Trockenanzug

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DerRhöner
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Trockenanzug

Ungelesener Beitrag von DerRhöner »

Hallo Torsten
Hallo allerseits

Im andern Thread zum Thema Simms kam das Thema Trockenanzug auf. Auf die Idee kam ich noch nicht. Das ist aber auch so gar nicht mein Sport, ich bin gespannt auf die Expertise derer, die sich damit auskennen.

Nun ist das vielleicht für unsere Zunft im Allgemeinen überdimensioniert. Ich glaube ich schätze schon noch, dass ich oberhalb der Brust normalen Stoff tragen und nach oben auslüften kann. Aber für bestimmte Fälle - Dein Belly-Boot-Beispiel klingt schlüssig - wäre das vielleicht eine überlegung.

Ich hab mir die Seiten mal angeschaut und bin auch vom Preis überrascht. In der Spitze gut 700 Euro für den ganzen Körper, mit wasserdichten Zippern, Armen etc. Also sagen wir mal rund 50% mehr Aufwand als bei einer Wathose mit Zipper, ich würde mal sagen Analog zu einer Simms G4Z. Kostet aber für mehr Leistung nur das halbe Geld... wie machen die das? Kann die mal einer überreden, Wathosen zu machen? Ich glaub ich würde bei denen eine kaufen... Oder kann mir jemand sagen, wo der Haken wäre, was machen die anders das für Wathosen ungeeignet wäre?

Gruss
Christian
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Hans.
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Re: Trockenanzug

Ungelesener Beitrag von Hans. »

Vielleicht ist der Haken der, dass sie es unterlassen haben, ihr Kunden über Jahre an hohe Preise heranzufüttern.... :mrgreen:
Gruß
Hans
Man muss nicht alles mitmachen...
Trockenfliege
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Re: Trockenanzug

Ungelesener Beitrag von Trockenfliege »

Aus jedem Trockenanzug lässt sich doch eine Wathose schneidern: Auf entsprechender Höhe abschneiden ( wen es eventuelle Reißverschlüsse zulassen), säumen und paar Hosenträger drannähen oder abnehmbare dranmachen.
Wie dicht halten Trockenanzüge unter dauerhaftem Wasserdruck von 1m Wassersäule? Müssen Wathosen robuster abgedichtet sein als Trockenanzüge?
Gibt es bei den Trockenanzügen Unterschiede zwischen solchen fürs Segeln zB. und welchen fürs Canyoning bez. Dichtigkeitsansprüchen?
Oder sind die alle gelich?

LG
Reinhard
Fliifi-Sepp
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Re: Trockenanzug

Ungelesener Beitrag von Fliifi-Sepp »

Die angegebenen Werte bezüglich der Wassersäule sollten sich eigentlich auf den Druck von Wasser beziehen. Also 1.000 mm Wassersäule sollten dem Druck entsprechen, das 1 m Wasser darauf ausübt. 30.000 mm würden also dem Druck 30 Meter Wasser entsprechen, das darauf lasten darf.
Allerdings gibt es da keine einheitlichen Normen, auf die sich diese Werte beziehen. Wenn die Wassersäule der Membran angegeben ist, dann bezieht sich das halt nur auf die Membran, aber eben nicht auf das "gesamte System Wathose" mit Nähten.
Insofern kann ein Trockenanzug vielleicht genau so gut sein, wie eine Wathose, muss er aber nicht.

Da ich auch Taucher bin, kann ich da in gewisser Weise etwas mitreden. Da gibt es die Trocktauchanzüge, die selbst bei Wassertiefen von 50 Metern und mehr noch wasserdicht sind und das für eine längere Tachzeit. Da ist das auch leicht zu testen:
Wenn in einer Tauchtiefe von 30 Metern Wasser hinein kommt, dann ist der Anzug Schrott.
Die Trockentauchanzüge gibt es auch aus atmungaktivem Material.
Die guten davon kosten um die 1.400,- €, sind aber eine ganz andere Liga, als eine Wathose, die 1.400,- € kostet. Neben dem Ganzkörperanzug selber hat ein Trockentauchanzug noch Dichtmanschetten bei den Händen und am Hals, einen großen Einstiegszipper, sowie ein Einlass- und ein Auslassventil, die alle auch in wirklich großen Wassertiefen noch lange dicht sein müssen. Der Aufwand an Material- und Verarbeitungsqualität ist also ungleich höher, als bei Wathosen.
Der beste Ansatz wäre also ein Trockentauchanzug nur bis zur Brust, ohne alles Weitere wie Dichtmanschetten und Ventilen.
In gleichen Stückzahlen gefertigt, wie Wathosen, könnte so eine Qualität geschätzt wahrscheinlich sogar für unter 500,- € Endkundenpreis angeboten werden.

Aber sehr guter Input von Christian, danke! Bei mir in der Nähe gibt es sogar eine Firma, die atmungsaktive Trockentauchanzüge nach Maß anbietet. Zu 100% in der EU gefertigt. Ein nach Maß angefertigter ganzer Anzug kostet da, wie oben beschrieben, ca. 1.800,-- €. Vielleicht machen die ja auch mal Wathosen nach Maß? Fragen kostet ja nichts.

LG Sepp
Norman506
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Re: Trockenanzug

Ungelesener Beitrag von Norman506 »

Hallo,

ich denke das Hauptproblem wird bei einem Trockenanzug oder auch einer Hose z.b. aus dem Kajak Bereich, das die Füllungen eben nicht für eine längere Wanderung ausgelegt werde. Die Wathosen haben ja meistens Neoprenfüßlinge die eben haltbarer als der andere Stoff.

Tl

Norman
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TorstenHtr
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Re: Trockenanzug

Ungelesener Beitrag von TorstenHtr »

Hi Christian,
DerRhöner hat geschrieben: 10.02.2026, 10:20 Nun ist das vielleicht für unsere Zunft im Allgemeinen überdimensioniert. Ich glaube ich schätze schon noch, dass ich oberhalb der Brust normalen Stoff tragen und nach oben auslüften kann. Aber für bestimmte Fälle - Dein Belly-Boot-Beispiel klingt schlüssig - wäre das vielleicht eine überlegung.
Das entsprechende Modell von OneDesign ist das hier, https://onedesign.de/products/onedesign ... rid-strong
Überlegt habe ich mir das schon. Mit dem Bellyboat gibt es das Problem, dass die Nähte im Beinbereich besonders belastet sind durch das ständige Strampeln. Ich behelfe mir momentan mit einer günstigen Neopren, wo ich die Nähte noch mit Sikaflex verstärkt habe.
Ich hab mir die Seiten mal angeschaut und bin auch vom Preis überrascht. In der Spitze gut 700 Euro für den ganzen Körper, mit wasserdichten Zippern, Armen etc. Also sagen wir mal rund 50% mehr Aufwand als bei einer Wathose mit Zipper, ich würde mal sagen Analog zu einer Simms G4Z. Kostet aber für mehr Leistung nur das halbe Geld... wie machen die das?
Ist ein anderer Markt. Ich habe gelernt, der Preis ist abhängig davon, was der Kunde bereit ist zu zahlen (also weniger die Fertigungskosten). Und die Zielgruppe von Simms sind zahlungskräftige amerikanische Fliegenfischer.
Kann die mal einer überreden, Wathosen zu machen? Ich glaub ich würde bei denen eine kaufen... Oder kann mir jemand sagen, wo der Haken wäre, was machen die anders das für Wathosen ungeeignet wäre?
Könnte ich mir schon vorstellen, wenn man danach sucht, also Trockenanzug oder Trockenhose findet man eine ganze Menge Angebote. Der Haken könnten die Füßlinge sein, bei der obigen Marke aus Latex, evtl. geht es trotzdem oder man zieht eine Neoprensocke drüber.

Ich glaube das Video habe ich schon mal geteilt,
Fishing Waders are a Ripoff
https://www.youtube.com/watch?v=7aiP1u4RG9Q&t=160s

Viele Grüße,
Torsten
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DerRhöner
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Re: Trockenanzug

Ungelesener Beitrag von DerRhöner »

Hallo Torsten

Da hast Du natürlich Recht, solange die Kundschaft bereit ist einen Preis zu zahlen, der meilenweit von der Kostenrechnung entfernt liegt, kann man das so anbieten und müsste sich dabei eine goldene Nase verdienen. Die Tatsache dass aber so getan wird, als ob man sparen muss, wirkt dann seltsam. Aber ja, Deine Feststellung ist mal wieder ein guter Beweis dafür, dass "Die Marktwirtschaft regelt das" eher ein wirtschaftswissenschaftliches Wunschdenken ist die Praxis. Wenn das stimmen würde, würden sich die Wettbewerber ja gegenseitig auf einen Preis drücken, von dem man gerade noch so leben kann...

Deshalb versuche ich zunehmend abseits unserer Fachhandels zu denken, wo es ähnliche Lösungen in einer andern Branche gibt. Mein Lieblingsbeispiel sind Eisschrauben für Winterreifen (wie im hohen Norden üblich) als Stollen in den Watschuhen. Kosten 10% vom FliFi-Produkt. Aber sowas findet sich halt leider nicht immer...

Gruss

Christian
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Da Beppe
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Re: Trockenanzug

Ungelesener Beitrag von Da Beppe »

Servus Christian,

ich hab mir mal vor längerer Zeit einen Maßanzug von One-Design Sport Mohr schneidern lassen.

Bei mir war der Einsatzschwerpunkt die Kajakangelei und zusätzlich in Norwegen aufm Meer.

Dadurch habe ich Latexfüßlinge und auch eine Latexhalsmanschette gewählt.

Zur Verwendung als Wathose oder dann eben Watanzug wären sicher Neoprenfüßlinge die bessere, weil langlebigere Wahl.

Als Halskrause gab es damals wenn ich recht erinnere alternativ zu Latex auch Neopren.

Der Clou an der Sache war allerdings daß die Maßanfertigung nicht so extrem viel mehr gekostet hat und ich dafür ein perfekt sitzendes Kleidungsstück erhielt, daß genügend Bewegungsfreiheit geboten hat und auch für die notwendigen Layer darunter perfekt Raum ließ. Zudem sieht ein angepaßter Anzug schon sehr gut aus, wenn man keine Standardfigur hat.

Schönes Wochenende
Sepp
. . . so vui schee, unser boarisch Hoamadl . . .
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