Grüß Euch,
lange hab ich jetzt bloß mitgelesen und mir zu der einen oder anderen Wortspende so meine Gedanken gemacht.
Ich erlaube mir daher, jetzt doch auf die
Eingangsfrage zu antworten, und den ganzen übrigen Thread ganz bewusst zu überspringen - zu entbehrlich sind für mich so manche Zeilen.
magallan hat geschrieben:O.K, wie schauts aus? Ist der Bissanzeiger ein adäquates Utensil im Sinne der Puristen oder nur grobes Beiwerk bei der Ausführung unserer so speziellen Flugangelei ? Ein Thema zu dem selbst ich eine besonders ambivalente Beziehung habe...
Gruss Heiko
Ob ich Bissanzeiger verwende? Aber natürlich!
2 einigermaßen gesunde Augen, das Gefühl meiner Finger, das "blubb" beim Äschenstieg, die Spitze meiner Flugschnur, den oberen Teil des Vorfaches, Veränderungen der Wasseroberfläche, die Trockenfliege, etc....
Bissanzeiger die ich als Pose verwenden könnte, lehne ich allerdings entschieden ab. Das ist mir zu einfach .Von Fangmaximierung halte ich nichts, denn ausnahmslos jeder Fisch, dessen Biss ich nicht mit meinen Methoden erkennen kann, war halt nicht für mich bestimmt So einfach ist das.
Ob ich ein Purist bin? Keine Ahnung, das ist mir auch sch..egal. Ich hab einfach Freude am Fliegenfischen, und bin stolz, dass ich es geschafft hab, mir selbst die Latte ein wenig höher zu legen, und trotzdem erfolgreich zu sein.
Ausserdem hab ich das Fliegenfischen von Anfang an OHNE BA gelernt. Ich hab also nicht die geringste Erfahrung mit diesen Teilen - ich werde das auch nicht mehr ändern.
Ob es mich stört, wenn andere diese fallschirmartigen, unsinkbaren BAs verwenden? Ganz klares: NEIN. Einfach deshalb, weil diese an den Gewässern, an denen ich die Ehre hab zu fischen, niemand verwendet. Teils weil sie dort ohnehin verboten sind, teils weil sie - aus welchen Gründen auch immer - ganz einfach nicht verwendet werden.
Auch wenn mein Eingangsstatement vielleicht auf einen Trockenfliegenpuristen schließen ließe: ich verwende natürlich Trockenfliegen, Nassfliegen und Nymphen.
In folgender Reihenfolge:
Plan A: Trockenfliege
Plan B: Nassfliege
Plan C: Nymphe, auch schonmal mit Goldkopf
Plan D: Jause im Gastgarten und ein schönes Bierchen mit lieben Angelfreunden.
Auch ich angle im Spätherbst mit kleine Midges <20. Aber ich persönlich wäre nie auf die Idee gekommen - bloß weil ich diese Winzlinge nicht direkt sehen kann - auf einen Fallschirm zurückzugreifen. Mit Sicherheit hab ich schon einige Bisse deshalb versäumt - who cares? Aber diejenigen, die ich erkannt hab (das waren nicht wenige), haben mir große Befriedigung und Freude gebracht. Nicht mehr und nicht weniger erhoffe ich von den Stunden am/im Wasser. Und wenn ich dann mal einen Fisch tatsächlich mitnehme, so schmeckt der umso besser

Wer allerdings seinen Erfolg bloß über die Anzahl der gefangenen Fische definiert, verzichtet meiner Meinung nach auf die wirklich schönen Augenblicke. Aber jeder so wie er will.
So einfach und entspannt sehe ich die Sache mit dem BA.