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Re: Kormoran in NRW: Das Imperium schlägt zurück
Verfasst: 22.05.2014, 07:29
von webwood
Vielleicht ist die Idee mit der online-Umfrage zum K-Thema gar nicht so verkehrt, aber dann wären auch die Mods gefragt dies entsprechend umzusetzen
Lieber Uli,
eine Umfrage kannst du selbst erstellen. Du musst dazu nur ein neues Thema eröffnen.
Details dazu findest du unter "FAQ"
Dein Thomas
Re: Kormoran in NRW: Das Imperium schlägt zurück
Verfasst: 22.05.2014, 08:02
von fjorden
Hallo,
um die einzige öffentliche Contraposition aufrecht zu erhalten:
"der kampf geht weiter"....ja, aber der muß nicht in erster Linie gegen den Kormoran geführt werden, den der ist nicht die Ursache, sondern eine Folge. Die Ursachen sind von Menschen verursacht und sind die Folgen eines Turbokapitalismus, Ausbeutung der Natur und einer Lebensweise, in der Nachhaltigkeit nicht gedacht wird. Der Kampf muß m.E. gegen Abholzungen an Gewässern, Begradigungen (wo ja glücklicherweise schon ein Umdenken statt gefunden hat), Besatzmaßnahmen, die ökologisch unsinnig sind, und Befischung in sensiblen Ökosystemen (in der Regel die Oberläufe), geführt werden.
Gruß
Fjorden
Re: Kormoran in NRW: Das Imperium schlägt zurück
Verfasst: 22.05.2014, 08:30
von CPE
Hallo Fjorden,
Was hältst Du davon, zum Thema "Turbokapitalismus und Befischen von sensiblen Bachoberläufen" einen neuen Faden aufzumachen?
Denn ich verstehe sehr gut, was eine leider zu gut verdrahtete Schar von Vogelfreunden in Kombination mit einer sich im Schneckengang fortbewegenden öffentlichen Verwaltung (sic!) mit der dramatische Zunahme der Kormoranzahlen zu tun hat. Dieses Verständnis fehlt mir für Deinen Vorschlag der "Ausweitung der Kampfzone" völlig.
Im Gegenteil scheint es mir sogar kontraproduktiv, im Zusammenhang mit der K-Frage auf die Abholzung der Gewässer zu verweisen, weil genau diese Argumentation eine Argumentation der Vogelfreunde ist: "Hättet Ihr nicht alles weggehauen, könnte der Kormoran nicht jagen, also wären die Äschen noch alle da. Ergo seid Ihr selbst schuld....", was vielleicht sogar manchmal zutrifft, der Zanderbrut in den Rheinbuhnen allerdings nicht hilft...
Meine Meinung.
Grüße, Norbert
Re: Kormoran in NRW: Das Imperium schlägt zurück
Verfasst: 22.05.2014, 08:42
von fjorden
Hallo Norbert,
Carl Phillip Emanuel hat geschrieben:
Im Gegenteil scheint es mir sogar kontraproduktiv, im Zusammenhang mit der K-Frage auf die Abholzung der Gewässer zu verweisen, weil genau diese Argumentation eine Argumentation der Vogelfreunde ist: "Hättet Ihr nicht alles weggehauen, könnte der Kormoran nicht jagen, also wären die Äschen noch alle da. Ergo seid Ihr selbst schuld....", was vielleicht sogar manchmal zutrifft, der Zanderbrut in den Rheinbuhnen allerdings nicht hilft...
Diese Argumentation ist ja richtig. Für die Abholzung der Gewässer sind ja nicht die Angelverbände zuständig, sondern die Behörden. Die Population des Zanders am Rhein, oder die Fische im Rhein generell sind sicherlich nicht durch den Kormoran gefährdet.
M.E. müßten da gemeinsame Maßnahmen getroffen werden. Ich lese den Entwurf des Umweltministeriums NRW als guten Kompromiss in dieser Gemengenlage.
Gruß
Fjorden
p.s. In Beziehungskrisen gibt es Mediation. Die wäre hier sicherlich zwischen den unterschiedlichsten Interessengruppen auch hilfreich.
Re: Kormoran in NRW: Das Imperium schlägt zurück
Verfasst: 22.05.2014, 10:56
von Werbe
fjorden hat geschrieben:........ Die Ursachen sind von Menschen verursacht und sind die Folgen eines Turbokapitalismus, Ausbeutung der Natur und einer Lebensweise, in der Nachhaltigkeit nicht gedacht wird. Der Kampf muß m.E. gegen Abholzungen an Gewässern, Begradigungen (wo ja glücklicherweise schon ein Umdenken statt gefunden hat), Besatzmaßnahmen, die ökologisch unsinnig sind, und Befischung in sensiblen Ökosystemen (in der Regel die Oberläufe), geführt werden.
Gruß
Fjorden
So sehe ich das auch.

Um das an einem Beispiel zu erläutern, realisiere man Folgendes: Wenn ein Haus brennt, ist es
nicht vordringlich zu löschen, sondern man sollte, während man dem Feuer zuschaut, unverzüglich daran gehen, den Kampf gegen unzureichende Brandschutzmaßnahmen aufzunehmen, denn da liegen die eigentlichen Ursachen. Denkt man intensiv darüber nach, wer daran schuld ist, kommt man zweifellos zu der Ansicht, dass das Problem
von Menschen gemacht ist. Da man sinnvollerweise die Probleme von ihren Wurzeln her löst, "storniert" man nun den Kampf gegen unzureichende Brandschutzmaßnahmen und wendet sich dem eigentlichen Problem zu-
dem Menschen. (Es gibt da mehrere Lösungen.)
Dass nun zwischenzeitlich das Haus niedergebrannt ist, stört nur noch den Nutzer, ein lieber das Grundsätzliche angehender Gegner des "Turbokapitalismus" usw. usw. verbucht das unter "Schwund", der bekanntlich bei allen Tätigkeiten in irgendeiner Weise anfällt.
Anmerkung: Vielleicht- ich/man meine/meint ja nur-sollte man auch als Vogelliebhaber einmal über Sinn und Zweck von Reihenfolge, Kurzfristigkeit, Langfristigkeit etc. nachdenken.
Gruß
Werner
Re: Kormoran in NRW: Das Imperium schlägt zurück
Verfasst: 22.05.2014, 16:14
von salat
Hallo Zusammen
Der ganzen Problematik liegt ein noch viel, viel, viiiiiel schlimmeres Problem zugrunde:
- Ihr seid komplett entmündigte EU-ropabürger !!!
Die Debatte taugt höchstens als reine Gesprächstherapie, Ihr könnt sowieso nichts ausrichten ... egal wer was wie findet.
Aber schön dürft Ihr noch frei sprechen, das sollte man wohl schon pflegen, solange man noch darf.
Gruess,
Cedi
Re: Kormoran in NRW: Das Imperium schlägt zurück
Verfasst: 22.05.2014, 17:11
von Siegfried.
Hallo Z´samn,
es ist doch erstaunlich mit welcher Penetranz die U-Boote, hier fjorden und salat, es, leider häufig viel zu erfolgreich, vversuchen die Koromrandiskussion von den realen Tatsachen wegzuleiten in die Absurdistan-Argumentationen der Vogelgucker (Danke Werner für den Beirag dazu). Ich möchte alle bitten sich einfach nicht darauf einzulassen, sonst erreichen sie ja ihren Zweck.
Ich bin jedenfalls dann mal für ein paar Tage wech, schauen ob ich Hechte ärgern kann.
Gruß und TL
Siegfried
A. Einstein:.... beim Universum bin ich mir nicht sicher!
Re: Kormoran in NRW: Das Imperium schlägt zurück
Verfasst: 22.05.2014, 19:37
von Royal Coachman
Hallo!
Soviel gedroschene Phrasen auf einem Haufen ist geradezu unglaublich.
Man könnte, man sollte, man müsste, man hat leider, Mann-o-Mann!?
Entweder sind wir in diesem Forum stark unterwandert oder es genügt den meisten ihre Lizenz zu bezahlen und damit sei dann alles andere nicht mehr relevant.
RC
Re: Kormoran in NRW: Das Imperium schlägt zurück
Verfasst: 22.05.2014, 21:52
von Kanne
Glück auf miteinander,
lieber Siegfried, danke für Dein unerschütterliches Engagement. Wir sind in Sachsen seit zwei Jahren dabei den Mulde- Äschen- Stamm zu retten, konservieren oder wie auch immer.
Wir haben die EU in Brüssel besucht. Green Peace hat dort ein Büro mit 14 Angestellten. Die kümmern sich um Meere und Ozeane, "wenn ihr Angler etwas für eure Binnengewässer erreichen wollt, dann müsst ihr eine Lobby, funktionierendes Büro hier in Brüssel einrichten ".
Voller Hoffnung sind wir dem DAFV beigetreten weil wir der Meinung waren "wir wären gemeinsam stark"… pffffhpufft
Heute bin ich der Meinung wir sollten sowohl als organisierte als auch nicht organisierte Angler den DFV mit ein oder zwei Euros pro Jahr unterstützen, davon ein Büro in Brüssel aufbauen und dann die Kompromisse zwischen Fell- und Federschützern- kontra Schuppenträgerschützern ausfechten (lassen). Diskussioinsgrundlage: 1.000 Brutpaare in Norddeutschland- Ende
Gruß, Lutz
Re: Kormoran in NRW: Das Imperium schlägt zurück
Verfasst: 22.05.2014, 22:23
von webwood
Heute bin ich der Meinung wir sollten sowohl als organisierte als auch nicht organisierte Angler den DFV mit ein oder zwei Euros pro Jahr unterstützen, davon ein Büro in Brüssel aufbauen und dann die Kompromisse zwischen Fell- und Federschützern- kontra Schuppenträgerschützern ausfechten (lassen)
Servus Lutz,
kannst Du bitte deine Idee, vor allem die Kosten für ein Büro in Brüssel näher erläutern. Deine Vorschlag ist sehr gut, aber wieviel kostet so ein Büro in Einrichtung und Unterhalt? Wenn Zahlen vorliegen, könnte man überlegen, ob und wenn ja, wie das Büro zu realisiern sei.
Liebe Grüße
Thomas
Re: Kormoran in NRW: Das Imperium schlägt zurück
Verfasst: 22.05.2014, 22:34
von Kanne
Lieber Thomas,
ein gut bezahlter Fischereibiologe kostet mit "a bissarl bauchmiezarln" und entsprechendem Engegement vllt. 70.000 Euronen p.a., die Geschäftsstelle nochmal 30.000.-- Euronen - nur mal so meine ----------------------gedanken...
Gruß Lutz
Re: Kormoran in NRW: Das Imperium schlägt zurück
Verfasst: 23.05.2014, 14:37
von henkiboy
Hallo zusammen,
Werner hat es mit spitzem Stift ( scharfen Tasten ) recht humorvoll auf den Punkt gebracht. Erinnert mich alles an ein geflügeltes Wortspiel: "Da ist was faul im Staate Dänemark!"
Nebenbei: Ich salutiere inzwischen ehrfurchtsvoll an jedem tot geckackten Baum, weiß ich doch das für die weiße Patina des laublosen Zombies tausende Fische ( nicht nur, aber gerade auch Äschen ) ihr Leben lassen mussten. Ich mag mich an der "Umwelt- und Naturschutzpolitik" meines Bundeslandes nicht so recht erqicken wollen.
Gruß
Detlef
Re: Kormoran in NRW: Das Imperium schlägt zurück
Verfasst: 23.05.2014, 17:53
von stillwater
N`abend allerseits,
Fjorden hat folgendes geschrieben:
"Die Population des Zanders am Rhein, oder die Fische im Rhein generell sind sicherlich nicht durch den Kormoran gefährdet".
Wer immer dann, wenn ihn ein Thema emotional berührt, auch emotional reagiert, belegt, dass er statt sich zu informieren und sachlich zu argumentieren, solche Themen mit emotional/ideologischen Scheuklappen angeht. Dies lässt den Schluss zu, dass es ihm zumindest schwer fällt, auch in anderen Themenbereichen sich zunächst zu informieren und darauf gestützt, sachliche Entscheidungen zu treffen. In diesem Fall kann man mal lesen, dass diese FFF-Mitglied F. absolut keine Ahnung hat, er solle sich doch mal mit den Rheinfischern austauschen – der Rheinfisch selbst steht tagsüber - solange der Kormoran jagt - schwerpunktmäßig in der Fahrrinne – da kommt man als normaler Angler und als Fliegenfischer schon gar nicht hin. Erst in der Dämmerung werden die Uferbereiche nahrungstechnisch abgesucht. Die einzige Fischarten die im Rhein auf dem Vormarsch sind die Grundeln (alle 4 Arten, kann man auch toll mit der Nymphe fangen!), Wels (deswegen weder Schonzeit noch Mindestmaß) und vielleicht noch der Rapfen. Zander fange ich und viele andere höchsten noch zufälligerweise in der Schonzeit – auch hier sind die guten Zeiten aus den 80 und 90er Jahren längst vorbei. Gerade Jung-Zander zwischen 25 – 40 cm passen prima ins Beute/Frassschema eines Kormorans.
Ansonsten kann ich den Ausführungen von Siegfried zu 100% beipflichten und lieber Siegfried: halte den Kessel bitte weiter unter Druck!
Ach ja, hier noch ein kleiner Tip von mir:
wer am Sonntag grün wählt kann seinen Fischerei/Jagdschein direkt mit in die Wahlurne werfen…
in diesem Sinne allen ein schönes, (ent)spannendes und fischreiches Wochenende
Uli
Re: Kormoran in NRW: Das Imperium schlägt zurück
Verfasst: 23.05.2014, 19:56
von Kanne
Nun, liebe Gemeinde,
meine Kalkulation vom gestrigen Abend war wohl etwas schmal, Betriebswirtschaft ist schon ne Weile her. Da müsste noch ne Sekretärin, Hydrobiologin mit sein und die Bürokosten sind dann natürlich auch entsprechend höher in Brüssel. Da die EU von Kompromissen lebt ist das nach meiner bescheidenen Meinung der einzig gangbare und Erfolg versprechende Weg.
Zurück zur Äsche brauche ich dann nicht unbedingt gleich mit teurem Geld an den Sekundärfaktoren rumbasteln. Kolmatierte Laichbänke auflockern, Kies einbringen u.s.w. stände dann an zweiter Stelle.
Wir werden mit den Vögeln leben müssen, aber die von Siegfried treffend erwähnte Apokalypse kann nur durch einem Europäischen Managementplan verhindert werden.
@ Uli, klar hast Du Recht, aber bitte nicht in die Politik einm...
Grüße, Lutz
Re: Kormoran in NRW: Das Imperium schlägt zurück
Verfasst: 23.05.2014, 21:00
von Blauzahn
Servus,
ich greife mal den Ansatz von Lutz auf und werfe folgendes Rechenbeispiel in die Runde.
Organisierte Angler gibt es in DE ~ 500 Tsd,
Nichtorgansierte (Schätzung) nochmal genauso viel.
Demnach wären wir, wenn jeder nur 0,5 Euro im Jahr übrige hätte,
bei einer erklecklichen Summe, von welcher man die "Brüssel-Kosten" locker ermeckern kann
und davon noch ein paar "lecker Essen für Entscheidungsträger beim bunten Abend" bezahlen könnte.
Darüber hinaus ist sicher auch noch mit finanziellen Unterstützern zu rechnen, wenn man Öffentlickeitswirksam agiert
(als "Vorbild" sind hier die "AllesmöglicheschützendenSpendensammler" mit Mitgliederzahlen unter 5.000 zu erwähnen)
welches den Etat für eine vernünftige Vertretung inkl."Wellness" für die Lobby zusätzlich stützen / untermauern würden.
Eigentlich ganz einfach, oder ?
Ach Nee
Sche.... hab ja ganz vergessen, dass man sich dazu erstmal
EINIG sein muss.
Bevor man also zielführende Sachdiskussionen hier und Lobbyarbeit in der EU u.a. zur Thematik "K" führen kann
bzw. bereit ist zu machen, sowie bezahlen zu wollen,
muss als Erstes die Grundsatzdiskussion zur Einigung der Angler erfolgreich zu Ende gebracht werden.
Der erste Versuch mit dem DAFV ist gescheitert, denn mehr als ein Logo und eine Interneseite mit Inhalten aus Landes- und Regionalverbänden
gibts da bisher nicht und viel mehr wird da auch nicht kommen.
Das ist keine nutzbringende Einheit, das ist Geldverbrennung.
Ein neuer Verband ?
Eine unabhängige Interessenvertretung?
Keine Ahnung, aber irgendwas muss gehen,
will man nicht auch noch in 10 Jahren Diskussionen über "Henne und Ei" führen.
Abendgruß
René