23.01.2026, 11:55 Solange Kormorane da sind, sind es auch die Fische, das gleiche gilt für Otter. Jeder Art ist anders zu bewerten. Diejenigen Arten, die früher im Revier heimisch waren, werden in Fließgewässern nicht in der Lage sein, dauerhaften Schaden an den Fischbeständen anzurichten und werden im Gegenteil zu besseren Beständen führen, gerade in der Situation, in der sie gerade wieder Fuß fassen und nur selten vorkommen. Bei rein künstlichen Gewässern, die eben kein natürliches biologischen Gleichgewicht habe, können die Schäden gravierend sein. Hier sollte aber auch hinterfragt werden, ob eine solche Form von Teich überhaupt einen ökologischen Sinn erfüllt oder nur zur Befriedigung menschlicher Bedürfnisse dient.
Der Kormoran ist ein ganz anderes Ding. Er kam früher im Binnenland nur auf der Durchreise vor (siehe in den Schriften von Konrad Lorenz). Nachdem der Mensch seine natürlichen Nahrungsquellen (Hering, Stint) in Nord- und Ostsee fast vollständig vernichtet hat, ist er gezwungen ins Binnenland auszuweichen. Abschüsse in bestandsregulierendem Umfang bekommen wir nicht umgesetzt. Da hilft kein Jammern und kein Schimpfen. Es gäbe aber eine Alternative über die hier leider niemand redet, nämlich die eigentliche Ursache anzugehen und die Bestände von Hering und Stint besser zu schützen. Dafür müsste die kommenzielle Befischung beendet werden und Fanglimits für Angler eingeführt werden. Ein Angler, der Kormoranabschüsse fordert und die kommerzielle Fischerei verbieten möchte aber selber Kühlboxenweise Heringe nach Hause schleppt, ist nicht glaubwürdig, sondern beweist seinen Egoismus nach dem Motto: Alle Fische gehören mir, ich teile nicht und nehme so viel wie ich kriegen kann mit dem üblichen "sonst rechnet sich das Angeln ja nicht". Genau diese Art von Kommunikation verhindert wirksam dass ein Politiker oder die Presse unsere Themen aufnimmt. Da ist die Öffentlichkeitsarbeit der (anderen) Naturschutzverbände um Lichtjahre voraus und deshalb wird es bei uns nicht Mal im Fall Kormoran nennenswerten Abschuß geben, obwohl die EU von allen Mitgliedern das Monitoring und die Bestandsregulation fordert und die wissenschaftlichen Beweise für große Schäden an Fischpopulationen bedrohter Arten in der Wissenschaft unumstritten sind. Wie bei anderen Umwelschutzmaßnahmen auch, setzt Deutschland das einfach nicht um, wie auch die Gewässerrahmenrichtlinie.
Viele Grüße
Arne
bedeutet das im Umkehrschluss, dass es an der Küste keine/weniger Kormorane gibt und sich diese nur ins Binnenland verlagert haben, die Gesamtzahl von früher also in etwa gleich ist?
Das bezweifle ich stark oder gibt es Belege dazu?
Meiner Meinung nach hat sich der Vogel durch absolut überzogenen Schutz in Gebiete ausgebreitet, in die er nicht gehört und deren Bewohner sein zeitweise massenhaftes Auftreten auch nicht verkraften und deren Fluchtmechanismen gar nicht auf diese Bedrohung eingestellt sind, siehe z.B. die Bäche in Sachsen-Anhalt und deren Äschenpopulationen.
Daher gehört er für mich im Binnenland konsequent bejagt und über die Dezimierung der Gelege nachhaltig auf eine erträgliche Zahl gebracht.
Ich bin der Meinung, dass es selbst in der Binnen-Anglerschaft viel zu viele Kormoran-Befürworter und -Lobbyisten gibt. Und so lange das so ist, haben die Binnengewässer und deren Bewohner ganz schlechte Karten, auch wenn es nur einmal in der Dekade ist.
Sorry, aber ich bin echt sprachlos.
Gruß,
Marco
- MahiMahi
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Re: Was der Fischotter im Erzgebirge frisst
drehteufel hat geschrieben: ↑24.01.2026, 10:00 Daher gehört er für mich im Binnenland konsequent bejagt und über die Dezimierung der Gelege nachhaltig auf eine erträgliche Zahl gebracht.
Ich bin der Meinung, dass es selbst in der Binnen-Anglerschaft viel zu viele Kormoran-Befürworter und -Lobbyisten gibt. Und so lange das so ist, haben die Binnengewässer und deren Bewohner ganz schlechte Karten, auch wenn es nur einmal in der Dekade ist.
Genau so ist es!
LG
Harry
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Hydra
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Re: Was der Fischotter im Erzgebirge frisst
MahiMahi hat geschrieben: ↑24.01.2026, 11:15Hallo Marco, hallo Harry,drehteufel hat geschrieben: ↑24.01.2026, 10:00 Daher gehört er für mich im Binnenland konsequent bejagt und über die Dezimierung der Gelege nachhaltig auf eine erträgliche Zahl gebracht.
Ich bin der Meinung, dass es selbst in der Binnen-Anglerschaft viel zu viele Kormoran-Befürworter und -Lobbyisten gibt. Und so lange das so ist, haben die Binnengewässer und deren Bewohner ganz schlechte Karten, auch wenn es nur einmal in der Dekade ist.
Genau so ist es!
LG
Harry
ich teile diese Ansicht und es gibt dafür viele gute Gründe, die (ausserhalb von Deutschland) auch gesehen werden. Viele europäische Länder machen das auch so.
Zur Anzahl der Kormorane: Das heisst nicht automatisch, dass die Anzahl gleich geblieben ist. Die Verlagerung der Kormoranpopulationen findet seit einigen Jahrzehnten statt und fällt zeitlich mit den Bestandseinbrüchen von Stint und Hering zusammen. Über die Generationen haben sich die Vögel durch den genannten Nahrungsmangel immer weiter die Flüssen entlang ins Binnenland verbreitet und an die neuen Bedingungen angepasst. Dabei hat sich eine Unterart (Phalacrocorax carbo sinensis) ins Binnenland ausgebreitet aber nicht die ursprünglich an den Küsten beheimatete Unterart Phalacrocorax carbo carbo. Die Abgrenzung von Unterarten ist eine umstrittene Angelegenheit, weist aber in diesem Fall deutlich daraufhin, dass sich diese Unterarten sich eben durch die Verlagerung ins Binnenland in eine eigene Art entwickelt. Die Gesamtanzahl der Kormorane ist heute deutlich niedriger, als vor 200 Jahren. Es gibt eine Studie, die den Verlust von Fischbiomasse im Rhein im Vergleich zu der Zeit vor der Begradigung des Rheins (1817 - 1876) durch Tulla auf etwa 94% beziffert. Im Meer ist es ähnlich. Wir haben einfach nicht mehr viel Fisch und haben auch sehr wenige Binnengewässer. Deshalb sind ja auch die Verluste, die wir heute erleben viel schlimmer, denn viele Fischarten sind schon in ihren Beständen schwer angeschlagen. In Nord- und Ostsee leben heute mit Sicherheit viel weniger Kormorane und Gänsesäger als damals.
Trotzdem sind Deine Aussagen alle richtig: wir haben nichts dagegen unternommen, dass diese Ausbreitung stattfindet, die wir durch unseren Eingriff in die ursprünglichen Lebensräume erst herbeigeführt haben. Zunächst mit guten Gründen, denn der Kormoran war in den 50er - 70er Jahre vom Aussterben bedroht (ca. 5000 Brutpaare in Europa). Dann kamen die genannten Schutzmaßnahmen, die aber nichts für Stint und Hering beinhalteten. Seither wachsen die Bestände wieder, vor allem im Binnenland. In den anderen europäischen Ländern wird der Kormoran im Bestand reguliert.
Ich halte Bestandsregulierungen bei einigen Arten für absolut sinnvoll, ja notwendig. Kormoran, Signalkrebs, Nutria, Waschbär, die Grundeln, Riesenbärenklau, Riesenknöterich, Indisches Springkraut uvm sollten als Neozoon und-phyten reguliert bzw. zurückgedrängt werden. Auch heimische Arten, die durch unser Verhalten Vorteile erlangten und sich unreguliert ausbreiten, bis sie andere Arten verdrängen, sollten im Bestand reguliert werden.
Ich teile auch einen gewissen Pessimismus und bin zornig auf die Politik, die alles was in und am Wasser stattfindet ignoriert, solange es nicht um Vorteile für Großkonzerne geht. Auch die Bevölkerung teilt dieses Desinteresse und labert endlos davon wie wichtig Wasser für das Leben ist, schert sich aber nicht im geringsten darum. In der Mümling kann man den ganzen Tag in der Innenstadt fischen und wird von niemandem bemerkt. Ganz hinten hinter dem finstersten Eck im Garten, den Müllkontainern der Unternehmen, da fliesst sie und keiner schaut da rein. Klar, da liegen überall Gartenabfälle und gerne schmeisst man auch mal seinen Müll da rein, es liegt ja schon viele drin, da fällt das ja nicht auf. Ich kenne eine Stelle in der Innenstadt von Erbach, da werden pro Jahr etwa 700 Underberg-, 365 Wein- und ein 365er Satz Jacki Cola reingeworfen. Die Polizeiwache ist 50m weit weg. Die Jungs stehen auf der Brücke und schmeissen alles rein. Wenn man sie anspricht wandern die Flaschen von heute im Mülleimer, der 5m weiter weg steht, am nächsten Tag landen sie wieder im Wasser.
Wir müssen aber realistisch bleiben und statt zu schimpfen schauen, wie und was wir verbessern können. Da bin ich der Meinung, dass wir nicht genug Reichweite haben um diese Regulierungen zu erreichen. Wir können aber bei uns direkt am Wasser die Bedingungen verbessern und es dem Kormoran so schwer wie möglich machen und gleichzeitig die für die Fische zu verbessern. Wir können statt stolz eine große tote Forelle in die Kamera zu halten, Bilder davon in die lokale Presse bringen, wie wir Kiesbetten anlegen oder Forellen- und Äschenbesatz machen.
Sorry für den Ton, ich musste mich mal ein bisschen abarbeiten und habe niemanden hier im Forum gemeint.
Grüße,
Arne
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Trockenfliege
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Re: Was der Fischotter im Erzgebirge frisst
Da wir jetzt vom Fischotter zum Komoran gekommen sind, können wir doch gleich beim Biber weitermachen - um das Winterloch hier etwas zu füllen.
Der Biber ist keine vom Aussterben bedrohte Art, es geht bei seinem Schutz also nicht um die Arterhaltung.
Aber bei uns im Rhein-Neckarraum hat er sich in den letzten Jahren etabliert.
Unter anderem an einem Alt-Neckar Bereich, wo er in kürzester Zeit ein aufwendig bebaumtes Schutzgebiet um ein künstlich eingerichtete Fischkinderstube platt gemacht hat. Dutzende junger Bäume hat er gefällt......
Oder an der Elsenz, ein schon durch Staustufen verbautes Bächlein. Dank der einreihigen Baumreihe alter Bäume an seinen Ufer gab/gibt es noch eine gute Beschattung im Sommer. Dort hat der Biber auch schon einige der alten Bäume gefällt. Oder am Neckar, die alten solitären Weiden - angenagt oder schon umgemacht. Und auch ihr kennt bestimmt ähnliche Entwicklungen.
Ich beobachte lieber die Schwanzmeisen in den alten noch nicht vom Biber gefällten Bäumen, als diese Bäume dem Bieber als Futter anzubieten.
In meine zersiedelte Wohngegend gehört für mich der Biber nicht hin.
Vom Wolf will ich hier nicht anfangen, da er nicht Fisch-relevant ist, aber auch der sollte dringend lernen, daß der Mensch sein Feind sein kann.
LG
Reinhard
Der Biber ist keine vom Aussterben bedrohte Art, es geht bei seinem Schutz also nicht um die Arterhaltung.
Aber bei uns im Rhein-Neckarraum hat er sich in den letzten Jahren etabliert.
Unter anderem an einem Alt-Neckar Bereich, wo er in kürzester Zeit ein aufwendig bebaumtes Schutzgebiet um ein künstlich eingerichtete Fischkinderstube platt gemacht hat. Dutzende junger Bäume hat er gefällt......
Oder an der Elsenz, ein schon durch Staustufen verbautes Bächlein. Dank der einreihigen Baumreihe alter Bäume an seinen Ufer gab/gibt es noch eine gute Beschattung im Sommer. Dort hat der Biber auch schon einige der alten Bäume gefällt. Oder am Neckar, die alten solitären Weiden - angenagt oder schon umgemacht. Und auch ihr kennt bestimmt ähnliche Entwicklungen.
Ich beobachte lieber die Schwanzmeisen in den alten noch nicht vom Biber gefällten Bäumen, als diese Bäume dem Bieber als Futter anzubieten.
In meine zersiedelte Wohngegend gehört für mich der Biber nicht hin.
Vom Wolf will ich hier nicht anfangen, da er nicht Fisch-relevant ist, aber auch der sollte dringend lernen, daß der Mensch sein Feind sein kann.
LG
Reinhard
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Hydra
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Re: Was der Fischotter im Erzgebirge frisst
Hallo Reinhard,
ich verstehe das Problem mit den Biber nicht. Die meisten Bäche und Flüsschen in Deutschland sind mehr oder minder geradegezogenen Trapezprofile. Damit der Bach aus diesem Bett nicht ausbricht ist er of mit Wasserbausteinen verblockt und mit Bäumen zusätzlich verfestigt. Oft wurden dafür Pappeln verwendet. Die meisten davon wurden ab den 50ern gepflanzt und brechen gerade auseinander, Ersatz ist nicht vorgesehen. Nach dem Niederbrechen kommt ein Gestrüpp aus Weiden, Ahorn und auch Erlen hoch, dass die Rolle der Uferbefestigung übernimmt. Was ist schlecht daran, wenn diese Dickichte etwas ausgedünnt werden. Viele dieser Gewässer waren füher "Wiesenbäche", nun haben sie einen verbuschten Bereich von 5-10m Breite mit dichtem Gestrüpp. Wenn der Biber hier auslichtet setzt er damit die Dynamik im Uferbereich in Gang, ins Wasser gefällte Bäume verstärken den Effekt. Das sind absolut überwiegend positive Entwicklung, die unseren Gewässern stark zugute kommen. Dadurch entsethen auch Aufweitungen und Schleifen, werden alte Kiesbetten wieder angestochen und das Geschiebe beginnt wieder zu entstehen. An anderen Stellen wird das Gleiche mit Baggern gemacht. Man gibt viel Geld aus, zerstört alles was die Begradigung überstanden hat, verdichtet den Boden so stark, dass in den nächsten Jahrzehnte sicher nichts hochkommt, was da hingehört, sondern Pionierarten, wie das indische Springkraut, für viele Jahre dominant bleiben, stark bevorzugt. Zudem wird dabei eben nicht die Dynamik des Gewässers gestartet, sondern der Bach aus einem festgelegten geraden Bett in ein festgelegtes mäanderdes Gewässer umgebaut. Das verbessert das ökologische System nur selten, oft sind die Schäden größer als die Verbesserungen.
Ich denke, das Problem ist, dass Menschen mit Veränderungen nicht klarkommen, ausser er verändert selber, dann wird es als Verbesserung wargenommen. Passiert das gleiche durch die Natur empfinden wir es als Zerstörung. Dabei ist es genau das, was wir durch den Umweltschutz erreichen wollten. Nun, wo es sich auszahlt und die Tierarten, die wir nahezu ausgerottet haben, wieder langsam zurückkommen, wollen wir mit den Veränderungen, die sie verursachen wieder nicht zurechtkommen und beginnen den Ausrottungsprozess erneut???
Wäre schade, wenn wir aus dem Schaden, den wir angerichtet haben, nicht lernen. Gerade wir Angler profiteren besonders vom Biber. Der Schaden entsteht überwiegend auf schlechten Agrarflächen. Klar macht das Fällen den Zugang zum Gewässer schwieriger aber insgesamt bereichert es die Gewässer und deren Strukturen. Auf die Sonnenbestrahlung als einziges Kriterium zu fokussieren finde ich falsch. Ja, an einigen Stellen wird der Uferbewuchs durch den Biber stark ausgedünnt. Bei uns fällt er aber überwiegend Arten, die mit der Lage direkt am Wasser nicht so gut klarkommen und die mit Ihren Wurzeln nicht direkt im Wasser dauerhaft Wurzeln können. Selbst die Weide übersteht es nicht, dauerhaft untergetaucht zu leben. Die Erlen halten das aus und werden vom BIber nur sehr selten gefällt. Die Erle ist der Baum, der als einziger dauerhaft im Wasser wurzeln kann. Wenn ein Bach genügend Struktur aufweist, beinhaltet er auch tiefere Bereiche, so wird eine starke Erwärmung verhindert und der Sauerstoffgehlt im Wasser erhöht sich. Anders ist es bei Renaturierungen, denn hier entstehen keine tiefen Gumpen und durch die Baggerarbeiten dauert es Jahre, bis beschattender Uferbewuchs hochkommt. Im Übrigen hat die Forelle keine Probleme mit wärmerem Wasser sondern nur mit dem Sauerstoffghalt und das ist nicht das gleiche, selbst wenn die lösbare Menge an Sauerstoff im Wasser von der Temperatur abhängt. Wenn aber gar keine Sauerstoffsättigung des Wassers erreicht wird, verliert dieser Punkt seine Bedeutung.
Man muss nicht jede Veränderung als Bedrohung oder Zerstörung betrachten und nicht jede Zerstörung gutheissen, wenn sie einem etwas nutzt.
Ich denke, dass die meisten Rückkehrer einen sehr positven Effekt auf unsere Umwelt und damit unsere Lebensqualität haben. Das Schimpfen auf den Wolf kann ich gar nicht nachvollziehen. Werde in Schweden, den USA, Russland oder anderen Ländern mit vielen Wölfen hat jemand ernsthaft Angst vor diesen schönen Tieren, Wildbestände (z.B.Reh), die ihrerseits Schäden verursachen, werden durch den Wolf dezimiert. Angriffe auf Menschen (auch Kinder) kommen nicht vor. Es geht bei der Hexenjagd auf den Wolf um die Schäden, die er bei Schafherden anrichtet. Schaafe die auf viel zu engem Raum zusammengepfercht werden und nicht fliehen können, da ein Elektrozaun das verhindert. Schutzhunde - Fehlanzeige, das ist den Besitzern zu aufwändig. Statt die Art und Weise, wie wir Schaafe halten wieder so machen, wie es über die Jahrtausende war, wollen wir lieber die bequemere Haltung, die es mit gutem Grund erst gibt, seitdem der Wolf ausgerottet wurde, um jeden Preis beibehalten. Also wieder erschiessen. Ich finde es Schade, dass wir anscheinend nicht in der Lage sind und an Verbesserungen anzupassen.
Grüße
Arne
ich verstehe das Problem mit den Biber nicht. Die meisten Bäche und Flüsschen in Deutschland sind mehr oder minder geradegezogenen Trapezprofile. Damit der Bach aus diesem Bett nicht ausbricht ist er of mit Wasserbausteinen verblockt und mit Bäumen zusätzlich verfestigt. Oft wurden dafür Pappeln verwendet. Die meisten davon wurden ab den 50ern gepflanzt und brechen gerade auseinander, Ersatz ist nicht vorgesehen. Nach dem Niederbrechen kommt ein Gestrüpp aus Weiden, Ahorn und auch Erlen hoch, dass die Rolle der Uferbefestigung übernimmt. Was ist schlecht daran, wenn diese Dickichte etwas ausgedünnt werden. Viele dieser Gewässer waren füher "Wiesenbäche", nun haben sie einen verbuschten Bereich von 5-10m Breite mit dichtem Gestrüpp. Wenn der Biber hier auslichtet setzt er damit die Dynamik im Uferbereich in Gang, ins Wasser gefällte Bäume verstärken den Effekt. Das sind absolut überwiegend positive Entwicklung, die unseren Gewässern stark zugute kommen. Dadurch entsethen auch Aufweitungen und Schleifen, werden alte Kiesbetten wieder angestochen und das Geschiebe beginnt wieder zu entstehen. An anderen Stellen wird das Gleiche mit Baggern gemacht. Man gibt viel Geld aus, zerstört alles was die Begradigung überstanden hat, verdichtet den Boden so stark, dass in den nächsten Jahrzehnte sicher nichts hochkommt, was da hingehört, sondern Pionierarten, wie das indische Springkraut, für viele Jahre dominant bleiben, stark bevorzugt. Zudem wird dabei eben nicht die Dynamik des Gewässers gestartet, sondern der Bach aus einem festgelegten geraden Bett in ein festgelegtes mäanderdes Gewässer umgebaut. Das verbessert das ökologische System nur selten, oft sind die Schäden größer als die Verbesserungen.
Ich denke, das Problem ist, dass Menschen mit Veränderungen nicht klarkommen, ausser er verändert selber, dann wird es als Verbesserung wargenommen. Passiert das gleiche durch die Natur empfinden wir es als Zerstörung. Dabei ist es genau das, was wir durch den Umweltschutz erreichen wollten. Nun, wo es sich auszahlt und die Tierarten, die wir nahezu ausgerottet haben, wieder langsam zurückkommen, wollen wir mit den Veränderungen, die sie verursachen wieder nicht zurechtkommen und beginnen den Ausrottungsprozess erneut???
Wäre schade, wenn wir aus dem Schaden, den wir angerichtet haben, nicht lernen. Gerade wir Angler profiteren besonders vom Biber. Der Schaden entsteht überwiegend auf schlechten Agrarflächen. Klar macht das Fällen den Zugang zum Gewässer schwieriger aber insgesamt bereichert es die Gewässer und deren Strukturen. Auf die Sonnenbestrahlung als einziges Kriterium zu fokussieren finde ich falsch. Ja, an einigen Stellen wird der Uferbewuchs durch den Biber stark ausgedünnt. Bei uns fällt er aber überwiegend Arten, die mit der Lage direkt am Wasser nicht so gut klarkommen und die mit Ihren Wurzeln nicht direkt im Wasser dauerhaft Wurzeln können. Selbst die Weide übersteht es nicht, dauerhaft untergetaucht zu leben. Die Erlen halten das aus und werden vom BIber nur sehr selten gefällt. Die Erle ist der Baum, der als einziger dauerhaft im Wasser wurzeln kann. Wenn ein Bach genügend Struktur aufweist, beinhaltet er auch tiefere Bereiche, so wird eine starke Erwärmung verhindert und der Sauerstoffgehlt im Wasser erhöht sich. Anders ist es bei Renaturierungen, denn hier entstehen keine tiefen Gumpen und durch die Baggerarbeiten dauert es Jahre, bis beschattender Uferbewuchs hochkommt. Im Übrigen hat die Forelle keine Probleme mit wärmerem Wasser sondern nur mit dem Sauerstoffghalt und das ist nicht das gleiche, selbst wenn die lösbare Menge an Sauerstoff im Wasser von der Temperatur abhängt. Wenn aber gar keine Sauerstoffsättigung des Wassers erreicht wird, verliert dieser Punkt seine Bedeutung.
Man muss nicht jede Veränderung als Bedrohung oder Zerstörung betrachten und nicht jede Zerstörung gutheissen, wenn sie einem etwas nutzt.
Ich denke, dass die meisten Rückkehrer einen sehr positven Effekt auf unsere Umwelt und damit unsere Lebensqualität haben. Das Schimpfen auf den Wolf kann ich gar nicht nachvollziehen. Werde in Schweden, den USA, Russland oder anderen Ländern mit vielen Wölfen hat jemand ernsthaft Angst vor diesen schönen Tieren, Wildbestände (z.B.Reh), die ihrerseits Schäden verursachen, werden durch den Wolf dezimiert. Angriffe auf Menschen (auch Kinder) kommen nicht vor. Es geht bei der Hexenjagd auf den Wolf um die Schäden, die er bei Schafherden anrichtet. Schaafe die auf viel zu engem Raum zusammengepfercht werden und nicht fliehen können, da ein Elektrozaun das verhindert. Schutzhunde - Fehlanzeige, das ist den Besitzern zu aufwändig. Statt die Art und Weise, wie wir Schaafe halten wieder so machen, wie es über die Jahrtausende war, wollen wir lieber die bequemere Haltung, die es mit gutem Grund erst gibt, seitdem der Wolf ausgerottet wurde, um jeden Preis beibehalten. Also wieder erschiessen. Ich finde es Schade, dass wir anscheinend nicht in der Lage sind und an Verbesserungen anzupassen.
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Re: Was der Fischotter im Erzgebirge frisst
Guten Morgen, ich befische einen Teil der Seeve, einem norddeutschen Niederungsbach .Unser Vereinsstück ist teilweise stark verwachsen ,schlecht zugänglich durch den Baumbestand. Es sind viele Erlen dort die ihr Wurzelwerk tief im Flußbett verankert haben, dazu kommt das wir das Totholz im Wasser belassen oder teilweise noch welches einbringen. Es ist also recht naturnah. Wir haben den Biber und den Fischotter dort beheimatet und wir fangen trotzdem unsere Bach - und Meerforellen. Ein Teilstück weiter oben lichten sich die Bäume dort sind Äschen zu finden- auch dort haben wir keine negativen Erfahrungen machen können. Wir sollten uns eher daran erfreuen das die Natur zurück findet- auch wenn es den Fischgang erschwert. Fischen und Naturschutz gehören für mich zusammen.
Gruß Bernd
Gruß Bernd
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Fliifi-Sepp
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Re: Was der Fischotter im Erzgebirge frisst
Hallo Arne,
ich gebe Dir in vielen Punkten recht. Allerdings nicht in allen:
Wir haben bei uns einen sehr hohen Biberbestand. Habe an einem einzigen Tag mal 5 Biber an unterschiedlichen Stellen auf eine Strecken von wenigen Kilometern gesehen. Bei den größeren Voralpenflüssen halten sich die Auswirkungen auf das Gewässer sehr in Grenzen. Allerdings gibt es teils erhebliche Auswirkungen bei den Bächen im alpinen Bereich. Die vielen Biberdämme haben teils dazu geführt, daß sich der Fischbestand von ehemals reinen Forellebächen hin zu Gewässern entwickelt haben in denen jetzt überwiegend Weißfische und Barsche tummeln und kaum mehr Forellen. Das hat auch Auswirkungen auf die angrenzenden größeren Fließgewässer.
Bei uns kommt es nicht jedes Jahr, aber doch regelmäßig vor, daß Stillgewässer und Teiche zufrieren. In diesem Winter haben wir diese Situation schon seit über 6 Wochen. Der überproportional große Kormoranbestand erzeugt seitdem zusammen mit den zahlreich vorkommenden Fischreihern, den Gäsesägern und dem Otter einen extrem hohen Fraßdruck auf unsere Fließgewässer.
Die sind halt leider auch großteils durch den Einfluss des Menschen geschädigt.
Zu viel ist halt zu viel.
Grundsätzlich bin ich aber auch der Meinung, daß man in erster Linie an Strukturverbesserungen für unsere Fließgewässer arbeiten sollte und am Aufbau und der Erhaltung von sich selbst reproduzierenden Fischbeständen.
Aber eine Bestandregulierung von unnatürlich hohen Predatoren- und Biberständenbeständen wäre schon auch sinnvoll. Daß das nicht leicht umzusetzen ist, ist mir auch klar.
LG Sepp
ich gebe Dir in vielen Punkten recht. Allerdings nicht in allen:
Wir haben bei uns einen sehr hohen Biberbestand. Habe an einem einzigen Tag mal 5 Biber an unterschiedlichen Stellen auf eine Strecken von wenigen Kilometern gesehen. Bei den größeren Voralpenflüssen halten sich die Auswirkungen auf das Gewässer sehr in Grenzen. Allerdings gibt es teils erhebliche Auswirkungen bei den Bächen im alpinen Bereich. Die vielen Biberdämme haben teils dazu geführt, daß sich der Fischbestand von ehemals reinen Forellebächen hin zu Gewässern entwickelt haben in denen jetzt überwiegend Weißfische und Barsche tummeln und kaum mehr Forellen. Das hat auch Auswirkungen auf die angrenzenden größeren Fließgewässer.
Bei uns kommt es nicht jedes Jahr, aber doch regelmäßig vor, daß Stillgewässer und Teiche zufrieren. In diesem Winter haben wir diese Situation schon seit über 6 Wochen. Der überproportional große Kormoranbestand erzeugt seitdem zusammen mit den zahlreich vorkommenden Fischreihern, den Gäsesägern und dem Otter einen extrem hohen Fraßdruck auf unsere Fließgewässer.
Die sind halt leider auch großteils durch den Einfluss des Menschen geschädigt.
Zu viel ist halt zu viel.
Grundsätzlich bin ich aber auch der Meinung, daß man in erster Linie an Strukturverbesserungen für unsere Fließgewässer arbeiten sollte und am Aufbau und der Erhaltung von sich selbst reproduzierenden Fischbeständen.
Aber eine Bestandregulierung von unnatürlich hohen Predatoren- und Biberständenbeständen wäre schon auch sinnvoll. Daß das nicht leicht umzusetzen ist, ist mir auch klar.
LG Sepp
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Hans.
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Re: Was der Fischotter im Erzgebirge frisst
Hallo Arne,
Du hast geschrieben: " Es geht bei der Hexenjagd auf den Wolf um die Schäden, die er bei Schafherden anrichtet. Schaafe die auf viel zu engem Raum zusammengepfercht werden und nicht fliehen können, da ein Elektrozaun das verhindert. Schutzhunde - Fehlanzeige, das ist den Besitzern zu aufwändig. "
So sehr ich deine Beiträge schätze, so sehr ist deine Sicht hier zu simpel: Die Schafe sind nur nachts "auf viel zu engem Raum eingepfercht", tagsüber pflegen sie die Landschaft, Deiche (nicht nur an der See) und im Hochgebirge dienen sie dem Lawinenschuzt. Schutzhunde sind nicht nur teuer, sie sind in unseren dichtbesiedelten Räumen auch eine Gefahr für Hunde und evtl. auch für Menschen. Soll ein Schäfer nachts seine Schafe nicht einzäunen, nur damit sie vor dem Wolf fliehen können, was übrigens eine Illusion ist, Wölfe sind schneller als Schafe.
Es ist doch ein Unding, dass Tierhalter sich nach dem Wolf richten sollen, nur weil Tierschützer hier ihre absolut einseitige Meinung und Haltung durchdrücken wollen, und bisher leider auch in viel zu großem Maß durchdrücken konnten. Und was die Hexenjagd anbelangt, die richtet sich eher gegen die Personen, die den Wolf aus berechtigten Gründen nicht haben wollen.
Nein, der Wolf gehört nicht in unser dichtbesiedeltes Land, absolut nicht.
Auch wenn das nicht das eigentliche Thema dieses Fadens ist, konnte ich die einseitige Sicht pro Wolf nicht unwiedersprochen lassen.
Gruß
Hans
Du hast geschrieben: " Es geht bei der Hexenjagd auf den Wolf um die Schäden, die er bei Schafherden anrichtet. Schaafe die auf viel zu engem Raum zusammengepfercht werden und nicht fliehen können, da ein Elektrozaun das verhindert. Schutzhunde - Fehlanzeige, das ist den Besitzern zu aufwändig. "
So sehr ich deine Beiträge schätze, so sehr ist deine Sicht hier zu simpel: Die Schafe sind nur nachts "auf viel zu engem Raum eingepfercht", tagsüber pflegen sie die Landschaft, Deiche (nicht nur an der See) und im Hochgebirge dienen sie dem Lawinenschuzt. Schutzhunde sind nicht nur teuer, sie sind in unseren dichtbesiedelten Räumen auch eine Gefahr für Hunde und evtl. auch für Menschen. Soll ein Schäfer nachts seine Schafe nicht einzäunen, nur damit sie vor dem Wolf fliehen können, was übrigens eine Illusion ist, Wölfe sind schneller als Schafe.
Es ist doch ein Unding, dass Tierhalter sich nach dem Wolf richten sollen, nur weil Tierschützer hier ihre absolut einseitige Meinung und Haltung durchdrücken wollen, und bisher leider auch in viel zu großem Maß durchdrücken konnten. Und was die Hexenjagd anbelangt, die richtet sich eher gegen die Personen, die den Wolf aus berechtigten Gründen nicht haben wollen.
Nein, der Wolf gehört nicht in unser dichtbesiedeltes Land, absolut nicht.
Auch wenn das nicht das eigentliche Thema dieses Fadens ist, konnte ich die einseitige Sicht pro Wolf nicht unwiedersprochen lassen.
Gruß
Hans
Man muss nicht alles mitmachen...
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Hydra
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Re: Was der Fischotter im Erzgebirge frisst
Hallo Hans,
Ich schätze Deine Beiträge auch sehr. Trotzdem darf man ja auch mal unterschiedlicher Meinung sein.
ich sehe die Einseitigkeit eher bei Deiner Argumentation, denn sie ist die Zusammenfassung der Klischees, die man dem Wolf anhängt, ohne dass die Zahlen und Fakten das bestätigen. Tagsüber passieren kaum Angriffe von Wölfen auf Schafe. Also ist die Situation in der Wölfe Schafe reissen, eben die Beschriebene. Natürlich wird immer von den Geschadigten geschimpft und es muss vernünftig entschädigt werden. Trotzdem trägt meiner Meinung nach die Art und Weise der Haltung zur Entstehung der Schäden massiv bei. Man macht etwas falsch und macht dann den Wolf dafür verantwortlich. Hinweise auf die Kosten für geeignete Schutzmaßnamen habe ich erwartet. Für mich ein schwaches Argument. Interessanterweise bringen die Schafhalter in der gleicher Gesprächsituation oft ein, dass ja eine emotionale Bindung zwischen Schafen und Schäfer entsteht und es nicht ums Geld ginge. Wenn man über Lammfleisch spricht, spielt die emotionale Bindung dann keine Rolle mehr. Der wirtschaftliche Schaden durch Wölfe wird entschädigt, die Kosten für einen angemessenen Schutz muss der Schäfer selber tragen, vielleicht liegt die Ursache eher hier.
Ich wundere mich darüber, dass andere Länder mit Wölfen gut zurecht kommen, auch dicht besiedelte. In Italien kommen die Wölfe bis in die großen Städte hinein, keiner regt sich drüber auf. In den USA wird über Wölfe wenig gesprochen, obwohl sie überall zuhause sind. Überall kommt man mit den Tieren zurecht, nur hierzulande ist es ein blutrünstiger Mörder. Wo ist ein Beweis dafür, dass eine Gefahr für Menschen bestünde? Es gibt im Jahr durchschnittlich 4 Tote pro Jahr durch Hunde in Deutschland. Durch Wölfe wurde in Deutschland noch kein Mensch getötet, zumindest nicht seit der Ausrottung zu Beginn des 19 Jahrhunderts. Angriffe sind auch nicht belegt. Um diesen Punkt noch zu untermauern: In Deutschland werden auch mehr Schafe durch Hunde getötet als durch Wölfe, obwohl wir viele Wölfe hier haben. Bejagen wir jetzt demzufolge Hunde um die Schafe zu schützen? Eine Studie in der Schweiz zeigt, dass unter 2% (betrachtet wurden nur Schafe, die nicht geschlachtet wurden) der Schafe durch Wölfe sterben, alle anderen fallen anderen Dingen zum Opfer, überwiegend Krankheiten. Was hier aber klar wird, ist, dass Emotionen statt Fakten ausschlaggebend sind. Vielleicht liegt auch die Tatsache, dass immer wieder sofort dem Wolf die Schuld gegeben wird, während in Wirklichkeit Hunde die Täter waren, hierin begründet. Er hat einen sehr schlechten Ruf in Deutschland, genau wie der Otter. Mit Fakten belegen kann niemand die Schäden, dafür werden sie umso stärker empfunden und noch stärker kommuniziert.
Viele Grüße,
Arne
Ich schätze Deine Beiträge auch sehr. Trotzdem darf man ja auch mal unterschiedlicher Meinung sein.
ich sehe die Einseitigkeit eher bei Deiner Argumentation, denn sie ist die Zusammenfassung der Klischees, die man dem Wolf anhängt, ohne dass die Zahlen und Fakten das bestätigen. Tagsüber passieren kaum Angriffe von Wölfen auf Schafe. Also ist die Situation in der Wölfe Schafe reissen, eben die Beschriebene. Natürlich wird immer von den Geschadigten geschimpft und es muss vernünftig entschädigt werden. Trotzdem trägt meiner Meinung nach die Art und Weise der Haltung zur Entstehung der Schäden massiv bei. Man macht etwas falsch und macht dann den Wolf dafür verantwortlich. Hinweise auf die Kosten für geeignete Schutzmaßnamen habe ich erwartet. Für mich ein schwaches Argument. Interessanterweise bringen die Schafhalter in der gleicher Gesprächsituation oft ein, dass ja eine emotionale Bindung zwischen Schafen und Schäfer entsteht und es nicht ums Geld ginge. Wenn man über Lammfleisch spricht, spielt die emotionale Bindung dann keine Rolle mehr. Der wirtschaftliche Schaden durch Wölfe wird entschädigt, die Kosten für einen angemessenen Schutz muss der Schäfer selber tragen, vielleicht liegt die Ursache eher hier.
Ich wundere mich darüber, dass andere Länder mit Wölfen gut zurecht kommen, auch dicht besiedelte. In Italien kommen die Wölfe bis in die großen Städte hinein, keiner regt sich drüber auf. In den USA wird über Wölfe wenig gesprochen, obwohl sie überall zuhause sind. Überall kommt man mit den Tieren zurecht, nur hierzulande ist es ein blutrünstiger Mörder. Wo ist ein Beweis dafür, dass eine Gefahr für Menschen bestünde? Es gibt im Jahr durchschnittlich 4 Tote pro Jahr durch Hunde in Deutschland. Durch Wölfe wurde in Deutschland noch kein Mensch getötet, zumindest nicht seit der Ausrottung zu Beginn des 19 Jahrhunderts. Angriffe sind auch nicht belegt. Um diesen Punkt noch zu untermauern: In Deutschland werden auch mehr Schafe durch Hunde getötet als durch Wölfe, obwohl wir viele Wölfe hier haben. Bejagen wir jetzt demzufolge Hunde um die Schafe zu schützen? Eine Studie in der Schweiz zeigt, dass unter 2% (betrachtet wurden nur Schafe, die nicht geschlachtet wurden) der Schafe durch Wölfe sterben, alle anderen fallen anderen Dingen zum Opfer, überwiegend Krankheiten. Was hier aber klar wird, ist, dass Emotionen statt Fakten ausschlaggebend sind. Vielleicht liegt auch die Tatsache, dass immer wieder sofort dem Wolf die Schuld gegeben wird, während in Wirklichkeit Hunde die Täter waren, hierin begründet. Er hat einen sehr schlechten Ruf in Deutschland, genau wie der Otter. Mit Fakten belegen kann niemand die Schäden, dafür werden sie umso stärker empfunden und noch stärker kommuniziert.
Viele Grüße,
Arne
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Michl
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Re: Was der Fischotter im Erzgebirge frisst
Hallo,
beim Biber sehe ich das mittlerweile durchaus differenziert.
Grundsätzlich ist es wohl so das er eine Bericherung ist was Vielfalt und Struktur angeht.
Ich kenne da auch Beispiele in meiner direkten Umgebung, der positive Effekt auf das gesamte System ist spürbar.
Aber ich kenne auch Beispiele wo es einfach aufgrund der schieren Anzahl der Tiere, die ja nun keine direkten Fressfeinde haben, anders ist.
Wenn auf 2 km Wasserlauf 9 fette Dämme den Bach aufstauen, dann ist das zuviel.
Erwärmung durch stehende aufgeweitete und kahle Bereiche, verschlammte Laichstellen, Aufstiegshindernisse, Begünstigung von Fischpredatoren wie dem Kormoran in den Staubereichen, Sauerstoffzehrung durch abgesetzten Faulschlamm sind die Folgen.
Wenn eine Art eine Nische findet und keine regulierenden Faktoren vorhanden sind ist das ein Problem.
Dasselbe gilt für den Kormoran, auch hier ist es die Anzahl die das Problem darstellt.
Früher oder eher später reguliert sich so ein Bestand ein, aber das dauert in unserer Kulturlandschaft und naturfernen Schutzgesellschaft sehr lange.
Für manche Arten wie die Äsche vielleicht zu lange.
Da sollte dann reguliert werden, nicht ausgerottet!
Beim Wolf und Otter sehe ich das wie Arne, hier ist m. E. einfach die Anzahl nicht so dramatisch das es sich im Gesamten auswirkt.
Und die Fakten sprechen da eine klare Sprache, wenn man sie denn anschaut und bewertet.
Aber wir neigen in allen diesen Themen halt eher zu Emotionen als zu Fakten, nicht zuletzt durch die Berichterstattung,, die ja möglchst viele in den Bann ziehen muss.
Eigene Erfahrungen haben ja die wenigsten........
Gruß Michl
beim Biber sehe ich das mittlerweile durchaus differenziert.
Grundsätzlich ist es wohl so das er eine Bericherung ist was Vielfalt und Struktur angeht.
Ich kenne da auch Beispiele in meiner direkten Umgebung, der positive Effekt auf das gesamte System ist spürbar.
Aber ich kenne auch Beispiele wo es einfach aufgrund der schieren Anzahl der Tiere, die ja nun keine direkten Fressfeinde haben, anders ist.
Wenn auf 2 km Wasserlauf 9 fette Dämme den Bach aufstauen, dann ist das zuviel.
Erwärmung durch stehende aufgeweitete und kahle Bereiche, verschlammte Laichstellen, Aufstiegshindernisse, Begünstigung von Fischpredatoren wie dem Kormoran in den Staubereichen, Sauerstoffzehrung durch abgesetzten Faulschlamm sind die Folgen.
Wenn eine Art eine Nische findet und keine regulierenden Faktoren vorhanden sind ist das ein Problem.
Dasselbe gilt für den Kormoran, auch hier ist es die Anzahl die das Problem darstellt.
Früher oder eher später reguliert sich so ein Bestand ein, aber das dauert in unserer Kulturlandschaft und naturfernen Schutzgesellschaft sehr lange.
Für manche Arten wie die Äsche vielleicht zu lange.
Da sollte dann reguliert werden, nicht ausgerottet!
Beim Wolf und Otter sehe ich das wie Arne, hier ist m. E. einfach die Anzahl nicht so dramatisch das es sich im Gesamten auswirkt.
Und die Fakten sprechen da eine klare Sprache, wenn man sie denn anschaut und bewertet.
Aber wir neigen in allen diesen Themen halt eher zu Emotionen als zu Fakten, nicht zuletzt durch die Berichterstattung,, die ja möglchst viele in den Bann ziehen muss.
Eigene Erfahrungen haben ja die wenigsten........
Gruß Michl
Die Beute ist unwesentlich, entscheidend ist nur das Gefühl.
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Trockenfliege
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Re: Was der Fischotter im Erzgebirge frisst
Da der Wolf jetzt doch zum Thema wurde
:
Was spricht den dagegen, durch gezielten Abschuss den Wolf lernen zu lassen, daß er sich vom Menschen bzw. menschlichen Ansiedlungen fern halten soll? Wir dezimieren doch auch andere Tiere, wenn sie unserer Meinung nach zu viele werden (oder versuchen es): Hirsche ,Rehe, Wildschweine zB. wegen Baumverbiß und landwirtschaftlichen Schäden. Warum dann nicht auch den Wolf? Es geht mir nicht um seine Ausrottung in Deutschland, sondern um ein anderes Verhätlniss des Wolfes zu seinem neuen Habitat.
Wenn er lernt, das die Nähe menschlicher Ansiedlungen gefährlich für ihn werden können, wird er mehr in den Wäldern bleiben - so fern vorhanden.
Ich halte es für unnötig, alles was an Wiederansiedlung möglich wäre - Bären , Waldwisente u.a. - bei uns wieder ansiedeln zu wollen, nur weil es sie zu anderen Zeiten - einer anderen Besiedlungsdichte - mal gab.
Man/wir sollten uns viel mehr Gedanken machen, was zB. gegen das Verschwinden der Insekten gemacht werden kann, gegen den Vogelschwund u.a.
Natürlich regieren da große wirtschaftliche Interessen, zB. der Landwirtschaft, die dies bremsen oder erst garnicht ernsthaft zum Thema werden lassen.
Mich wundert - oder auch nicht - wie stark sich die Politik im Bezug auf Wölfe, Bieber angagiert - die Lobby der Gegner ist halt eher klein und wie wenig die Politik zB. das Insktensterben, Vogelschwund, wachsende Anzahl an Waschbären ect. zu interessieren scheint - da stehen z.T. halt ganz andere Lobbies dagegen.
Frage: Ist ein Biberdamm eigentlich Fischdurchlässiger als der Damm eines Kleinkraftwerks?
LG
Reinhard
Was spricht den dagegen, durch gezielten Abschuss den Wolf lernen zu lassen, daß er sich vom Menschen bzw. menschlichen Ansiedlungen fern halten soll? Wir dezimieren doch auch andere Tiere, wenn sie unserer Meinung nach zu viele werden (oder versuchen es): Hirsche ,Rehe, Wildschweine zB. wegen Baumverbiß und landwirtschaftlichen Schäden. Warum dann nicht auch den Wolf? Es geht mir nicht um seine Ausrottung in Deutschland, sondern um ein anderes Verhätlniss des Wolfes zu seinem neuen Habitat.
Wenn er lernt, das die Nähe menschlicher Ansiedlungen gefährlich für ihn werden können, wird er mehr in den Wäldern bleiben - so fern vorhanden.
Ich halte es für unnötig, alles was an Wiederansiedlung möglich wäre - Bären , Waldwisente u.a. - bei uns wieder ansiedeln zu wollen, nur weil es sie zu anderen Zeiten - einer anderen Besiedlungsdichte - mal gab.
Man/wir sollten uns viel mehr Gedanken machen, was zB. gegen das Verschwinden der Insekten gemacht werden kann, gegen den Vogelschwund u.a.
Natürlich regieren da große wirtschaftliche Interessen, zB. der Landwirtschaft, die dies bremsen oder erst garnicht ernsthaft zum Thema werden lassen.
Mich wundert - oder auch nicht - wie stark sich die Politik im Bezug auf Wölfe, Bieber angagiert - die Lobby der Gegner ist halt eher klein und wie wenig die Politik zB. das Insktensterben, Vogelschwund, wachsende Anzahl an Waschbären ect. zu interessieren scheint - da stehen z.T. halt ganz andere Lobbies dagegen.
Frage: Ist ein Biberdamm eigentlich Fischdurchlässiger als der Damm eines Kleinkraftwerks?
LG
Reinhard
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Hans.
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Re: Was der Fischotter im Erzgebirge frisst
Hallo Arne,
natürlich kann man unterschiedlicher Meinung sein, da habe ich kein Problem mit. Nur zwei, drei Gedanken noch zum Wolf.
Die Tatsache, dass Schafe die Nacht in einer Umzäunung verbringen (mit genug Platz für jedes Tier), ist weder ein eingepfercht sein, noch irgendein Haltungsfehler. Das ist normal so. Und nur weil es jetzt in Deutschland den Wolf geben soll, hat der Schafhalter die Schuld, wenn der Wolf leichte Beute machen kann? Och nööhh!
Der Vergleich mit Hunden hinkt gewaltig: In Deutschland leben ca. 10 Millionen Hunde. 2023 gab es 3 tödliche Attacken auf Menschen....
Und nein, in Italien ist die Aufregung groß:
Siehe google KI:
Welche Probleme gibt es mit Wölfen in Italien?
In Italien hat sich die Debatte um Wölfe im Jahr 2025 und Anfang 2026 deutlich verschärft. Mit einer Population von schätzungsweise 3.300 bis 3.500 Tieren steht das Land vor zunehmenden Herausforderungen bei der Koexistenz zwischen Mensch, Nutztieren und Raubtieren.
Die Hauptprobleme lassen sich in folgende Bereiche unterteilen:
1. Angriffe auf Nutz- und Haustiere
Die Zahl der Risse hat ein Rekordniveau erreicht. Im Jahr 2023 wurden über 12.000 Nutztiere von Wölfen getötet. Besonders betroffen sind Regionen mit Almwirtschaft wie Südtirol und das Trentino. Zudem gibt es vermehrt Berichte über Wölfe, die Haustiere (Hunde und Katzen) direkt in Wohngebieten oder an der Adriaküste angreifen. *)
2. Annäherung an Siedlungen und Infrastruktur
Ein neues Phänomen ist die Präsenz von Wölfen in der Nähe von urbaner Infrastruktur:
Flughafen-Sperrung: Erst am 25. Januar 2026 sorgte ein Wolfsrudel für Schlagzeilen, da es den Betrieb eines italienischen Flughafens zeitweise lahmlegte.
Dörfer: In ländlichen Regionen werden Wölfe immer häufiger am helllichten Tag in Dorfzentren gesichtet, was die Verunsicherung in der Bevölkerung erhöht.
3. Genetische Vermischung (Hybridisierung)
Ein wissenschaftlich ernstes Problem ist die Kreuzung von Wölfen mit streunenden Hunden. Eine Studie von Ende 2025 zeigte, dass in Mittel- und Süditalien fast die Hälfte der untersuchten Wölfe Hundegene trägt. Diese Hybridisierung gefährdet die genetische Identität und das natürliche Verhalten des italienischen Wolfs.
4. Politische und rechtliche Spannungen
Nachdem der Wolf über 50 Jahre streng geschützt war, findet aktuell ein radikaler Kurswechsel statt:
Erste Abschüsse: Im August 2025 wurde in Italien erstmals seit fünf Jahrzehnten wieder ein Wolf offiziell zum Abschuss freigegeben.
Status-Änderung: Die EU hat den Schutzstatus des Wolfes von "streng geschützt" auf "geschützt" herabgestuft, was Italien die Einführung von Abschussquoten (geplant sind 3 bis 5 % der Population, etwa 100 bis 160 Tiere) ermöglicht.
Selbstjustiz: Aus Frust über mangelnde staatliche Unterstützung greifen manche Landwirte zu illegalen Mitteln wie Giftködern.
Ende google KI
*) Haben die Haustierhalter auch selber Schuld, weil sie Haustiere halten?
Ich bin mit dem Thema hier jetzt durch.
Gruß
Hans
natürlich kann man unterschiedlicher Meinung sein, da habe ich kein Problem mit. Nur zwei, drei Gedanken noch zum Wolf.
Die Tatsache, dass Schafe die Nacht in einer Umzäunung verbringen (mit genug Platz für jedes Tier), ist weder ein eingepfercht sein, noch irgendein Haltungsfehler. Das ist normal so. Und nur weil es jetzt in Deutschland den Wolf geben soll, hat der Schafhalter die Schuld, wenn der Wolf leichte Beute machen kann? Och nööhh!
Der Vergleich mit Hunden hinkt gewaltig: In Deutschland leben ca. 10 Millionen Hunde. 2023 gab es 3 tödliche Attacken auf Menschen....
Und nein, in Italien ist die Aufregung groß:
Siehe google KI:
Welche Probleme gibt es mit Wölfen in Italien?
In Italien hat sich die Debatte um Wölfe im Jahr 2025 und Anfang 2026 deutlich verschärft. Mit einer Population von schätzungsweise 3.300 bis 3.500 Tieren steht das Land vor zunehmenden Herausforderungen bei der Koexistenz zwischen Mensch, Nutztieren und Raubtieren.
Die Hauptprobleme lassen sich in folgende Bereiche unterteilen:
1. Angriffe auf Nutz- und Haustiere
Die Zahl der Risse hat ein Rekordniveau erreicht. Im Jahr 2023 wurden über 12.000 Nutztiere von Wölfen getötet. Besonders betroffen sind Regionen mit Almwirtschaft wie Südtirol und das Trentino. Zudem gibt es vermehrt Berichte über Wölfe, die Haustiere (Hunde und Katzen) direkt in Wohngebieten oder an der Adriaküste angreifen. *)
2. Annäherung an Siedlungen und Infrastruktur
Ein neues Phänomen ist die Präsenz von Wölfen in der Nähe von urbaner Infrastruktur:
Flughafen-Sperrung: Erst am 25. Januar 2026 sorgte ein Wolfsrudel für Schlagzeilen, da es den Betrieb eines italienischen Flughafens zeitweise lahmlegte.
Dörfer: In ländlichen Regionen werden Wölfe immer häufiger am helllichten Tag in Dorfzentren gesichtet, was die Verunsicherung in der Bevölkerung erhöht.
3. Genetische Vermischung (Hybridisierung)
Ein wissenschaftlich ernstes Problem ist die Kreuzung von Wölfen mit streunenden Hunden. Eine Studie von Ende 2025 zeigte, dass in Mittel- und Süditalien fast die Hälfte der untersuchten Wölfe Hundegene trägt. Diese Hybridisierung gefährdet die genetische Identität und das natürliche Verhalten des italienischen Wolfs.
4. Politische und rechtliche Spannungen
Nachdem der Wolf über 50 Jahre streng geschützt war, findet aktuell ein radikaler Kurswechsel statt:
Erste Abschüsse: Im August 2025 wurde in Italien erstmals seit fünf Jahrzehnten wieder ein Wolf offiziell zum Abschuss freigegeben.
Status-Änderung: Die EU hat den Schutzstatus des Wolfes von "streng geschützt" auf "geschützt" herabgestuft, was Italien die Einführung von Abschussquoten (geplant sind 3 bis 5 % der Population, etwa 100 bis 160 Tiere) ermöglicht.
Selbstjustiz: Aus Frust über mangelnde staatliche Unterstützung greifen manche Landwirte zu illegalen Mitteln wie Giftködern.
Ende google KI
*) Haben die Haustierhalter auch selber Schuld, weil sie Haustiere halten?
Ich bin mit dem Thema hier jetzt durch.
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Hans
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Re: Was der Fischotter im Erzgebirge frisst
Hallo Hans,
voraussichtlich werden wir uns hier nicht einig, daher wird das auch mein letzter Kommentar zum Thema sein. Ich möchte trotzdem Bezug zu Deinen letzten Aussagen nehmen und dabei die Emotionalität nochmal herausarbeiten.
Duden: Pferch = von Hürden, Bretterzäunen eingeschlossene Fläche, auf der das Vieh (besonders Schafe) für die Nacht zusammengetrieben wird.
Demzufolge ist meine Bezeichnung 100% korrekt, deckt sich aber nicht mit der emotionalen Interpretation des Begriffs. Ich habe nicht davon geschrieben, dass es für die Schafe zu eng ist. Wenn aber ein Hund oder ein Wolf in den Pferch eindringt, geraten die Schafe in Panik und können nicht flüchten. Das ist der Grund aus dem oft mehrere Schafe auf einmal getötet werden. Da man früher die Schafe nicht eingepfercht hat, sondern der Schäfer mit Schutzhunden und Hütehunden bei den Tieren war, wurde meist nur ein Schaf gerissen. Durchschnittlich werden heute pro Angriff etwa 4 Schafe getötet, was den Hinweis auf die Einpferchung nochmal hervorhebt. Ja, der Halter trägt ein gewisses Maß an Verantwortung für die Folgen der Haltungsweise. Der Wolf nicht.
Demzufolge wusste man früher, wie man die Folgen gering hält und verzichtet heute, wie Du geschrieben hast, aus wirtschaftlichen Gründen darauf. Das ist normal so?? Doch nur nach der Norm, die seit der Ausrottung des Wolfs in Deutschland gilt. Die Jahrtausende an Erfahrung zuvor werden ignoriert. Hmmm, wem sonst ausser dem Halter soll man denn da die Verantwortung zuschreiben?
Ja es gibt 10 Millionen Hunde in Deutschland. Die entscheidende Sache ist aber nicht die Anzahl der Hunde, sondern die Anzahl der Hunde, die Schafe reissen können. Wieviele können raus um Schafe zu reissen, wieviele haben die Größe um das zu tun und wie viele haben die agressiven Tendenzen. Die Gesamtzahl der Hunde ist bedeutungslos.
KIs haben ein grundlegendes Problem: korrektes Prompting. Hier haben wir ein klassisches Beispiel. Dein Prompt sucht gezielt nach Problemen mit dem Wolf also zeigt die KI das an, was Du hören möchtest, nicht das was den Tatsachen entspricht. Durch das Wort "Problem" durchsucht die KI überwiegend Seiten, die auf Probleme fokussieren, das sind z.B. Seiten der Presse (siehe weiter unten ein Beispiel), die nicht unbedingt den Tatsachen entsprechen und oft sehr emotional beeinflusst sind. Das Ergebnis eines Prompts ist also stark durch die Emotionen des Suchenden bei der Eingabe beeinflusst.
Wenn Du eingibst: Anzahl durch Wölfe getöte Schafe in Italien mit DNA Untersuchung bestätigt.
Kommt das hier dabei heraus:
In Italien ist die Anzahl der durch Wölfe getöteten Schafe hoch, wobei DNA-Untersuchungen die Verursacher (Wolf vs. Hund) bestätigen. 2023 wurden 1.094 Nutztierrisse (Schafe/Ziegen) verzeichnet, ein Rückgang gegenüber 1.769 im Jahr 2022
Ein konkreter Vorfall im Dezember 2023 in Brescia betraf ein Dutzend Schafe/Ziegen. Einzelne Wölfe verursachen oft hohe Schäden, wie 22 Risse in einer Woche in Tirol durch einen italienischen Wolf.
DNA-Bestätigung: DNA-Analysen sind in Italien Standard, um Wolfsrisse von Hundefällen zu unterscheiden.
Bestand: Die alpine Teilpopulation des Wolfes (Norditalien/Alpen) wird auf 550 bis 700 Tiere geschätzt.
Schadensentwicklung: Trotz steigender Wolfszahlen sanken die offiziell bestätigten Nutztierverluste bei Schafen und Ziegen im Jahr 2023 im Vergleich zu 2022 deutlich.
Die bestätigten Risse erfolgen häufig auf Almen, wobei Wölfe aus dem norditalienischen Genpool auch in Nachbarländern (Österreich) aktiv sind.
Man muss bei KI eben höllisch aufpassen, dass man nicht findet, was man hören möchte, sondern das, was der Realität entspricht, wenn man das denn will. Genau wegen der Emotionen die kommuniziert werden.
Ein Beispiel:
Nordkurier heute morgen: Elf tote Schafe: Wölfe greifen Herde bei Bredenfelde an
DNA-Proben wurden genommen und es wurde sogar mit einer Drohne nach Schafen gesucht. Viele nahmen Anteil an dem Geschehen, die Schafe ....
Der Wolf wird hier als Täter festgelegt, obwohl im gleichen Satz klar ausgesagt wird, dass es noch keine DNA Untersuchung gibt. Darüber hinaus wird sofort emotionalisiert. Das ist die Quelle der Ablehnung des Wolfs obwohl die Fakten eben eine andere Sprache sprechen.
Trotzdem werden Schafe durch Wölfe gerissen, was zum einen Schaden anrichtet und zum anderen selbsverständlich Emotionen beim Besitzer der Schafe auslöst. Ich möchte die Schäden nur in einem realistischen Bezugsrahmen dargestellt sehen. Die etwa 1600 Wölfe in Deutschland töteten oder verletzen in der Saison 2022-2023 etwa 5500 der etwa 1,5 mio Schafe in Deutschland =0,36%. Im Vergleich dazu wurden im Jahr 2023 etwa 1 mio Lämmer und ~1,1 mio Schafe insgesamt geschlachtet (=73%). Leider gibt es keine guten Zahlen zu Schafverlusten durch Krankheiten. Zur schlimmsten Krankheit der Schafe, der Viruserkrankung Blauzungenkrankheit (BTV-3), gibt es aber Zahlen. 2023 sind über 15.000 Schafe daran gestorben (=~ 1%), das sind dreimal so viele Schafe, wie durch Wölfe. Geimpft wird kaum (zu teuer?).

und ja, die Aufregung in Italien wächst, obwohl der Wolf dort über Jahrzehnte vertreten ist ohne große Auffälligkeiten. Jetzt aber wird auch dort durch einseitige Berichterstattung Stimmung gemacht. Das betrifft vor allem die Zahlen, bei denen eine riesige Lücke zwischen den Zahlen, die wissenschaftlich bestätigt und denen, die bei entsprechendem Prompting herauskommen, klafft. Erstmal ist jeder Schafsriss ein Wolfsriss, bis nachgeforscht wird, was wirklich passiert ist, die Richtigstellung, falls mal eine erfolgt, liest dann aber keiner mehr. Mit einer anderen KI Suche kam die Zahl der von Wölfen im Jahr '24 in Italien getöteten Schafe auf 12.000. Wissenschaftlich bestätigt sind davon 1.769. Die Ursache dieser Diskrepanz ist aber nicht nur in den Emotionen zu suchen sondern auch in der Tatsache, dass Wolfsrisse bezahlt werden, die durch Hunde nur durch die Versicherung des Hundebesitzers. Dass sich kein Schafhirte angibt, dass es ein Hund war, wundert mich da nicht.
Wenn ein Katzenbesitzer seine Katzen rauslässt, so wie ich meine, kann es passieren, dass die Katze umkommt. Im Faden haben wir ein Beispiel mit einem Uhu. Die mit riesigem Abstand häufigste Todesursache für Katzenfreigänger ist aber der Mensch, zum einem im Auto aber auch durch pure boshafte Gewalt. Ich denke nicht, dass wir das Problem der verschwindenden Katzen lösen, indem wir alle Uhus erschießen. Ebenso wenig glaube ich, dass wir ein ernstes Problem der Schafhaltung lösen, wenn wir alle Wölfe erschießen, um 0,36% des Schafbestands zu retten.
Natürlich trägt der Halter die Verantwortung für das Wohlergehen seiner Haustiere! Wer denn bitte sonst?
Bei diesem Abschnitt behauptet ja nichtmal die KI, dass die Aussage der Wahrheit entspricht:
*Zudem gibt es vermehrt Berichte über Wölfe, die Haustiere (Hunde und Katzen) direkt in Wohngebieten oder an der Adriaküste angreifen.*
Ich denke die Hybridisierung ist ein separates Thema. Streng genommen gibt es hier keine Hybridisierung auf Artebene, denn unser Hund gehört der gleichen Spezies an (Canis lupus). Die Grenze zwischen Arten ist genau hier gezogen: können zwei Populationen bei einer Vermischung zeugungsfähige Nachkommen erzeugen oder nicht. Warum aber stellt die Hybridisierung ein Problem dar? Weil der Hund agressiver ist und eher Schafe reisst als ein Wolf? Weil durch die Mischung (z.B. erste Generation) nicht mehr klar ist, ob es ein Hund oder Wolf war und deshalb eine Entschädigung fragwürdig wird? Weil man dann Hunde statt Wölfe erschießt und damit die Hundebesitzer gegen sich aufbringt?
Befragt man eine KI nach dem Punkt DNA Analysen und Häufigkeit der Vorfälle bekommt man dieses Ergebnis:
Anzahl DNA Test bei getöteten Schafen in Deutschland Entwicklung 2000 bis heute
Die Anzahl der DNA-Tests bei getöteten Schafen in Deutschland ist seit dem Jahr 2000 im Einklang mit der Rückkehr und Ausbreitung des Wolfes
massiv angestiegen. Während zu Beginn des Jahrtausends kaum Untersuchungen stattfanden, wurden 2024 bereits rund 1.100 Übergriffe verzeichnet, bei denen in der Regel standardmäßig DNA-Proben zur Identifizierung des Verursachers entnommen werden.
Markante Entwicklungsstufen der DNA-Analytik
2000 – 2005 (Anfangsphase): Nach der ersten Wolfssichtung im Jahr 2000 gab es nur vereinzelte Risse und kaum eine etablierte Infrastruktur für DNA-Tests bei Nutztieren. Im Jahr 2006 lag die Zahl der betroffenen Tiere bundesweit noch bei lediglich 40.
2006 – 2015 (Wachstumsphase): Mit der Etablierung des bundesweiten Monitorings (DBBW) und der Beauftragung des Senckenberg-Instituts als nationales Referenzzentrum stieg die Anzahl der Probenahmen bei Verdachtsfällen deutlich an.
2016 – 2024 (Hochphase): Die Zahl der durch Wölfe getöteten oder verletzten Weidetiere (zu 91,1 % Schafe und Ziegen) stieg von minimalen Werten auf rund 4.300 Tiere im Jahr 2024. Da DNA-Analysen die Basis für staatliche Ausgleichszahlungen bilden, korreliert die Testanzahl direkt mit diesen Schadenszahlen.
Aktueller Stand (2025/2026): Die DNA-Analyse bleibt das zentrale Instrument, um zwischen Wolfsrissen und Angriffen durch Hunde oder Hybride zu unterscheiden.
Statistische Trends (Stand 2024/2026)
Jahr Getötete/Verletzte Tiere Anteil Schafe/Ziegen Relevanz der DNA-Tests
2006 ca. 40 Hoch Einzelfallprüfung
2022 1.769 (Risse) Hoch Standardverfahren
2023 1.094 (Risse) Hoch Rückgang der Risszahlen
2024 ca. 4.300 91,1 % Massive Zunahme der Proben
Trotz der hohen Zahl an Rissen gab es 2023 zeitweise einen Rückgang der gemeldeten Vorfälle, was auf verbesserten Herdenschutz zurückgeführt wird. Die DNA-Analytik wird 2026 weiterhin verfeinert, um auch einzelne Individuen („Problemwölfe“) schneller identifizieren zu können.
Auffallend ist hierbei, dass die Wölfe zwar mehr werden, die nachgewiesenen Risse durch Wölfe jedoch sinken. Verbesserungen in der HAltung mögen hier ein Grund sein, ein zweiter könnte aber auch sein, dass die Risse durch Hunde nicht mehr in die Statistiken einfliessen. Die Zahlen der Risse sinkt übrigens auch in Deutschland, nicht aber die Emotionen.
Lieber Hans, ich halte Dich in diesem speziellen Fall für emotional kompromittiert. Bitte sei nicht verärgert über meine Ansichten und diese Aussage. Die Wahrheit liegt vermutlich irgendwo zwischen unseren Ansichten. Mir geht es vor allem darum, immer wieder zu versuchen die Fakten im Mittelpunkt zu halten. Unser Diskurs hier macht mir Mut auch kontroverse Themen klar anzusprechen, denn wir haben auf Augenhöhe und ohne persönliche Angriffe diskutiert. Ein wenig Sarkasmus und Ironie bei einem stark polarisierten Thema ist auf jeden Fall erlaubt. Danke für die respektvolle Art, wie Du meine Argumente angegangen bist. Ich hoffe, dass solche Diskussionen hier im Forum öfter vorkommen, das ist doch der Zweck eines Austauschs, nicht nur die Suche nach Zustimmung.
Viele Grüße
Arne
voraussichtlich werden wir uns hier nicht einig, daher wird das auch mein letzter Kommentar zum Thema sein. Ich möchte trotzdem Bezug zu Deinen letzten Aussagen nehmen und dabei die Emotionalität nochmal herausarbeiten.
Duden: Pferch = von Hürden, Bretterzäunen eingeschlossene Fläche, auf der das Vieh (besonders Schafe) für die Nacht zusammengetrieben wird.
Demzufolge ist meine Bezeichnung 100% korrekt, deckt sich aber nicht mit der emotionalen Interpretation des Begriffs. Ich habe nicht davon geschrieben, dass es für die Schafe zu eng ist. Wenn aber ein Hund oder ein Wolf in den Pferch eindringt, geraten die Schafe in Panik und können nicht flüchten. Das ist der Grund aus dem oft mehrere Schafe auf einmal getötet werden. Da man früher die Schafe nicht eingepfercht hat, sondern der Schäfer mit Schutzhunden und Hütehunden bei den Tieren war, wurde meist nur ein Schaf gerissen. Durchschnittlich werden heute pro Angriff etwa 4 Schafe getötet, was den Hinweis auf die Einpferchung nochmal hervorhebt. Ja, der Halter trägt ein gewisses Maß an Verantwortung für die Folgen der Haltungsweise. Der Wolf nicht.
Demzufolge wusste man früher, wie man die Folgen gering hält und verzichtet heute, wie Du geschrieben hast, aus wirtschaftlichen Gründen darauf. Das ist normal so?? Doch nur nach der Norm, die seit der Ausrottung des Wolfs in Deutschland gilt. Die Jahrtausende an Erfahrung zuvor werden ignoriert. Hmmm, wem sonst ausser dem Halter soll man denn da die Verantwortung zuschreiben?
Ja es gibt 10 Millionen Hunde in Deutschland. Die entscheidende Sache ist aber nicht die Anzahl der Hunde, sondern die Anzahl der Hunde, die Schafe reissen können. Wieviele können raus um Schafe zu reissen, wieviele haben die Größe um das zu tun und wie viele haben die agressiven Tendenzen. Die Gesamtzahl der Hunde ist bedeutungslos.
KIs haben ein grundlegendes Problem: korrektes Prompting. Hier haben wir ein klassisches Beispiel. Dein Prompt sucht gezielt nach Problemen mit dem Wolf also zeigt die KI das an, was Du hören möchtest, nicht das was den Tatsachen entspricht. Durch das Wort "Problem" durchsucht die KI überwiegend Seiten, die auf Probleme fokussieren, das sind z.B. Seiten der Presse (siehe weiter unten ein Beispiel), die nicht unbedingt den Tatsachen entsprechen und oft sehr emotional beeinflusst sind. Das Ergebnis eines Prompts ist also stark durch die Emotionen des Suchenden bei der Eingabe beeinflusst.
Wenn Du eingibst: Anzahl durch Wölfe getöte Schafe in Italien mit DNA Untersuchung bestätigt.
Kommt das hier dabei heraus:
In Italien ist die Anzahl der durch Wölfe getöteten Schafe hoch, wobei DNA-Untersuchungen die Verursacher (Wolf vs. Hund) bestätigen. 2023 wurden 1.094 Nutztierrisse (Schafe/Ziegen) verzeichnet, ein Rückgang gegenüber 1.769 im Jahr 2022
Ein konkreter Vorfall im Dezember 2023 in Brescia betraf ein Dutzend Schafe/Ziegen. Einzelne Wölfe verursachen oft hohe Schäden, wie 22 Risse in einer Woche in Tirol durch einen italienischen Wolf.
DNA-Bestätigung: DNA-Analysen sind in Italien Standard, um Wolfsrisse von Hundefällen zu unterscheiden.
Bestand: Die alpine Teilpopulation des Wolfes (Norditalien/Alpen) wird auf 550 bis 700 Tiere geschätzt.
Schadensentwicklung: Trotz steigender Wolfszahlen sanken die offiziell bestätigten Nutztierverluste bei Schafen und Ziegen im Jahr 2023 im Vergleich zu 2022 deutlich.
Die bestätigten Risse erfolgen häufig auf Almen, wobei Wölfe aus dem norditalienischen Genpool auch in Nachbarländern (Österreich) aktiv sind.
Man muss bei KI eben höllisch aufpassen, dass man nicht findet, was man hören möchte, sondern das, was der Realität entspricht, wenn man das denn will. Genau wegen der Emotionen die kommuniziert werden.
Ein Beispiel:
Nordkurier heute morgen: Elf tote Schafe: Wölfe greifen Herde bei Bredenfelde an
DNA-Proben wurden genommen und es wurde sogar mit einer Drohne nach Schafen gesucht. Viele nahmen Anteil an dem Geschehen, die Schafe ....
Der Wolf wird hier als Täter festgelegt, obwohl im gleichen Satz klar ausgesagt wird, dass es noch keine DNA Untersuchung gibt. Darüber hinaus wird sofort emotionalisiert. Das ist die Quelle der Ablehnung des Wolfs obwohl die Fakten eben eine andere Sprache sprechen.
Trotzdem werden Schafe durch Wölfe gerissen, was zum einen Schaden anrichtet und zum anderen selbsverständlich Emotionen beim Besitzer der Schafe auslöst. Ich möchte die Schäden nur in einem realistischen Bezugsrahmen dargestellt sehen. Die etwa 1600 Wölfe in Deutschland töteten oder verletzen in der Saison 2022-2023 etwa 5500 der etwa 1,5 mio Schafe in Deutschland =0,36%. Im Vergleich dazu wurden im Jahr 2023 etwa 1 mio Lämmer und ~1,1 mio Schafe insgesamt geschlachtet (=73%). Leider gibt es keine guten Zahlen zu Schafverlusten durch Krankheiten. Zur schlimmsten Krankheit der Schafe, der Viruserkrankung Blauzungenkrankheit (BTV-3), gibt es aber Zahlen. 2023 sind über 15.000 Schafe daran gestorben (=~ 1%), das sind dreimal so viele Schafe, wie durch Wölfe. Geimpft wird kaum (zu teuer?).

und ja, die Aufregung in Italien wächst, obwohl der Wolf dort über Jahrzehnte vertreten ist ohne große Auffälligkeiten. Jetzt aber wird auch dort durch einseitige Berichterstattung Stimmung gemacht. Das betrifft vor allem die Zahlen, bei denen eine riesige Lücke zwischen den Zahlen, die wissenschaftlich bestätigt und denen, die bei entsprechendem Prompting herauskommen, klafft. Erstmal ist jeder Schafsriss ein Wolfsriss, bis nachgeforscht wird, was wirklich passiert ist, die Richtigstellung, falls mal eine erfolgt, liest dann aber keiner mehr. Mit einer anderen KI Suche kam die Zahl der von Wölfen im Jahr '24 in Italien getöteten Schafe auf 12.000. Wissenschaftlich bestätigt sind davon 1.769. Die Ursache dieser Diskrepanz ist aber nicht nur in den Emotionen zu suchen sondern auch in der Tatsache, dass Wolfsrisse bezahlt werden, die durch Hunde nur durch die Versicherung des Hundebesitzers. Dass sich kein Schafhirte angibt, dass es ein Hund war, wundert mich da nicht.
Wenn ein Katzenbesitzer seine Katzen rauslässt, so wie ich meine, kann es passieren, dass die Katze umkommt. Im Faden haben wir ein Beispiel mit einem Uhu. Die mit riesigem Abstand häufigste Todesursache für Katzenfreigänger ist aber der Mensch, zum einem im Auto aber auch durch pure boshafte Gewalt. Ich denke nicht, dass wir das Problem der verschwindenden Katzen lösen, indem wir alle Uhus erschießen. Ebenso wenig glaube ich, dass wir ein ernstes Problem der Schafhaltung lösen, wenn wir alle Wölfe erschießen, um 0,36% des Schafbestands zu retten.
Natürlich trägt der Halter die Verantwortung für das Wohlergehen seiner Haustiere! Wer denn bitte sonst?
Bei diesem Abschnitt behauptet ja nichtmal die KI, dass die Aussage der Wahrheit entspricht:
*Zudem gibt es vermehrt Berichte über Wölfe, die Haustiere (Hunde und Katzen) direkt in Wohngebieten oder an der Adriaküste angreifen.*
Ich denke die Hybridisierung ist ein separates Thema. Streng genommen gibt es hier keine Hybridisierung auf Artebene, denn unser Hund gehört der gleichen Spezies an (Canis lupus). Die Grenze zwischen Arten ist genau hier gezogen: können zwei Populationen bei einer Vermischung zeugungsfähige Nachkommen erzeugen oder nicht. Warum aber stellt die Hybridisierung ein Problem dar? Weil der Hund agressiver ist und eher Schafe reisst als ein Wolf? Weil durch die Mischung (z.B. erste Generation) nicht mehr klar ist, ob es ein Hund oder Wolf war und deshalb eine Entschädigung fragwürdig wird? Weil man dann Hunde statt Wölfe erschießt und damit die Hundebesitzer gegen sich aufbringt?
Befragt man eine KI nach dem Punkt DNA Analysen und Häufigkeit der Vorfälle bekommt man dieses Ergebnis:
Anzahl DNA Test bei getöteten Schafen in Deutschland Entwicklung 2000 bis heute
Die Anzahl der DNA-Tests bei getöteten Schafen in Deutschland ist seit dem Jahr 2000 im Einklang mit der Rückkehr und Ausbreitung des Wolfes
massiv angestiegen. Während zu Beginn des Jahrtausends kaum Untersuchungen stattfanden, wurden 2024 bereits rund 1.100 Übergriffe verzeichnet, bei denen in der Regel standardmäßig DNA-Proben zur Identifizierung des Verursachers entnommen werden.
Markante Entwicklungsstufen der DNA-Analytik
2000 – 2005 (Anfangsphase): Nach der ersten Wolfssichtung im Jahr 2000 gab es nur vereinzelte Risse und kaum eine etablierte Infrastruktur für DNA-Tests bei Nutztieren. Im Jahr 2006 lag die Zahl der betroffenen Tiere bundesweit noch bei lediglich 40.
2006 – 2015 (Wachstumsphase): Mit der Etablierung des bundesweiten Monitorings (DBBW) und der Beauftragung des Senckenberg-Instituts als nationales Referenzzentrum stieg die Anzahl der Probenahmen bei Verdachtsfällen deutlich an.
2016 – 2024 (Hochphase): Die Zahl der durch Wölfe getöteten oder verletzten Weidetiere (zu 91,1 % Schafe und Ziegen) stieg von minimalen Werten auf rund 4.300 Tiere im Jahr 2024. Da DNA-Analysen die Basis für staatliche Ausgleichszahlungen bilden, korreliert die Testanzahl direkt mit diesen Schadenszahlen.
Aktueller Stand (2025/2026): Die DNA-Analyse bleibt das zentrale Instrument, um zwischen Wolfsrissen und Angriffen durch Hunde oder Hybride zu unterscheiden.
Statistische Trends (Stand 2024/2026)
Jahr Getötete/Verletzte Tiere Anteil Schafe/Ziegen Relevanz der DNA-Tests
2006 ca. 40 Hoch Einzelfallprüfung
2022 1.769 (Risse) Hoch Standardverfahren
2023 1.094 (Risse) Hoch Rückgang der Risszahlen
2024 ca. 4.300 91,1 % Massive Zunahme der Proben
Trotz der hohen Zahl an Rissen gab es 2023 zeitweise einen Rückgang der gemeldeten Vorfälle, was auf verbesserten Herdenschutz zurückgeführt wird. Die DNA-Analytik wird 2026 weiterhin verfeinert, um auch einzelne Individuen („Problemwölfe“) schneller identifizieren zu können.
Auffallend ist hierbei, dass die Wölfe zwar mehr werden, die nachgewiesenen Risse durch Wölfe jedoch sinken. Verbesserungen in der HAltung mögen hier ein Grund sein, ein zweiter könnte aber auch sein, dass die Risse durch Hunde nicht mehr in die Statistiken einfliessen. Die Zahlen der Risse sinkt übrigens auch in Deutschland, nicht aber die Emotionen.
Lieber Hans, ich halte Dich in diesem speziellen Fall für emotional kompromittiert. Bitte sei nicht verärgert über meine Ansichten und diese Aussage. Die Wahrheit liegt vermutlich irgendwo zwischen unseren Ansichten. Mir geht es vor allem darum, immer wieder zu versuchen die Fakten im Mittelpunkt zu halten. Unser Diskurs hier macht mir Mut auch kontroverse Themen klar anzusprechen, denn wir haben auf Augenhöhe und ohne persönliche Angriffe diskutiert. Ein wenig Sarkasmus und Ironie bei einem stark polarisierten Thema ist auf jeden Fall erlaubt. Danke für die respektvolle Art, wie Du meine Argumente angegangen bist. Ich hoffe, dass solche Diskussionen hier im Forum öfter vorkommen, das ist doch der Zweck eines Austauschs, nicht nur die Suche nach Zustimmung.
Viele Grüße
Arne






