Kopenhagen - ein kniffliges Problem

Ihr sucht ein Plätzchen, wo es sich gut Fliegenfischen läßt? Oder habt Ihr im Urlaub besonders gute oder schlechte Erfahrungen gemacht und möchtet diese weitergeben? Inklusive Salzwasser- (Süden-) Fliegenfischen.

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Salmo.trutta
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Kopenhagen - ein kniffliges Problem

Beitrag von Salmo.trutta »

Liebe Gemeinde,

ich habe folgendes "Problem" ich bin ab 17. und bis 20.6. in Dänemark mit Startpunkt Kopenhagen. So wie ich es sehe habe ich grundsätzlich zwei Möglichkeiten:

1. in den Zug steigen 2,5h rauf nach Falkenberg und im Ätran auf Lachs fischen. Hab ich vor zwei Jahren schon gemacht und war sogar erfolgreich (siehe hier im Forum).
2. Auto mieten und zB runter nach Mön an die Küste und Meerforellen fischen - damit hab ich aber 0 Erfahrung

Falls jemand noch andere ähnlich gute oder bessere Ideen hat - bitte gerne.

Ansonsten wäre mir klar, wenn es laut Wetterbericht Chancen auf etwas Regen gibt macht der Trip nach Schweden mehr Sinn, wenn nicht dann kann ich auch an die Küste fahren und dort speziell in den Abend-, Nacht- und Morgenstunden mein Glück versuchen. Hättet Ihr noch andere Ideen wie ich hier zu einer Entscheidung kommen kann? Wie lange kann ich mit der Entscheidung warten?

Welche Fliegen und Ausrüstung soll ich mir für die Küstenfischerei bereitstellen? Reicht mir eine handvoll Fliegen?

Danke Euch im Voraus!
Tobias
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Lutz/H
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Re: Kopenhagen - ein kniffliges Problem

Beitrag von Lutz/H »

Guten Morgen,
Es gibt auch auf Seeland eine Reihe guter Küstenplätze.
Ich war vor 2 bis 3 Jahren mal in Westseeland und habe auf Roesnaes gefischt, das ist die westlichste Spitze von Seeland, ca. 1. Autostunde von Kopenhagen entfernt. Roesnaes gilt als Der Sommerplatz für Meerforellen da dort immer Strömung ist, die Tide ist merklich und drückt das Wasser durch den großen Belt. Kann natürlich windanfällig sein, Auto zwingend erforderlich, wie immer sn der Küste muss man sich Plätze erarbeiten, nur mal kurz anfahren und fangen klappt selten.
Hoffe geholfen zu haben
Gruß Lutz

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Re: Kopenhagen - ein kniffliges Problem

Beitrag von Salmo.trutta »

Danke Lutz!

Das ist ja zumindest mal ein Hinweis und eine weitere Option. Da ich von der Küsternangelei aber nichts verstehe bräuchte ich da zumindest ein Basics:

- Lohnt es sich im Juni überhaupt? Oderr soll ich auch wenn nicht viel Regen angesagt ist besser nach Schweden zu den Lachsen fahren?
- Was brauche ich an Ausrüstung? 9' 7# und 10' 6# reichen? Nur Schwimmschnur? Besser auch intermediate? Muss es eine extra Küstenschnur sein mit der ich noch drei Meter weiter werfen kann?
- Fische ich eine oder zwei Fliegen?
- Welche Muster in welcher Größe sollte ich mir mindestens zuelgen?
- Reicht mein Mini-C& F Schnurkorb oder muss es ein Katzenklo sein?
- Kann ich realistisch auf eigene Faust losziehen oder bin ich ohne Guide chancenlos?
- Hab ich etwas vergessen?

Das ich für die Küste ein Mietauto brauche ist mir klar.

Danke, Tobias
ullsok63
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Re: Kopenhagen - ein kniffliges Problem

Beitrag von ullsok63 »

Hallo, Tobias,
in irgendeiner englischen Angelzeitschrift habe ich mal einen Artikel über die Fliege „Kobberbassen“ gelesen.
Darin war die Rede, dass sie damit in Kopenhagen in der Nähe eines Recyclingbetriebes am Flughafen gefischt haben und zwar erfolgreich. Zu Jahreszeit kann ich allerdings nichts sagen, vielleicht hilft das trotzdem irgendwie. :wink:
TL Uwe
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Achim Stahl
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Re: Kopenhagen - ein kniffliges Problem

Beitrag von Achim Stahl »

Moin,
Salmo.trutta hat geschrieben: 05.06.2026, 17:01
- Lohnt es sich im Juni überhaupt? Oderr soll ich auch wenn nicht viel Regen angesagt ist besser nach Schweden zu den Lachsen fahren?
- Was brauche ich an Ausrüstung? 9' 7# und 10' 6# reichen? Nur Schwimmschnur? Besser auch intermediate? Muss es eine extra Küstenschnur sein mit der ich noch drei Meter weiter werfen kann?
- Fische ich eine oder zwei Fliegen?
- Welche Muster in welcher Größe sollte ich mir mindestens zuelgen?
- Reicht mein Mini-C& F Schnurkorb oder muss es ein Katzenklo sein?
- Kann ich realistisch auf eigene Faust losziehen oder bin ich ohne Guide chancenlos?
- Hab ich etwas vergessen?
- Es kann sich im Juni definitiv lohnen. Die Sommerfischerei an der offenen Küste ist dann oft sehr gut. Und wenn es regnet erst recht.
- mit einer 9' #6 bist du gut beraten. Schwimmschnur reicht im Sommer. Aber eine passende Küstenschnur macht Distanzwürfe mit mittelgroßen Streamer sehr viel einfacher und müheloser als eine Allroundschnur
- Ich empfehle eine Fliege. Das sorgt für weniger Tüdel im Vorfach, und fängt genau so gut.
- X-Ray-Shrimps in dezenten Farben oder ein anderes natürlich aussehendes Shrimpmuster in #6 bis 8 und Gurgler für die Nachtfischerei. Das reicht.
-Das Katzenklo ist schon besser.
- Du kannst dir die Fishing-in-Denmark App herunterladen, in den Angelläden fragen und mit Mitanglern reden. Ein vernünftiger ortskundiger Guide hilft natürlich auch sehr.
- Irgendwas hast du bestimmt vergessen. Fällt mir aber auch nicht ein. :wink:

Viele Grüße!

Achim
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Salmo.trutta
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Re: Kopenhagen - ein kniffliges Problem

Beitrag von Salmo.trutta »

Danke Achim, dass ist genau die Art von Information die ich brauche.
Ich war ehrlich gesagt schon kurz davor die Meerforellen aus meiner Planung zu streichen, aber jetzt sind sie wieder zurück!
Wie gesagt muss ich mich zwischen den beiden Möglichkeiten entscheiden - dazu folgende Frage:

Wenn ich an der Küste mit wenig (oder sehr viel) Wind zu rechnen habe, dann ist die Küste eher nicht die gute Option oder? Ab wann würdet Ihr sagen, dass es zu wenig oder zu viel ist?

Die App habe ich natürlich schon seit Wochen ;-)

Bei den Fliegen hilft mir Dein Tipp sehr Achim. Ich hätte auch ein paar Wooly Bugger in verschiedenen Farben eingepackt. Ich dacht zudem das ein Sandaalmuster ein Must-Have ist im Sommer - aber wenn ich mir das sparen kann soll es mir recht sein.

LG Tobias
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Achim Stahl
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Re: Kopenhagen - ein kniffliges Problem

Beitrag von Achim Stahl »

Hallo Tobias,
Salmo.trutta hat geschrieben: 06.06.2026, 21:38 Wenn ich an der Küste mit wenig (oder sehr viel) Wind zu rechnen habe, dann ist die Küste eher nicht die gute Option oder? Ab wann würdet Ihr sagen, dass es zu wenig oder zu viel ist?
Es ist nie zu wenig und fast nie zu viel.

Bei absoluter Windstille kommt es natürlich extrem darauf an, keine Unruhe ins Wasser zu bringen und die Fliege sanft mit gestrecktem Vorfach abzulegen. Maximaldistanzen sind total überbewertet, saubere Präsentation ist der Schlüssel. Besonders beim ersten Tageslicht kannst du bei Windstille oft Fische im flachen Uferbereich buckeln sehen und auf Sicht anfischen. Das ist so spannend wie Trockenfliegenfischen. Abends sind die Chancen ebenfals gut.
Im Sommer ist es grundsätzlich sinnvoll, mit ablandigem Wind zu fischen, um zu warmes Oberflächenwasser und loses Aalgras an der Oberfläche zu vermeiden, und dann ist es auch kein Problem, bei starkem Wind zu werfen. Stellen an der offenen Küste ohne vorgelagerte Sandbank und mit möglichst gutem Wasseraustauch mit Wind von links hinten (bei Rechtshändern) sind dann optimal.
- Hab ich etwas vergessen?
Verwende lange Vorfächer mit 28er FC als Spitze! Ich mach es jetzt mal einfach, damit du nicht lange rumsuchen musst: Stroft Fliegenvorfach #31 (12', 0,32 mm). Da schneidest du 50 cm vom Spitzenbereich ab und knotest dann 1 m 28er Stroft FC1 an.

Nimm für die Nachtfischerei eine Stirnlampe mit!

Falls du deine Fliegen nicht selbst bindest, kaufe dir keine bunten Fancy Fusseln bei irgendwelchen Binnenländer-Onlineshops. Am besten gehst du vor Ort in einen vernünftigen Angelladen.

Viele Grüße und tight lines!

Achim
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Re: Kopenhagen - ein kniffliges Problem

Beitrag von fliegenfeger »

Hallo Tobias,

ich würde mich eher für die Küste entscheiden, denn die Lachsfischerei ist zur Zeit wegen den hohen Wassertemperaturen nicht so toll. Ich war an der Mörrum für eine Woche und die Wassertemperatur stieg jeden Tag und betrug zuletzt fast 20°C. Es gab keinen Aufstieg und die Fischerei war entsprechend "erfolgreich".
Auf Seeland hast tolle Plätze zum Meerforellenfischen und eigentlich musst du keine große Strecken zurücklegen. Stevns Klint ist schnell zu erreichen und auch die Nordküste (z.B. östlich von Hornbaek) bietet schöne Plätze. Ich selbst fische schon etliche Jahre in Nordwest Seeland, aber das sind von Kopenhagen ein Stunde Autofahrt (ca. 100km).
Zur Taktik: Lass dich von der großen Wasserfläche nicht entmutigen, es gibt Fische und nach dem ersten Ruck in der Leine gewinnt die Zuversicht. Suche nach markanten Stellen z.B. Spitzen in der Küstenlinie oder Steinansammlungen die als Riffe unter Wasser weiterlaufen. Dort kannst du auch mal länger an einem Platz bleiben , da die Fische irgendwann vorbei kommen. Hierbei solltest du auch die Tidentabelle beachten, da die Strömungsverhältnisse oft entscheidend sind. Bei Plätzen mit gleichbleibender Küstenlinie solltest du Strecke machen und nach 2-3 Würfen einige Meter weiter gehen.
Zu Rute und Schnur hat dir Achim ja schon die richtigen Tipps gegeben. Bei klarem Wasser und Sonne Fliegen ohne Bling Bling, wenn das Wasser eingetrübt ist kann auch Farbe ins Spiel kommen. Mit einem schwarzen Wooly Bugger machst du nix falsch und bist im Spiel :-D

Grüße
Armin
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