Wurfprobleme in der Praxis

Fliegenwerfen - wie geht das eigentlich? Wie kann ich meine Leine effektiver ausbringen und Fehler ausmerzen? Was hat es mit den AFTMA-Klassen auf sich? Was sind Spezial- und Trickwürfe? Fragen über Fragen! Hier könnt Ihr Euch gegenseitig helfen.

Moderatoren: Maggov, Forstie, Michael., Olaf Kurth

Streamdance2

Re: Re: Double Spey

Ungelesener Beitrag von Streamdance2 »

Original geschrieben von Rolf Schwartz


Guck dir mal den Platz nach hinten an der nötig ist.

Gruss Rolf
Danke für das Video.
Dann guck mal wie weit die Schlaufe beim 2. Wurf nach hinten geht. Und du siehst sogar noch die Büsche wackeln in denen er hinten hängen bleibt :)

Der Double Spey ist sicherlich eine Möglichkeit. Aber auch nicht die Ideallösung.

gruß
SD2:rolleyes:
TorstenHtr

Ungelesener Beitrag von TorstenHtr »

Hallo,

SD2 hat vollkommen Recht, auch beim Double Spey braucht der D-Loop jede Menge Platz, im Video ist das max. ein 12-15m Wurf. Auf 20m ist das entsprechend mehr, da kann diese Stelle gar nicht so eng gewesen sein.
Wahrscheinlich hätte es dann auch ein Steeple/Pendulum Cast mit Richtungswechsel getan. Naja, wenn ich lese das eine 45er Forelle ins Backing rauscht kann ich die Glaubwürdigkeit des Postings gut einschätzen ..

Bis dann..
Torsten
Streamdance2

Ungelesener Beitrag von Streamdance2 »

Hallo royal coachman
Der Unterschied zwischen Switch Cast und (forward :) ) Spey Cast ist einzig und alleine , dass die Schnur beim Spey Cast mehr Wasserkontakt hat. Die Wurfmechanik ist die selbe wie beim Switch Cast. Die Schlaufe brauchst du in jedem Falle sonst wird sich der Wurf nicht entwickeln. Der Kreuzungspunkt Schnur-Wasseroberfläche muß auf Höhe des Werfes oder kurz dahinter sein. Mit einer Zweihandrute kannst du das durch die Rutenlänge vielleicht etwas ausmerzen. Mit einer Einhandrute wirst du kaum einen Wurf hin bekommen wenn du nicht eine ausgebildete Schlaufe nach hinten wirfst.

gruß

Hab ich noch bei FFF-Europe gefunden:
• Switch Cast = moderne Art des langen “Luftrollwurfes” mit stark reduziertem Wasserkontakt (wie Unterhand Wurf jedoch mit gewöhnlichen Fliegenschnüren anstelle von Schussköpfen) mit leicht seitlicher Rutenposition
• Forward Spey Cast = traditionelle Art des langen Rollwurfs mit mehr Wasserkontakt und einer aufrechteren, annähernd senkrechten Rutenposition
Zuletzt geändert von Streamdance2 am 17.04.2005, 21:54, insgesamt 1-mal geändert.
Royal Coachman
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Ungelesener Beitrag von Royal Coachman »

Hallo Streamdance !

Wenn ich das so werfen würde wie auf dem Video wäre sicherlich nichts zu machen, aber man muß diesen Wurf dynamisieren. Im Video schlägt der eine Schlaufe, da ist doch die gesamte Schnur am Fliegen, das stimmt doch nicht.

Die Schnur wird heraufgezogen und liegt dann am Wasser und jetzt kommt die dynamische Schlaufe und die liegt erstens nicht auf der Wasseroberfläche auf sondern wird mit Zugunterstützung schräg nach oben abgeschossen. In diesen Demonstrationsvideos wird immer mit ganz langsamen Bewegungen gearbeitet um das Ganze anschaulich zu gestalten, doch wie Du aus Deiner Praxis sicher weißt, geht das in Wirklichkeit in viel schnellerem Tempo vonstatten.

Der Unterschied liegt doch in der Richtung, beim Switch kommt die Schnur auf Dich zugeflogen und setzt dann auf, beim Double Spey ziehe ich die Schnur herauf und schlage dann die Doppelschlaufe, das ist doch etwas ganz anderes und hat allein schon durch die verschiedenen Bewegungsabläufe wenig miteinander zu tun. Der Halt für die Rutenaufladung kommt nur durch die Haftung der Schnur am Wasser zu Stande und im Video hat der keine Schnur mehr am Wasser und dadurch dieses riesige Schlaufenungetüm, für mich ist das kein korrekter Double Spey, da habe ich in englischen Videos schon ganz anderes gesehen

meint euer

Royal Coachman
Zuletzt geändert von Royal Coachman am 15.04.2005, 21:48, insgesamt 1-mal geändert.
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Dieter W.
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Ungelesener Beitrag von Dieter W. »

@Streamdance 2

ich widerspreche dir nur ungern, aber der wesentliche Unterschied zwischen einem Switchcast und einem Speycast besteht darin, dass der Spey ein Richtungswechelwurf ist, der Switch ein Geradeauswurf (deshalb auch Forward-Spey genannt).

Ich habe die geschilderte Situation am Wasser nachgestellt (hinter mir im Abstand von weniger als 1m Bäume und Büsche). Mit dem Double-Spey war es mir nicht möglich auf die 20 Meter zu kommen. Dann habe ich die Leine mit einem Rollwurf auf ca 15 Meter ausgelegt und einen Switchcast ausgeführt. Die D-Loop lag dabei genau neben mir (oder sogar leicht vor mir). Aus der Bewegung heraus den Switchcast ausgeführt und in war auf der besagten Distanz.

Auch mit dem Rollwurf habe ich es versucht, auch dies ist möglich. R.C. schreibt, das Schilf ist ca. 50cm hoch. Nun, der Rollwurf ist ein "Deadline"-Cast, d.h. die Leine liegt ruhend neben dem Werfer. Ich kann also sehr genau kontrollieren was passiert. Aber ! ich bin mir sehr sicher, dass der durchschnittliche Werfer keinesfalls die 20m mit dem Rollwurf erreicht (SalmoSalar, hast du es mal versucht ? Ich kenne jede Menge Werfer, die diese Distanz nicht mal mit dem Switchcast packen...)

Wie dem auch sein. ich mir sehr sicher, dass die geschilderte Situation nur von guten bis sehr guten Werfern gelöst werden kann. Ansonsten hilft wirklich nur die Motorsäge , wie R.C. schon richtig erkannt hat ...:-))

Beste Grüße

Dieter Weiler
.... einfach Fliegenfischen
Royal Coachman
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Ungelesener Beitrag von Royal Coachman »

Hallo Dieter !

Schau mal in Deine PN !

freundlichst

Royal Coachman
Der immer auf Seiten der Fische steht!
Streamdance2

Ungelesener Beitrag von Streamdance2 »

Original geschrieben von royal coachman
Hallo Streamdance !

Die Schnur wird heraufgezogen und liegt dann am Wasser und jetzt kommt die dynamische Schlaufe und die liegt erstens nicht auf der Wasseroberfläche auf sondern wird mit Zugunterstützung schräg nach oben abgeschossen. In diesen Demonstrationsvideos wird immer mit ganz langsamen Bewegungen gearbeitet um das Ganze anschaulich zu gestalten, doch wie Du aus Deiner Praxis sicher weißt, geht das in Wirklichkeit in viel schnellerem Tempo vonstatten.

Der Unterschied liegt doch in der Richtung, beim Switch kommt die Schnur auf Dich zugeflogen und setzt dann auf, beim Double Spey ziehe ich die Schnur herauf und schlage dann die Doppelschlaufe, das ist doch etwas ganz anderes und hat allein schon durch die verschiedenen Bewegungsabläufe wenig miteinander zu tun. Der Halt für die Rutenaufladung kommt nur durch die Haftung der Schnur am Wasser zu Stande und im Video hat der keine Schnur mehr am Wasser und dadurch dieses riesige Schlaufenungetüm, für mich ist das kein korrekter Double Spey, da habe ich in englischen Videos schon ganz anderes gesehen

meint euer

Royal Coachman
Nun ja vielleicht habe ich bislange den Double Spey falsch geworfen und lasse mich jetzt eines besseren Belehren. Vielleicht kann Dieter W. als FFF Instruktor den Double Spey nochmal genauer erläutern.

Ich frage mich immernoch wenn du mit 14 Metern Schnur die du Backhand nach links wirst dann weiter machst. Das Vorfach sollte nun auf deiner höhe das Wasser berühren. Nun wird wieder auf die rechte Seite eine Schlaufe umgelegt und das alles mit 14 Metern Schnur und einer Einhandrute? Du mußt doch die ganze Schnur umlegen sonst kommt es beim Wurf dann zu einer Kreuzung zwischen Vorfach und Schnur. Und dies möchtest du ohne nach hinten ausgeprägte Schlaufe mit so viel Wasserkontakt schaffen?
Fragen über Fragen...:confused:
Streamdance2

Ungelesener Beitrag von Streamdance2 »

@royal coachman
Hier noch ein Video bei welchem nach meinem Ermessen nach der Double Spey richtig geworfen wird.

speycast.co.uk

Wieder sieht man wie die ausgeprägte große Schlaufe die nach hinten geworfen wird. :confused:
TorstenHtr

Ungelesener Beitrag von TorstenHtr »

Hallo SD2,

Ich denke du liegst schon richtig, ich weiss nicht was RC beschreibt, IMHO ist der Double Spey im Video völlig korrekt ausgeführt. Wieviel Schnur auf dem Wasser liegen soll ist nicht definiert, ich persöhnlich versuche das zu minimieren (nur Vorfach auf dem Wasser), weil bessere Präsentation.
Der "sweep" dient in erster Linie zur Repositionierung des D-Loops, der Rest erfolgt dann genauso wie jeder andere dynamische Rollwurf.

Paul hat das recht gut beschrieben:
http://www.sexyloops.com/flycasting/tdo ... ight.shtml

Bis dann..
Torsten
Rolf Schwartz

Ungelesener Beitrag von Rolf Schwartz »

Guten Abend!

Ich hab hier was überlesen.
Original geschrieben von royal coachman

Stillwater (kleiner See, ginklares Wasser), Unterholz mit Bäumen bis ans Ufer, davor ein ca 3m breiter Schilfgürtel (Höhe ca 50 cm), danach Abbruchkante, die ein Weiterwaten mit den Schaftstiefeln unmöglich macht.
.

Schaftstiefel..

Jeder andere wäre vermutlich samt Hose reingegangen. :D
Die feuchte Unterhose bringt noch den entscheidenden Meter,
dann kommt der double spey. Eine d-loop mit 4m hinten reißt eine ganze Menge raus. Ich werd das beizeiten mal messen. Bis dahin halte ich mich
raus!

Gruss Rolf
Streamdance2

Ungelesener Beitrag von Streamdance2 »

Original geschrieben von Rolf Schwartz
Ich werd das beizeiten mal messen. Bis dahin halte ich mich
raus!

Gruss Rolf
Ach warum denn, ist doch ganz interesant. Wir treffen uns mal und werfen einen Double Spey. Wer hinten hängen bleibt muß dann immer einen Schritt nach vorne gehen:D :D :D
Royal Coachman
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Ungelesener Beitrag von Royal Coachman »

Hallo Freunde !

Der Unterschied zu dem Wurf den ich meine, ist genau so wie "Normale Rolle" zu "Switch Cast".

Die Leine wird kurz angeswitcht und sodaß sich ca 1m links vom Werfer ein Schnurbogen bildet, dann wird die Rute nach rechts hinten geführt und in dem Augenblick, wo sich der Schnurbauch nach hinten zu bilden beginnt, mit gleichmäßiger Zugunterstützung abgeschossen. Der richtige Augenblick für den Abschuss ist leicht erfühlbar, da bei der Bogenbildung ein leichter Druck auf der Rute entsteht. Der Schnurbogen ist um vieles kleiner als beim normal ausgeführten Double Spey, die Bewegungen sind aber ebenso gleitend, müssen aber dem ersten Schnurbogen (Lage und Größe) sowie der Strömungsgeschwindigkeit angepasst werden.

Man könnte es als geswitchter Double Spey bezeichnen (wenn man will).
Diesen Wurf verwende ich seit Jahren auch auf kürzere Distanzen, da wie schon erwähnt die Beunruhigung in der Wurflinie stehender und dann flüchtender Fische in den Gewässern, die ich die Ehre habe zu befischen, doch eine nicht unbedeutende Rolle spielt und man meistens nur einen Versuch hat.

SD2 : in Deinem Video wirft ein Linkshänder !

Torsten:
es handelt sich in diesem Gebirgssee um reine Wildbestände, es wurde auch niemals Besatz eingebracht, das Vorfach hatte 0,14 mm und diese Kraftpakete flüchten dort nach dem Anhieb sofort zu ihren am anderen Ufer befindlichen Unterständen.


Probiert es doch einfach mal aus

meint euer
Royal Coachman

PS: beim einfachen Spey ist das nicht möglich, da sofort eine Kreuzung der Leine eintritt !
Der immer auf Seiten der Fische steht!
TorstenHtr

Ungelesener Beitrag von TorstenHtr »

Hallo,

Ich vermute du wirfst mehr ein Art Snap Cast als einen Double Spey.
Was die Wurfweite betrifft, denke ich mal viel mehr als 15m lässt sich bei einem solchen starken Richtungswechsel nicht herrausholen. 20m ist z.B. schon ein sehr guter Wurf mit einem Switch Cast/Single Spey wenn du watest.

Naja, heute war ich an einer Kiesgrube wo weder Switch noch Spey ging, wegen steil abfallenden Ufer. Das einzigste was ging war ein ordinärer Rollwurf, immerhin hat das noch ein paar Plötzen und Ukels gebracht.

Ich habe mich skeptisch wegen deiner Trutte geäussert weil ich schon mehrere von dem Kaliber (bis an 50cm, und die waren gut genährt) hier gefangen habe und diese auf kürzesten Raum gedrillt habe, gut mit 18er Schnur. Nicht mal der 52er Karpfen den ich letztes Jahr gefangen habe ist ins Backing gerannt ..

Bis dann..
Torsten
Royal Coachman
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Ungelesener Beitrag von Royal Coachman »

Hallo Torsten !

Das mit den Bachforellen und ihrer Kampfkraft ist schon sehr unterschiedlich,
vorige Saison hab ich bei einem Drill einer 56iger Bachforelle zugesehen, die hat sich ausschließlich gewälzt. Deshalb auch meine Verblüffung nach dieser rasanten Flucht, da gibt es nämlich auch Seeforellen, zwar nicht viele aber doch.

Eine erfolgreiche Saison wünscht Dir

Gebhard
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Streamdance2

Ungelesener Beitrag von Streamdance2 »

Original geschrieben von royal coachman


SD2 : in Deinem Video wirft ein Linkshänder !

Das ist doch egal. ;)

Um nochmal alles fest zu halten. Das was du wirfst ist eine Eigenkreation und kein Traditonal Double Spey Cast.

@ Dieter W.
Als FFF-Instruktor müsstest du doch diesen Wurf kennen den GF manchmal auf Messen zeigt. Wenn ich mich richtig erinnere fliegt die Schnur senkrecht nach oben und wird dann über eine Rolle nach vorne umgeleitet. Nach Angaben von GF kann man so direkt an einer Mauer fischen. Ich hab den Wurf mal gesehen, weiß aber leider den Namen nicht mehr.

gruß
SD2
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