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Verfasst: 14.04.2004, 22:05
von willi.p
Hallo!
An Robert: Das mit den vielen großen Rainis auf den Fotos ist mir noch nicht aufgefallen. Meiner Erfahrung nach ist die Bafo u. Äsche fast überall dominant (ausgenommen Gmundnder Traun).An der Schwarza in Niederösterreich die ich seit längerer Zeit mit Jahreskarten befische sezt sich der Fischbestand wie folgt zusammen 40 Bafo 40 Äsche 20 Regenbogen.Die Äsche wird nicht besezt und die Bafo wir in kleineren Zubringern aufgezogen.Ich zahle für die Jahreskarte 750 Euro. Das ist für mich auch sehr viel Geld aber ich möchte halt so oft wie möglich Fischen gehen. Dänemark u. Norwegen sind mir da zu weit. Versteht mich nicht falsch ich verteidige die hohen Preise nicht wäre sehr froh wenn ich nicht so viel bezahlen müßte.Bei den Jahreskarten kommt man noch etwas "günstiger "
weg,fängt bei ca 400 Euro an.Der Fischbestand ist auch in den "billigern " Revieren sehr gut nur ist es meistens nicht so schön und schwerer mit der Fliege zu befischen.Wir haben zwar keine Lachse aber dafür einige Reviere wo man Chancen auf einen Huchen hat. Meine schönsten in Ö. gefangenen Fische waren bis jezt: Äsche 54 cm Bafo 58 cm Regenbogen 69 cm. Bin halt doch ein wenig patriotisch.
Petri wünscht Euch Willi

Verfasst: 15.04.2004, 08:46
von Robert F.
Moin willi,
das kann ich voll verstehen. Auch ich würde sehr viel für ein Traumgewässer hinblättern. Und die Schwarza ist nach allem was ich gehört habe so eines. Da sind 750€ in meinen Augen durchaus legitim.
Aber warum gibt es nicht normale, sprich durchschnittliche Flüsse und Bäche für 10 oder 15 € in Ö.?
Und nochmals die Frage: Wieviel würde (rein spekulativ) die Tageskarte an einem Gewässer in Ö. kosten, das jedes Jahr 600 Mefos und zehn Lachse produziert (Vejle Au)?

Ich glaube das selbst schlechte bis mittlere Gewässer in Ö. 30 - 50€ kosten und das stört mich. Sicherlich hat dies in Bezug auf den Ländervergleich Ö. - Dk auf mit dem verständnis des Landes zu seiner Anglerschaft zu tun. Mein These: In DK erkennen wir noch Strukturen und Überbleibsel eines Jedermannsrecht und in Ö. die Restbestände einer vormals elitären Fliegenfischergesellschaft. Ist nur ne These von mir.

Ich wollte damit niemanden auf den Schlips treten. Die Topgewässer in Ö. sind sicherlich einen gewissen Preis wert und wenn ich an der Schwarza wohnen würde hätte ich auch ne Jahreskarte. Aber in einem Land mit sovielen Flifigewässern fehlt m. E. einfach der preisliche Unterbau. Fliegenfischen ist nichtmehr einem elitären Zirkel vorbehalten. Die Rutenindustrie hat sich darauf eingestellt. Ö. noch nicht. Und genau darüber schüttel ich den Kopf.
Gruss nach Ö.
Robert F. / Münster
dessenopaauchausösterreichkommt

Verfasst: 15.04.2004, 09:03
von stockinger
Hallo Leute

Über 100€ für eine Tageskarte? Da wunder ich mich nicht, daß ich in nem alten Lexikon gelesen habe: "Österreicher: kleines, räuberisches Bergvolk" ;o))

Scherz beiseite. Ich finde es schon sehr überzogen, solche Preise zu verlangen. Das gibt dem FliFi doch einen etwas (zu?) elitären Touch...
Wobei die andere Seite der Medaille natürlich ist: Wenn jemand dazu bereit ist, solche (Mond-)Preise zu bezahlen, warum sollten dann die Pächter/Besitzer so dumm sein und diese Preise nicht verlangen?
Ist wie schon mal erwähnt reinste Marktwirtschaft!

Wobei ich inständig hoffe, daß bei uns in Bayern diese Entwicklung ausbleibt...(Leider geht bei manchen Gewässern der Trend schon dahin)

Ich für meinen Teil werde auch in Zukunft genau abwägen, ob mir ein Gewässer einen solchen Preis wert ist...

TL
Sebastian

Verfasst: 17.04.2004, 11:32
von MarkusZ
In welchem Lexikon hast du das gelesen ?

In meinem steht diese Erklärung nämlich für "Tiroler" .:p

Verfasst: 28.04.2004, 09:18
von mikesch
Original geschrieben von MarkusZ
In welchem Lexikon hast du das gelesen ?

In meinem steht diese Erklärung nämlich für "Tiroler" .:p
Tiroler sind auch Österreicher :) , und aus dem Norden betrachtet besteht Österreich eh nur aus Bergen mit Bächen dazwischen. ;) :D

350 ATS waren mein bisher höchster Tageskartenpreis den ich bezahlt habe.
Seit €-Umstellung war ich nicht mehr in Österreich fischen.
Kenne z. Z. allerdings kein Gewässer unter 50€, und das ist für meinen Geldbeutel zuviel für eine Tageskarte.
Als Urlaubsland (berggehen) super, und im Auslandsurlaub angle ich fast nie.

Verfasst: 28.04.2004, 12:50
von Wilfried Kaser
Als ein Tiroler im Forum , möchte ich auch als „Oberländer“ eine Ergänzung zu den vorhergehenden Ausführungen anbringen.

Die meisten Flüsse (der Hauptfluss Inn aus der Schweiz kommend und in Tirol mit seinen Seitenflüssen) haben sehr oft sehr viel Schmelzwasser der Berge. Gewitter oder starke Regenfälle können auch das Angeln unmöglich machen. Kurzfristige Bestellungen der Tageskarten ist daher unumgänglich um Erfolge zu haben. Ich angle nur mit der Fliegenrute in verschiedenen Revieren mit dem Preis von 20,-- Euro bis 23.-- Euro pro Tag .

Der Tiroler Willi

Verfasst: 28.04.2004, 18:14
von stekus
Wo angelst du meisstens? Bin auch aus Tirol aber angle hier nur sehr selten (wegen der Preise!) Wie schon jemand zuvor geschrieben hat. Nach Tirol fahrt man nicht zum Angeln.

Verfasst: 29.04.2004, 08:23
von Wilfried Kaser
Hallo stekus, ich angle meistens in der Gegend um Landeck bis zum Arlberg (Oberländer).
Willi

Verfasst: 29.04.2004, 16:22
von Andre H./Gronau
Also ich verstehe die pächter. Wenn ich pächter währe und mir genügend i.... für nen Tag 150€ auf den Tisch legen um an meinem gewässer angeln zu dürfen würde ich auch nicht nein sagen.

Aber persönlich würde ich nicht einmal 20€ für ne Tageskarte bezahlen.
Egal wie wild die fische aufgewachsen sind, und idyllisch und naturbelassen das gewässer auch sein mag.
Da bin ich dann lieber geizig.

Gruss Andre

Verfasst: 29.04.2004, 16:48
von sedge111
Ein wahrer Verfechter der freien Marktwirtschaft!!! :anbeten:

Viel Spass beim geizig sein!!! :aua:

Verfasst: 30.04.2004, 22:13
von klak1
also mal abgesehen davon, dass ich unlängst irgendwo gelesen habe, dass man schon wer sein muss, um an englands kreideflüssen eine 400-pfund-tageskarte zu kriegen und dort ohne entnahme "dry fly upstream only" fischen zu dürfen: die tageskartenpreise in österreich sind schon sehr sehr ordentlich geworden.
das stört mich, aber ich akzeptiere es hin und wieder bis zu einem gewissen grad (up to hundert euro, wenn nicht nur das fischaufkommen, sondern auch landschaft und alle anderen umstände ein bisschen "a river runs through it"-artig sind und ich dafür auch ein abendessen mitnehmen darf), und ich bestätige so das argument all jener, die marktwirtschaftlich mit angebot und nachfrage argumentieren; es wird halt gezahlt.
ich kann sogar bis zu einem gewissen grad spezielle schonbrittelmasse oder catch & release nachvollziehen, obwohl ich ein nahrungsbeschaffer bin und mir und den meinen gerne selbst gefangene forellen auf verschiedenste art zubereite. ich habe kulinarischen freunden sogar schon welche statt blumen oder prosecco zu einladungen mitgebracht.
was mich angesichts dieser tageskartenpreise am meisten stört , ist etwas anderes und es hat mit catch & release zu tun. nämlich: so ein hundert-euro-tag kann theoretisch schnell vorbei sein, denn an den meisten dieser sauteuren gewässer ist die fischerei nach erlaubter entnahme unverzüglich einzustellen. wenn ich also ein exklusives salmonidengewässer um 6 uhr früh aufsuche, eine nymphe anknüpfe, werfe und eine prächtige forelle herandrille, die ich schon in der pfanne sehe, kann der hundert-euro-tag um 6.15 uhr vorbei sein. erlaubte entnahme: ein salmonide.
noch ärger ist das bei hechtgewässern, wo man vielleicht nicht so viel fängt. 7 uhr: biss, dreikilohecht (wird noch einer kommen?), und vorbei ist der tag.
mir ist das nicht nachvollziehbar angesichts der vielen salmonidengewässer auf catch & release-basis. ich zahle genug, also will ich, auch wenn mir der erste fisch gefällt, gerne noch den restlichen tag viele forellen etc. freilassen.
meiner ansicht nach werden hier nach gutdünken verschiedene fischereigesetzliche zugänge einfach miteinander vermanscht. es ist ja schließlich auch fast nirgendwo verboten, catch & release zu machen. warum also nicht nach erfolgter entnahme; jene, die den preis für die tageskarte zahlen, wollen fischen, und zwar einen ganzen tag lang, egal ob die erlaubte forelle um 7 oder 19 uhr entnommen wird.
was meint ihr dazu?

Verfasst: 03.05.2004, 14:20
von MarkusZ
Zur waidgerechten Befischung gehört m.E. eine begrenzte Entnahme, also select and harvest .

Nach Ausschöpfung des Tageslimits das Fischen einzustellen, halte ich auch für sinnvoll, da hierdurch sichergestellt werden soll, dass keine Fische verangelt werden.

Wer einen Fisch behalten will, beschränkt sich dann auf solche Exemplare, die wohl nicht überleben würden oder muss sich entscheiden, ob er lieber aufhört oder einen ebensfähigen Fisch freilässt und weiterangelt.

Echtes Catch & Release halte ich nicht für besonders waidgerecht, denn dann müsste man ja einen Fisch auch zurücksetzten, wenn dieser wahrscheinlich eh eingeht. Außerdem fehlt dann der vernünftige Grund für die Fischerei an sich.

Wenn alle Angler sich vorbildlich verhielten, bräuchte man die Regeln gar nicht. Leider ist dem nicht so.

Bei uns im Verein ist z.B. auch nur ein Raubfisch pro Tag erlaubt, da schmerzt es schon, wenn der Tag nach ein paar Minuten vorbei wäre. Das führt aber auch dazu, dass sich einige Angler Gedanken machen, möglichst schonend zu fischen.

Ne optimale lösung fällt mir auch nicht ein.

Verfasst: 03.05.2004, 15:31
von vps5400
Hallo MarkusZ,

also so ganz deiner Meinung bin ich da nicht ;-)

Das mit dem einstellen nach Ausschöpfung des Tageslimits ist so eine
Sache wenn ich Fischen geh in mein Hausgewässer müßte ich nach 15
Minuten wieder nach Hause gehen weil da bin ich meistens schon über
dem Tageslimit also kommt für mich nur C & R in frage und waidgerecht
finde ich diese Metode auf jeden Fall, mit Schonhacken nur bis Größe 10
und ich hab bis jetzt noch keinen Fisch so verletzt das ich ihn nicht
mehr zurücksetzen können hätte. Es kommt immer auch auf den Drill
an wenn ich zu feine Vorfächer benutze und den Fisch bis zur totalen
Erschöpfung drillen muß um keinen Vorfachriss zu bekommen dann ist das
für mich nicht waidgerecht !

Fischer die nur fischen gehen um eine Forelle dann in die Pfanne zu
schmeissen und wenns mal nicht klappt sich fürchterlich aufregen
was das für eine beschissener Tag und Gewässer das sei, zähle ich zu den in
Österreich bekannten "Speckfischern" die dann auch noch zu Hause
von Nachbar zu Nachbar maschieren wer nicht noch aller eine Forelle möchte.
Für mich zählt die Natur das schöne Wasser die Entspannung beim FF und
nicht er Erfolg beim fang.

ein Petri von

Verfasst: 03.05.2004, 22:01
von klak1
Also, wie viele Fische verangle ich, wenn ich fische und fische und fische, und die 35er passt mir nicht und ich setze sie zurück, obwohl ihr der schonhaken durchs auge kommt, und die 38er, naja, es wäre die letzte, die ich nehmen darf, also setze ich zurück und mache das bis zur dämmerung, in der hoffnung, dass dann die dicken raubforellen losziehen. das "ich" ist hier rhetorisch eingesetzt, wohlgemerkt. ist das waidgerechter? nein, glaub ich nicht.
vorher oder nachher catch & release ist völlig egal, wenn man sich an die fischereiordnungen hält. auch bei nichtentnahme kann man mit schonhaken fische so verletzen, dass sie nicht mehr lebensfähig sind. in der radovna etwa fing ich heuer eine forelle, bei der ich sogar den sachten anhieb verpasste, trotzdem schlitzte der schonhaken (nur die sind dort erlaubt) die halbe flanke auf, weil sie einfach so gierig von der seite attackierte.
ich bleibe dabei: für mich sind tageskartenpreise für eine oder zwei forellen von hundert oder mehr euro einfach irrwitzig, wenn ich nicht entscheiden darf, welchen fisch ich nehme und ich unter diesen umständen nicht einen tag am wasser verbringen darf.
wer im übrigen mit dem vernünftigen grund für das angeln argumentiert, darf konsequentnrweise nicht an reine c & r-gewässer gehen. dort betreibt er näümlich eine art von fische ärgern, die er mit freizeitspass und sport verwechselt. es ist ja nämlich auch so, dass durch c & r nicht natürlichge bestände gesichert werden, wie die gewässerbosse gerne betonen, sondern einfach nur der besatzbestand länger am leben gehalten wird. und wenn der aufgebraucht ist, kommen ein paar neue "fangreife kübel fisch". der natürlichen regeneration sind schon die wehrte und dämme vor, das ist nämlich eine diskussion, die flifis durchaus führen können - auch wenn sich kraftwerksbetreiber von schnurschwingenden freaks leider nicht beeindrucken lassen.
liebe grüsse
klaus

Verfasst: 05.05.2004, 19:13
von MarkusZ
Kann ich dir nurl Recht geben, Tageskartenpreise von 100 und mehr Euro halte ich auch für irrwitzig und reine C & R Gewässer sind m. E. auch nicht gerade "vernünftig". In Deutschland sind sie eh verboten.

Ansonsten wäre ich froh, wenn an unseren heimischen Gewässern nach Ausschöpfen des Fanglimits ein Angelverbot bestünde, denn viele Kollegen machen ihren erlaubten 1 Hecht oder Zander pro Tag platt, verbunkern ihn im Auto und angeln dann "auf Barsch oder Aal" weiter. Was dann mit den nächsten Fängen passiert, kann man sich wohl denken.

Diese Mentalität findet man zum Glück in Fliegenfischerkreisen sehr selten.

Da ich aber kein Fliegenfischer bin, sondern ein ganz normaler Angler, der auch öfter mal zur Fliegenrute greift, sind mir solche "Kollegen" nicht gerade fremd. Ich versuche deren Gegenwart soweit es geht zu meiden.

Allerdings treffe ich auch an relativ teueren Fly Only-Gewässern Angler, mit denen ich lieber nichts zu tun habe.