Verfasst: 05.06.2006, 11:32
Liebe Leute,
bei Google-Bilder findet man ja wirklich die tollsten Sachen, die als Palaretta ausgegeben werden - bis hin zur Alexandra. Stefan, Du hast das richtige Muster doch sicher schon ermittelt? Da kamen doch bestimmt PNs?
Das Verschwinden alter Muster mag auch mit den Gepflogenheiten der Händler zusammenhängen, die vielfach statt preiswerter, simpler Fliegen teurere Exemplare vorrätig haben. Außerdem mag speziell der Negativtrend der P. darauf zurückzuführen sein, daß sie - soweit ich weiß - wie die Alexandra eine dieser Fliegen ist, von der wir nicht wissen, warum die Fische sie überhaupt nehmen, denn sie imitiert ja doch kein reales Insekt (oder irre ich mich?). Ist aber wirklich ulkig: Noch vor zwanzig, dreißig Jahren war die P. wirklich bei jedem Fliefi vorhanden, und zwar in einer ganzen Reihe von Exemplaren. Und ich habe vor ein paar Jahren mal einen großen Fliegenbestand eines fabelhaften Fliegenfischers geerbt, in dem sich speziell im Bezug auf diese Fliege zwei interessante Sachverhalte finden:
1. In allen zwölf Schachteln, die er abwechslend (je nach Jahreszeit, Wetter, Gewässer usw.) mit ans Wasser nahm, ist die Palaretta vertreten (wie übrigens auch die Alexandra) - sie war für ihn offenbar eine Allzweckwaffe.
2. Wunderbarerweise hat er über mehr als zwanzig Jahre hinweg (für die Zeit zwischen 1947 und 1969) ein genaues Notizbuch geführt, in dem jeder einzige Fisch, den er fing, aufgeführt ist - mit Bemerkungen über Uhrzeit, Witterung, Fliege. Das ist mir schon oft unglaublich nützlich gewesen; aus diesem Buch habe ich viel, viel gelernt. Dort ist die Palaretta - ich habe jetzt eigens noch einmal nachgeschaut - statistisch eines der erfolgreichsten Muster überhaupt. Ulkigerweise habe ich aber nicht eine einzige Äsche gefunden, die mit der P. gefangen wurde!
Übrigens: Man wird grün vor Neid, wenn man dieses alte Fangbuch liest. Speziell die Eder, wo er zumeist war, muß damals einen Fischbestandgehabt haben, von dem man heute noch nicht einmal zu träumen wagt.
Es spricht wirklich gar nichts dagegen, die alten Muster zu reaktivieren - die diesbezüglichen Vorschläge sind fabelhaft.
Zwischenfazit: Offenbar galt eine Zeitlang die Maxime: Was zu simpel ist, taugt nichts. Das hing vielleicht auch damit zusammen, daß viele Gewässer in der Zeit der ärgsten Umweltverschmutzung kaum noch Fische enthielten.
Ich denke, daß im Gegenteil gerade einige der allersimpelsten Gebinde noch immer höchst erfolgreich sind. Man nehme: einen Haken, ein Stück grauen Wollfaden, tüdele das Ganze höchst eilig und unsauber irgendwie zusammen - und fange seine Äsche.
Herzlichst
Euer Frank
bei Google-Bilder findet man ja wirklich die tollsten Sachen, die als Palaretta ausgegeben werden - bis hin zur Alexandra. Stefan, Du hast das richtige Muster doch sicher schon ermittelt? Da kamen doch bestimmt PNs?
Das Verschwinden alter Muster mag auch mit den Gepflogenheiten der Händler zusammenhängen, die vielfach statt preiswerter, simpler Fliegen teurere Exemplare vorrätig haben. Außerdem mag speziell der Negativtrend der P. darauf zurückzuführen sein, daß sie - soweit ich weiß - wie die Alexandra eine dieser Fliegen ist, von der wir nicht wissen, warum die Fische sie überhaupt nehmen, denn sie imitiert ja doch kein reales Insekt (oder irre ich mich?). Ist aber wirklich ulkig: Noch vor zwanzig, dreißig Jahren war die P. wirklich bei jedem Fliefi vorhanden, und zwar in einer ganzen Reihe von Exemplaren. Und ich habe vor ein paar Jahren mal einen großen Fliegenbestand eines fabelhaften Fliegenfischers geerbt, in dem sich speziell im Bezug auf diese Fliege zwei interessante Sachverhalte finden:
1. In allen zwölf Schachteln, die er abwechslend (je nach Jahreszeit, Wetter, Gewässer usw.) mit ans Wasser nahm, ist die Palaretta vertreten (wie übrigens auch die Alexandra) - sie war für ihn offenbar eine Allzweckwaffe.
2. Wunderbarerweise hat er über mehr als zwanzig Jahre hinweg (für die Zeit zwischen 1947 und 1969) ein genaues Notizbuch geführt, in dem jeder einzige Fisch, den er fing, aufgeführt ist - mit Bemerkungen über Uhrzeit, Witterung, Fliege. Das ist mir schon oft unglaublich nützlich gewesen; aus diesem Buch habe ich viel, viel gelernt. Dort ist die Palaretta - ich habe jetzt eigens noch einmal nachgeschaut - statistisch eines der erfolgreichsten Muster überhaupt. Ulkigerweise habe ich aber nicht eine einzige Äsche gefunden, die mit der P. gefangen wurde!
Übrigens: Man wird grün vor Neid, wenn man dieses alte Fangbuch liest. Speziell die Eder, wo er zumeist war, muß damals einen Fischbestandgehabt haben, von dem man heute noch nicht einmal zu träumen wagt.
Es spricht wirklich gar nichts dagegen, die alten Muster zu reaktivieren - die diesbezüglichen Vorschläge sind fabelhaft.
Zwischenfazit: Offenbar galt eine Zeitlang die Maxime: Was zu simpel ist, taugt nichts. Das hing vielleicht auch damit zusammen, daß viele Gewässer in der Zeit der ärgsten Umweltverschmutzung kaum noch Fische enthielten.
Ich denke, daß im Gegenteil gerade einige der allersimpelsten Gebinde noch immer höchst erfolgreich sind. Man nehme: einen Haken, ein Stück grauen Wollfaden, tüdele das Ganze höchst eilig und unsauber irgendwie zusammen - und fange seine Äsche.
Herzlichst
Euer Frank