Original geschrieben von fokke
moin,
bei uns am wittensee haben wir ein seeadlerpaar, das den kormoran schon etwas in grenzen hält. zumindest werden unter den adlerhorsten auch reste von kormoranen gefunden.
meine (laienhafte) folgerung daraus....wenn die natur halbwegs in ordnung ist, so dass es natürliche feinde des kormorans gibt, ist das problem mit dem schwarzen vogel nicht mehr so gross!
tl
Der größte natürliche Feind des Kormorans ist wohl der Uhu. Irgendwo habe ich mal gehört, dass vereinzelt an Gewässern schon Uhu-Attrappen aufgestellt worden sind (war am Möhne-See, glaube ich), nicht vollends erfolglos. Vielleicht hat jemand aus dem Forum Erfahrungen damit?
Aber solche "Lösungen" verlagern das Elend ja nur auf eine andere Gewässerstrecken. Fokke hat schon Recht: Gibt es genug natürliche Feinde, stellt sich das Problem gar nicht. Bei den aktuellen Massen von Kormoranen müssten wir freilich zehntausende von Adlern oder Uhus auswildern. Und die müssten wir zunächst allesamt darauf abrichten, eine strenge Kormoran-Diät einzuhalten (Am Morgen, Mittag, Abend - Kormo, erfrischend und labend!) - die haben wahrscheinlich auch wenig Spaß daran, immer nur schwarze Vögel zu fressen. Ein natürliches Gleichgewicht, da bin ich mir sicher, bekommen wir in den nächsten Jahrzehnten nicht hin. An einer künstlichen Bestandsregulierung führt kein Weg vorbei.
An den Gewässern, die es bei uns am schlimmsten getroffen hat (Söse und Steinlake), gab es übrigens auch Seeadler (und jede Menge Waschbären) - hat die Viecher nicht im mindesten gestört. Ich fürchte fast, daß die Vögel den Räubern nicht schmecken und viele Brutkolonien einfach so groß sind, dass Nesträuber kaum eine Chance haben.
Dann, als die Flüsse leer waren, sind die Kormorane abgezogen. Und die Adler auch.
Im Moment kann man wohl nur auf eine ansteckende Krankheit hoffen - Vogelgrippe kann auch ein Segen sein ...
Euer Frank