Hallo,
wieder einmal gibt es traurige Nachrichten aus Thüringen: ein Fischsterben im Bach Sülze im Landkreis Schmalkalden-Meiningen tötet nicht nur alles Leben im Bach, sondern auch in einer vom Bach gespeisten Zuchtanlage... die Kripo ermittelt.
Hier sind die Links zur medialen Berichterstattung:
Video
https://www.ardmediathek.de/video/mdr-t ... jc4MTJmYWY
Hoher Schaden
Fischsterben in Zuchtanlage - Kriminalpolizei ermittelt
Stand: 07.06.2026 18:23 Uhr
Unbekannte haben im Landkreis Schmalkalden-Meiningen offenbar einen Bach in der Nähe einer Fischzuchtanlage verunreinigt und dadurch tausende Fische getötet. Die Polizei geht von einem Schaden in Höhe von 100.000 Euro aus. Der Vorfall ereignete sich laut Polizei bereits in der Nacht zum Samstag.
von MDR THÜRINGEN
https://www.mdr.de/nachrichten/thuering ... o-100.html
https://www.tagesschau.de/inland/region ... o-100.html
Vergiftetes Wasser
„40 Jahre Zucht vernichtet“
Yannis Michel 08.06.2026 - 13:00 Uhr
Ein mysteriöses Fischsterben erschüttert die Fischzucht in Untermaßfeld. Die Polizei ermittelt, doch die Ursache bleibt unklar. Ein seltener Verlust trifft den Züchter besonders hart.
https://www.insuedthueringen.de/inhalt. ... 30f64.html
https://www.insuedthueringen.de/inhalt. ... 3ef5f.html
Möge das Schwert der Justitia schnell die richtigen Treffen!
Traurige Grüße
Michael
Fischsterben in der Sülze tötet nicht nur alles Leben im Bach, sondern auch in einer vom Bach gespeisten Zuchtanlage...
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Re: Fischsterben in der Sülze tötet nicht nur alles Leben im Bach, sondern auch in einer vom Bach gespeisten Zuchtanlage
Anbei einige Bilder (von Torsten Schmidt)
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Hydra
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Re: Fischsterben in der Sülze tötet nicht nur alles Leben im Bach, sondern auch in einer vom Bach gespeisten Zuchtanlage
Hallo,
ich fühle mit den Betroffenen und habe leider schon mehrere solche Verschmutzungen in "meinen" Gewässern hier im Odenwald erlebt. Die schlimmste war vor etwa 12 Jahren im Richer Bach, der als einziger Bach am Unterlauf der Gersprenz Forellenbrut in nennenswerten Umfang hervorbringt. Er entspringt keinen Kilometer von meiner Haustür entfernt. Eines morgens steht mein Telefon nicht mehr still. Ich war Gewässerwart der Interessengemeinschaft Gersprenzpächter und der Hegegemeinschaft Gersprenz, die kurz zuvor mit großem Theater als erste Hegegemeinschaft in Hessen gegründet worden war. Alle Behörden und deren Chefs versprachen, dass jetzt alles besser würde. Ein paar Wochen später kamen dann die Anrufe von Anrainern und Vereinen entlang des Bachlaufs. Alle Fische (darunter auch Arten die bis dahin nicht als Bewohner bekannt waren, wie Barben und Nasen) tot. Kurz darauf rief die Feuerwehr bei mir an, ob es etwas gäbe auf das man achten müsse. Ich sagte, dass alles was tödlich für Fische ist, die zu den Wirbeltieren gehören, sehr wahrscheinlich auch giftig für andere Wirbeltiere, wie etwa den Menschen ist. Danach rief ich die Presse an, damit sie viele Bilder von der Feuerwehr im Vollschutz im Bach machen, so habe ich es in die Regionalnachrichten der BIldzeitung geschafft.
Auf diesen Druck hin beauftragte die obere Fischereibehörde des RP Darmstadt einen Gutachter. Sein am gleichen Tag veröffentlichtes Gutachten besagte, dass der eingeleitete Stoff anaerob vergorene Schweinegülle gewesen sei, die Einleitestelle und der Verursacher aber nicht zu identifizieren seien. Im Fließtext stand recht gut versteckt, dass Wasserstichproben an zwei Stellen genommen wurden. Über den Verband Hessischer Fischer beauftragte ich sofort einen zweiten Gutachter. Wir brauchten bei systematischer Vorgehensweise etwa zwei Stunden um die Einleitestelle zu finden. Ein Entwässerungsgraben der schnurgerade auf zwei in der Sonne funkelnde Edelstahtsilos führten. Die einzigen solcher Silos in der Umgebung. In denen man Schweinegülle anaerob vergären kann. Nach der Beweissicherung gemeinsam mit einem Vertreter der unteren Fischereibehörde, informierte ich alle Beteiligten und berief einen runden Tisch für den kommenden Tag ein. Die Absagen der Behörden gingen bereits am gleichen Abend ein. Die der betroffenen Angelvereine am nächsten Morgen. Natürlich habe ich hinterhertelefoniert und die Vereinspräsidenten berichteten alle, sie hätten Anrufe vom Leiter der Oberen Fischereibehörde bekommen, mit der Frage ob man Interesse daran hätte, weiterhin Unterstützung aus den Fischereiabgaben zu erhalten und dass eine Teilnahme am runden Tisch dem abträglich sei. Ich stand alleine da. Leider habe ich damals aufgegeben. Da mein Blutdruck trotz an sich eher entspannter Natur gerade explodiert, war das wohl ein Fehler, den ich heute nicht mehr machen würde.
In gewisser Weise kann ich den damaligen Leiter der Oberen Fischereibehörde sogar verstehen. Etwa zwei Jahre zuvor war es uns gemeinsam gelungen einen anderen Landwirt der Einleitung von etwa 250 m3 Schweinegülle (in den gleichen Bach etwa 5 km weiter unterhalb) zu überführen und "erfolögreich" vor Gericht zu bekommen. Er bekam eine Strafe von 2000 Euro und gab danach in der Kneipe damit an, dass es idiotisch sei überschüssige Gülle ins Klärwerk zu bringen, In den nächsten Bach kippen wäre billiger und einfacher. Mit solchen Erfahrungen und dem Druck der dann aus dem Bauerverband auf die Behörden gemacht wurde, wird es nicht wahrscheinlicher, dass Behörden solchen Verbrechen nachgehen. Der Vertreter der unteren Fischereibehörde, der mich voll unterstütze wurde als Baueropfer verantwortlich gemacht un dmusste viele Jahre auf eine Beförderung warten. Ich denke auch er würde heute lieber mit den Vereinsvorsitzenden telefonieren als seine Erfahrungen zu wiederholen.
Ich kann den Betroffenen nur raten, sich nicht unter Druck setzen zu lassen und die Sache bis zum Ende durchzuziehen. Holt Euch Hilfe von Eurem Landesverband und anderen Naturschutzverbä+nden, die nicht so leicht einknicken wie mancher Angelverein. Macht viel Pressearbeit und denkt daran, dass Menschen und Fische recht eng verwandt sind. Schickt so schnell wie möglich einen eigenen Gutachter in den Bach, der systematisch mit dem Elektrofischgerät aus dem verschmutzten Bereich nach oben raus fischt. Kommen irendwann lebende Fische hoch, habt ihr die Einleitestelle gefunden. Nehmt Boden und Wasserproben und schickt sie an ein neutrales Institut, wenn möglich an eines an einer Universität. Glaubt mir, es ist besser den Don Quichote zu geben als später das Gefühl zu haben man habe nicht genug getan. Lasst Euch nicht unter Druck setzen, kämpft hart und ohne Erbarmen, gebt nicht auf und seid schneller als die Behörden, die sind leicht schwindelig zu spielen, denn sie sind träge und dumm. Schimpft nicht nur sondern seid proaktiv und positiv und sprecht viel mit der Presse: Viel Mut wünsche ich Euch aus dem Odenwald.
Arne
ich fühle mit den Betroffenen und habe leider schon mehrere solche Verschmutzungen in "meinen" Gewässern hier im Odenwald erlebt. Die schlimmste war vor etwa 12 Jahren im Richer Bach, der als einziger Bach am Unterlauf der Gersprenz Forellenbrut in nennenswerten Umfang hervorbringt. Er entspringt keinen Kilometer von meiner Haustür entfernt. Eines morgens steht mein Telefon nicht mehr still. Ich war Gewässerwart der Interessengemeinschaft Gersprenzpächter und der Hegegemeinschaft Gersprenz, die kurz zuvor mit großem Theater als erste Hegegemeinschaft in Hessen gegründet worden war. Alle Behörden und deren Chefs versprachen, dass jetzt alles besser würde. Ein paar Wochen später kamen dann die Anrufe von Anrainern und Vereinen entlang des Bachlaufs. Alle Fische (darunter auch Arten die bis dahin nicht als Bewohner bekannt waren, wie Barben und Nasen) tot. Kurz darauf rief die Feuerwehr bei mir an, ob es etwas gäbe auf das man achten müsse. Ich sagte, dass alles was tödlich für Fische ist, die zu den Wirbeltieren gehören, sehr wahrscheinlich auch giftig für andere Wirbeltiere, wie etwa den Menschen ist. Danach rief ich die Presse an, damit sie viele Bilder von der Feuerwehr im Vollschutz im Bach machen, so habe ich es in die Regionalnachrichten der BIldzeitung geschafft.
Auf diesen Druck hin beauftragte die obere Fischereibehörde des RP Darmstadt einen Gutachter. Sein am gleichen Tag veröffentlichtes Gutachten besagte, dass der eingeleitete Stoff anaerob vergorene Schweinegülle gewesen sei, die Einleitestelle und der Verursacher aber nicht zu identifizieren seien. Im Fließtext stand recht gut versteckt, dass Wasserstichproben an zwei Stellen genommen wurden. Über den Verband Hessischer Fischer beauftragte ich sofort einen zweiten Gutachter. Wir brauchten bei systematischer Vorgehensweise etwa zwei Stunden um die Einleitestelle zu finden. Ein Entwässerungsgraben der schnurgerade auf zwei in der Sonne funkelnde Edelstahtsilos führten. Die einzigen solcher Silos in der Umgebung. In denen man Schweinegülle anaerob vergären kann. Nach der Beweissicherung gemeinsam mit einem Vertreter der unteren Fischereibehörde, informierte ich alle Beteiligten und berief einen runden Tisch für den kommenden Tag ein. Die Absagen der Behörden gingen bereits am gleichen Abend ein. Die der betroffenen Angelvereine am nächsten Morgen. Natürlich habe ich hinterhertelefoniert und die Vereinspräsidenten berichteten alle, sie hätten Anrufe vom Leiter der Oberen Fischereibehörde bekommen, mit der Frage ob man Interesse daran hätte, weiterhin Unterstützung aus den Fischereiabgaben zu erhalten und dass eine Teilnahme am runden Tisch dem abträglich sei. Ich stand alleine da. Leider habe ich damals aufgegeben. Da mein Blutdruck trotz an sich eher entspannter Natur gerade explodiert, war das wohl ein Fehler, den ich heute nicht mehr machen würde.
In gewisser Weise kann ich den damaligen Leiter der Oberen Fischereibehörde sogar verstehen. Etwa zwei Jahre zuvor war es uns gemeinsam gelungen einen anderen Landwirt der Einleitung von etwa 250 m3 Schweinegülle (in den gleichen Bach etwa 5 km weiter unterhalb) zu überführen und "erfolögreich" vor Gericht zu bekommen. Er bekam eine Strafe von 2000 Euro und gab danach in der Kneipe damit an, dass es idiotisch sei überschüssige Gülle ins Klärwerk zu bringen, In den nächsten Bach kippen wäre billiger und einfacher. Mit solchen Erfahrungen und dem Druck der dann aus dem Bauerverband auf die Behörden gemacht wurde, wird es nicht wahrscheinlicher, dass Behörden solchen Verbrechen nachgehen. Der Vertreter der unteren Fischereibehörde, der mich voll unterstütze wurde als Baueropfer verantwortlich gemacht un dmusste viele Jahre auf eine Beförderung warten. Ich denke auch er würde heute lieber mit den Vereinsvorsitzenden telefonieren als seine Erfahrungen zu wiederholen.
Ich kann den Betroffenen nur raten, sich nicht unter Druck setzen zu lassen und die Sache bis zum Ende durchzuziehen. Holt Euch Hilfe von Eurem Landesverband und anderen Naturschutzverbä+nden, die nicht so leicht einknicken wie mancher Angelverein. Macht viel Pressearbeit und denkt daran, dass Menschen und Fische recht eng verwandt sind. Schickt so schnell wie möglich einen eigenen Gutachter in den Bach, der systematisch mit dem Elektrofischgerät aus dem verschmutzten Bereich nach oben raus fischt. Kommen irendwann lebende Fische hoch, habt ihr die Einleitestelle gefunden. Nehmt Boden und Wasserproben und schickt sie an ein neutrales Institut, wenn möglich an eines an einer Universität. Glaubt mir, es ist besser den Don Quichote zu geben als später das Gefühl zu haben man habe nicht genug getan. Lasst Euch nicht unter Druck setzen, kämpft hart und ohne Erbarmen, gebt nicht auf und seid schneller als die Behörden, die sind leicht schwindelig zu spielen, denn sie sind träge und dumm. Schimpft nicht nur sondern seid proaktiv und positiv und sprecht viel mit der Presse: Viel Mut wünsche ich Euch aus dem Odenwald.
Arne






