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Verfasst: 04.02.2005, 20:50
von troutteaser
@Sepp

Wie ist denn das in deinem Verein? Wann und wo setzt ihr Regenbogenforellen und wo ausschließlich Bachforellen? Und welche Strategie steckt dahinter?

Ich weiß von einigen Fliegenfischern, das z.B. an verschiedenen Strecken an der Isar die Verhältnisse sehr unterschiedlich sind, je nach Verein bzw. nach örtlichen Bedingungen.
An der oberen Isar werden auch mit gutem Erfolg, wenn meine Infos stimmen, Bachforellen und gleichzeitig Regenbogenforellen gesetzt, die sich beide ganz gut entwickeln. Eine Verdrängung der "kleineren" Bachforellen durch die Regenbogen findet wohl dann besonders häufig statt, wenn die Bachforellen zu wenig Unterstände haben und das betreffende Gewässer zu wenig "Platz" für beide Arten gleichzeitig hat. Hier setzt sich dann die aggressivere Regenbogen eher durch.
Logischerweise sind aber viele Strecken schon aufgrund der Wasserqualität und der Bedrohung durch den "schwarzen Tod" nicht für den Besatz mit Bachforellen geeignet. Das gilt wohl leider für eine ganze Reihe bayrischer Gewässer.
Damit ist die Diskussion nur dann sinnvoll, wenn die entsprechenden Gewässer auch von ihrem "Charakter" und der Beschaffenheit einen Besatz mit beiden Arten zulassen.
Leider ist aber in vielen Vereinen ein gewisser "Zwang" durch die Mitglieder vorhanden, die den Vorstand unter Druck setzen, mit ihrem Geld (Mitgliedsbeiträge) möglichst fangreife Regenbogen zu setzen, damit der Fangerfolg sich auch, wie Alex sinngemäß schreibt, in "Kilo beurteilen" lässt.

Viele Grüße

Emil

Verfasst: 04.02.2005, 20:57
von Werner
@ Alex
Meintest Du mich etwa damit


So ist es. Und das deshalb, weil es nicht darum geht- wie in meinem Beitrag unschwer nachzuvollziehen ein paar Fischer, die ein "Gewässer nur nach Kilo beurteilen" vor den Kopf zu stoßen, sondern in der Regel um die Wahl zwischen drei Alternativen :

1. Das Gewässer an eine Gruppe zahlungskräftiger Fischer zu verlieren, die aufgrund ihrer geringen Zahl und des entsprechend verminderten Befischungsdrucks nicht mit Regenbogen zu besetzen brauchen, aber auch auf lange Sicht die "Arbeitskraft" nicht mitbringen, die problematischen begradigten ( eher der Äschenregion zuzuordnenden ) Gewässer einigermaßen intakt zu halten. Die Hälfte der Fliegenfischer wären "draußen".

2. Das Gewässer wieder an die "allgemeine" Angelei zu verlieren- mit allen negativen Begleiterscheinungen.

3. Mit einer ausreichend großen Zahl an Fliegenfischern ( Jahresscheine ) das Gewässer als Fly only- Flussstrecke zu erhalten und deshalb eben hin und wieder Regenbogen zu besetzen, gekoppelt mit einem Entnahmeverbot für Bachforellen über eine gewisse Zeit.

Wenn ich die Wahl habe oder sie treffen muss, bei den äußerst bescheidenen Bedingungen "hierzulande" in der Ebene, entscheide ich mich aus eben dieser Notsituation heraus für Alternative drei, weil die Resultate dieser Alternative mir lieber sind als eine politisch und gewässerökologisch korrekte Gutmenschenentscheidung und weil ich zugunsten der Fliegenfischer- nicht weniger Fliegenfischer, die "unverrückbar auf Lebenszeit" an einem intakten Gewässer sitzen- genau diesen einfachen, geographisch benachteiligten Kollegen ihr Fly- only Gewässer erhalten will.

Gruß Werner

Verfasst: 04.02.2005, 22:03
von Jürgen Gaul
Original geschrieben von stekus
was ist denn triploid? Kenn ich nicht! diploid und haploid ok - aber triploid? Das einzige was ich in die Richtung kenn wäre Trisomie (=Krankheit!)
@stekus (stud. rer. nat.): "Si tacuisses, philosophus mansisses"

Nichts für ungut!
Jürgen

Verfasst: 05.02.2005, 01:06
von Royal Coachman
Hallo !

Ich möchte zu dem hier geäußerten Meinungen, daß private Gewässer schlecht gepflegt werden und wie wir Österreicher das aushalten, daß man nicht überall Tageskarten für 3 Euro mit Entnahme von 6 Fischen täglich bekommt, usw.usw.usw. nicht ausführlich Stellung nehmen, da hier anscheinend der Fasching ( Karneval ) ausgebrochen ist.

Mir seien nur zwei Anmerkungen gestattet :

!. Österreichs Fischer sind froh, daß uns deutsche Verhältnisse erspart geblieben sind und wer sich etwas umschaut hat ausreichend Gelegenheit seiner Leidenschaft zu fröhnen, wobei der "typisch deutsche" Ruf nach der Behörde mir einen Schauer über den Rücken laufen läßt.

2. Kein deutsches Vereinsmitglied würde die Auflagen akzeptieren, die in österreichischen Privatgewässern üblich sind, denn " Fischnarren " pflegen ihre Gewässer und die darin vorkommenden Fische .

Weiteres werdet ihr von mir dazu nicht hören !


Royal Coachman

Verfasst: 05.02.2005, 10:54
von ratschan
@troutteaser
> Logischerweise sind aber viele Strecken schon aufgrund der Wasserqualität und der
> Bedrohung durch den "schwarzen Tod" nicht für den Besatz mit Bachforellen geeignet.
> Das gilt wohl leider für eine ganze Reihe bayrischer Gewässer.

Wieso durch Kormoran nicht für BF geeignet, wohl aber für RF?
Ist doch Blödsinn, die RF wird (ähnlich wie die Äsche) leichter vom Kormoran erbeutet, weil sie mehr im Freiwasser aktiv ist. Die BF sitzt eher in den Strukturen und kommt davon!

In weitgehend leergefressenen Äschengewässern findet man oft noch erstaunlich gute BF - Bestände! Also die BF ist der Fisch der Wahl in Kormorangeschädigten Strecken!

Bitte zuerst informieren und erst dann vielleicht RF ins Gewässer schmeissen!

Clem

Verfasst: 05.02.2005, 17:00
von Werner
@ Alex
Wenn Du eine ausreichend große Zahl von Fliegenfischern hast, die das Gewässer erhalten, warum und für wen setzt Du dann die Regenbogen?


(Zunächst, es ist nicht mein Gewässer, sondern eins, an dem ich fische.)

Damit es eine ausreichend große Anzahl bleibt, ( Jahresscheininhaber ) muss man die Fischer ans Gewässer binden. Die Eigenproduktivität des Gewässers reicht nicht aus. Der Kormoran hat die Äschen weggeholt und ist fast ständig präsent. Wenn nun der, der fünf Mal im Jahr kommt, sich an alle Auflagen hält, eine Menge Geld und Arbeitskraft investiert, an seinen wenigen Fischtagen nichts fängt, argumentiert er berechtigterweise, dass er nicht gewillt sei, seine Euros in eine "Kormoranfutterstelle" zu investieren, an der für ihn nichts mehr übrig bleibt. Ergo muss ein gelegentlicher "Attraktivitätsbesatz" ins Wasser . Das mag gewässerökologisch der korrekten "Ideologie" widersprechen, ist aber immer noch die bessere Alternative als den "Krempel" hinzuwerfen und das Ganze verkommen zu lassen, bzw. den mühsam mit einheimischen Fischen aufgebauten Bachforellenbestand der Wurmangelei zu überantworten oder ......siehe andere Alternativen.

Die "reine Lehre" der Gewässerökologie ist nicht für jede denkbare Situation das Richtige, sondern manchmal eben auch nur Ideologie. Und deshalb muss man sich mit der Situation vor Ort auseinandersetzen. Denn nicht jeder, der so verfährt, wie ich es hier beschreibe, ist ein "fischgeiler" Prolet, der seinen Jahresbeitrag in Kilos umrechnen möchte.

Übrigen, für pragmatische Lösungen hat man in anderen Ländern weitaus mehr Verständnis und nur bei uns macht man alles 150% ig gründlich, auch die Fehler.

Gruß Werner

Verfasst: 06.02.2005, 09:53
von sepp
Servus Werner
Dein dritter Weg leuchtet für Vereine ein. Aber: An meinem Bach (BF+Ä) habe ich ca. 75kg 3jährige RBF, von bester Qualität, besetzt. Auf diesen ca 500m Besatzstrecke sind dann fast alle BF verschwunden. 1 Jahr spätern nach einem Hochwasser verschwanden die RBF, aber es dauerte ca 3 Jahre bis die BF ihre alten Plätze wieder belegt hatten.
Gruß Sepp

Verfasst: 06.02.2005, 12:13
von Werner
Hallo Sepp,
an einem Bach würde ich auch nicht so verfahren wollen, wie du es geschildert hast. Mein Beispiel bezieht sich auf einen ca 25- 30 m breiten Fluss mit Nahrung in Hülle und Fülle, aber einem Mangel an Standplätzen im Freiwasser. ( Da stellen sich hauptsächlich die Regenbogen hin )

Was ich hier mit vielen Worten eigentlich zu sagen versuche ist, dass man sich die Situation anschauen muss und dann möglicherweise gezwungen ist, den vor Ort sinnvollsten Kompromiss zu schließen.

Leider ist es so, dass ich in dieser bzw. ähnlich gelagerten Diskussionen im Forum vielfach die gleiche Geisteshaltung wiederfinde, die auch Vogelschützer und den NABU "auszeichnet" , eine ideologisch "festgemauerte" Position, die ohne Rücksicht auf ihre Folgen in der konkreten Situation, die einmal als richtig erkannten Ideale durchzuziehen versucht, auch wenn dabei rundum "verbrannte Erde" zurückbleibt.

Um Missverständnisse vorzubeugen : Ich meine nicht die zahlreichen Kollegen, die mühevoll- auch gegen die "Viel- Kilo- Fischer" nachhaltigen Bestandsaufbau und - pflege betreiben, sondern die, die sich in iher Gewässerökologie-über- alles- Position so eingemauert haben, dass sie den Kopf nicht mal mehr nach rechts oder links drehen können.

Gruß Werner

Verfasst: 06.02.2005, 17:06
von troutteaser
Ich möchte kurz was klarstellen:

@ratschan:

> Logischerweise sind aber viele Strecken schon aufgrund der Wasserqualität und der
> Bedrohung durch den "schwarzen Tod" nicht für den Besatz mit Bachforellen geeignet.
> Das gilt wohl leider für eine ganze Reihe bayrischer Gewässer.

Hallo, ich habe mich wohl nicht ganz präzise ausgedrückt. Ich meinte mit "schwarzem Tod" nicht den Kormoran, sondern den mystriösen Tod von Bachforellen durch schädliche Wasserinhaltsstoffe. Die betroffenen Fische sind z.T. schwarz gefärbt und hin und wieder findet man verendete Fische. Die Krankheit und deren Ursachen sind bisher noch nicht vollständig erforscht, Fakt ist aber wohl, das sie (wesentlich) durch Wasserinhaltstoffe verursacht wird, Regenbogen und Äschen sind nach meinen Infos bisher nicht daran erkrankt.

Nur zur Info, und bitte auch bei Kritik etwas sachlicher diskutieren.

Viele Grüße,

Emil

Verfasst: 06.02.2005, 17:15
von sepp
[QUOTE]Original geschrieben von troutteaser
@Sepp

Wie ist denn das in deinem Verein? Wann und wo setzt ihr Regenbogenforellen und wo ausschließlich Bachforellen? Und welche Strategie steckt dahinter?

Servus Emil
In meinem Verein halten wir es, das in Gewäsern, in denen Äschen und Bachforellen sich selbst erhalten, nicht oder kaum, und wenn dann nur mit Brut besetzt wird. Inden großen Gewässern, die eigentlich Äschenstrecken (ohne Äschenaufkommen z.Z.) sind werden auch RBF besetzt. Da es sich um Vereinsgewässer handelt, unterliegt die Bewirtschaftung anderen Zwängen als Privatstrecken.
Gruß Sepp

Verfasst: 06.02.2005, 18:46
von roland k
wie steht ihr zu den Besatz von Bachsaiblingen? Wo fühlt der sich wohl und wie sieht es für unsere BF aus? Muss oder kann die sich behaupten in einem Nahrungsreichen Wiesenbach oder wird die durch Saiblinge verdrängt? Kann man parallelen zu der RF ziehen?

Roland

Verfasst: 06.02.2005, 20:20
von stekus
Fallbeispiel (muss nicht allgemein Gültig sein!):

Ein See in Schweden, mit Seeforellenbestand, und Forellen in den Seitenbächen. Nehme an die mischen sich auch ein bischen durch!? In den Seitenbächen die mit Strom abgefischt wurden und es Bachsaibling gab war aber von Forellen nix mehr zu sehen!

Zu Schweden muss man aber sagen, dass die Bachsaiblinge, da sie aus Nordamerika kommen wie der in Schweden so gehasste Salmonidenräuber "Mink" (Nerz - aber eben nicht der Europäsiche - vom Aussterben bedroht!), diese schon kennen. Ist ein natürliches Räuber-Beute Verhältniss. Bei Mink - BF ist das nicht gegeben. Daher werden BF auch von den Minken leicher erwischt. So erklähre ich mir das überhandnehmen der BS. Inwiefern man das auf Gewässer übertragen kann wo kein "Minkproblem" vorhanden ist, ist halt fraglich!

Verfasst: 06.02.2005, 20:49
von sepp
Grias Di Werner
Ich wollte Deine Meinung und die Anderer nicht kritisieren, weil ich zu wenig über dieses Thema weis. Was mir aber immer wieder auffällt, ist das sich in den Mittelläuffen der Salmonidenflüße selten BF etabliert haben, sondern als es sie noch gab, Äschen vorherrschend waren. Da ist es schon möglich, das die RBF diese Lücke füllen kann. Ohne jede Verantwortung.
Sepp

Verfasst: 06.02.2005, 20:51
von sepp
PS
Ich meine natürlich "ohne jede Verantwortung meinerseits für diese Meinung"
Sepp

Verfasst: 07.02.2005, 08:25
von squid77
@Emil,

Den "schwarzen Tod" nennt man auch PKD und ist in Bayern und bei uns in der Schweiz leider ziemlich verbreitet, so ebenfalls in meinem Hausgewässer.

Die BF-Population ist sozusagen = Null

Gruss Pascal