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Verfasst: 26.03.2008, 08:22
von horstie honk
hallo kollegen,

schön zu sehen, dass sich die spoonfly langsam etabliert.

Verfasst: 26.03.2008, 14:49
von Red Tag
Hallo!
Ich möchte nur noch kurz etwas klarstellen: an der Blechfliege rotiert nichts. Das Spinnerblatt ist aufgelötet (wegen der besseren Haltbarkeit). In der Strömung / beim Einstrippen dreht sich (und spielt) die ganze Fliege. Dies passiert auch bei anderen Fliegen (Pallietten, Magic-Heads, Wobbel-Fly, Propeller, ...) - die geringste Asymetrie reicht IMHO aus. Ich glaube auch nicht daran, das die "klassische" Spoonfly wirklich USD läuft.
Im Übrigen wird über die Fängigkeit von Fliegen immer aufgeführt: 'muss gut im Wasser spielen...' - das macht sie, mehr nicht.
Es gibt auch Bindeweisen von Fliegen, bei denen wird ein ausgeschnittenes Blättchen (Blech(folie), Kunststoff) eingebunden. Dies ist das selbe Prinzip.
Wer es ohne zu löten einmal ausprobieren möchte, kauft sich kleine Spinnerblätter, bohrt hinten noch ein weiteres kleines Loch hinein und befestigt mittels Sprengring (mini) einen Einzelhaken. Dies wäre dann allerdings tatsächlich ein Mini-Blinker und keine Blechfliege.
Persönlich fische ich auch lieber mit der Trockenen (z.B. Red Tag :) ) und verkneife mir die Blechfliege in reinen Fliegenstrecken - in Mischstrecken und im Stillwasser habe ich eher kein Problem damit.
Da sie auch erstmal auf Tiefe muss, fische ich sie in so einer Art "Wet-Fly-Swing". In der Luft macht sie ein paar geringe Geräusche (machen einige Maifliegen mit Flügeln auch) und man muss sie etwas weiter heranstrippen, da sie nicht ganz so leicht aus dem Wasser zu heben ist.
Wenn ich fischen gehe, möchte ich auch gern etwas fangen - und als "last-hope-fly" hat sie mir auch da schon geholfen.
Ich denke aber auch, dass das Muster so außergewöhnlich nun auch wieder nicht ist (nur ein wenig anders).
Wer möchte, probierts mal aus - wer nicht, der lässt es.
Viele Grüße
Rob

Verfasst: 26.03.2008, 16:12
von Volker Krause
Lieber Rob,

ich lass es!

Gruß Volker

Verfasst: 26.03.2008, 18:23
von Dirk Janßen
Red Tag hat geschrieben:Ich glaube auch nicht daran, das die "klassische" Spoonfly wirklich USD läuft.
Ja, mit dem Glauben ist das so 'ne Sache.

TL
Dirk

PS Wenn meine Digicam aus der Reparatur ist, sehen wir weiter.

Verfasst: 26.03.2008, 21:21
von Red Tag
Hallo Dirk!
Ja, mit dem Glauben ist das so 'ne Sache.
Du hast recht - ich werde es einfach ausprobieren. Es hängt sicher auch von der Stärke der Strömung ab. Ich kann mir kaum vorstellen, das die Kugelkettenaugen bei der starken Krümmung des Körpers für konsequentes USD-Laufverhalten sorgen können - lasse mich aber gern eines Besseren belehren. Leider muss mein Test noch bis zum 01.05. warten... :cry:
Vieleicht schafft es Deine DigiCam auch früher mich zu erleuchten.
Viele Grüße
Rob

Verfasst: 26.03.2008, 22:16
von Maifliege
Hallo zusammen,

ich hab solche(bzw. ähnliche) Dinger aus den Staaten, fangen gut und alles.
Ich mache aber auch mit anderen Mustern alle Bäche leer! Gehe daher da nicht mehr hin.

Aber an Mischgewässern großen Seen oder am Rhein/Elbe? Natürlich! Eine tolle "Fliege".
Kommt Fliegenfischen im Ursprung nicht von "fliegendem Köder" im Sinne von "die Schnur transportiert"? Woolys oder San Jaun Worm dürften wir bei anderer Definition auch nicht werfen und erst ne Fischimmitation oder gar ne Brotfliege auf Karpfen? Verhasst und unserer Passion unwürdig?

Ich weiß nicht, unsere Technik erlaubt so viele Möglichkeiten und Chancen, da sollte Dogmatismus kein Platz haben. Dem Gewässer angemessen ja, entscheidet aber der Pächer/Inhaber, aber kein Fliegenfischen? Niemals! Das sind mit der Schnur als Haupttransportmittel geworfene Köder, viel mehr als Jigs oder Tungstennymphen die bei den durchschnittlichen Fähigkeiten vieler Fliegenficher bestenfalls "gependelt" denn geworfen werden.

TL
Matthias

Verfasst: 26.03.2008, 23:33
von Dirk Janßen
Red Tag hat geschrieben:Hallo Dirk!
Ja, mit dem Glauben ist das so 'ne Sache.
Du hast recht - ich werde es einfach ausprobieren. Es hängt sicher auch von der Stärke der Strömung ab. Ich kann mir kaum vorstellen, das die Kugelkettenaugen bei der starken Krümmung des Körpers für konsequentes USD-Laufverhalten sorgen können
Die Kugelkettenaugen sind nicht verantwortlich für USD, sondern die Biegung des Teils inkl. Schwänzchen, dass bis in den Hakenbogen hineingebunden werden muss.

Guggsu:
Bild

TL
Dirk

Verfasst: 27.03.2008, 03:35
von gespliesste
Hallo,

wenn ich schon den Hackenbogen sehe. :cry:

Auf Meerforelle oder am Standardgewässer ist das nix anders als ein Blinker für die Fische, soll jeder selber entscheiden. Aber jede Untermassige Forelle / Äsche am Fluss wo die meisten von uns Fliegenfischen wird so was nicht lange überleben.
Ich mache aber auch mit anderen Mustern alle Bäche leer! Gehe daher da nicht mehr hin.
Danke für deine Rücksicht!!
Kommt Fliegenfischen im Ursprung nicht von "fliegendem Köder" im Sinne von "die Schnur transportiert"?
Wenn das die einzige Definition von Fliegenfischen ist, dann weis ich nicht - für mich ist das viel - viel mehr. Ein Sbirolino transtortiert ja auch eine Fliege.

Aber wenn es Meerforelle oder Standardgewässer sind, warum dann nicht beim Blinkern bleiben, das wirft sich bestimmt leichter? An anderen Gewässern wo Forellen oder Äschen steigen macht so was nach meiner bescheidenen Meinung weder Freude noch Sinn.

LG, Olaf

Verfasst: 27.03.2008, 14:21
von Hardy
gespliesste hat geschrieben:... An anderen Gewässern wo Forellen oder Äschen steigen macht so was nach meiner bescheidenen Meinung weder Freude noch Sinn.

LG, Olaf
Moin moin

An solchen Gewässern wird kaum jemand, selbst Dirk nicht :wink: auf die Idee kommen, mit einer Spoonfly zu fischen.

Im übrigen gibt es nach meiner (bescheidenen) Kenntnis keine niedergeschriebene und allgemeingültige Definition dessen, was "Fliegenfischen" sein soll. Also wird man sich darauf verständigen müssen, daß alles, was mit der Fliegenrute geworfen wird, auch Fliegenfischen genannt werden darf.
Was der einzelne im Rahmen des am Gewässer erlaubten daraus macht, sollte ihm doch auch unbenommen bleiben.
Ich selbst als glühender Verfechter des "dry-upstream-only"-Gedanken würde das aber niemals als Dogma sehen und das anderen aufoktruieren wollen.
Soll halt jeder mit seiner Methode glücklich werden, solange er sich waidgerecht am Wasser benimmt.


Groetjes
Hardy

Verfasst: 27.03.2008, 18:25
von Olaf Kurth
Hardy hat geschrieben: Im übrigen gibt es nach meiner (bescheidenen) Kenntnis keine niedergeschriebene und allgemeingültige Definition dessen, was "Fliegenfischen" sein soll. Also wird man sich darauf verständigen müssen, daß alles, was mit der Fliegenrute geworfen wird, auch Fliegenfischen genannt werden darf.
Sorry Hardy,

vom Lebendköder bis hin zu diversen Spinnködern kann man (du vielleicht nicht :wink: .....) fast alles mit der Fliegenrute transportieren, "Fliegenfischen" wird es deshalb trotzdem nicht!!!!!

Bis auf ein paar Fusseln am Ende des Spinnerblättchens, ähhh Körpers, hat z.B. Dirks Spoonfly (oder die Blechfliege) wenig mit einer Kunstfliege gemein. Mach doch einen Praxistest an einer traditionellen Fliegenstrecke und verkauf die Dinger als "klassische Kunstfliege" - du wirst dich wundern.

Gruß, Olaf

Verfasst: 27.03.2008, 19:30
von Tristan
Hallo,

Im Grunde genommen unterscheidet sich diese Diskussion nicht sonderlich von der bereits gehabten "Spoonfly" Diskussion. Ich fand den Beitrag vom Reverend ganz passend dazu:
reverend hat geschrieben:Fliegenfischen betreibe ich,
wenn ich...

... mit Fliegengerät (Fliegenrute, Fliegenschnur, Fliegenrolle) und
... mit fest auf den Haken gebundenen Kunstködern zu Gange komme und diese
... mit der für das Fliegenfischen charakteristischen Wurftechnik präsentiere.

Sbirulinofischen mit Kunstfliegen ist kein Fliegenfischen, weil das Fliegengerät fehlt.
Wenn ich andere als auf den Haken gebundene Kunstköder (Twister, Blinker, Spinner, Wobbler etc.) oder gar Naturköder verwende, ist das ebenfalls kein Fliegenfischen.
Wenn ich mit beschwerten Nymphen und Fliegengerät lediglich Bleikopfstippen betreibe, statt zu werfen, ist das auch kein Fliegenfischen mehr.

Die Spoonflies sind gebunden.
Sie werden mit Fliegengerät ganz normal geworfen.

Warum sollte das Angeln mit ihnen am Fliegengerät also kein Fliegenfischen mehr sein?

(Wobei ich wahscheinlich damit auch eher Spinnfischen würde :wink: )

Gruss

TRistan

Verfasst: 27.03.2008, 19:43
von Achim Stahl
Hallo Leute,

macht euch doch mal ein bißchen locker! Kaum wickelt mal einer keine 0815-Mainstream-Mücken, da bricht gleich die Fliegenfischerwelt zusammen! Da waren ja die alten Briten zu Frank Sawyers Zeiten noch richtig progressiv! :smt075

Die Frage ist doch nicht, welche Fliege jemand fischt, sondern was er damit am Wasser anstellt!

Und in einem Streamer-Swap findet sich naturgemäß nichts, was einen Dry-fly-upstream-only-in -a-chalk-stream-Puristen so richtig antörnt. :smt017

Damit ihr mal seht, was außerhalb des Puristen-Elfenbeinturms schon ganz selbstverständlich gehandelt wird, hier mal ein paar Beispiele:

Schaut mal hier oder da oder vieleicht auch den hier und natürlich, nicht zu vergessen, den hier, gleich mit "Binde"-anleitung! 8)


Viele Grüße!


Achim

Verfasst: 27.03.2008, 19:49
von Red Tag
Sorry Olaf!
Klar ist das "Fliegenfischen"!!!
Genau wie Brotfliege auf Karpfen, 20cm-Streamer auf Hecht/Huchen, Tungsten-/Czech-Nymphing, Wobbelfly, Mausstreamer, Popper usw.
Ist doch nur ein (ganz normaler) Streamer - ein klein wenig unkonventionell - mehr nicht.
Liegt vieleicht am Namen, dass es einigen aufstößt. Man sollte die Teile "Rückenschild-Streamer" nennen.
Ist doch eindeutig ein künstlicher Köder und auch noch was dran gebunden. Man kann ihn werfen und er spielt schön - alles toll und fängig (wollen wir doch alle, oder?).
Am Material kann es auch nicht liegen (Metall / Epoxy) - wird bei vielen Fliegen eingesetzt.
@Olaf(gespliesste): Ich kann Deine Bedenken bezüglich 'Untermaßigen und große Haken' nicht teilen. Habe eher gegenteilige Erfahrungen gemacht. Schlimmer finde ich da kleine Spinner mit Drilling.
Viele Grüße
Rob

Verfasst: 27.03.2008, 21:09
von Dirk Janßen
Aus unbestätigten Quellen wurde mir zugetragen, dass Olaf nur fuchsig ist, weil er das mit dem verlaufenden Epoxy nicht hinbekommt :mrgreen:

Locker bleiben
Dirk

Verfasst: 28.03.2008, 00:01
von gespliesste
Hallo Rob,

Ich habe noch eine Innovation um deine Idee zu ende zu denken:

Wenn du durch den Spoon zwei Löcher bohrst, hinten einen Drilling (oder auch Einzelhacken) mit ein bisschen Lametta und vorne einen Wirbel dranmachst ist es viel weniger Arbeit als das Ding auf den grossen Hacken zu löten. Wirft sich genauso gut an der Fliegenrute und ist bestimmt genauso fängig.

Ich kann mich des Eindrucks (nach den Fotos) nicht erwehren, das da mit viel Aufwand ein Blinker auf einen Fliegenhacken gelötet wurde. Ich hatte als Kind genau so einen Löffel (platt auf einem grossen Hacken) zum Spinnfischen im Laden gekauft. Ich sehe da keine Innovation. Der Fisch hat dazu die Bleiaugen falsch rum, aber darauf kommt es ja nicht an. Es blinkt, blitzt und hinten noch ein bischen Lametta dran.
Ich kann Deine Bedenken bezüglich 'Untermaßigen und große Haken' nicht teilen. Habe eher gegenteilige Erfahrungen gemacht. Schlimmer finde ich da kleine Spinner mit Drilling.
Drillinge sind noch schlimmer, da bin ich mit dir einer Meinung, aber das macht den grossen Hacken trotzdem nicht viel besser. Das du da schon Erfahrungen gemacht hast, sagt ja nur das die Dinger eben doch in Forellen und Äschen Flüssen benutzt werden. Ich glaube nach wie vor nicht dran das man damit Waidgerecht am Forellenfluss fischen kann.

LG, Olaf