das ist ja endlich mal ein richtig heisser thread! Ich konnte leider nicht früher antworten, aber die vielen Antworten stimmen mich für die Zukunft positiv.
So jetzt muß ich aber ein paar Vorwürfe etc. "abarbeiten":
Damit es eine ausreichend große Anzahl bleibt, ( Jahresscheininhaber ) muss man die Fischer ans Gewässer binden. Die Eigenproduktivität des Gewässers reicht nicht aus.
Aber dann kann man eben nicht eine "Pseudoproduktivität" durch Besatz erzeugen!!! Viele Fischer heißt mehr Beschränkung und nicht zusätzlichen Besatz. Ist denn das so schwer zu verstehen??? Ein offenes Gewässer ist eben keine Forellenp...! Und die pragmatischeren Engländer und Amerikaner zeigen in der Tat wie es geht! In den USA gibt es praktisch keine Privatstrecken. Dort entscheiden - zusammen mit anderen "Stakeholdern" - die "Ideologen" (nämlich Wissenschaftler und keine Politiker) wie die Gewässer bewirtschaftet werden. Wer sich ein bisschen mit der Entwicklung ausseinandersetzt wird sehen, daß man dort, je nach Bundesstaat, immer mehr auf Nachhaltigkeit setzt. In England gibt es zwar Privatgewässer, aber dort hat die Environmetal Agency ein Programm entwickelt, welches langfristig auch eine nachhaltige Entwicklung und Nutzung sichern soll. Im Gegensatz zu D wird dies in der Tat nicht von "oben" aufoktruiert, sondern in einer mehr oder weniger sachlichen Diskussion beraten.
Der Kormoran hat die Äschen weggeholt und ist fast ständig präsent. Wenn nun der, der fünf Mal im Jahr kommt, sich an alle Auflagen hält, eine Menge Geld und Arbeitskraft investiert, an seinen wenigen Fischtagen nichts fängt, argumentiert er berechtigterweise, dass er nicht gewillt sei, seine Euros in eine "Kormoranfutterstelle" zu investieren, an der für ihn nichts mehr übrig bleibt. Ergo muss ein gelegentlicher "Attraktivitätsbesatz" ins Wasser .
Diese Argumentation kann ich noch verstehen, da sie einen Sonderfall darstellt (Äsche und Kormoranproblematik). Leider wird sie aber m. E. häufig dazu verwendet auch unberechtigten "Attraktivitätsbesatz einzubringen. Neben einer europaweiten Lösung (die noch Jahre dauern wird, und bei unserer Regierung noch länger) gibt es auch gewässerinterne Lösungen (Totholz etc.). Übergangsweise würde ich als Fischereireferent (wäre ich einer) einen Rf-Besatz in den von Dir beschriebenen Gewässern tolerieren. Entscheidened ist aber, dass immer klar bleibt, das ist eine Übergangslösung (5, 10 oder 15 Jahre). Offen propagieren darf ich dies allerdings nicht
Das mag gewässerökologisch der korrekten "Ideologie" widersprechen, ist aber immer noch die bessere Alternative als den "Krempel" hinzuwerfen und das Ganze verkommen zu lassen, bzw. den mühsam mit einheimischen Fischen aufgebauten Bachforellenbestand der Wurmangelei zu überantworten oder ......siehe andere Alternativen.
Ich muss mich doch sehr dagegen wehren, als Ideologe bezeichnet zu werden, der NABU und BUND Interessen vertritt!!! Ich bin Wissenschaftler und bemühme mich langfristige Ziele anzupeilen (nachhaltige Nutzung der Gewässer durch uns, die Angler) und dieses Ziele, sowie den Weg dahin zu vermitteln. Der Zustand der Meeresfischerei zeigt doch nur zu gut, wo die Probleme liegen. Egoistische Übernutzung! Da dort ein Besatz mit fangfähigen Fischen wirtscfatlicher Unfug wäre kommt auch keiner auf die Idee dies zu tun (die Besatzpraxis mit Pazifiklachsen an der Westküste Amerikas ist inzwischen auch sehr umstritten). Aber privaten Nutzern ist das halt häufig egal. Nur: Ein Gewässer ist keine Oper etc. die man mit "Subventionen" über Wasser halten kann, auch wenn es sich nicht rechnet ...
Nochmals: Hege heißt einen artenreichen, dem Gewässer entsprechenden Fischbestand zu nutzen und zu erhalten. Zählt RF-Besatz dazu?
Beste Grüße
Robert






