Hi,
ich erzähle jetzt einfach mal einwenig davon, was mir beim Fischen so aufgefallen ist und warum unsere Fischbestände in der heutigen Zeit zuwünschen übrig lassen.
Ich fange mal an zu erzählen, von den kleinen Bächen und Flussoberläufen im Oberpfälzer- und Bayerischen Wald (kristalline Grundgebirge mit Granit und Gneis) die mittlerweile nicht selten recht stark versandet sind.
Die Bachsohle in den Bächen (Oberlauf) besteht (oft) aus groben Schotter mit viel, viel Sand. Der grobe Schotter und der Sand in den Bachoberläufen, entsteht durch Frostverwitterung am Fels bzw. vom Gestein den das Regenwasser (Starkregen) aus dem Bachumland (oft Kerbtal oder Kerbsohlenthal) in die Bäche transportiert. Die Ursache dafür, dass z.B. in den gut bewaldeten Regionen die Bäche und kleinen Flüsse versanden, hängt mit der modernen Forstwirtschaft zusammen. Baummischbestände an den Bächen und kleinen Flüssen wurden von der Forstwirtschaft in Fichtenreinbestände umgewandelt. Nun ist es aber halt so, dass das Wurzelwerk der Fichten in diesen Fichtenmonokulturen nicht so gut in der Lage ist, den Sand aus der Frostverwitterung mit den Wurzeln so gut zu binden, wie es die Wurzeln der Laubbäume können. Die Folgen sind Versandung der Bäche und kleinen Flüsse.
Durch die verstärkte Versandung der Bäche verschwinden oder reduzieren sich die Laichplätze der Forellen, verkleinert sich der Lebensraum und Menge der Fischnährtiere (Insektenlarven, Bachflohkrebse, Schneken …) im Wasser, verkleinert sich der Lebensraum und das Futterangebot von Futterfischen wie Mühlkoppe, Schmerle, Elritze auch der Flusskrebse, mit dem Ergebnis, dass der Bestand (durch Verringerung der für Fische nutzbaren und vorhandene Biomasse) an Bachforellen kg/ha Wasserfläche stark abgenommen hat und die vorhandenen Fische (bis auf wenige Ausnahmefische) auch deutlich kleiner bleiben….
Fichtenreinbestände (mit Insekten- Artenarmut) an den Bächen, sorgen durch schwer zersetzbaren Nadelstreu, die zur Versauerung der Waldböden- und Gewässerversauerung beitragen für weitere Probleme in den kristallinen Grundgebirgen mit schlechten Säurepufferkapazitäten. Die Fichtenreinbestände (saurer Humus im Vergleich zu Laub- oder Mischwälder) tragen daher zusammen mit dem sauren Regen erheblich zur Versauerung der Waldböden und Bäche in den kristallinen Grundgebirgen (Granit, Gneis, Schiefer, Glimmerschiefer usw. ) bei.
Die durch Versauerung der Böden geschädigten Wurzeln der Bäume, halten noch weniger Sand aus der Frostverwitterung zurück und die Versandung der Bäche verstärkt sich zusätzlich. Durch Versauerung der Böden beginnen sich Metalle (Aluminium, Mangan, Eisen, Schwermetalle usw.) aus den Böden zu lösen und belasten die Gewässer.
Einige Bachoberläufe und auch Seen in den kristallinen Grundgebirgen (Schweden, Bayern usw.) hatten oder haben mittlerweile so niedrige pH- Werte durch die Versauerung der Böden und Gewässer, dass die Forellen vollständig verschwunden sind. Ein schönes Beispiel ist der Große Arbersee, in dem durch die Versauerung die Forellen im See um 1952 ausstarben. Ebenfalls ein schönes Beispiel ist der Kleine Arbersee, dessen pH- Wert so niedrig ist, das Forellen in dem Wasser nicht Leben können. Der (Seebach bzw.) Weiße Regen entspringt dem Kleinen Abersee, daher ist der Weiße Regen im Oberlauf versauert. Die (immer noch) sauren Niederschläge lösen Aluminium aus dem Waldboden die in den Kleine Arbersee und Weiße Regen eingeschwemmt werden und so die Huminstoffe (Moor- Schwarzwasserflüsse) im Wasser zu Boden sinken lassen.
Daher ist das Wasser vom (Fluss) Weiße Regen auch viel heller, als das Wasser vom (Fluss) Schwarzen Regen. (Huminstoffereicher Moor- Schwarzwasserflüsse) .
Gleichzeitig kann es in den kristallinen Grundgebirgen (Granite, Gneis usw.) mit schlechten Säurepufferkapazitäten bei Starkregen oder während der Schneeschmelze zum sogenannten Säuresturz (aufbrauchen des Bikarbonat) kommen. Fische, Fischnährtiere, Pflanzen usw. reagieren sehr empfindlich auf starke Veränderungen des pH- Wertes. Durch die Versauerung der Gewässer verschwinden aufgrund vom Säurestress und Säureschäden viele Fischnährtiere. Zuerst verschwinden die mit Kalkskelett ummantelten Tiere, wie Schnecken, Muscheln, Flohkrebse, Flusskrebse usw. und schon sinkt die für Fische nutzbare Biomasse. Der Fischbestand geht zurück und die Bachforellen verschwinden oder bleiben deutlich kleiner als es in früheren Zeiten (ohne saurem Regen) der Fall war…
In den Kalksandsteinregionen löst der (immer noch) saure Regen den Kalk aus dem Gestein. Das Gestein wird wieder zu Sand und nun versanden die Bäche und Flüsse in den Kalksandsteinregionen stärker. Die Folgen für Fischnährtiere, Fische usw. habe ich ja schon erwähnt.
In den Kalkalpen löst der saure Regen mehr Kalk (als normal) aus dem Gestein, nun kommt mit dem Regenwasser mehr Kalk in die Bäche und Flüsse. Es kommt zu starken pH- Schwankungen im Wasser bei Starkregen und während der Schneeschmelze. Das Grundwasser reichert sich durch den sauren Regen stärker mit Kalk an als normal. Das versickerte Regenwasser wird zu Grundwasser, ist dann Sauerstoffarm und reich an (aggressiven) CO2 und kann so weiteren Kalk lösen. Das stark kalkhaltige Grundwasser mischt sich an den Austrittsstellen oder im Kieslückensystem mit dem
Bach- Flusswasser. Die Kohlensäure entweicht, der Kalk (Carbonat) fällt aus und es entsteht eine Art Kalkschlamm.
Wie wirkt sich nun dieser Kalkschlamm der sich auf den Steinen und im Lückensystem ablagert, auf den pH- Wert aus??
Ich meine, man erkennt z.B. an der Oberen Isar

ganz gut, wie der Kalk aus dem Flusswasser ausfällt und sich auf den Steinen ablagert. Es scheint auch unterscheide durch höhere oder niedrigere Wassertemperaturen zu geben, wie viel von dem Kalk aus dem Wasser ausfällt. Ich meine, bei höheren Wassertemperaturen fällt mehr Carbonat aus dem Wasser der Isar aus und das Wasser bekommt dann so Eine eher milchig- trübe Farbe.
Nun Frage ich mich, wie wirkt sich jetzt dieser Kreide- Kalkschlamm zusammen mit dem alkalischen pH- Wert im Kieslückensystem aus, auf Fischnährtiere, Fischeier und die empfindlichen Fischlarven? Kann es zu Laugenschäden kommen bei den Fischnährtieren, Fischeiern und empfindlichen Fischlarven im Kieslückensystem ???
Der Saure Regen sorgt in den Bächen und Flüssen der Schwäbisch- Fränkische Alb mit Oberpfälzer Jura (Wiesent, Lauterach mit Vils, Schwarze Laber usw.) für die gleichen und noch stärkere Ausfällungen vom Carbonat im Wasser.
In den Karstquellen entweicht die Kohlensäure und man erkennt sehr schön wie der Kalk verstärkt aus dem Wasser ausfällt und sich als Kreide- Kalkschlamm ablagert.
(Dieses ausfällen vom Kalk erkennt man sehr schön in der
Karstquellen vom Bachmühlbach.)
Dieses ausfällen vom Kalk erkennt man auch sehr schön in den kleinen Nebenbächen der Wiesent …
Oder in den kleinen Nebenflüssen der Wiesent wie z.B. Leinleiter.
Dass das Wasser der Flüsse wie Schwarze Laber, Wiesent, … sehr viel Kreide- Kalkschlamm transportieren, erkennt man auch sehr schön am und durch das Kalk getrübte Wasser.
(Wiesent)

Das starke Pflanzenwachstum zeigt die erhöhte Nährstoffbelastung der Wiesent an. Die Wiesent fließt zuerst durch ein Durchbruchstal (genau so wie die S. Laber) aus Kalkfelsen/ Kalktufffelsen (Kalktuff kann man sich vorstellen wie Gasbetonstein mit entsprechend guten Wasserspeichereigenschaften wodurch Flüsse wie die Wiesent sehr lange kühles Quell und Grundwasser nach Regenfällen erhellt) und anschließend durch ein Kerbtal fließt so wie die Karstquelle vom Bachmühlbach bzw. der Bachmühlbach dem man die erhöhte Nährstoffbelastung durch Algen- und Wasserpflanzenwachstum schon in der Karstquelle ansieht ...
Das bedeutet, ein Teil das Wasser aus Niederschlägen sickert so schnell und dadurch ungefiltert durch tiefe Risse im Kalkfelsen/ Kalktufffelsen der Hochebene, dass das Wasser wenn es im Fluss oder den Karstquellen austritt, immer noch erheblich belastet ist mit Nährstoffen usw. aus der Landwirtschaft. (Landwirtschaftliche Nutzung auf den Hochebenen.)
Grund und Quellwasser ist ja eigentlich arm an Sauerstoff!! Weil ein Teil das Wassers in den Karstquellen aber so schnell und ungefiltert durch tiefe Risse im Kalkfelsen/ Kalktufffelsen der Hochebenen geflossen ist, ist dieses Wasser oft sogar noch so reich an Sauerstoff, dass in Karstquellen wie dem "kleinen Blautopf" (Essing) Regenbogenforellen leben.
Warum das Quellmoos durch Kreide- Kalkschlamm im Sediment
versteinert bzw. Zementiert,

die Schalen der Bachmuscheln aus dem Sediment bzw. Kalksteinschotter (Frostverwitterung) in der Schwarzen Laber (kleiner Fluss) mit zementartigen Kalk- Ablagerungen überzogen sind
und scheinbar auch die (oder Einige der) Kieslaichplätze bzw. Kieslückensysteme zementieren und der Kies bzw. Kalksteinschotter miteinander verklebt oder verbackt, weiß ich allerdings noch nicht so genau. Kann mir da jemand Helfen?
Es reicht ein wenig Hochwasser und die Bäche und Flüsse (Schwäbisch- Fränkische Alb mit Oberpfälzer Jura) sind dann sofort stark angetrübt durch den aufgewirbelten Kreide- Kalkschlamm. Es scheint dann durch diesen aufgewirbelten Kreide- Kalkschlamm zu heftigen Schwankungen des pH- Wertes im Wasser zu kommen. (In der S. Laber ca. pH von 7,5 auf ca. 8,5- 9 pH- Wert.)
Wie wirkt sich jetzt dieser Kreide- Kalkschlamm zusammen mit dem alkalischen pH- Wert im Fluss und vor allem im Kieslückensystem aus, auf Fischnährtiere, Fischeier und die empfindlichen Fischlarven? Kann es zu Laugenschäden kommen bei den Fischnährtieren, Fischeier und empfindlichen Fischlarven im Kieslückensystem ??? Verschwinden durch solche starken pH- Wertschwankungen nicht auch empfindliche Fische wie z.B. Äsche??
LG
Christian
PS: Die Äschenbestände waren in der Wiesent und vor allem in der S. Laber ja vor dem auftreten vom Kormoran auch schon stark rückläufig ….. Richtig?