Streamern auf Nichtsalmoniden am großen Fluss

Hier gehts rund um den Fisch. Besonderheiten, spezielle Techniken und Köderwahl auf unterschiedliche Fischarten, u.s.w.

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laverda
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Beitrag von laverda »

Hi Kurzer,
warum sollte das Strippen mit der 2-Hand schwieriger als mit der Einhand sein? Ich halte die Rute beim Strippen im Schwerpunkt recht weit vorne.

Mit dem genannten Gerät bin ich auch am zugewachsenen Baggersee ohne Rückraum unterwegs und strippe den Schusskopf bis zur Sinktip komplett ein und ziehe den Streamer bis vor meine Füsse.
Danach Sinktip im Wasser lassen, Schusskopf durch horizontales Hin und Herwedeln vor den Spitzenring bringen, in Position ablegen, Sweep und Feuer frei.

Das ist super entspanntes Fischen und Werfen selbst mit 20cm Puscheln und mit der Einhand würde ich mit diesen Kingsize-Fusseln kaum eine Normaldistanz von ü 25m werfen, die in großen Flüssen und Seen oftmals notwendig sind. (vom oftmals fehlenden Rückraum ganz zu schweigen)

Vielleicht noch kurz zum Thema Fass ohne Boden:
Literatur ist echt klasse, leider gibt es aber kaum etwas, das für größere Raubfische auch etwas abweichendes von den Standards beschreibt, die auch für Salmoniden angewendet werden (zumindest z.B. für die Fischerei auf Zander hab ich nichts gefunden, was mir viel weiter geholfen hätte).

Um im großen Fluss oder See z.B. auf Tiefe und/oder Weite zu kommen, brauche ich Masse und dafür das entsprechende Gerät und die passende Wurftechnik sowie auch Streamer. Da reicht häufig das Einhand Standard Gerät nicht mehr und die 2-Hand-Fischerei hat m.E. noch sehr viel mehr ungewöhnliches Potenzial, man muss nur öfter mal etwas "querdenken".

Mancher mag die Nase rümpfen und behaupten, das sei kein Fliegenfischen mehr.................na und?
Wenn die dann in meinen Ziel-Gewässern auf Hecht und Zander fischen wollen, müssen se eben die Blech- und Gummmipeitsche wieder auspacken.

Gruß vom platten Niederrhein
Ruten werfen Masse.........nicht Klasse
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Huchenhunter
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Beitrag von Huchenhunter »

Hallo Zusammen!
Kann mich der Meinung von Laverda uneingeschränkt anschließen. Um an nicht klassischen Gewässern Erfolg zu haben muss man auch "nicht klassisch" mit der Flige fischen. Für mich heißt das, dass ich mich nicht um die Meinung anderer FF kümmere und meine eigenen Wege gehe.

Ich fische in Österreich die Mur bei Graz auf Huchen und Großforellen. Das Gewässer ist zwischen 50 und 70 Meter breit, schnell verbaut und teilweise richtig tief. Rhein und Main habe ich ebenfalls schon mit der Fliege befischt. Um unter solchen Bedingungen deine Fische zu fangen muss man unkonventionell fischen.

Deshalb benütze ich zum Streamern nur mehr Zweihandruten der unterschieldichen Klassen und Längen, da man so easy größere und stark beschwerte Streamer werfen kann. Bei den ST darf man sich aber nicht an den klassischen Lachs ST orientieren. Kurz und schwer ist hier die Devise.

Am universellsten sind diesbezüglich sicherlich Skagit Systeme, wenns aber richtig auf Tiefe gehen soll kommt man um einen Deep Water Express Schusskopf nicht umher. den muss man aber immer schön auf Spannung haben, sonst legt es sich unlösbar zwischen Steine am Grund.

Wenn man flexibel ist kann man unter Bedingungen Fische mit der Fliege fangen, unter denen andere nicht mal mit der Spinnflitze zurecht kommen. und das befriedigt ungemein ;)

LG und Petri Niko
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Lutz/H
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Beitrag von Lutz/H »

Mal ne Frage, verwendet Ihr beim strippen mit der 2-Hand
ein Schußkorb oder ähnliches ?
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Huchenhunter
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Beitrag von Huchenhunter »

Hi Lutz,
wenn ich vom Ufer aus fische z.B. von Steinpackungen, dann verwende ich einen selbstgebauten Flexistripper den ich seitlich trage. Sobald man watet braucht man keinen Schusskorb mehr. 1. würde er dich beim Handeln mit der Zweihand zu sehr behindern und 2. kann man beim Waten die schnur ganz gut in mehreren unterschiedlich großen Schlaufen aufnehmen.

TL Niko
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Lutz/H
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Beitrag von Lutz/H »

Hallo Niko

Vielen Dank für deine Antwort.
mal vorweg, ich habe recht große Erfahrung beim Fischen mit der 2-Hand, hatte sie aber bisher immer nur im Urlaub auf Lachs und Meerforelle eingesetzt, also ohne strippen.
Beim heimische Streamern (auf Hecht und co)bevorzuge ich bisher
Einhandruten, aber ich möchte auch hiermal eine 2-Hand einsetzen, man munkelt auch von einer neuen 12,5 ft.
Deswegen auch die Handlingsfrage,konnte mir schon vorstellen, das ein zusätzlicher Schußkorb nicht gerade zur Bequemlichkeit zuträglich sein wird

Grüßle Lutz
laverda
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Beitrag von laverda »

Hi Niko,
Huchen, Großforellen hört sich so an, dass du recht genau weißt, wie man auf Tiefe kommt.

Den Deepwaterexpress habe ich bis dato noch nicht ausprobiert, wahrscheinlich muss ich aber an einigen Gewässern tatsächlich auf Tiefen, die ich mit dem Skagit nicht erreiche, um an die Zander ranzukommen.

Beziehen sich die unterschiedlichen Gewichtsangaben beim Deepwater-Express (auch) auf unterschiedliche Dichte des Materials, d.h. höheres Gewicht bei gleichem Durchmesser oder haben die die gleiche Dichte, so dass das Mehrgewicht einfach einem entsprechend größeren Durchmesser entspricht?

Zum Handling mit der 2-Hand:
Leider sind die Griffe, Rollenposition und insbesondere der Schwerpunkt meist für das klassische 2-Hand-Fischen und Werfen ausgelegt, daher sind die fürs unkonventionelle manchmal etwas "sperrig" und ich schätze, dass es eine ganze Weile dauern wird, bis von den Anglern entsprechende Ruten in nennenswertem Umfang nachgefragt werden.
Dass die Hersteller glücklicherweise auf Trends reagieren können, zeigen die Switch-Rods
Ansonsten hilft eben nur Eigenbau.


Gruß vom platten Niederrhein
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Huchenhunter
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Beitrag von Huchenhunter »

Hi Laverda,
zu deiner Frage über Dichte der unterschiedlichen Grain-Klassen

Die Deep Water Express Schussköpfe sollten alle die gleiche Sinkrate / Dichte haben. Entsprechen ca. Sink 7.

Man wählt zwischen 500 bis zu 1000 Grains, je nachdem wie lange der ST ausfallen soll und was die Rute verträgt.

Du hast schon richtig bemerkt, dass fürs unkonventionelle Streamern mit Zweihandruten ein normaler Aufbau recht sperrig ist. habe deshalb angefangen mir die Ruten ganz nach Einsatzgebiet selbst aufzubauen. so kann ich jeden Rutenteil (vom Griffabschluss bis hin zum Spitzenring) perfekt auf das Einsatzgebiet abstimmen.

Petri Niko
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laverda
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Beitrag von laverda »

Hi Nico,
ich habe gerade eine 2-Hand aufgebaut, die letzten 15cm vom Griff sind abnehmbar und als Rollenhalter habe ich 2 beidseitig konische Schieberinge für variable Rollenposition gerfertigt (Wurftechnik, Schwerpunkt).
Jetzt muss ich die noch eine Weile unter verschiedenen Bedingungen fischen, aber insgesamt scheint mir das zumindest ein Anfang zu sein.

Gruß vom platten Niederrhein
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