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Verfasst: 21.12.2009, 05:46
von Berner
auch ich bin nicht zufrieden mit dem ergebnis in kopenhagen.
aber.......
es ist immer leichter mit den fingerchen auf andere zu zeigen als auf sich selbst. und andere auffordern was zu tun, bevor man selbst was tut. aber.....wollen wir uns denn einschränken, freiwillig, schon heute, bevor ein politker dazu aufruft oder es verordnet?
?????
- nicht mehr mit dem pw in d zu den gewässerchen x oder y hinfahren, sondern die bahn und den postbus nehmen?
- nicht mehr für den angelurlaub den jet benutzen, oder ganz darauf verzichten und den urlaub hier machen?
-dem fachhandel und seinen herstellern genauer auf die fingerchen schauen woher er/sie seine/ihr billiges getackle hat/herhaben, und wie es produziert wird? (meist in china, sem "stinker" no 1 mit indien).
- bei unseren schönen rütchen fordern und darauf schauen dass nicht mehr (u.a.) padauk, palisander, bocote, zebrano etc. für rollenhalter verwendet wird, sondern heimisches holz?
- oder nur noch ein rütchen alle 5 jahre kaufen, denn wenn man sorge trägt braucht man nicht jede weihnacht ein neues? (dann hätte man vielleicht auch mehr kröten eines beim hiesigen hersteller (die es dann hierzulande mehr geben könnte weil sich ein auskommen damit erzielen liesse dass für den lebensunterhalt hier reicht) zu kaufen?
wer von uns fängt damit bei sich an? den überfluss abzubauen oder auf alternativen zu setzen?
gruss
berner
Verfasst: 21.12.2009, 17:21
von Jaegher
Hallo Hartmut
da scheinst du leider recht zu haben.
@Berner:
ja, ich gehe mit den ÖV oder dem Rad zum Fischen.
Den Jet nehme ich schon lange nicht mehr.
Auf die Nachhaltigkeit meines Konsumes (nicht nur des Getackles) achte ich eigentlich auch schon länger. So sind z.B. Kleider aus biologisch angebauter Baumwolle kaum teuerer und genauso elegant wie "normale".
Leider ist dies nicht überall möglich, da frage ich mich ob das Produkt nötig ist oder der KOnsum vertretbar.
So ist meine Sünde mein T4 Westfalia (sonst habe ich kein Auto), damit gehe ich an den Wochenenden weg (auch angeln) und in Urlaub. Vom CO2 her nur wenig besser als der Jet, jedoch denke ich mit der privaten CO2 Kompensation (myclimate.org) auch da eine vertretbare Lösung habe.
Das mach ich nur so für mich, bin nicht unglücklich deswegen und auf der Strasse erkennt mich niemand als "grünen Spinner".
Aber deine Kernaussage ist richtig, wir könne von den Schwellenländer keine Riesensprünge erwarten, ohne dass wir etwas spürbares dazu beitragen. Das gilt im Kleinen wie im Grossen.
Und genau daran ist imho Kopenhagen gescheitert.
Schade eigentlich.
Viele Grüsse
Andreas
Verfasst: 21.12.2009, 19:13
von fjorden
Hallo,
spannend was für Thesen hervorgekramt werden, Hauptsache das Wachstum stimmt, die Saudischen Verhandler haben aus dem Punkt keinen Hehl gemacht.
Nur mal so...
Dänemark deckt die Hälfte seines Energiebedarfs mit Windenergie.
Die Grünen werden nächstes Jahr 30!!, haben die damals schon gesagt, hat aber die Energielobby ebenso wenig interessiert wie die Automobilindustrie.
Sprüche wie Kernenergie und Endlagerung ist sicher, oder kann sicher gemacht werden...ja, todsicher!!!, Tschernobyl ist überall.
Also ganz kurz, knapp, platt und sei es zum Nachdenken, in Kopenhagen interessierte das von den Politiker_innen eh keinen, es gibt nur eine Lösung: Kapitalismus abschaffen!!, oder mit schwarzem Humor nehmen wie Piscator.
Gruß
Fjorden
Verfasst: 21.12.2009, 19:56
von Jaegher
Hallo Fjorden
ein System , welches auf grenzenlosem Wachstum basiert muss in Frage gestellt werden. Aber die Systemgewinner (also auch wir) werden dies niemals zulassen.
Viele Grüsse
Andreas
Verfasst: 21.12.2009, 20:32
von Rattensack
bünz hat geschrieben:, jedoch denke ich mit der privaten CO2 Kompensation (myclimate.org) auch da eine vertretbare Lösung habe.
Hallo Andreas,
Ich habe mich auch mit der Kompensiererei beschäftigt, weil ich auf Flugreisen nicht verzichten will. Findes es ungerecht, dass Massen mit Billigfliegern zum Saufen nach Ballermann fliegen, und ich soll darauf verzichten.
Ich weiss, diese Einstellung ist nicht nachhaltig, egoistisch, und vielleicht sogar Selbstbetrug. Würde aber sofort jeden Politiker unterstützen, der Flugreisen ums doppelte verteuern möchte.
Gegen Organisationen wie myclimate.org hab ich, dass die Wasserkraftwerke in Drittweltländern bauen. Das find ich echt nicht sonderlich ökologisch. Auch rein aus Klimaschutzgründen - vor dem Hintergrund der Methan-Problematik in den Stauen, was in den Tropen sicher noch mehr Thema ist als bei uns.
Ich spende stattdessen 25% des Ticketpreises an den Regenwald der Österreicher (die Kaufen Regenwaldflächen und stellen sie unter Schutz) und 25% an International Rivers (die bekämpfen Dammprojekte). Damit hab ich einen ähnlichen Effekt und fördere auch den Kampf für Biodiversität, anstatt sie mit CO2 neutraler ??? Wasserkraft zu zerstören.
http://www.regenwald.at/
http://www.internationalrivers.org/
Clemens
Verfasst: 21.12.2009, 21:43
von Jaegher
Hallo Clemens
ich war ja auch gespalten was myclimate betrifft. jedoch habe ich mittlerweile Einblick in einige Projekte zur Förderung der Energieeffizienz der Organisation. Da ist sehr viel verdammt gutes dabei,
aber auch da bleibt immer ein Restrisiko, vorallem da die Organisation den CO2 Ausstoss reduziert und nicht grundsätzlich die Hydrosphären schützen will. Methan jedoch müsste (als klimarelevantes Gas) bei einer seriösen Prüfung berücksichtigt werden.
Jedoch ist Wasserkraft gerade in der 3ten Welt nicht per se so schlecht wie hier bei uns. Wir haben bereits die Schmerzgrenzen überschritten, an anderen Orten kann teilsweise durchaus umweltschonend Wasserkraft genutzt werden.
Danke für die Links, vorallem das Regenwaldprojekt sieht mir nach einer guten Alternative aus.
Solange die externen Kosten unseres Konsumes nicht internalisiert sind wird fliegen billig sein.
Aber sollen die doch an den Ballermann fliegen, das muss jeder selber wissen. Ich bin auch schon sinnlos geflogen und habe nicht das Recht nun auf den andern rumzuhacken.
Ich möchte einfach so leben wie ich es für mich ok finde, das ist alles.
viele Grüsse
Andreas
Verfasst: 21.12.2009, 22:40
von Rattensack
bünz hat geschrieben:
Jedoch ist Wasserkraft gerade in der 3ten Welt nicht per se so schlecht wie hier bei uns. Wir haben bereits die Schmerzgrenzen überschritten, an anderen Orten kann teilsweise durchaus umweltschonend Wasserkraft genutzt werden.
Hallo Andreas,
Ich finde deine Einstellung generell sehr gut.
Aber: Wenn der Wasserkraft-Ausbau wirklich globalisiert wird (nach dem Motto wies bei uns geschehen ist - jeder Standort der wirtschaftlich ist, ist auch sinnvoll), dann halte ich das für einen ökologischen Supergau. In die Richtung gehts aber und da können auch kleine "sinnvolle" Projekte als Katalysator wirken.
Zumal Kleinwasserkraft noch gravierendere ökologische Auswirkungen hat, wenn damit an zig Standorten eine vergleichbare Leistung erzielt werden soll wie mit wenigen Großkraftwerken.
Im übrigen können Wasserkraftwerke in der Dritten Welt viele schwer prognostizierbaren Wirkungen haben, unter denen wieder nur die Ärmsten der Armen zu leiden haben (Krankheiten, Grundwasserprobleme, Flächenverbrauch, Verlust von Fisch als Nahrungsmittel, Erwärmung und Verdunstung des Wassers, ...). Ganz abgesehen von den ökologischen Auswirkungen, die Mangels an Wissen über die Ökologie der vorkommenden Arten wohl oft nicht einmal bei gutem Willen entsprechend bewertet werden könnten ..
Eine objektive Abwägung von ökologischen Schäden und energiewirtschaftlicher Sinnhaftigkeit von Wasserkraftprojekten passiert auch bei uns in Mitteleuropa nur in den seltensten Fällen (glaub mir, ich hab ständig damit zu tun).
In der Regel ist die Verteilung von Interessen sehr einseitig, und demokratische Mittel versagen weil die öffentliche Meinung manipuliert wird. Die Kräfte sind einfach ungleich verteilt.
Wenns bei uns schon nicht klappt, so halte ich einen "sinnvollen Ausbau" bei den Strukturen in der Dritten Welt für total unrealistisch.
Clemens
Verfasst: 22.12.2009, 10:05
von Hartmut
Hallo zusammen,
zunächst möche ich mich bei Euch für diese konstruktive Diskussion bedanken, dies übertrifft meine Erwartungen.
Hier noch ein paar hörens-und lesenswerte Auszüge aus Monitor, passend zum Thema.
Interview Chris Goodall(19.11.2009)
Übersetzung ins Deutsche im Text, unter dem Video
Prof. Mojib Latif (19.11.2009)
Interview Prof. Harald Welzer (19.11.2009)
Autor von Klimakriege
Grüße
Hartmut
Verfasst: 22.12.2009, 13:05
von horstie honk
hallo zusammen,
da es mit der erderwärmung nicht so recht vorangeht, was würde ich mich freuen über öko-wein (nicht verwechseln mit bio-wein)
aus britannia oder frische geerntete datteln vom niederrhein, ja, so warm war es einmal...
... bis es wieder soweit ist oder auch nicht, sind hier
noch ein paar lesenwerte artikel zum thema:
wenn schon ablasshandel, dann muss es sich auch lohnen, bitteschön
klimaerwärmung und das ende der wissenschaft
die angsttrompeter, gestern und heute
nebenbei bemerkt, was modelle wert sind zeigte die letzte marktbereinigung.
man muss schon ein narr sein um an computermodelle zu
'glauben' die man vorab mit
unzulänglichen daten gespeist hat.
übrigens wie sieht es mit den anderen planeten in unserem sonnensystem
bezüglich einer erwärmung aus? dies thema war vor ein, zwei jahren kurz aufgeflammt.
und morgen treiben wir eine andere sau durchs dorf

Verfasst: 23.12.2009, 00:45
von Jaegher
Hallo Horstie
du bist anderer Meinung als ich, ok das gilt es zu akzeptieren.
Die Inhalt deiner Links überzeugen mich aufgrund diverser offensichtlicher Gründe nicht, aber das tut nichts zur Sache.
Selbst wenn nun die ganze Welt einem Hirngespinst nachrennen würde, was ist dabei an der energetischen Unabhängigkeit und Nachhaltigkeit so falsch?
Ihr und auch wir in der Schweiz, werden Gewinner sein. First come, first serve.
So ists nun mal.
Beste Grüsse
Andreas
Verfasst: 31.12.2009, 16:30
von Gammarus roeseli
Schaun wir mal wo die Reise hingeht!
Wenn wir Pech haben
http://www.youtube.com/watch?v=9AlaJWliO7o
Ich wünsche allen einen guten Rutsch!
Grüße
Christian
Verfasst: 09.02.2010, 11:30
von Rattensack
Hallo,
hier gibt's einen sehr lesenswerten Artikel, wo gezeigt wird, was beim Dammbau weltweit derzeit so abgeht.
Zum Kotzen das ganze ..
http://www.worldwatch.org/node/6344
Clemens
Verfasst: 19.02.2010, 12:20
von pehers
Servus an alle!
Zurück zum Klima:
Ich finde es jedenfalls wie Andreas bedenklich, dass eine derartige Schieflage in der Berichterstattung und im wissenschaftlichen Diskurs nicht kritisch hinterfragt wird. Manche (wenige) - kritische - Journalisten sprechen dabei von einer "Ersatzreligion Klimawandel". Es ist öffentlich einfach nicht mehr opportun oder statthaft, Zweifel an diesen Behauptungen zu äußern, obwohl im Bereich der Klimaforschung in den letzten Monaten Umstände hervorgekommen sind, die mehr als berechtigte Zweifel an der Seriosität dieser Theoreme aufkommen lassen können (sollten?).
Dafür ernome volkswirtschaftliche Werte, auf denen unser aller Wohlstand fußt, in Zeiten einer globalen Wirtschaftskrise, die noch lange nicht ausgestanden ist, zu riskieren, halte ich für grob fahrlässig. Hier die Arbeitsplätze in den neu geschaffenen Wirtschaftszweigen gegenzurechnen, halte ich für schön und wünschenswert, aber schlichtweg aufgrund der doch heute noch konventionellen Struktur der europäischen Wirtschaft für schlichtweg unrealistisch.
Beste Grüße,
Hans
Verfasst: 19.02.2010, 13:04
von Rattensack
pehers hat geschrieben:Dafür ernome volkswirtschaftliche Werte, auf denen unser aller Wohlstand fußt, in Zeiten einer globalen Wirtschaftskrise, die noch lange nicht ausgestanden ist, zu riskieren, halte ich für grob fahrlässig. Hier die Arbeitsplätze in den neu geschaffenen Wirtschaftszweigen gegenzurechnen, halte ich für schön und wünschenswert, aber schlichtweg aufgrund der doch heute noch konventionellen Struktur der europäischen Wirtschaft für schlichtweg unrealistisch.
Servus Hans!
Gerade deshalb ist es wichtig, möglichst früh zu beginnen, die Wirtschaft sukzessive umzubauen, sodass die Umstellung weg von fossilen Energieträgern (die ja mittelfristig auch wirtschaftlich sinnvoll ist) gleitend erfolgt und nicht in Form eines globalen Energie-Crashs..
Derzeit werden derlei Argumente halt vorgebracht, weil starke Lobbys daran interessiert sind, mit den bestehenden Strukturen möglichst lang zu verdienen, was halt gerade zu einem Energie (oder ggf. auch Klima-) Crash führen wird.
Clemens
Verfasst: 20.02.2010, 08:33
von Heinz
Hallo,
just vor einigen Tagen musste ich folgende Meldung lesen:
Britischer Wissenschaftler soll Daten gefälscht haben. Der britische Klima
forscher Phil Jones hat in der Vergangenheit immer wieder vor der Erderwärmung gewarnt und gefälschte Daten veröffentlicht. Der ehemalige Direktor der Climate Research Unit (CRU) der Universität of East Anglia, hat bestätigt, dass die sogenannte Hockeystock Grafik auf manipulierten Daten
basiert. Tatsächlich seien die Temperaturen seit 1995 konstant. Übrigens
habe es schon immer globale Phasen der Erderwärmung gegeben, deren Ursachen absolut nichts mit dem Menschen zu tun hatten....
Da scheint einiges nicht zu stimmen und manipuliert worden zu sein.
Kenne sich aus, wer kann. Wahrscheinlich wird man je mnach Grundeinstellung das eine oder das andere glauben w o l l e n.
Grüsse
Heinz