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Re: (Bildungs-)Elite am Wasser?

Verfasst: 19.06.2014, 10:03
von Butenbremer
Hallo zusammen,

schon erstaunlich, wie schnell bei einigen hier die "Empörungsmaschine" zu laufen beginnt. Und wie schnell einem Dinge unterstellt werden, die man nie im Sinn hatte. Das ist nicht unbedingt das Klima, das ich mir für ein offenes und "freigeistiges" Forum wünschen würde.

Mir ist klar, dass ich hier keine repräsentativen Ergebnisse erzielen werde. Aber es sind Tendenzen zu erkennen, z.B. wird schon jetzt klar, dass Fliegenfischer eben nicht zum Großteil Akademiker sind. Für wen diese Erkenntnisse uninteressant sind, der möge diesen Thread doch ignorieren oder zumindest konstruktive Kritik äußern, wie es ja auch einige getan haben.

Wer behauptet, dass Fliegenfischen keinen "elitären" Touch hat, blended aus meiner Sicht vieles aus. Seht euch doch nur mal an, wie im Angelgeschäft die Geräte präsentiert werden. Da liegen die Stationärrollen auf dem "Grabbeltisch", ebenso die Kunstköder und sonstiges Equipment. Die Fliegenrollen aber werden in Vitrinen präsentiert, und auch die Fliegen selbst sind meistens in Schaukästen untergebracht. Über die Preisstrukturen für Gerät und Lizenzen wurde schon an anderer Stelle genug gesagt. Mich interessiert, warum das so ist.
Die Wurzeln dafür liegen sicher z.T. in der Tatsache, dass diese Art des Fischens früher dem (britischen) Adel, bzw. der Oberschicht vorbehalten war. Die Geräteindustrie hat es erfolgreich geschafft, dieses Image in die Gegenwart zu transportieren und spricht einen Personenkreis an, der bereit und in der Lage ist, einiges für dieses Hobby locker zu machen. Vielleicht hätte man eher eine Umfrage zum Einkommen machen sollen, aber da ist dann auch bei mir eine Grenze überschritten :mrgreen:
Danke jedenfalls an alle, die mitmachen und mein Interesse teilen!

Beste Grüße

Bernd

Re: (Bildungs-)Elite am Wasser?

Verfasst: 19.06.2014, 11:51
von Martin 1960
Hallo und guten Tag wünsche ich Euch.
Butenbremer hat geschrieben:Wer behauptet, dass Fliegenfischen keinen "elitären" Touch hat, blended aus meiner Sicht vieles aus.
Hallo Bernd.
Das Fliegenfischen als etwas "Besonderes", im Bereich des Angelsports, angesehen wird
liegt meines Erachtens an dem Umstand, das erfolgreiches Fliegenfischen eine Herausforderung ist.
Dieser Herausforderung kann sich "ein Angler" stellen, muß es aber nicht.

Das Werfen, mit allen Nuancen, ist mühsam zu erlernen,
Wissen über Enthomologi muß man sich erarbeiten/erlesen.
Und auch das Fliegenbinden muß erst einmal erlesen/geübt werden.

Fliegenfischen ist, und bleibt, nur eine Art des Fischens im Bereich des Angelsports
und letztendlich sind wir Angler am Wasser alle gleich.
Ich spreche hier bewußt von Anglern und nicht von Fliegenfischern.
Butenbremer hat geschrieben:Die Wurzeln dafür liegen sicher z.T. in der Tatsache, dass diese Art des Fischens früher dem (britischen) Adel, bzw. der Oberschicht vorbehalten war.
Eine handgemachte Rute (keine Weidenzweiggerte), oder Rolle, etwaig eine Seidenschnur, Pferdehaarvorfächer, ja sogar Haken,
das Alles war für das "normale Volk" unerschwinglich.

Ein reicher Mensch hatte eher Zeit dem "Angeln" zu fröhnen, als eben ein armer Mensch.
Arme Mensch, die sich 7 Tage die Woche, um ihren Unterhalt mühen mußte,
haben eher mit Reusen oder Netzen, oder bloßen Händen, "gefischt", weil es einfach quantitativ Effektiver war.
(Aus diesem Grund waren der Zugang zu den Gewässern auch häufig beschränkt worden.)

In diesem Sinne,
Gruß in die Runde der Durchschnittsmenschen.

Re: (Bildungs-)Elite am Wasser?

Verfasst: 19.06.2014, 18:18
von CPE
Hallo Bernd,
Butenbremer hat geschrieben:z.B. wird schon jetzt klar, dass Fliegenfischer eben nicht zum Großteil Akademiker sind
Wer weiß, ob sich Akademiker in nennenswertem Umfang an solchen Umfragen beteiligen?
Butenbremer hat geschrieben:Da liegen die Stationärrollen auf dem "Grabbeltisch", ebenso die Kunstköder und sonstiges Equipment.
Falls Du mal eine Shimano Stella in der Hand halten möchtest, suchst Du besser nicht auf dem Grabbeltisch, die ist nämlich mit Sicherheit in der Vitrine...

Gruß, Norbert

Re: (Bildungs-)Elite am Wasser?

Verfasst: 19.06.2014, 19:10
von Werbe
Butenbremer hat geschrieben:Hallo zusammen,

schon erstaunlich, wie schnell bei einigen hier die "Empörungsmaschine" zu laufen beginnt. Und wie schnell einem Dinge unterstellt werden, die man nie im Sinn hatte. Das ist nicht unbedingt das Klima, das ich mir für ein offenes und "freigeistiges" Forum wünschen würde.
Das hat wahrscheinlich mit dem Umstand zu tun, dass das "Bekenntnis" möglicherweise irgendwie zu irgendeiner Form von Elite gehören zu können in den Zeiten allgemeinverbindlicher Political Correctness dermaßen obsolet ist, dass man auf keinen Fall in irgendeiner Form besonders oder gar besser sein darf.
Es haben gefälligst alle "gleich" zu sein- alles andere wäre diskriminierend. :wink:

Dennoch finde ich Deinen Ansatz gut, auch wenn du keine repräsentativen Ergebnisse bekommen wirst. Die Bildungsfrage ist auch z.B. bei Verlagen und Fachzeitschriften interessant, die sich fragen, warum die Zielgruppe XY doppelt so viele Bücher und Zeitschriften kauft wie die 10mal so große Gruppe der Angler.

Gruß
Werner

Re: (Bildungs-)Elite am Wasser?

Verfasst: 19.06.2014, 19:16
von Maqua
Butenbremer hat geschrieben: Die Fliegenrollen aber werden in Vitrinen präsentiert, und auch die Fliegen selbst sind meistens in Schaukästen untergebracht.
Daraus könnte man schliessen, das es besonders viele Langfinger unter den Fliegenfischern gibt?
Vielleicht wäre eine Umfrage dazu ja auch ganz interessant für dich.

Re: (Bildungs-)Elite am Wasser?

Verfasst: 19.06.2014, 19:40
von Royal Coachman
Hallo !

Wir Ademiker haben keine Poleme mit Fliegenfischen, denn wir sind intellent seit wir auf der Unität Mathetik studiert haben und dazu noch unsere Gönigsgutscha selbst binden.

toight loines

Gönigsgutscha

PS: bitte mögliche Smilies nach Bedarf selbst einsetzen!

Re: (Bildungs-)Elite am Wasser?

Verfasst: 19.06.2014, 20:11
von Sir Baskerville
Hallo zusammen,

ich bin positiv überrascht wie viel Wissen und Erfahrung hier im Forum zusammenkommen. Aus beruflichem Interesse schaue ich mir bestimmte Threads besonders gut respektive intensiv an.

Vieles von dem was ich hier lese ist das Resultat vieler Eurer Erfahrungsjahre die ich wohl kaum mehr nachholen kann. Was mich ein wenig wehmütig macht :cry: . Um all diese Jahre beneide ich euch ein wenig und finde daher dieses Forum besonders wertvoll (Anmerkung: Bin 46 und habe erst im letzten Jahr mit dem Fliegenfischen begonnen).

Die Fülle all der Informationen lässt vermutlich diesen elitären Charme des Fliegenfischens vor allem bei "Nicht Fliegenfischern" entstehen!?
Daher finde auch ich die Umfrage von Bernd nicht ganz uninteressant. Denn eines ist doch gewiss, wer keine Motivation hat sich immer wieder Neues anzueignen bzw. aus seinem Erfahrungsschatz zu lernen, wird schnell feststellen, dass er ohne diese Bereitschaft nicht weit kommt.

Der elitäre Charme des FliFis rührt vermutlich wirklich von der Tatsache, dass diese Form des "Zeitvertreibs" in der Anfangsphase von sehr vielen britischen Aristokraten betrieben wurde.

In diesem Sinne,

noblesse oblige :wink:

Olaf August

Re: (Bildungs-)Elite am Wasser?

Verfasst: 20.06.2014, 09:11
von fjorden
Hallo,
finde die Frage beantwortet sich von alleine. Denkt an die Durchlässigkeit des deutschen Bildungssystems, das weit von Chancengleichheit entfernt ist. Der Zugang zu Forellenstrecken ist nur denen, die es sich leisten können gegönnt. Auch manche Aufnahmegebühren in Vereinen sind ähnlich. Das Gerät in Deutschland ist im Gegensatz zu Großbritannien, Niederlande oder Skandinavien auch eher überteuert. Es gibt natürlich auch die preiswerte Variante. Kurzum Menschen in prekären Lebenssituationen, wozu durchaus auch Akademiker_innen zählen können, sind die Zugänge erschwert. Da sind z.B. die Niederlande und Dänemark deutlich weiter.
Gruß
Fjorden

Re: (Bildungs-)Elite am Wasser?

Verfasst: 20.06.2014, 10:13
von Werbe
Hallo.
fjorden hat geschrieben:Hallo,
finde die Frage beantwortet sich von alleine. Denkt an die Durchlässigkeit des deutschen Bildungssystems, das weit von Chancengleichheit entfernt ist.
Eine gern kolportierte Behauptung wird auch durch Wiederholung nicht richtiger.
Der Zugang zu Forellenstrecken ist nur denen, die es sich leisten können gegönnt. Auch manche Aufnahmegebühren in Vereinen sind ähnlich. Das Gerät in Deutschland ist im Gegensatz zu Großbritannien, Niederlande oder Skandinavien auch eher überteuert. Es gibt natürlich auch die preiswerte Variante. Kurzum Menschen in prekären Lebenssituationen, wozu durchaus auch Akademiker_innen zählen können, sind die Zugänge erschwert.
Das mag sein.
Da sind z.B. die Niederlande und Dänemark deutlich weiter.
Namentlich die Niederlande sind nicht als Fliegenfischerforellen- und Äschendorado bekannt. Dass in flachen Ländern, in denen die geographischen Strukturen für die Forellen- und Äschenregion in Gebirgsgewässern fehlen, die Verhältnisse anders sind, ist eine "Binse". Das hat aber mit "weiter sein" nichts zu tun, sondern nur mit anderen regionalen Verhältnissen.
Gruß
Fjorden
Dass (vermutlich) die Fliegenfischergilde sich anders zusammensetzt als die Grundanglergilde hat aber durchaus etwas mit Bildung im weitesten Sinne zu tun. Die Zusammensetzung der Teilnehmerschaft meiner Kurse spricht dafür. Selbstverständlich kommen alle Berufsgruppen vor, aber eben nicht alle gemäß ihres Anteils an der Bevölkerung. Und auf die Gefahr hin, wegen politisch unkorrekter Nichtverschleierung der Realität gesteinigt zu werden, behaupte ich, dass nahezu sämtliche Teilnehmer der Kurse eine hohe Lernbereitschaft mitbringen, was man nicht von allen Anglern/Menschen, usw. behaupten kann.

Wenn man aus letzterem Umstand eine elitäres Flair ableiten möchte, so kann man das zurecht tun- behaupte ich in Erwartung des Aufschreies der Antidiskriminierungsliga.

Gruß
Werner

Re: (Bildungs-)Elite am Wasser?

Verfasst: 20.06.2014, 11:23
von Mindelpeter
Servus Werner,

wenn ich den Führerschein für's Auto machen will bringe ich auch einen hohe Lernbereitschaft mit...

Ist doch beim Fliegenfischen auch so, wenn mich was fasziniert sauge ich alles förmlich auf was ich darüber erfahren kann. Auch ist ein Kurs der absolut richtige Weg das Fliegenfischen zu erlernen. In deinen Kursen hast/wirst du Menschen kennenlernen, egal ob Maurer oder Arzt, die alle das selbe Ziel haben. Fliegenfischen lernen. Und jeder hat den gleichen Kursbeitrag gezahlt. Also ist es völlig egal ob derjenige Akademiker oder Gärtner ist....

Viele Grüsse

Peter

Re: (Bildungs-)Elite am Wasser?

Verfasst: 20.06.2014, 11:50
von Werbe
Hallo,
mindelfischer hat geschrieben:.......... Also ist es völlig egal ob derjenige Akademiker oder Gärtner ist....

Viele Grüsse

Peter
Das ist mir auch völlig egal. Aber darum ging es nicht, denn in der Ausgangsfrage ging es darum, ob Fliegenfischer im Durchschnitt gebildeter sind.
Und meine Feststellung/Meinung ist eben, dass die Lernbereitschaft bei den Kursbesuchern höher als der Durchschnitt ist.
Als Beispiel: In einem meiner Vereine mit mehr als 200 Anglern gibt es 7 Fliegenfischer. Das hat neben der geographisch ungünstigen Lage auch mit der klaren Aussage etlicher Vereinsmitglieder zu tun, dass ihnen eine Fliegenfischerausbildung zu aufwendig ist, man zu viel üben muss und und und. Deshalb besuchen sie erst gar keinen Kurs, auch wenn sie Interesse hätten.

Gruß
Werner

Re: (Bildungs-)Elite am Wasser?

Verfasst: 20.06.2014, 13:19
von Lechhuchen
Interessanter Post ... ich kann jetzt nicht bestätigen, dass mehr Akademiker Fliegenfischer sind ... aber was ich bestätigen kann ist, dass die Akademiker auch nicht mehr fangen als Nichtakademiker :lol:

Bis das richtige spezifische Gewicht der Fliege i.V.m Flugkurve der Schnur auf Basis der semiparabolischen Aktion des Rutenblanks berechnet und der optimale Aufsetzwinkel der Fliege unter Einbeziehung der mittleren Lichtbrechung je nach Gewässertrübung am iPhone errechnet ist, haben andere das Zielobjekt in der Regel bereits intuitiv erfasst, gefangen und ggf. schon wieder zurückgesetzt ... und das sogar ohne Abi :mrgreen:

Nicht ernst nehmen - geht lieber Fischen! Am Wasser sind meiner Meinung nach alle gleich und per Du ... Bildungsstand? Völlig unerheblich und ich genieße das!

Allerdings liefert eine Erhebung auch nicht unbedingt einen Rückschluss darauf, wer sich dann am Wasser wie benimmt ... das ist meiner Erfahrung nach auch nicht von einem Bildungsstand abhängig ... sondern völlig kastenunabhängig ... Wildsäue gibt´s überall ... auch bei der bildungsmäßigen Elite. Ähnlich wie beim Autofahren - eben noch auf der Autobahn im Daimler vogel- und fingerzeigend unterwegs ... nach dem Aussteigen im Büro der liebste Kerl der Welt ... wir sind doch alle nur Menschen :roll:

TL, viele Grüße!

Huchi

Re: (Bildungs-)Elite am Wasser?

Verfasst: 20.06.2014, 14:33
von Werbe
Hallo,
Lechhuchen hat geschrieben:Interessanter Post ... ich kann jetzt nicht bestätigen, dass mehr Akademiker Fliegenfischer sind ... aber was ich bestätigen kann ist, dass die Akademiker auch nicht mehr fangen als Nichtakademiker :lol:
ja sicher, ich finde das auch interessant (und erheiternd) welche Verrenkungen angestellt werden, um sich nicht mit dem Threadthema auseinandersetzen zu müssen und wie eilfertig die "Tatsache", dass alle irgendwie gleich sind erläutert werden muss. :wink:

Gruß
Werner

Re: (Bildungs-)Elite am Wasser?

Verfasst: 20.06.2014, 15:20
von Winston Lover
Ich kann das bestätigen, das alle Fliegenfischer die ich in meinem Alter (21) auf dem Weg zu einem akademischen Grad sind. Die Entwicklung bestätigt das.
Allerdings treffe ich in höheren Jahrgängen kaum Akademiker am Wasser, bis auf meinen Biologieprof.

Re: (Bildungs-)Elite am Wasser?

Verfasst: 20.06.2014, 16:01
von Lorenz
Was geht den jetzt hier ab?
Ist doch schnurz piepegal wer was wie und wo gelernt hat.
Wichtig ist doch nur die Freude am fischen.

Jetzt macht mit dem Mist Schluss und geht einfach fischen!

Peter