Forelleneröffnung am 16.März!

Hier gehts rund um den Fisch. Besonderheiten, spezielle Techniken und Köderwahl auf unterschiedliche Fischarten, u.s.w.

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Olaf Kurth
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Beitrag von Olaf Kurth »

Hallo zusammen,

auch in NRW ist die Forellensaison ab 16.03. wieder eröffnet. Viele Vereine machen ihr Gewässer aber vor dem 1. April gar nicht auf. Ich war heute Mittag auch mal am Wasser, es war Hochwasser, ich bin gestolpert und lag in voller Länge im Wasser (nur der Kopf guckte noch raus). Ich war batschnass, aber der Neoprenstrampler hat das meiste abgehalten.

Unsere Fische sind konditionell in Form, typische Hungerleider habe ich nicht gefangen. Einen 38cm langen BF.-Milchner habe ich spontan für morgen zum Essen eingeladen. Ich habe ihm einen leckeren Weißweinsud versprochen........

Gruß, Olaf
Und Gott sprach zu den Steinen im Fluss: "Wollt ihr Mitglieder der UNERSCHROCKENEN werden?" Und die Steine antworteten: "Nein Herr, dafür sind wir nicht hart genug."
buselito88
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Beitrag von buselito88 »

Hallo Olaf
Petri zur schönen Forelle!! Hoffe auch noch auf eine Schöne. Werde ja bei diesem langen Wochenende welches schon beinahe an Ferien grenzt auch am Fluss sein. Hoffe jedoch dass der Wasserstand noch ein wenig sinkt, damit auch meine Nymphen und Streamer in Fischnähe kommen 8) .

Schöne Ostern

Pascal
Olaf Kurth
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Beitrag von Olaf Kurth »

Moin Daniel,

Woolys sind ja bekannte Gruppenmuster und imitieren von der dicken Hydropsyche, über Fischegel bis hin zum Kleinfisch eine breite Beute-Palette für unsere Fische. Eine starke Raubforelle hat im Strömungsschatten hinter einem Stein in der starken Strömung überhaupt keine Zeit, sich den vorbeihuschenden Wooly genauer anzusehen.

Ich versuche mit Woolys meistens Kleinfische zu imitieren, d.h. ich habe fast immer Kontakt zum Streamer, lasse ihn taumelnd absinken, verändere seine Richtung und lasse ihn wie einen kranken Fisch wieder leicht absinken. Durch den Bewegungsreiz (leichter Schwipps mit der Rutenspitze) des Woolys will ich die Standforelle interessieren. Wenn ich es gut mache, gibt es einen starken Ruck und der Köder sitzt im Oberkiefer. Es gibt aber auch scheue Fische, die nur kurz "schnuppern", sie nehmen nicht den ganzen Streamer in einem Rutsch, sondern stupsen ihn nur an. (weiß nicht, wie ich das beschreiben soll)

Bei den scheuen Fischen fühle ich förmlich, dass sie sich zwar interessieren, auch kurz zugefasst haben, aber dem Braten nicht wirklich trauen. In diesem Moment versuche ich dem Wooly nur leichte Impulse zu geben, keine schnelles Wegschwimmen, sondern so, wie es ein verletzter Fisch machen würde. Langsam aber bestimmt in Bewegung setzen. Jetzt heißt es für die Forelle "zuschnappen oder hungern" und auch die scheuen Forellen vergessen ihre Vorsicht und schnappen zu. Gerade dieses aktive Such-und-Spür-Fischen im Frühjahr hat seinen Reiz. Es müssen auch keine zentnerschweren Woolys sein, leichte 10er 12er (!) Imitationen reichen aus. Wichtig sind das verführerische Marabou-Schwänzchen, die pulsierende Hechel um den Körper und das Kopfgewicht (um ein aktives Auftauchen oder Sinken zu gewährleisten).
Da die Insektenwelt noch nicht vollends erwacht ist, bleibt der Wooly wohl im zeitigen Frühjahr der fängigste Köder.
Just my two pence............

Gruß, Olaf
Und Gott sprach zu den Steinen im Fluss: "Wollt ihr Mitglieder der UNERSCHROCKENEN werden?" Und die Steine antworteten: "Nein Herr, dafür sind wir nicht hart genug."
bernerfliegenfischer

Beitrag von bernerfliegenfischer »

Danke Olaf Kurth,
das gieng ja riesig schnell. Vielen Dank für die Infos. Werde mich nun mal ganz Speziel diesen Führungstechniken widmen und las von mir hören wenn sich erste Erfolge einstellen.
Gruss Daniel
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gespliesste
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Beitrag von gespliesste »

Hallo liebe Fischerfreunde,

Wolly Bugger, Zonker, Tungsten Nymphen Gr. 10 .... :smt022 mir blutet ein wenig das Herz.

Tiroler Hölzl, Dynamit und Netzte auf Flussbreite funktionieren auch gut, sogar im Frühjahr.

Ich empfinde sehr wenig Freude, bzw. eher Trauer wenn ich dann eine wunderschön gezeichnete 20 cm Bachforelle, von einem 6'er Streamerhacken durchbohrt einkurbele (auch mit angedrücktem Wiederhacken). Das sind mir auch die massigen Fische nicht Wert, die ich immer mal wieder zwischen dem Heer von Untermassigen an den Hacken bekomme.
Beim Werfen dieser Geschosse kommt auch keine rechte Freude auf ... aber dafür kann ich ja stromab fischen, dann brauch ich das Zeug gar nicht mehr Werfen, sondern lasse einfach abtreiben und dann einstrippen, irgendwann wird es schon zuckeln an der Rute - tut es ja auch ...
Dann frage ich mich, warum habe ich jetzt diesen grossen Fisch gefangen und um welchen Preis? Das kann mit ein wenig Glück auch meine Oma am ersten Angeltag - auch ohne Marken-Rute und dazugehöriges High Tech Equipment, wie in einer vieldiskutierten Fernsehsendung vor laufender Kamera vorgeführt.

z.B. #14'er und #16'er Goldkopf "dead drift" auf Verdacht ohne Wiederhacken bringen auch "sicher" Fische - auch im Frühjahr. Die Unterwasserwelt hält keinen Winterschlaf und an vielen Gewässern finden auch im Winter/Frühjahr schlüpfe statt.

Ich will nur eins zu denken geben, wenn wir alle nur noch Streamer und schwerstes Tungsten auf Verdacht durch unsere wundervollen Flüsse ziehen, sollten wir auch nicht mehr davon träumen Wildfische (oder Fische die sich durch naturnahen Besatz im Gewässer entwickelt haben) zu fangen, das wird nicht funktionieren - aber es macht ja auch kaum einen Unterschied ob ich eine Pelletforelle oder einen Wildfisch an den neongelben Zonker locke. Beim Trockenfliegenfischen liegen da mitunter Welten zwischen.

Ich will euch das Streamerfischen nicht grundsätzlich vermiesen und es soll jedem selbst überlassen bleiben. Ich verstehe auch, das Beute machen nach dem langem Winter für viele an erster Stelle steht. Aber vielleicht denkt der eine oder andere mal darüber nach und wendet sich nach den ersten "Erfolgserlebnissen" auch wieder anderen Herausforderungen zu. Mir persönlich wird das Streamern schnell langweilig und mir tuen auch die kleinen unerfahrenen Fische leid aus denen ich die dicken Hacken rausoperieren muss.
Wenn jemand weiss was er tut und gezielt grosse Raubforellen mit Geschick und können auf Streamer überlistet ziehe ich meinen Hut davor, aber ich habe das Gefühl das das die ganz grosse Ausnahme ist.

Nehmt es mir nicht krumm, aber bei vielen (nicht allen) der Posts geht es fast nur um die "Effektivität" der Methode. Das Fliegenfischen hat aber nach meinem Verständniss eine andere Geschichte und hoffentlich auch eine andere Zukunft. Auf der Jahreskarte von meinem Verein steht ein sehr guter Satz: "Das in jedes Mitglied gesetzte Vertrauen unterstellt einen hohen moralischen und charakterlichen Anspruch an eine sich aufzuerlegende Selbstbeschränkung im Interesse aller Vereinsmitglieder". Als Alternative kann man natürlich alles Regeln und Verbote erlassen, aber das finde ich auch nicht gut.

LG, Olaf
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bernerfliegenfischer

Beitrag von bernerfliegenfischer »

Entschuldige Olaf.
Aber um mich, meine Einstellung zum Fisch und meine Fischerei in Frage zu stellen kennst du mich und die hier herrschenden Gewässerstrukturen zu wenig. Du bist herzlich eingeladen einmal in einem nicht regelmässig besetzten Vereinsgewässer, unseren Gebirgs- und Hochgebirgsbächen, mit mir auf Forellenpirsch zu gehen und danach deine Meinung zu revidieren.
Ich mag es nun mal gar nicht wenn jemand nur seine eigenen Ansichten toleriert, ohne Kenntnis anderer Gegebenheiten, Ansichten und Meinungen.
Gruss Daniel
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gespliesste
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Beitrag von gespliesste »

Lieber Daniel,

bitte nicht persönlich nehmen, es liegt mir fern deine Einstellung in Frage zu stellen und es ging in meinem Post auch nicht um dich.

Es ist halt meine subjektive Meinung, wobei ich andere wie ich geschrieben habe auch toleriere. Sollte ich wirklich mal mit dir auf die Forellenpirsch gehen bin ich sicher auch etwas von deiner Einstellung dazulernen zu können.

LG, Olaf
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Matthias M.
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Beitrag von Matthias M. »

Hallo Daniel,

prinzipiell teile ich die Ansichten von Olaf und würde auch eingeschränkt behaupten, dass man diese Aussagen auf die Gewässer zumindest des Oberhaslis projizieren kann.
Im vorletzten und im letzten Jahr durfte ich den Anfang der Saison in den Bergen bei Schnee mit Trockenfliege erleben.
Sicher hätte ich mit "schweren Geschützen" besser gefangen bzw. effektiver gefischt, aber mit der Trockenen lief es auch nicht schlecht.
Zumindest war es für mich ein absolut schönes Erlebnis im Neuschnee mit der Trockenfliege zu fischen.
Ab kommender Woche bin ich für etwa ein halbes Jahr in der Region und werde es sicher auch nicht anders handhaben...
Ein gelungener Fischertag bedeutet für mich mehr als nur Fische fangen, wobei das jedem selbst überlassen sein sollte.

Gruß Matthias
bernerfliegenfischer

Beitrag von bernerfliegenfischer »

Na ja, da mag ich gar nichs mehr gegenhalten.
Zwei bis drei Monate Schmelzwasser im Gebirgsbach mit der trocknen.....

Gruss Daniel :wink:
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Matthias M.
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Beitrag von Matthias M. »

bernerfliegenfischer hat geschrieben:Na ja, da mag ich gar nichs mehr gegenhalten.
Zwei bis drei Monate Schmelzwasser im Gebirgsbach mit der trocknen.....
Hallo Daniel,

auf diese Gewässersituation bezogen hast du natürlich recht, dass die Chancen mit der Trockenfliege recht aussichtslos sind.
Ich bevorzuge da eher Quellbäche oder Gewässer deren Schmelzwasser gefasst wird.


Gruß Matthias
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