Verfasst: 31.12.2004, 12:45
Wir sollten vielleicht versuchen, wieder auf das eigentliche Thema zurüchzukommen. Zu den Bambushülsen: Verschiedene Rutenbauer versuchen, wie schon gesagt, die Hülsen aus Bambus zu bauen. Grundsätzlich gibt es ja 2 Möglichkeiten: erstens als separaten Teil aufsetzen, wie das die gewöhnliche Metallhülse auch ist und wie es beispielsweise die Herren Stroh und Nunley machen. Zweitens kann sie auch, und das ist wohl die Eigenheit der FIBH von Fries, direkt im Spleiss als Verlängerung hergestellt sein. Ueber Vor- und Nachteile im technischen Sinn will und kann ich mich nicht äussern, es wäre aber interessant über Erfahrungen im Gebrauch über längere Zeit etwas zu hören..... Oder eventuell auch welche Meinung Rutenbauer wie Herr Langer, Grau oder Zumbrunn, die das selber nicht bauen (wieso?), zu diesem Thema haben.
Eine Frage wurde auch zu den Ruten von M. Calviello gestellt. Dieser baut seine Hülsen nach dem gleichen Prinzip wie Fries, einzig, dass er einen "gemässigteren" Swell einbaut. Sie ist deshalb sehr wohl als "..Integrated.." zu bezeichnen. Anders als die meisten Rutenbauer verwendet Calviello aber einen einheimischen Bambus.
Seit wann er baut kann ich auch nicht beantworten. Selber besitze ich seit etwas mehr als einem Jahr eine dreiteilige in der Länge von neun Fuss mit zwei Spitzen, gebaut für Schnurklasse 6. Dass er in Argentinien lebt, und somit etwas weit weg, war für mich kein Argument. Ausschlaggebend war , wie schnell er auf meine Mails geantwortet hat, das dürfte auch einen Schluss auf künftige Serviceleistung sein. In diesem Punkt war er wesentlich schneller als die meisten europäischen und amerikanischen Rutenbauer. Nach der Definition der Rute in punkto Aktion, meine Wünsche sollten schliesslich verwirklicht werden, teilte er mir den Liefertermin (8 Monate) mit. Pünktlich kam dann die Meldung, das Geld wurde überwiesen und der Versand mit UPS dauerte genau drei Tage.
Ich hatte eine Rute in den Händen, die in punkto Aktion genau meinen Vorgaben entsprach. Ich wollte eine lange, für extreme Weitwürfe konzipierte Rute, die es mir erlaubt, an breiten Flüssen auf grosse Distanzen mit der Nymphe zu fischen. Die Rute ist hohlgespleisst, gerade mal 130g schwer und trotz der Länge für eine Gespliesste unheimlich leicht zu werfen. Durch meine Fischerei wird auch die Hülse extren belastet, zeigt aber bisher noch keinerlei Spuren. Im Drill, auch mit kleinen Fischen sehr gefühlvoll, für grosse Fische (meine grösste Forelle immerhin 72cm!) mit enormen Rückgrad. In diesem Punkt bin ich voll zufrieden. Nicht ganz das Niveau der wirklich Besten erreicht er im Finish. Die Wicklungen sind zwar sehr sauber und gleichmässig. Bei der Lackierung findet man aber beim genaueren Betrachten doch ein paar Mängel und im Bereich der Knoten sind auch ein paar Leimfugen zu erkennen. Trotz dieser Aufzählung, das Niveau der Rute ist immer noch im oberen Viertel und weit über dem gewisser Massenprodukte.
Zusammengefasst: ein wunderbares Gerät zum Fischen und eine bewundernswerte handwerkliche Leistung (gilt übrigens für die meisten Gespliessten) die auch heute noch jeden Tag enorme Freude bereitet.
Gruss und einen guten Rutsch ins Neue Jahr (hoffentlich nicht ins kalte Wasser)
Ein Bamboofreak
Eine Frage wurde auch zu den Ruten von M. Calviello gestellt. Dieser baut seine Hülsen nach dem gleichen Prinzip wie Fries, einzig, dass er einen "gemässigteren" Swell einbaut. Sie ist deshalb sehr wohl als "..Integrated.." zu bezeichnen. Anders als die meisten Rutenbauer verwendet Calviello aber einen einheimischen Bambus.
Seit wann er baut kann ich auch nicht beantworten. Selber besitze ich seit etwas mehr als einem Jahr eine dreiteilige in der Länge von neun Fuss mit zwei Spitzen, gebaut für Schnurklasse 6. Dass er in Argentinien lebt, und somit etwas weit weg, war für mich kein Argument. Ausschlaggebend war , wie schnell er auf meine Mails geantwortet hat, das dürfte auch einen Schluss auf künftige Serviceleistung sein. In diesem Punkt war er wesentlich schneller als die meisten europäischen und amerikanischen Rutenbauer. Nach der Definition der Rute in punkto Aktion, meine Wünsche sollten schliesslich verwirklicht werden, teilte er mir den Liefertermin (8 Monate) mit. Pünktlich kam dann die Meldung, das Geld wurde überwiesen und der Versand mit UPS dauerte genau drei Tage.
Ich hatte eine Rute in den Händen, die in punkto Aktion genau meinen Vorgaben entsprach. Ich wollte eine lange, für extreme Weitwürfe konzipierte Rute, die es mir erlaubt, an breiten Flüssen auf grosse Distanzen mit der Nymphe zu fischen. Die Rute ist hohlgespleisst, gerade mal 130g schwer und trotz der Länge für eine Gespliesste unheimlich leicht zu werfen. Durch meine Fischerei wird auch die Hülse extren belastet, zeigt aber bisher noch keinerlei Spuren. Im Drill, auch mit kleinen Fischen sehr gefühlvoll, für grosse Fische (meine grösste Forelle immerhin 72cm!) mit enormen Rückgrad. In diesem Punkt bin ich voll zufrieden. Nicht ganz das Niveau der wirklich Besten erreicht er im Finish. Die Wicklungen sind zwar sehr sauber und gleichmässig. Bei der Lackierung findet man aber beim genaueren Betrachten doch ein paar Mängel und im Bereich der Knoten sind auch ein paar Leimfugen zu erkennen. Trotz dieser Aufzählung, das Niveau der Rute ist immer noch im oberen Viertel und weit über dem gewisser Massenprodukte.
Zusammengefasst: ein wunderbares Gerät zum Fischen und eine bewundernswerte handwerkliche Leistung (gilt übrigens für die meisten Gespliessten) die auch heute noch jeden Tag enorme Freude bereitet.
Gruss und einen guten Rutsch ins Neue Jahr (hoffentlich nicht ins kalte Wasser)
Ein Bamboofreak