gespliesste hat geschrieben: das man als Maßnahme gegen Kolmation mit Baggern die Sohle umlagert, habe ich noch nicht gehört. ….Wie tief und weit kann/soll man da umlagern?….. …. Habt ihr da Erfahrungen, in wie weit solche Umlagerungen sinnvoll sind. Hält das entsprechend vor?
Hallo Olaf,
den Film mit dem Bagger der in dem Thema mittlerweile schon zweimal existiert (einmal auf Seite 5 und einmal auf Seite 10) hast Du nun sicher schon gesehen. Oder? Deine Fragen sollten größtenteils beantwortet sein …
gespliesste hat geschrieben: Wir hatten schon Überlegungen die Sohle in Arbeitseinsätzen manuell mit Hacken aufzubrechen, aber das bringt nur kurzfristig einen Besserung.
Diese Maßnahmen gab es bei uns auch schon und es konnte der Nachweis erbracht werden, dass sich entsprechende Maßnahmen positiv auf die Reproduktion der Interstitiallaicher auswirken. Wenn diese Maßnahmen nur kurzfristig Besserung bringen, sollte man halt diese Malnahmen gezielt auf und in den Laichplätze wiederholen… (Von uns bereits durchgeführte Maßnahmen wurden immer erst durch Genehmigung vom Wasserwirtschaftsamt abgesegnet und von uns kartiert.)
Der Link über "die Restaurierung von Kieslaichplätzen" könnte Dir vom nutzen sein …
http://wuemme-meerforelle.de/resources/ ... 5B1$5D.pdf
Bei uns im Verein gibt es schon länger Gespräche und Bemühungen um mit Hilfe von einem Bagger den Kies in den Laichplätzen umzulagern. Ist aber nicht überall so einfach möglich und durchführbar, daher diskutieren wir auch darüber ob es vielleicht nicht auch möglich und kostengünstiger ist, das von Kolmation betroffene Interstitial in den Laichplätzen mit Hilfe von hohen Wasserdruck (Hochdruckreiniger oder einer leistungsstarken Schmutzwasserpumpe und Spülrohr) zu spülen…
Das die großen und starken Bachforellenrogner durchaus selbst in der Lage sind
größere Kiesflächen aufzuschlagen und umzulagern hatte ich Euch mit dem Foto schon versucht zu zeigen….
Wir könnten uns viele kostenintensive Bemühungen (Bagger usw.), ersparen, wenn wir einen ausreichenden Bestand an großen und starken Laichrognern aus Hegegründen schonen und erhalten ….
gespliesste hat geschrieben: Wie übersteht das Makrozoobenthos (Kleinlebewesen am Gewässergrund) diese Maßnahmen?
Im versandeten oder verschlammten Interstitial ist der Lebensraum für Makrozoobenthos sicherlich deutlich eingeschränkt. Aber ich meine es empfiehlt sich immer ein Behutsames vorgehen, es könnten beispielsweise in Ufernähe FFH-Arten wie Unio crassus vorkommen die immer mehr zunehmen an Bedeutung für uns um den Lebensraum der Interstitiallaicher zu erhalten oder besser zu schützen (Verschlechterungsverbot usw.). Viel mehr will ich hier nicht über FFH-Arten und Naturschutz unter der Wasseroberfläche sagen… Wenn man sich als Fliegenfischer um den Naturschutz bemüht (unter der Wasseroberfläche) und davon berichtet, wird man in diesem Forum immer öfter angepiselt …. (Dieses Forum verarmt einfach immer mehr meine ich!!)
Maggov hat geschrieben: Das Argument mit den Laichgruben finde ich interessant! Vielen Dank. Allerdings ist es für mich eine Frage der Zeit bis die Versandung auch nicht mehr von grossen Fischen bewerkstelligt wird wenn ich die strukturellen Ursachen nicht irgendwie beheben oder umgehen kann.
Servus Markus,
es gibt Möglichkeiten und Renaturierungsmaßnahmen die sich auf die Fließgeschwindigkeit auswirken und die Versandung im Interstitial deutlich (durch Erhöhung der Fließgeschwindigkeit) reduzieren können.
Gehen wir mal ganz kurz etwas tiefer in die Materie:
Hinter den (größeren) Kieseln und Steinen entsteht eine langsame Wasserwalze und auch Totwasserbereiche (ähnlich einem Windschatten) wodurch sich Feinmaterial ablagert und der Zwischenraum zwischen den Steine und Kiesel (in den Laichplätzen) beginnt sich aufzufüllen. Die Teilchengröße der Ablagerungen im Interstitial wird von der Strömungsgeschwindigkeit im Wasser stark beeinflusst. Schlamm und Feinsandablagerungen senken die Schlupfrate der Forellen sicherlich extrem, aber genau diese Ablagerungen werden beim schlagen der Laichgrube von vor allem den großen und starken Bachforellenrognern gut und großflächig aus dem Interstitial entfernt und anschließend von der Wasserströmung abtransportiert. Übrig bleibt ein Gemisch aus Steinen, Kieseln und Grobsand.
Grobsand findet man sehr oft in den Kieslaichplätzen der Forellen (Sandsteinregionen, Urgesteinsregionen, … usw.) und trotzdem gibt es eine natürliche Reproduzieren der Forellen. Ob und wie stark der Grobsand die Schlupfrate der Forellen negativ beeinflusst, ist aber sicherlich noch völlig unerforscht!?
LG
Christian