Verfasst: 04.02.2005, 08:51
Hallo Leitln, seavas Thomas!
also jetzt platzt mir bald der Kragen, da wird aus heiterste vom Wiederansiedeln von Döbeln, Bachforellen, Elritzen, und sogar Insekten gesprochen ... Wieso glaubt ihr muss bei euch unbedingt besetzen?
Ist leider immer die Reaktion der Fischer "Man muß was tun", und in Wirklichkeit ist's am gscheitesten man macht gar nix.
Wie lange ist denn diese Restrukturierungsstrecke gar? Wurde durch die Baumaßnahmen der gesamte Bestand vernichtet? Gibt's leicht oberhalb keine Fischbestände? Ist der Bereich unten durch unpassierbare Querbauwerke abgeschnitten?
Sonst würd ich mal empfehlen: Macht's mal gar nix mit Besatz, und schaut's ein Jahr nach Bau mal elektrisch rein: Ich trau mir wetten, ihr werdet euch wundern, was da alles schwimmt.
Ich habe derartige Erfahrungen gemacht, ist halt so, wenn die ökologischen Nischen nicht besetzt sind, dann explodiert am Anfang das System (meist allerdings zu Beginn oft einige wenige Arten).
So war es zumindest am Wienfluss und am Marchfeldkanal in Österreich.
Wenn ihr wirklich was für das Gewässer tun wollt, dann spart euch das Geld für Besatz und kauft dafür Uferrandstreifen, baut Rauhbäume als Fischeinstand ein (wie Royal Coachman so treffend vorschlägt), oder richtet die Zubringer her.
Zur Bachforellen - Problematik noch: Der entscheidende Punkt sind meiner Meinung nach einerseits geeignete Einstände und andererseits die sommerlichen Maximaltemperaturen.
Wenn diese über viele Wochen über 20°C liegen oder akut über 26°C, dann ist nix mit Bachforellen, das Gewässer eignet sich maximal als "ein paar wochen im Jahr Forellen - Puff".
Zu den Strukturen: Wenn wenig angeströmt (Blockwurf!), dann taugt's dem Aitel, wenn stärker angeströmt (z.B. Totholz in Prallhangbereichen)= optimal für Bachforelle.
D.h. wenn ihr die BF fördern wollt, dann schaut dass alle Schwellen etc., die die Strömungsgeschwindigkeit verringern bzw. Staubereiche schaffen, raus kommen. Damit enstehen dann auch Furten, wo die Viecher laichen können.
Viele Fischer stehen auf derartige Querbauwerke, weil sie glauben, tief ist immer gut - man fördert halt damit einerseits die Verschlammung und andererseits anspruchslose Fischarten wie den Döbel.
Ansonsten möchte ich mich den Anmerkungen von Graylingover (seavas Kollege) vorbehaltlos anschließen!
Viele Grüße und viel Erfolg,
Clemens
also jetzt platzt mir bald der Kragen, da wird aus heiterste vom Wiederansiedeln von Döbeln, Bachforellen, Elritzen, und sogar Insekten gesprochen ... Wieso glaubt ihr muss bei euch unbedingt besetzen?
Ist leider immer die Reaktion der Fischer "Man muß was tun", und in Wirklichkeit ist's am gscheitesten man macht gar nix.
Wie lange ist denn diese Restrukturierungsstrecke gar? Wurde durch die Baumaßnahmen der gesamte Bestand vernichtet? Gibt's leicht oberhalb keine Fischbestände? Ist der Bereich unten durch unpassierbare Querbauwerke abgeschnitten?
Sonst würd ich mal empfehlen: Macht's mal gar nix mit Besatz, und schaut's ein Jahr nach Bau mal elektrisch rein: Ich trau mir wetten, ihr werdet euch wundern, was da alles schwimmt.
Ich habe derartige Erfahrungen gemacht, ist halt so, wenn die ökologischen Nischen nicht besetzt sind, dann explodiert am Anfang das System (meist allerdings zu Beginn oft einige wenige Arten).
So war es zumindest am Wienfluss und am Marchfeldkanal in Österreich.
Wenn ihr wirklich was für das Gewässer tun wollt, dann spart euch das Geld für Besatz und kauft dafür Uferrandstreifen, baut Rauhbäume als Fischeinstand ein (wie Royal Coachman so treffend vorschlägt), oder richtet die Zubringer her.
Zur Bachforellen - Problematik noch: Der entscheidende Punkt sind meiner Meinung nach einerseits geeignete Einstände und andererseits die sommerlichen Maximaltemperaturen.
Wenn diese über viele Wochen über 20°C liegen oder akut über 26°C, dann ist nix mit Bachforellen, das Gewässer eignet sich maximal als "ein paar wochen im Jahr Forellen - Puff".
Zu den Strukturen: Wenn wenig angeströmt (Blockwurf!), dann taugt's dem Aitel, wenn stärker angeströmt (z.B. Totholz in Prallhangbereichen)= optimal für Bachforelle.
D.h. wenn ihr die BF fördern wollt, dann schaut dass alle Schwellen etc., die die Strömungsgeschwindigkeit verringern bzw. Staubereiche schaffen, raus kommen. Damit enstehen dann auch Furten, wo die Viecher laichen können.
Viele Fischer stehen auf derartige Querbauwerke, weil sie glauben, tief ist immer gut - man fördert halt damit einerseits die Verschlammung und andererseits anspruchslose Fischarten wie den Döbel.
Ansonsten möchte ich mich den Anmerkungen von Graylingover (seavas Kollege) vorbehaltlos anschließen!
Viele Grüße und viel Erfolg,
Clemens