Verfasst: 19.04.2006, 22:38
Hallo Pascal,
eigentlich hast du alles selbst schon richtig beantwortet. Aber für die anderen, die sich mit dieser Problematik noch nicht so intensiv befasst haben, das Ganze noch mal etwas anschaulicher.
Die Aussage, dass der Overlap um 90 Grad zur stabilen "weichen Seite" versetzt ist, kann natürlich nicht 100 %ig richtig sein.
Überhaupt kann man nicht sagen, dass es nur jeweils eine scharf abgegrenzte harte und eine weiche Seite gibt, wie es bei einer Rute mit ovalem Querschnitt oder z.B. einer nicht quadratischen Vierkantrute eher zuträfe.
Beim Wickeln einer trapezförmigen Matte um einen konischen Dorn (Mandrel) ergibt sich als Resultat häufig eine nicht genau längs laufende oder sich gleichmäßig verjüngende Überlappung. Manchmal finden sich wendelförmige Überlappungen von 0 bis 360 Grad.
Als Anschauungsbeispiel wickel mal ein trapezförmig zugeschnittenes Blatt Papier zu einer konischen Röhre und sieh dir die Überlappung an.
Als weiteres Beispiel nimm einen runden Holzstab, raspele eine in Längsrichtung verlaufende Fläche daran und du hast das Gegenteil von einem Overlap, nämlich eine "weiche Seite", auf der auch die Ringe angewickelt wären.
Der volle Durchmesser, die "harte Seite", er entspricht bei diesem Beispiel dem Overlap, wäre bei einer Biegung des Stabes um 90 Grad zur weichen Seite versetzt.
Die Frage, ob der Overlap nun links oder rechts liegt, kann deshalb unabhängig der Definition wo links oder rechts ist, auch bei einem eindeutigen Overlap wohl nur von "Deutern" eindeutig gefühlt werden.
Raspel nun noch eine aber nicht gegenüberliegende, d.h. um genau 180 Grad sondern z.B. nur um 60 Grad versetzte Fläche an den Holzstab. Schon bei der Betrachtung des Stabes wird klar, dass es jetzt zwei weichere Seiten, die einer Biegung weniger Widerstand entgegen setzen, geben muss.
Weil bei der Blankherstellung vieles zusammenkommt, sind der "Overlap" oder die manchmal um etwa 90 Grad versetzte "weiche Seite" häufig nicht präzis zu bestimmen, manchmal sind zwei Stellen härter oder es ist ein breiterer Bereich, der sich beim Drehen nur gering verändert, häufig ändert sich über die Länge des Blanks gesehen auch die Lage des Overlaps.
Bei elastisch zu beanspruchenden Materialien wie Kohlefasern rechnet man sowohl beim Strecken wie beim Stauchen mit den gleichen Werten, d.h. bei symmetrischen Querschnitten liegt die neutrale unbeanspruchte Faser in der Mitte, die Zugkräfte entsprechen in ihrer Größe den Druckkräften.
Auch wenn ich Fliegenruten nicht selbst baue, suche ich diese doch nach meinen Vorstellungen einer gelungenen Angelrute aus. Um die Ringanordnung zu prüfen, fasse ich die zusammengesteckte Rute mit zwei Fingern an der Spitze und hebe dann die Rute mit dem gestreckten Zeigefinger der anderen Hand an verschiedenen Stellen an, um zu sehen, ob die Ringe oben auf dem Blank angewickelt sind und fluchten.
Stehen die Ringe zur Seite, sind diese also auf dem Overlap oder gegenüber angewickelt, entscheide ich über Kauf oder Nichtkauf erst nach Probewürfen.
Liebe Grüße Fly-Ing
P.S. Noch eine Bemerkung zu diesem Thread: Es ist angenehm, mit Leuten zu diskutieren, die an einem Thema wirklich interessiert sind. Dann macht der Gedankenaustausch nicht nur Sinn sondern auch Spaß, auch bei solch einem abgedroschenen Thema!
eigentlich hast du alles selbst schon richtig beantwortet. Aber für die anderen, die sich mit dieser Problematik noch nicht so intensiv befasst haben, das Ganze noch mal etwas anschaulicher.
Die Aussage, dass der Overlap um 90 Grad zur stabilen "weichen Seite" versetzt ist, kann natürlich nicht 100 %ig richtig sein.
Überhaupt kann man nicht sagen, dass es nur jeweils eine scharf abgegrenzte harte und eine weiche Seite gibt, wie es bei einer Rute mit ovalem Querschnitt oder z.B. einer nicht quadratischen Vierkantrute eher zuträfe.
Beim Wickeln einer trapezförmigen Matte um einen konischen Dorn (Mandrel) ergibt sich als Resultat häufig eine nicht genau längs laufende oder sich gleichmäßig verjüngende Überlappung. Manchmal finden sich wendelförmige Überlappungen von 0 bis 360 Grad.
Als Anschauungsbeispiel wickel mal ein trapezförmig zugeschnittenes Blatt Papier zu einer konischen Röhre und sieh dir die Überlappung an.
Als weiteres Beispiel nimm einen runden Holzstab, raspele eine in Längsrichtung verlaufende Fläche daran und du hast das Gegenteil von einem Overlap, nämlich eine "weiche Seite", auf der auch die Ringe angewickelt wären.
Der volle Durchmesser, die "harte Seite", er entspricht bei diesem Beispiel dem Overlap, wäre bei einer Biegung des Stabes um 90 Grad zur weichen Seite versetzt.
Die Frage, ob der Overlap nun links oder rechts liegt, kann deshalb unabhängig der Definition wo links oder rechts ist, auch bei einem eindeutigen Overlap wohl nur von "Deutern" eindeutig gefühlt werden.
Raspel nun noch eine aber nicht gegenüberliegende, d.h. um genau 180 Grad sondern z.B. nur um 60 Grad versetzte Fläche an den Holzstab. Schon bei der Betrachtung des Stabes wird klar, dass es jetzt zwei weichere Seiten, die einer Biegung weniger Widerstand entgegen setzen, geben muss.
Weil bei der Blankherstellung vieles zusammenkommt, sind der "Overlap" oder die manchmal um etwa 90 Grad versetzte "weiche Seite" häufig nicht präzis zu bestimmen, manchmal sind zwei Stellen härter oder es ist ein breiterer Bereich, der sich beim Drehen nur gering verändert, häufig ändert sich über die Länge des Blanks gesehen auch die Lage des Overlaps.
Bei elastisch zu beanspruchenden Materialien wie Kohlefasern rechnet man sowohl beim Strecken wie beim Stauchen mit den gleichen Werten, d.h. bei symmetrischen Querschnitten liegt die neutrale unbeanspruchte Faser in der Mitte, die Zugkräfte entsprechen in ihrer Größe den Druckkräften.
Auch wenn ich Fliegenruten nicht selbst baue, suche ich diese doch nach meinen Vorstellungen einer gelungenen Angelrute aus. Um die Ringanordnung zu prüfen, fasse ich die zusammengesteckte Rute mit zwei Fingern an der Spitze und hebe dann die Rute mit dem gestreckten Zeigefinger der anderen Hand an verschiedenen Stellen an, um zu sehen, ob die Ringe oben auf dem Blank angewickelt sind und fluchten.
Stehen die Ringe zur Seite, sind diese also auf dem Overlap oder gegenüber angewickelt, entscheide ich über Kauf oder Nichtkauf erst nach Probewürfen.
Liebe Grüße Fly-Ing
P.S. Noch eine Bemerkung zu diesem Thread: Es ist angenehm, mit Leuten zu diskutieren, die an einem Thema wirklich interessiert sind. Dann macht der Gedankenaustausch nicht nur Sinn sondern auch Spaß, auch bei solch einem abgedroschenen Thema!