Fischschonendes Verhalten bei drill und landung

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Hans.
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Re: Fischschonendes Verhalten bei drill und landung

Ungelesener Beitrag von Hans. »

Hallo allerseits,

wollte nur bestätigen, dass der Seitenzug beim Drill DAS entscheidende Mittel ist, den Fisch rasch zu ermüden und somit schnell und schonend zu Drillen. In vielen Videos von jensenflyfishing kann man das übrigens sehr schön studieren, meinetwegen hier: https://www.youtube.com/watch?v=n4HMlW9aZ7o Ab 2:11 kann man gut sehen, wie der Fisch durch Seitenzug aus der Rinne kommt, bzw. kommen muss. Bei stramm nach oben gehaltener Rute wäre er da so ohne weiteres nicht heraus zu bekommen gewesen, was die Drillzeit deutlich verlängert hätte.

Seitenzug ist auch bei vielen anderen Videos von den beiden ständig zu sehen: https://www.youtube.com/channel/UCcegKs ... ua1G6Ywv6w

Just my two cents
Hans
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flatfischer
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Re: Fischschonendes Verhalten bei drill und landung

Ungelesener Beitrag von flatfischer »

Die Technik des Drillens über den Seitenzug heißt im Englischen "Down & Dirty". EInfach mal googeln, das gibt es reichlich Videos im Netz. Hier greifen die Hebelgesetze der Physik. Vereinfacht ausgedrückt ermüdet der Fisch viel schneller, wenn er Seitendruck bekommt, da er so ständig aus dem Gleichgewicht kommt. Es gibt auch keine bessere Technik um einen Fisch davon abzuhalten in ein Hindernis zu schwimmen.

Ich habe die Technik beim Fliegenfischen in den Tropen gelernt, wo die Fische viel kampfstärker als in heimischen Gefilden sind. Klappt aber auch bei Forellen und Karpfen vorzüglich.

Gruß Helge
Magellan

Re: Fischschonendes Verhalten bei drill und landung

Ungelesener Beitrag von Magellan »

Hans. hat geschrieben:Hallo allerseits,
wollte nur bestätigen, dass der Seitenzug beim Drill DAS entscheidende Mittel ist, den Fisch rasch zu ermüden und somit schnell und schonend zu Drillen.
Hallo Hans

Das ist natürlich Unfug!!

Seitlichen Druck auf den Fisch auszuüben sieht primär natürlich erst mal cool aus! Genauso lässig wie das Ruten Senken und spektakuläre in die Knie gehen wenn ein Fisch springt, habe da einen Kumpel der macht das in Vollendung hier am Fluß....

Seitlicher Druck beim Drill ist eine von vielen Komponenten um Drillzeiten zu verkürzen und meiner Erfahrung nach wirklich nur da anzuwenden wo a: eine Richtungsänderung notwendig wird die mit einer horizontale Druckausübung nicht erreichbar ist.Und wenn der Fisch, sagen wir etwas massiver ist...

Warum sollte ich beim Drillen vom Boot seitlichen Druck ausüben obwohl ich weiß das der Fisch mir im Kraut verloren geht?, da gibt es nur eine Maxime: hoch an die Wasseroberfläche, das gleiche gilt für die Watfischerei bei identischer Unterwasserstruktur...

Auch halte ich das hektische hin und her der Rute von horizontal zu vertikal um den Fisch zu ermüden kontraproduktiv was den Halt des Haken angeht. Der Fisch wird generell den Weg des geringsten Widerstands gehen.

Und überhaupt: die Medien machen es vielen vor... spektakulärste Drill Szenen generell mit viel Druck auf den Fisch...
Ich habe erlebt wie anadrome Blank Fische bis in zweistellige kg. Bereich mit konstant moderaten Rutendruck und ruhiger Hand ans Ufer geführt werden, ohne Fluchten und der Notwendigkeit seitlich Druck auszuüben. Solche Drill Szenen sehen natürlich Kacke aus auf den Fotos, und sind nicht geeignet für die socialmedia...

Natürlich steht mein Beitrag lediglich im Bezug zur Süßwasserfischerei auf Salmoniden(darum geht es doch hier) und dem Benutzen Angstbartfreier Haken.

Dominik, du siehst, viele Beiträge mit vielen Unterschiedlichen Erfahrungen die alle eins gemein haben: die Situation entscheidet wie du deinen Fisch unter C&R Bedingungen am schonendsten landest und mit das Vertrauen in dein Equipment, Drill Zeiten so kurz als möglich im Sinne der Kreatur zu halten.

Cheers
Heiko
Royal Coachman
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Re: Fischschonendes Verhalten bei drill und landung

Ungelesener Beitrag von Royal Coachman »

Hallo Heiko!

Viel Erfahrung mit Äschen scheinst Du nicht zu haben!

tight lines
RC
Der immer auf Seiten der Fische steht!
Magellan

Re: Fischschonendes Verhalten bei drill und landung

Ungelesener Beitrag von Magellan »

Royal Coachman hat geschrieben:Hallo Heiko!

Viel Erfahrung mit Äschen scheinst Du nicht zu haben!

tight lines
RC
Ach Gebhard,
genau genommen gar keine!
Ich nehme dir doch gar nicht ab das auch diese von dir geschilderte Drilltechnik zum Ziel führt.

Gruss
Heiko
Royal Coachman
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Re: Fischschonendes Verhalten bei drill und landung

Ungelesener Beitrag von Royal Coachman »

Hallo Heiko!

Es geht einfach darum, dass die Äsche auf Grund ihres weichen Maules und ihrer lockeren Maulspangen einen harten Drill nicht verträgt, da einerseits ein kleiner Haken hier eine Furche durchs Maul zieht, andererseits ein Haken in der Spange nicht zum Erfolg führt, da einfach die Spange abreißt.

Eingefleischte Hecht-Spinnangler mit ihrem Mörderanhieb, bringen beim Äschenfischen öfters eine Spange alleine am Haken zur Oberfläche.
Ein weiteres Problem ist das Entfernen des Haken aus der Spange, mit Widerhaken und nur einer Hand extrem schwierig.

Da nun die Äsche grundsätzlich zum Grund geht um den Haken los zu werden ist das mit dem "Bringen" an die Oberfläche nicht so ganz einfach, da man einfach nur einen begrenzten Druck ausübern kann.

Die Äsche ist in keiner Weise menschenscheu, aber vorfachscheu, je größer, desto mehr Erfahrung desto niedriger die Vorfachstärke um eine 50+ an den Haken zu bringen, da ist im Herbst in klaren Gewässern mit Vorfachstärke 14 kein Staat mehr zu machen.

Grundsätzlich hast Du ja Recht, aber mit der Äsche ist das eben nicht so ganz einfach.

tight lines
RC

PS: wir reden hier natürlich von starken Fische der Klasse 40 + !
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Trockenfliege
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Re: Fischschonendes Verhalten bei drill und landung

Ungelesener Beitrag von Trockenfliege »

Meine hauptsächliche Erfahrung mit Äschen habe ich über 25 Jahre am Doubs sammeln können.
Dieser Fluss ist wahrhaft kein leichtes Gewässer, weder für die Forellen noch die Äschen.

Mein Standartvorfach endete auf 14 oder 16.
Ich hatte natürlich auch viele Verweigerer, die kurz unter der Fliege abdrehten. Gefangen habe ich sie dann häufig doch mit Hilfe einer anderen Fliege, gelegentlicher Wechsel auf ein 12er machte meinem Eindruck nach keinen spürbaren Unterschied.

Wenn ich den Eindruck bekäme, dass es an der Vorfachsichtigkeit liegen könnte, würde ich daran arbeiten - aber nicht durch Reduktion des Durchmessers, sondern durch Absenken unter die Oberfläche oder es etwas matter zu gestalten.

Beim Drillen von Äschen mache ich nichts grundsätzlich anders als beim Forellendrill.
Letztendlich geht es immer darum, einen seitlichen Zug auf den Fisch auszuüben! Und je nach Fluchtrichtung wechselt man dann die Rutenhaltung.
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es immer gut ist, den Fisch Richtung Oberfläche zu bekommen um eventuelle Unterwasserhindernisse zu umgehen - siehe auch die gute Beschreibung von Heiko.
Nur viel Springen des Fisches sollte man möglichst unterbinden - dabei gehen viele Fische verloren: Er kann Fliege abschütteln oder durch eine schnelle und schlecht abgefederte Kopfbewegung das Vorfach sprengen.

Ich habe den Eindruck, dass bei manchen Vorschreibern die Definition "seitlicher Druck" mit "flachgehaltener Fliegenrute" verwechselt werden.
Ich kann auch mit einer steil nach oben gerichteten Fliegenrute seitlichen Druck auf den Fisch ausüben. Der seitliche Druck auf den im Maul gehakten Fisch ist die Beste Lösung, um ihn schnell zu ermüden.
Den Unterschied kennen wohl alle, wenn der scheinbare große Fisch sich als am Schwanz gehakter Normalo entpuppt.

Also: Seitendruck ja - aber nicht mit unnötig flach gehaltener Rute.

LG
Reinhard
Hans.
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Re: Fischschonendes Verhalten bei drill und landung

Ungelesener Beitrag von Hans. »

Magellan hat geschrieben:
Hans. hat geschrieben:Hallo allerseits,
wollte nur bestätigen, dass der Seitenzug beim Drill DAS entscheidende Mittel ist, den Fisch rasch zu ermüden und somit schnell und schonend zu Drillen.
Hallo Hans

Das ist natürlich Unfug!!
Ach Heiko,
wie guuuhht, dass wir Dich hier haben. Nach 20 Jahren Fliegenfischen meinerseits auf Forellen und Äschen kann meine Aussage natürlich nur Unfug sein. Gaaanz bestimmt!
Wie konnte ich saublöder Fliegenbader überhaupt auf die Idee kommen, hier auch nur das Geringste beitragen zu können?

:mrgreen:
Hans
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Magellan

Re: Fischschonendes Verhalten bei drill und landung

Ungelesener Beitrag von Magellan »

Hans. hat geschrieben:
Magellan hat geschrieben:
Hans. hat geschrieben:Hallo allerseits,
wollte nur bestätigen, dass der Seitenzug beim Drill DAS entscheidende Mittel ist, den Fisch rasch zu ermüden und somit schnell und schonend zu Drillen.
Hallo Hans

Das ist natürlich Unfug!!

Hans…

Ich habe dich auch vermisst :wink:
… natürlich nicht das aus dem Kontext reißen einiger Zeilen...
Magellan hat geschrieben:
Seitlicher Druck beim Drill ist eine von vielen Komponenten um Drillzeiten zu verkürzen

Aber Beitragen, das können wir doch beide... allerdings, wo ist denn dein link abgeblieben? :mrgreen:


Gruss
Heiko
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Re: Fischschonendes Verhalten bei drill und landung

Ungelesener Beitrag von Hans. »

Hallo Heiko,

eigentlich habe ich keine Lust auf Deine ewigen Spezialitäten hier.... :roll:

Aber für dich noch mal:
Welcher Link? Ist doch oben alles noch vorhanden.
Du hast pauschal von Unfug geredet.
Ist aber nix mit Unfung.
Ich stehe zu dem, was ich oben geschrieben habe.
Das ist MEINE Erfahrung!
Wenn Du nun meinst, es kommt noch Anderes hinzu, so ist das was ich geschrieben habe dennoch kein Unfug.
Darum geht es.
Insofern ist auch nichts aus dem Kontext gerissen.

Vorschlag: Schreib doch mal ein Buch mit dem Titel: "Fliegenfischen! ICH weiß wie es geht!" Dann kann alle vorhandene Literatur in die Tonne, und auch dieses Forum kann dann dicht machen.

Gruss
Hans
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Magellan

Re: Fischschonendes Verhalten bei drill und landung

Ungelesener Beitrag von Magellan »

Hans. hat geschrieben:
Vorschlag: Schreib doch mal ein Buch mit dem Titel: "Fliegenfischen!

Hallo Hans

Ein Buch schreiben? Aber nur wenn du nicht die Rezension übernimmst!

Denn offensichtlich bist du schon mit meinem 4 Zeiler überfordert der den fehlenden Part zu dem von dir aus dem Kontext gerissenen Text darstellt. Anders ist deine (recht emotionale) Ausführung zu meinen Spezialitäten für mich nicht erklärbar.

Ansonsten Hans: entspann dich und schaue nochmal genau hin: diese kleinen Dinger, auch Emojis genannt, mit denen man ab und an versucht in der virtuellen Welt geschriebenes zu relativieren, finden sich auch in unserer Konversation... :)

Gruss
Heiko
Hans.
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Re: Fischschonendes Verhalten bei drill und landung

Ungelesener Beitrag von Hans. »

:p
:smt006
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Royal Coachman
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Re: Fischschonendes Verhalten bei drill und landung

Ungelesener Beitrag von Royal Coachman »

Hallo Freunde!

Noch eine kleine Nachbemerkung:
es gibt sehr unterschiedliche Äschenpopulationen was die Größe betrifft.

An Inn, Traun, Drau und Teichl nur als Beispiel ist eine 50iger Äsche kein großes Ereignis, an einem der Gewässer war bis vor wenigen Jahren 48 cm Mindestmaß!

Andererseits gibt es Gewässer an denen ist schon eine 40iger kapital.

Meine größte Äsche habe ich am Inn gefangen mit 62cm und 2,6kg da muß schon alles stimmen und Glück gehört dazu um so einen Lebensfisch zu fangen.

Es macht also einen großen Unterschied wo man eine ausgefeilte Drilltechnik benötigt und wo nicht.

tight lines
RC

PS: ich habe meine Äschen immer in der Mitte (Spalt) der Schwanzflosse gemessen.
Der immer auf Seiten der Fische steht!
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Lolek02
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Re: Fischschonendes Verhalten bei drill und landung

Ungelesener Beitrag von Lolek02 »

Danke an RC und Hans.
Ich habe mir diese Technik unbewusst eingeeignet. Ich "lege auch den Fisch auf Seite" damit werden BF Sprünge verhindert. Die Landung ist tatsächlich viel angenehmer, ich persönlich brauche keine Spektakulären Bilder usw vom Fisch. Da ich bekennender Nassfliegen Bader bin hilft es unheimlich gut bei Strom ab Landung.
Jetzt bin ich nicht alleine mit "meiner Art"

Grüsse Martin
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Re: Fischschonendes Verhalten bei drill und landung

Ungelesener Beitrag von Dominikk85 »

Danke für eure Beiträge. Sind ja doch unterschiedliche Meinungen, aber ich denke es gibt schon einige Dinge die ich mal ausprobieren kann, muss es am Ende wohl auch selber rausfinden. Ich werde das mit dem seitlichen Zug aber sicher mal probieren.

Wie steht ihr eigentlich zum Thema kescher vs handlandung?

Ich vermute mal eine perfekte handlandung dürfte besser für den Fisch sein, aber ich fühle mich bei größeren fischen (sagen wir ab 30cm) mit dem kescher doch sicherer, zumal ich ja ein Silikonnetz habe. Oder sollte man keschern bei Release Absicht lieber vermeiden?

Dominik
Dominik
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