Royal Coachman hat geschrieben: Du willst doch hier niemand ernsthaft erzählen, daß von Oktober bis Weihnachten, die Eger eine durchschnittliche Wassertemperatur von 2 Grad hat,...
Das habe ich nicht und werde ich nicht!!
Gebhard,
schau doch bitte mal hier ->
Temperaturmessstelle: Marktleuthen / Eger (Oktober 2012 bis Ende März 2013)
http://www.hnd.bayern.de/wassertemp/gra ... 29.03.2013
Wir haben März und das rasch fließende Wasser in der Eger sinkt nachts auf/unter (ich kann mich an Werte in der Nacht von -0,2 °C Wassertemperatur erinnern) den Gefrierpunkt ->
Temperaturmessstelle: Marktleuthen / Eger (21.03.2013 bis 29.03.2013)
http://www.hnd.bayern.de/wassertemp/gra ... 28.03.2013
Royal Coachman hat geschrieben: Durch das Grundwasser wird das durch das Kiesbett fließende Wasser erwärmt. Man kann nicht einfach ein Thermometer ins Wasser halten.
Lieber Gebhard, die felsigen Mittelgebirge der Granit- und Gneisregionen, sind sehr schlechte Wasserspeicher. Niederschläge werden vom Gestein nicht aufgenommen und fließen sehr schnell über die Bäche und Flüsse ab. In den niederschlagsarmen Jahreszeiten oder bei Schnee, kommt daher auch nur sehr, sehr wenig Grundwasser durchs Kiesbett in die Bäche und Flusse, so dass (in Zeiten mit tiefen Bodenfrost) auch Grundeis im Bach/ Fluss entstehen kann.
Um es mal bildlich verständlich zu machen und als ungefähres Beispiel könnten wir ja mal die Wassertemperaturen der grundwasserarmen (!!) Eger in der felsigen Granitregionen, (im Fichtelgebirge) mit der grundwasserreichen (!!) Lauterach im Oberpfälzer Jura vergleichen. Die Felsen im Oberpfälzer Jura bestehen aus Malm/ Kreide- Sedimenten die (im Gegensatz zu Gneis und Granit) das Wasser aus Niederschlägen wie ein Schwamm aufnehmen/ speichern können und anschließend über einen langen Zeitraum durchs Kiesbett (warmes Grundwasser) in die Bäche und Flusse abgeben können.
Wassertemperatur der Eger (felsige Granitregion) vom 11.03.2013 bis 28.03.2013.
(Im Durchschnitt eine Wassertemperatur zwischen 2°C und 0°C.)
http://www.hnd.bayern.de/wassertemp/gra ... 28.03.2013
Wassertemperatur der Lauterach (Felsen aus Malm/ Kreide- Sedimenten) vom 11.03.2013 bis 28.03.2013.
(Im Durchschnitt eine Wassertemperatur zwischen 6°C und 7°C.)
http://www.hnd.bayern.de/wassertemp/gra ... 28.03.2013
Royal Coachman hat geschrieben: Hiezu kommt, daß ja Wasser mit 4 Grad am schwersten ist, mir scheint hin und wieder, daß hier versucht wird die physikalischen Gesetze in Frage zu stellen.
Ich glaube erstmal nicht, dass hier versucht wird, die physikalischen Gesetze in Frage zu stellen!
Wasser hat bei 4°C seine größte Dichte, (sein größtes spezifisches Gewicht) darüber freuen sich sicher die Fische in stehenden (!!) Gewässern….
In unseren rasch fließenden Bächen und Flüssen, wo das Wasser wirbelt, über Rauschen oder Felsen stürzt usw. wird das Wasser vom Bach- Flussgrund mit dem Wasser von der Wasseroberfläche im Bach- Fluss ständig durchmischt….. Durch den Kontakt des Wassers mit der winterlichen Kaltluft und die anschließende Durchmischung (wirbelndes Wasser, Rauschen usw.) kühlt sich daher das Wasser schnell bis auf den Gefrierpunkt ab. Ohne warmes Grundwasser, kommt es dann schnell zu Grundeisbildung, das sich am Bachgrund ansetzt und schnell hochwachsen kann.
(Grundeis im flachen Fluss einer felsigen Gneisregion)
LG
Christian
PS: Daher glaube ich auch nicht, dass die Eier der Bachforellen generell vom warmen Grundwasser im Kiesbett erwärmt werden können. Ich glaube auch nicht, dass die Forellen es schaffen, ihre Eier sonderlich tief im eher felsigen Kiesbett ( felsige Bäche/ Flüsse) einzugraben. Ich vermute eine Tiefe der Eier im Kiesbett von nur 5- 10 vielleicht auch mal 15 cm im felsigen Kiesbett vergraben.
Durch den Kontakt des Wassers mit kalter Luft und dem eher wenigen Grundwasser in den Bächen und Flüssen der felsige Gneis- Granitregionen, sinkt die Wassertemperatur sehr schnell, (oder steigt im Sommer sehr schnell) so dass die Bachforellen sehr zeitig Laichen. Das Laichgeschäft beginnt oft schon Anfang Oktober und endet Mitte Oktober. Ich vermute, von der Eiablage bis zum Schlupf der Bachforellen, vergehen durch die sehr niedrigen Wassertemperaturen von sicher oft unter 4 bis 0 °C zwischen 4 eher 5 Monaten. Das wird bei euch in den Österreichischen Gneis- Granitregionen, also den Bächen und kleinen Flüssen im Mühl- und Waldviertel (Grundgebirge) nicht sehr viel anders sein.
@ Alle
Damit Bachforellen nicht zu einer Zeit schlüpfen, wo noch nicht genügend Nahrung im Bach für die kleinen Forellen vorzufinden ist, können Fischzüchter die Erbrütungszeit der Bachforelleneier (die z.B. für das Aussetzen in den Bächen mittels Erbrütungsboxen vorgesehen sind) durch Verwendung von Wasser mit 0 bis 2°C verzögern.