Hallo Sportfischer,
nach dem lesen ds Kormoran-Beitrags mußte ich einfach an Herrn Dr. Wiesner eine Mail senden.
Ohne ihm was böses zu wollen, aber der Mann badet eindeutig zu heiß, oder?
Anbei mein Breif:
Sehr geehrter Herr Dr. Jochen Wiesner,
ich habe grade im Internet Ihre Veröffentlichung vom 03.02.2006 an den VANT gelesen, und mir stellen sich da einige grundlegende, sich aus logischer Sicht, ergebene Fragen. Es würde mich sehr freuen wenn Sie sie mir beantworten können. Für Ihre Antwort schon mal vielen Dank im voraus.
Zu meiner Person: Ich bin Fliegenfischer, bin nicht biologisch ausgebildet. Daher kann mir das nötige Fachwissen, um Ihren Bericht zu verstehen durchaus fehlen. Aber mich treibt die Sorge um eine weiterhin intakte Unterwasserwelt, nicht nur aus fischerreilicher Sicht der Dinge.
Zu den Punkten die ich nicht verstanden habe:
1. Sie schreiben vollkommen (nach meiner Auffassung) richtig, dass der Bestand der "Räuber" durch den Bestand der in diesem Fall "Beutefische" reguliert wird. Das solange noch Kormorane am Wasser sind es auch noch Fische geben muß. Auch dies ist mit Sicherheit richtig.
Doch ist es Aufgabe einer Umweltbehörde eines Landes zu warten, bis keine Fische mehr da sind (oder so geringe Restbestände das eine natürliche sich selbst erhaltende Population nicht mehr gegeben ist).
2.Oder sollte man nicht mit vernüftigen Mitteln gegensteuern solange noch Zeit ist (damit ist selbstverständlich nicht der totale Abschuß der Kormorane gemeint)?
3.Wäre grade Ihre Behörde nicht dafür zuständig ein Konzept zu entwikeln bei dem Angler, Naturschützer, Jäger an einen Tisch gebracht werden um gemeinsam eine Planung zu erarbeiten wie der Artenreichtum im, auf und um das Gewässer am besten erhalten werden kann. Ohne das einen Tierart in ihrer Existenz bedroht wird?
4.Der letzte Teilbereich Ihrer Äußerung, das alles ja nicht so schlimm wäre, da dieses Jahr ja 40% weniger Vögel gezählt wurden, kann ich so gar nicht nachvollziehen. Da sie ein paar Zeilen höher geschrieben haben, das der Räuberbestand sich nach dem Beutebestand richtet, muß der Beutebestand doch rapide abgenommen haben, oder etwa nicht? Zumal ich in einschlegigen Internetforen deutschlandweite Klagen meiner Sportsfreunde lesen muß, die fast alle von großen Schwärmen berichten die es vorher so nicht gegeben hat. Es scheint nach meinem Kenntnissstand eine eindeutige einseitige Überpopulation an Kormoranen im vegleich zur Beute zu geben. Da ich aus meiner persönlichen Erfahrung und auch aus Gesprächen mit unserem Gewässerwart entnommen habe das zur Zeit deutlich weniger Fisch im Jahr gefangen wird als noch vor ein par Jahren, also deutlich weniger Beute für eine sich schnell vermehrende Jagdgemeinschaft.
Wann also werden Sie und Ihre Behörde endlich wach um unsere heimischen Fischarten zu schützen, und die Menschen zu unterstützen die seit vielen Jahren ehrenamtlich ihre Gewässer pflegen und hegen? Die sich selbsterhaltende Äschenbestände in jahrelanger Arbeit wieder angesiedelt haben, die jetzt in nur einem Jahr vernichtet werden.
Da ich selber nicht aus Thüringen stamme, kann ich Ihnen noch zwei weitere Beispiele aus meinem Land (NRW) geben. Wir haben ein groß angelegtes Wanderfischprogramm für den Lachs, was sicherlich viel Arbeit, Zeit und Geld gekostet hat und kostet. Wie kann es sein, das den schon vorkommenden Rückkehrern der Lachse nach allen Gefahren die sie überstanden haben (den Rhein von der Mündung bis hin zu den Oberläufen seiner Zuflüssen zu durchschwimmen) am Ende ihrer Reise evt. das Ende als Kormoranfutter blüht. Weil die Überpopulationen so groß sind das kaum ein Fisch überleben kann.
Es gibt doch genug Beispiele für leer gefressenen Gewässer z.B. die Lenne in der Gegend von Altena/Nachrodt. An diesem sehr schönen Fluß habe ich vor ca. 15 Jahren das Fliegenfischen gelernt, damals war das Gewässer voll mit Äschen (Tagesfänge von über 10 Stück waren selbst für den Anfänger kein Problem, die Fische wurden selbstverständlich von mir zurückgestzt, nur der ein oder andere hat den Weg in die Pfanne gefunden). Im letzten Jahr habe ich dort zweimal gefischt und wurde von einem einheimischen Fischer aufs überschwenglischte beglückwünscht als ich eine kleine Äsche von knapp 25 cm fing. Er sagte mir das eine Äsche mitlerweile den größten Seltenheitswert in diesem Gewässer hat.
Wievielen Gewässer muß es noch so ergehen bevor endlich was passiert?
Leider ist es ja so, wenn die Fische große Kulleraugen und ein schönes flauschiges Fäll hätten, und im allgemeinen als süß und knuddelig angesehen wäre, wäre das Problem Kormoran schon lange gelöst. Oder sehen sie das anders?
In Erwartung Ihrer Antwort verbleibe ich,
mit freundlichen Grüßen
Gorden Schulz
P.S.: Die Antwort bitte als E-Mail an "
welleprinz@yahoo.de". Vielen Dank.
Sobald es eine Antwort gibt werde ich die hier eintellen.
Wünsche allen die noch Salmoniden in Ihren Gewässern haben eine schöne Sasion 2006.
Gruß Gorden Schulz
