Seite 2 von 3

Re: Waldfluss, schwer zugänglich,voller Forellen, wie befisc

Verfasst: 10.06.2013, 21:24
von OLDBOY
Ach ja,

Ich fische hier übrigens eine 8,6´ Klasse 3 ... Rein wurftechnisch kam ich damit wunderbar klar, vor allem der Flitzebogen Fletschwurf klappt super! Also Rückschwung is nich.....

Re: Waldfluss, schwer zugänglich,voller Forellen, wie befisc

Verfasst: 10.06.2013, 23:44
von webwood
jegliches roden, und sei es noch so geringfügig ist schlicht verboten
Oh Mann, Thotty,

das wusste ich ja noch gar nicht. Jetz gehts mir echt gerade total mies !
Ich hab nämlich auch mal einen Ast von einer kleinen Erle abgerissen weil er einfach beim Werfen genervt hat.
Der Wald sah ansonsten danach eigentlich noch aus wie vorher. Vieleicht fehlt mir auch nur dein tiefes moralische Empfinden.
Bei mir werden nämlich sogar ganze Bäume gefällt, sei es um Möbel herzustellen, sei es um schnödes Brennholz zu gewinnen.
Vermutlich bin ich emotial traumatisiert worden. Nutzwald wo hin mein Auge blickt. Das konnte doch gar keine schöne Kindheit sein.
Deshalb habe ich wohl auch als Kind in einem Streichelzoo mal ganz fies ein Kaninchen von hinten geschubst.

Lass uns gemeinsam für den Weltfrieden töpfern

Thomas

Re: Waldfluss, schwer zugänglich,voller Forellen, wie befisc

Verfasst: 11.06.2013, 09:23
von Thotty
huhu Thomas, du schelm...

na dann versuch ich mal dieses tiefe moralische empfinden bei dir zu wecken :wink:

ich bin ja auch leidenschaftlicher kletterer und wir haben da so eine philosophie:
kommst du die wand nicht hoch, dann kommst du sie eben nicht hoch.

jeder der seinem sicherungspartner sagt: "ey zieh mal bißchen am seil
ich pack`s hier grad nicht"
wird einfach verlacht. und es kommt immer
irgendwann jemand, der schafft diese schwierige stelle. aber darum geht
es gar nicht. es geht um dich, ob DU es packst. :wink:

ich hab natürlich früher auch massiv gesägt und gerodet. und dann einmal
meinen guru an der eder mit nem kameraden beim gespräch gehört,
"du, der Wolfgang hat DEN ast beim brücken pool abgesägt. ja, da hat er
wohl die nerven verloren.."

"bei der forelle, die da immer stand, kein wunder. aber die hat sich letzte
woche der Jochen in die küche geholt, wie er mir ganz stolz berichtete.
dieser anfänger konnte die nun mit der spinrute echt prima anwerfen.."


schau Thomas, ich versuche hier ja werbung für eine innere haltung zu machen:

auf der einen seite posten sie hier im forum über purismus und die freiwillige
selbstbeschränkung, schreien nach reglementierungen gegen den gräßlichen
befischungsdruck, fahren für satte 10 tankfüllungen bis nördlich des polarkreises
um dafür dann endlich mal 10 tage in unberührter natur zu fischen..

aber am hausgewässer richtest du dich als kleingärtner in saisonal wechselnd
freigeschnitten casting plätzen bequem ein. die natürlichen beschränkungen
vom ast der kleinen erle nerven und werden mehr oder weniger massiv abgesägt.
my home is my castle.

der natur nicht meine vermeintlichen bedürfnisse aufzuzwingen,
sondern mich an sie anzupassen ist die einstellung, die ich meine...


und schauen wir mal, was unsere politischen denn nun nach den desaströsen
hochwassern in deutschland zu diesem thema sprechen..

und mit eben dieser einstellung nervt dich selbst dein kleinster erlenzweig nicht
mehr. du findest ihn dann im gegenteil in deinem friedlichen herzen richtig gut.
säg ruhig noch ein paar jahre Thomas, irgendwann siehst du es anders. versprochen..

willkommen im 21. jahrhundert.

grüße
Thorsten

p.s.: und ja Jochen, hab ich ja knapp vorbei getippt.. :smt115

Re: Waldfluss, schwer zugänglich,voller Forellen, wie befisc

Verfasst: 11.06.2013, 10:47
von webwood
ich bin ja auch leidenschaftlicher kletterer und wir haben da so eine philosophie:
kommst du die wand nicht hoch, dann kommst du sie eben nicht hoch.
Ja genau, das kann ich mir gut vorstellen, lieber Totty,
beim Abseilen bist du dann wohl immer der Schlussmann, weil irgendeiner muss ja die Sicherungshaken wieder aus der unberühren Bergwelt drehen und den Fels vom Magnesia abstauben.

Berg Heil

Thomas

Re: Waldfluss, schwer zugänglich,voller Forellen, wie befisc

Verfasst: 11.06.2013, 10:53
von elchvieh
Guten Morgen!

Vielleicht sind wir noch alle wirklich (tief im Unterbewußtsein) vom "macht Euch die Erde untertan" beeinflußt, stellt sich uns die Frage nach der Rechtmäßigkeit dieses Anspruch gar nicht.
"Da stört ein Ast? Weg damit! Dort liegen die Steine gerade so das ich nicht gescheidt herankomme? Her mit dem Bagger! Diese Flußkurve gäb gutes Bauland? Na denn mal los..."
Ich weiß ich überspitze es hier ein bisschen, aber Thotty hat vollkommen recht. Ohne uns dessen bewußt zu sein, benehmen wir uns oft wie die Kleingärtner Gottes - mit letztlich fatalen Konsequenzen.
Ich frag mal ganz frech in die Runde: "Dürfen wir alles, was wir können?"
Auf der anderen Seite ist es zugegeben ein sehr langer, mühsamer Weg bis zum sich selbst zurücknehmen, die gegebenen Umstände anzuerkennen und bestehen zu lassen. Man muss dabei auf Manches verzichten, bekommt aber auch Vieles auf eine leichte Art zurück und das Leben wird letztlich viel reicher.

Darum kann ich Thotty nur recht geben.
Euer Elchvieh

Re: Waldfluss, schwer zugänglich,voller Forellen, wie befisc

Verfasst: 11.06.2013, 11:02
von OLDBOY
Freunde......


hier wird nichts beschnitten, das einzige, was ich gerne beschneiden würde ist die Drift Richtung Offtopic.... nichts für ungut....... :D

Re: Waldfluss, schwer zugänglich,voller Forellen, wie befisc

Verfasst: 11.06.2013, 11:26
von Werbe
Hallo,
ich finde den Wechsel erfrischend: Vom Zeigefinger, der uns den Frevel weist, wenn wir auf den aufsteigenden, absteigenden, laichen wollenden nicht laichen wollenden Fisch fischen hin zum Zeigefinger, dem das Glück des unversehrten Gehölzes moralische Aufrüstung wert ist.
Besonders erheiternd ist, wenn der erst genannte Zeigefinger dem zweitgenannten vorwirft, dass er ein Zeigefinger sei. In früheren Zeiten wäre mir das eine gepflegte Glosse wert gewesen. :wink:

Ich habe mehrere Jahre lang einen wie oben beschriebenen Bach mit scheuen Forellen befischen dürfen, das Biotop im Wesentlichen genossen und in seiner Struktur intakt gelassen, dennoch gelegentlich hier und da einen Ast weggebrochen- und war gar nicht überrascht, dass das Gewässer die Tendenz hatte, schneller zuzuwachsen, als ich bereit und fähig war, Äste wegzubrechen. Weder den Fischen noch dem Gehölz haben meine punktuellen Frevel geschadet. Der Bach erfreut sich nach wie vor blühenden Lebens.
Der langen Rede kurzer Sinn: Ich denke wehmütig an mein Indianerfischen zurück und bin sicher, dass nahezu jeder, der an solchen Bächen fischen darf, seinen ihm und dem Bach angemessenen Weg findet, mit der Situation umzugehen- ohne dass ihm jemand erklärt, was er wegbrechen darf und was nicht.


Gruß
Werner

Re: Waldfluss, schwer zugänglich,voller Forellen, wie befisc

Verfasst: 11.06.2013, 11:52
von Peter S.
.

Re: Waldfluss, schwer zugänglich,voller Forellen, wie befisc

Verfasst: 11.06.2013, 14:22
von Michael.
webwood hat geschrieben:
jegliches roden, und sei es noch so geringfügig ist schlicht verboten
Hallo,

zum Thema Roden fällt mir spontanan mein Kofferraum ein:

Bild :shock:

So, jetzt macht mich fertig ... :-"

Holzige Grüße
Michael

Re: Waldfluss, schwer zugänglich,voller Forellen, wie befisc

Verfasst: 11.06.2013, 14:38
von Waterload
Und das auch noch im Winter, kurz vor der Paarungszeit...

Kopfschüttelnd,
Frank

Re: Waldfluss, schwer zugänglich,voller Forellen, wie befisc

Verfasst: 11.06.2013, 14:40
von Peter Pan
Mann hast Du Holz vor der Hütte ... ( ähh na ja, nach dem Ausladen dann ...).
Schöner Fred hier.

Gruß
Peter

Re: Waldfluss, schwer zugänglich,voller Forellen, wie befisc

Verfasst: 11.06.2013, 14:45
von Salmo.trutta
Liebe Leute!

Es weicht zwar vom eigentlichen Thema etwas ab - ist für mich aber trotzdem eine sehr spannende Diskussion. Es ist ja nicht so dass Thotty nicht auch recht hat - ich kann dem Ganzen sehr viel abgewinnen und genau deswegen fische ich ja auch gerne an einem Gewässer welches über weite Strecken gar nicht befischbar ist. Ich denke die allermeisten von uns können auf einen gemähten Rasen, zumindest am Wasser gut verzichten. Und auch was den Wurfweitenextremismus angeht wird man sich, so man dieser Fraktion angehört wohl eher der Küstenfischerei widmen als einen Flusssttreifen auszumähen. Claro. Lustig fand ich, als ich bei einer Reinigungsaktion eines Vereins dabei war und so ein Redelsführer plötzlich bei allem was man aus dem Wasser entfernen wollte anfing mit "nein dass soll im Wasser bleiben, da leben Köcherfliegenlarven drauf - nein, das ist ein Unterstand für Jungfische, ..." also gut dann lassen wir die Autoreifen im Fluss, mir egal. Alles eine Sache der Konvention.

Genau so sehe ich auch die Diskussion über die Entfernung von Ästen. Mein Vorschlag - ohne das Wasser jemals gesehen zu haben - wäre gewesen an einigen Stellen Äste zu entfernen und dafür viele andere nicht einmal zu befischen. Im wesentlichen eine sehr gemässigte Trennung von Interessen auf der Fläche. Hier Fischen dort Natur in Ruhe lassen (also auch nicht fischen).

Ein anderes Konzept wäre natürlich die Interessen räumlich zu vereinen - Natur in Ruhe lassen und trotzdem Fischen. Heißt aber auch dass sowohl das Fischen eingeschränkt sein wird als auch die Natur nicht ganz in Ruhe gelassen wird. Wenn es um Naturschutz geht ist dies in Mitteleuropa das gängige Konzept da wir für die andere Variante nicht ausreichend große Flächen haben. Was jedoch ausreichend große Flächen sind, ist in der Tat natürlich sowohl subjektiv als auch objektiv vom konkreten Fall abhängig.

Worauf ich hinaus will - ich denke nicht es gibt das perse richtige Konzept gibt - sondern in Wahrheit geht es (solang wir im Rahmen des Hausverstands bleiben - eh selten genug) auch einfach um Konventionen. Wir können es so oder so machen. Wer allerdings behauptet er entfernt beim Fischen niemals einen Ast weil die Natur so unberührt wie möglich bleiben soll, der muss sich schon die Frage stellen warum er dann überhaupt Fischen geht? Ich sehe da einen Zielkonflikt - hinter dem für mich wahrscheinlich Selbsbetrug als schlüssige Erklärung steht. Es ist halt so am schönsten - wenn man es sich einredet.

Der Bachforellebestand in diesem Gewässer wird jedenfalls, sobald es zu einer Befischung kommt auch davon beeiflusst sein und zwar mindestens so wie der Baumbestand durch das Entfernen eines Asts. Es ist zwar nicht so, dass es keine gefährdeten Baumarten in Europa gibt - aber Esche, Weide, Erle sind nicht auf der von Thotty so schälmisch angeführten roten Liste - autochtone Bachforellenbestände dagegen schon.

Wie gesagt ich finde es spannend.
Gruss,
Tobi

Re: Waldfluss, schwer zugänglich,voller Forellen, wie befisc

Verfasst: 11.06.2013, 16:43
von Werbe
Hallo
Michael. hat geschrieben: Hallo,

zum Thema Roden fällt mir spontanan mein Kofferraum ein:

Bild :shock:

So, jetzt macht mich fertig ... :-"

Holzige Grüße
Michael
den Kopf schüttelnd ob der moralisch-ehtischen (oder ethisch-moralischen?) Verwerflichkeit des Foreninhabers sitze ich konsterniert vor diesem Zeugnis eines mitleidlosen Massakers an unschuldigen Jungbäumen, die in ihrer Pubertät jeglicher Zukunft beraubt wurden durch die Axt respektive Motorsäge eines Zeitgenossen aus den neuen Bundesländern. (Man weiß nicht so genau, ob die schon den ethischen Standard des Westens erreicht haben, weshalb man vielleicht ein wenig nachsichtig sein sollte.) Stammt die Erle von einem Bachufer? Wenn ja, bringe sie bitte sofort zurück.

Gruß
Werner

Re: Waldfluss, schwer zugänglich,voller Forellen, wie befisc

Verfasst: 11.06.2013, 16:52
von Hardy
Werbe hat geschrieben:...
Stammt die Erle von einem Bachufer? Wenn ja, bringe sie bitte sofort zurück.

Gruß
Werner
Wahrscheinlich hat er längst die Asche am Ufer entsorgt, man kennt das ja....

Ich hab aber jetzt noch ein ganz anderes Problem: Wie sag ich's heute Abend meinem Lieblingsbiber, dass er gefälligst sofort sein schändliches Tun zu unterlassen hat? Oder dem Hirsch, der so gerne sein Geweih in der dichten Ufervegetation fegt.

Was? Da habt ihr jetzt auch keine Antwort drauf? Ich auch nicht...

Groetjes
Konn Stärniat

Re: Waldfluss, schwer zugänglich,voller Forellen, wie befisc

Verfasst: 11.06.2013, 17:05
von Werbe
Lieber Hardy
Hardy hat geschrieben: Ich hab aber jetzt noch ein ganz anderes Problem: Wie sag ich's heute Abend meinem Lieblingsbiber, dass er gefälligst sofort sein schändliches Tun zu unterlassen hat? Oder dem Hirsch, der so gerne sein Geweih in der dichten Ufervegetation fegt.

........
Groetjes
Konn Stärniat
Dein Lieblingsbiber unterliegt nicht dem Jagdrecht, Dein Hirsch aber schon. Gute Jäger unterscheiden sich von schlechten u.a. dadurch, dass sie erfolgreich erzieherischen Einfluss auf ihre Hirsche ausüben. Wenn die im Juli/August fegen, hat der Jäger im Wald zu sein und sich- grün gekleidet als Baum getarnt- selbst als "Fegefichte" zur Verfügung zu stellen- und dabei begütigend auf die Cerviden einzureden.
Manchmal hilft es auch, den Hirschen damit zu drohen, an ihrer Stelle die "Brunftarbeit" im September zu übernehmen. Sie lenken dann meistens ein.
( Allerdings sollte man sich in Deinem Alter auch nicht mehr zu viel vornehmen.)

Gruß
Werner