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Re: Gequälte Fische im Zeitschriftenregal? Unglaublich...

Verfasst: 26.02.2012, 23:42
von Hardy
Neubrandenburger hat geschrieben:...Angeln ist Tierquälerei?
Alles eine Frage der Perspektive.
Als was würdest du das sonst bezeichnen?

Mir ist jedenfalls noch kein Fisch untergekommen, der sich freiwillig meinen Haken ins Maul gehauen hat und sich danach mit Spaß von mir durchs Wasser ziehen ließ.

Es ist lediglich zu fragen, ob ich im Rahmen der geltenden Gesetze, die mein Tun mit dem "vernünftigen Grund" legitimieren, bereit bin, einem Fisch dies kurzzeitig zuzumuten.
Würde ich das verneinen, DANN wäre ich z.B.nicht hier.

Für den Fisch ändert das allerdings relativ wenig.




Groetjes
Hardy

Re: Gequälte Fische im Zeitschriftenregal? Unglaublich...

Verfasst: 26.02.2012, 23:59
von Neubrandenburger
Tut mir leid,

wenn ich das Angeln an sich als Tierquälerei sehen würde. Würde ich meine Ruten zerbrechen und hier das Bild derer posten.

Ich quäle gar nüscht! Würde ich auch nie tuen!

Ich bin Vater von drei Kindern ... und zeige denen wie man verantwortungsvoll in diesem Leben umgeht. Ihnen soll wenigstens die heile Welt vor unserer Tür erhalten bleiben.

Und das die Brathähnchen (Broiler) nun mal nicht auf Bäumen wachsen muss ich ihnen auch klar machen ............ da fallen auch gleich Federn zum binden ab :wink:

Re: Gequälte Fische im Zeitschriftenregal? Unglaublich...

Verfasst: 27.02.2012, 00:44
von Ralf Montreal
@ Bernd,

das finde ich ja mal eine spannende These :

"Sei es, dass eine Katze niemals an die frische Luft darf."
"Dass so viele Menschen eine Katze im Haus halten wollen, ist ein vernünftiger Grund, dies tun zu dürfen."

Also, wenn viele Menschen ein bestimmtes Bedürfniss haben, stellt ihr gemeinsamer Wille einen vernünftigen Grund dar ? Na,ja...

Abgekürzt : Wille = Vernunft ?

Abgesehen davon gibt es einige Bereiche bei uns Fliegenfischern, die man sich durchaus auch mal unter dem Aspekt der Tierquälerei ansehen
könnte.
Beispiel : So genannte Trophyparts, in denen x-fach gehakte/gedrillte/releaste Fische rumschwimmen.
Nur ein Aspekt unseres Hobbys.
Schnell können wir auch wieder in die C&R-Diskussion abrutschen.
Wie lautet nochmal der vernünftige Grund dafür, einen Fisch ohne die Absicht des Nahrungserwerbes dem Haken, Drill e.t.c. auszusetzen ?
Das so viele Menschen einen Fisch fangen wollen, zwingt zur "Gewässerhege" durch C&R ? Vernünftiger Grund ?

Vor kurzem gab es hier einen Thread über einen niederländischen Forellenpuff, wo die Fische "indoor" im Becken rumschwimmen.
Hier gabs natürlich große Aufregung, was für eine Sauerrei e.t.c.
Nüchtern gerechnet : Trophypart/C&R-Strecken werden oft mit Zuchtforellen besetzt. Unterschied zur "indoor"-Forelle = 0
Indoor-Forelle wird einmal gehakt/gedrillt, abgeschlagen = 1
Trophy/C&R-Forelle wird x-mal gehakt/gedrillt = ?
Aber dafür darf sie ja zwischendurch in einem natürlichen Gewässer rumschwimmen und sich für den nächsten Drill
erholen, damit es wieder ein guter Kampf wird.

Gibt es da jetzt einen eindeutigen "Sieger" und somit eindeutige Empörung ?

Ich würde auch gerne wie Du "unser Hobby Fliegenfischen" weit ab von Tierquälerei sehen, aber leider fallen mir da noch ein paar mehr Fässer ein,
die ich jetzt aber mal zu lasse.

Gruß, Ralf

Re: Gequälte Fische im Zeitschriftenregal? Unglaublich...

Verfasst: 27.02.2012, 08:12
von flo staeuble
kann mich ralf nur anschliessen. gerne auch mit clownnase.
was mich interessieren würde: wenn schon das wort "tierquälerei" hier auf teufel komm raus vermieden werden soll, wie nennen wirs dann?
ich geh mal vorsichtig davon aus, dass alle zustimmen, wenn man sagt: "fische werden nicht unbedingt gerne gedrillt" - oder gibts da schon gegenmeinungen?
wenn dem aber so ist, reden wir nur noch von graduellen, nicht aber inhaltlichen unterschieden.
der eine nennts "sanftes und vertretbares unter Stress setzen einer kreatur bei gleichzeitig größtmöglicher aufrechterhaltung ihrer überlebensschancen zum erhabenen und stilvollen zeitvertreib".
der andere nennts "tierquälerei zum scherz".
muss jeder selber wissen.
ben, du bringst deinen drei kindern bei, "wie man verantwortungsvoll mit dem leben umgeht?" - darf ich dann davon ausgehen, dass c&r für dich ein tabu ist? oder wird das anderweitig verargumentiert?
bitte versteht mich nicht falsch, ich will hier niemanden als tierquäler geisseln - und wenn, dann muss ich erst vor meiner eigenen türe quälen. aber das ewige "ich fliegenfischer schwebe im einklang mit der natur und der wahrhaftigkeit durch einen moralischen garten eden" find ich ab und an a bissl naiv:-)
flo

Re: Gequälte Fische im Zeitschriftenregal? Unglaublich...

Verfasst: 27.02.2012, 10:22
von AlexWo
Wenn es denn sein muss, setz ich mir auch die Clownsnase auf!

Angel ist Tierquälerei! Ich betone an dieser Stelle nochmals: ich gehe weiterhin Fliegenfischen und bekenne mich zur Tierquälerei!

Wie Flo schon sagte, wenn das Haken, Drillen und Landen eines Fisches keinen Stress erzeugen würde, würde der Fisch sich kaum dagegen wehren....
Allein, weil es ein Gesetz nicht als Tierquälerei ansieht und verbietet, ändert es an dieser Tatsache nichts! Auch wenn man bedenkt, dass Gesetze in anderen Ländern Dinge zulassen oder untersagen, die bei uns verboten sind bzw. erlaubt sind. Empfinden die Tiere in anderen Ländern vielleicht unterschiedlich?

Nehmen wir doch mal die Fallenjagd: In Deutschland sind nur Totschlagfallen erlaubt, in Kanada auch Fangeisen zum Lebendfang. In Schweden auch Kastenfallen, in dem das Tier dann stundenlang an den Wänden kratzt, bis es vor Erschöpfung verreckt, bei uns undenkbar, dort ganz normal.

Nächstes Beispiel: Spanien, Stierkampf, wer hier empfindet diese Spielerei mit dem Vieh nicht als Tierquälerei?

Wie ich bereits sagte, Papier ist geduldig, auch das Papier auf dem Gesetze stehen!

Gruss

Alex

Re: Gequälte Fische im Zeitschriftenregal? Unglaublich...

Verfasst: 27.02.2012, 10:56
von Michael.
Hallo,

wieso macht Ihr aus jedem Ding eine ellenlange Grundsatz-Diskussion? Zur Erinnerung: Thema dieses Threads war lediglich mein Missfallen über die Art eines bestimmten Blinker-Titelfotos :idea:

Gruß
Michael

Re: Gequälte Fische im Zeitschriftenregal? Unglaublich...

Verfasst: 27.02.2012, 11:56
von Ralf Montreal
Hallo Michael,

wo ist das Problem ?
Auf das kritisierte Foto ist ausführlich eingegangen worden.
Entsteht daraus dann eine weiterführende Diskussion, die inhaltlich bei deinem Thema "Umgang mit dem Fisch" b.z.w. "Tierquälerei"
bleibt, kann dies doch nur in deinem Sinne sein ?
Nach nunmehr ca. 20 Jahren Fliegenfischen kenne ich die meisten Allgemeinplätze, da sind weiterführende Diskussionen ganz erfrischend.

Gruß, Ralf

Re: Gequälte Fische im Zeitschriftenregal? Unglaublich...

Verfasst: 27.02.2012, 11:59
von flo staeuble
Ralf Montreal hat geschrieben: Entsteht daraus dann eine weiterführende Diskussion, "-", kann dies doch nur in deinem Sinne sein ?

Gruß, Ralf
hatte ich eigentlich auch angenommen....

Re: Gequälte Fische im Zeitschriftenregal? Unglaublich...

Verfasst: 27.02.2012, 13:35
von AlexWo
@all: O.K. zurück zum eigentlichem Thema, das Titelfoto der Zeitschrift Blinker:

Ich finde das Foto auch nicht unbedingt sehenswert, für mich einfach kein schönes Foto.

Aber irgendetwas was man nicht zeigen kann oder sollte sehe ich in dem Foto auch nicht. So sieht es nun mal aus wenn ein Fisch gedrillt wird und ob er dann drei oder eine Hakenspitze im Kiefer, in der Zunge oder durchs Auge hat ist doch eigentlich wurscht! Sofern er danach laut der deutschen Schlachtverordnung getötet wird! Denn dann und nur dann ist das Fischen gedeckelt, auch durch das deutsche Tierschutzgesetz..... Was aber noch lange nicht heißt, dass es keine Tierquälerei ist!

Viele Grüße

Alex

P.S.: ich setze sehr viele Fische zurück, bin mir aber dessen bewusst was ich mache und verstecke mich nicht hinter Gesetzen.

Re: Gequälte Fische im Zeitschriftenregal? Unglaublich...

Verfasst: 27.02.2012, 14:13
von Tegernsee-rebel
servus,
hmm? ich kann diesen moralischen aufschrei im gewissen sinne nachvollziehen, aber, ehrlich gesagt, warum sollen wir eigentlich immer so devot sein? warum muss man sich immer der öffentlichen meinung unterordnen? warum so passiv? jeder von uns kann ein botschafter der anglerschaft am wasser sein, und die leute aufklären, aber dafür muss man natürlich selbst eine gewisse professionalität im umgang mit dem lebewesen fisch und seinem ökologischen lebensraum besitzen, nur, die masse der angler in deutschland, sind gerade in diesen punkten eher einfach gestrickt, angeln ist das hobby des kleinen mannes, und damit meine ich nicht die finanzielle sichtweise auf die anglerschaft, sondern eher die geistige und intellektuelle, nicht jeder hat die muse oder die geduld, sich in praxis und theorie weiter zu entwickeln, oder sieht eine notwendigkeit darin,
aber:
sieht man sich die öffentlichkeit an, schauts doch oftmals so aus, dass sie von ihrer eigenen flora und fauna absolut keinerlei ahnung haben, und den normalen angler als lehrer und info-stand am wasser missbrauchen,es mangelt vielen menschen bei uns an einem ökologischen basiswissen, und das kann selbst der beste angler in einem kurzen gespräch nicht ausgleichen
ich denke mir, die naive öffentlichkeit macht keinen unterschied, ob da jetzt ein drilling oder ein einfach-haken ohne wiederhaken im fisch steckt, sie kennen gar nicht den unterschied, nur kompetente angler mit sachverstand, sehen darin ein unding,
für die peta und veganer fraktion ist eh alles tierquälerei, und sie werden so oder so argumente finden, um das angeln anzuprangern, deswegen gilt für mich, keine energie sinnlos zu verschwenden, bei dingen, die unwichtig sind, und die keinerlei auswirkung auf mein privates leben haben, möchte nämlich nicht am Don Quichotte-Syndrom erkranken :D

nachtrag: thema tierquälerei, es gibt verschiedene stufen der quälerei, massentierhaltung, vivisektion, tiertransporte etc.. das sind für mich entartete zustände, die komplett meiner ethischen aufassung wiedersprechen und die endlich verbessert werden müssen, aber vernünftiges c&r oder das sog. drillen des fisches aus "spass an der freude" löst in mir keine so hohe bestürzung aus, auf bayrisch, wenns gscheit gmacht wird, passt des doch........
stelle es mir so vor: angeln ohne wiederhaken, releasen im wasser, kein wiegen, kein messen, keine langen fotosessions, fisch muss lebensfähig sein, ökologisches sinnvolles c&r(arterhaltung) etc..

Re: Gequälte Fische im Zeitschriftenregal? Unglaublich...

Verfasst: 27.02.2012, 15:04
von Hardy
Michael. hat geschrieben:Hallo,

wieso macht Ihr aus jedem Ding eine ellenlange Grundsatz-Diskussion? Zur Erinnerung: Thema dieses Threads war lediglich mein Missfallen über die Art eines bestimmten Blinker-Titelfotos :idea:

Gruß
Michael
moin moin,

wenn ich aus deinem Eingangsposting ebenfalls zitieren darf:
Michael. hat geschrieben:...der größten deutschen Anglerzeitschrift sollten andere Mittel und Wege recht sein, die Schönheit des Angelsports darzustellen, auch ohne reißerische Bilder von gequälten Fischen
Na, wenn das nicht zu Grundsatzdiskussionen Anlass gibt?


Groetjes
Hardy

Re: Gequälte Fische im Zeitschriftenregal? Unglaublich...

Verfasst: 27.02.2012, 16:55
von Bernd Ziesche
.

Re: Gequälte Fische im Zeitschriftenregal? Unglaublich...

Verfasst: 27.02.2012, 17:23
von Hardy
Bernd Ziesche hat geschrieben:...
Ein wenig habe ich den Eindruck, dass Ihr Fische teilweise vermenschlicht.
Dass ein Fisch in ähnlicher Form wie wir Spass oder Schmerzen empfinden kann, oder auf dem Bewußtsein - was ihm gerade wiederfährt - basierend, davon schiesst, glaube ich nicht.
Flo, woher stammt Deine Erkenntnis, Fische hätten ein Bewußtsein, dass sie zwischen "etwas gerne oder nicht gerne tun" differenzieren könnten?
Dieses ist eine typisch menschliche Denkstruktur, und ich glaube nicht, dass sie auf Fische übertragbar ist.
Alle wissenschaftlichen Abhandlungen zu diesem Thema, die ich bisher las, zeigten hier eher graviernde Differenzen zwischen Fischen und Menschen auf, und ließen eine solche Vermenschlichung nicht zu.
...
Beste Grüße
Bernd
Moin Bernd,

diese Argumentation wird m.E. nach immer dann benutzt, wenn irgendwo im Hinterkopf doch ein bisschen das schlechte Gewissen nagt und man eine Rechtfertigung braucht.

Ob die Fische sich dessen bewußt sind, was mit ihnen geschieht oder nicht, ist doch hier nicht die Frage.
Unzweifelhaft ist die Situation für sie mit Stress verbunden. Ich denke, insoweit besteht Konsens.

Wenn dieser Stress jetzt auf sie einwirkt, weil ein tierischer Prädator sie jagt, oder ob ein Mensch sie unter Zuhilfenahme seiner Angel aus dem Wasser holt, um sie ins Jenseits zu befördern, macht da keinen Unterschied. Das liegt halt in der Natur der Sache und wer wo in der Nahrungskette angesiedelt ist. Kein Steak ohne tote Kuh.

Schwierig wird es, wenn dieser Stress allein zum Spaß des Menschen (beim C&R z.B.) ausgelöst wird. Dann nämlich wäre er durchaus vermeidbar. Und irgendwo fängt da für mich die Quälerei an.

Nur um Mißverständnisse zu vermeiden: Ich fische ja auch und nehme nicht jeden Fisch mit. Bei meinen 5 Fischtagen im Jahr und einer Erfolgsquote nahe Null bekomme ich das noch irgendwie auf die Reihe.
Trotzdem darf man sich doch Gedanken in diese Richtung machen.
Ich glaube, es war Ghandi, der einmal gesagt hat: » Man kann den Fortschritt und moralischen Wert einer Gesellschaft daran messen, wie sie mit ihren Tieren umgeht.« Da ist doch etwas wahres dran.

Groetjes
Hardy

Re: Gequälte Fische im Zeitschriftenregal? Unglaublich...

Verfasst: 27.02.2012, 17:28
von webwood
Servus,

ja, ich finde auch, das dieser Tröt hier mal sehr symphatisch abläuft.
Er lauft zwar aus dem Ruder. Von Augangspunkt: Negativwerbung bzw. Imageschädigung der Angler nun zum Hinterfragen des eigen Tuns.
C&R wurde hier zwar hier schon mehr als einmal sehr, sehr gründlich diskutiert und hinterfragt, doch die eigene Handlung gelentlich neu zu überdenken, kann ja nicht schaden. Ich habe diese Saison gerademal 5 Fische entnommen, gefangen sehr viel mehr. Es waren erfreulicherweise etliche Äschen darunter, die ich guten Gewissens aus hegerischen Gründen releast habe, aber auch etlich Besatztrebos, die ich eigentlich hätte entnehmen müssen. Ich habe ergo den Fisch ungefragt als "Sportgerät" wie einen Fußball benützt.
Andere Betrachtungsweise. Ein Freund von mir (Wurmbader, aber dennoch ein Freund) erzählte mir, er habe ein und die selbe Forelle auf Wurm 5 mal hintereinander binnen kürzester Zeit gefangen. (Reflex, Zwangshandlung, Gedächtnis wie ein Sieb?) Daher glaube ich, das es nicht korrekt ist, das Empfinden von Warmblütern (Katze, die nie raus darf, Zuchthähnchen aus Massentierhaltung etc.) mit Fischen in einen Topf zu werfen. Ich habe auch mal gelesen, dass Fische keinen Neokortex hätten und somit keinen Schmerz empfinden könne. In gleichem Arikel stand aber auch, dass sie sehr wohl Stress empfinden.
Ich war schon aus Gewohnheit auf dem "Gutmensch-Trip" weil ich meine Fische release. Jetzt bin ich mit meinem Gewissen gerade wieder im unreinen.
TL
Thomas

Re: Gequälte Fische im Zeitschriftenregal? Unglaublich...

Verfasst: 27.02.2012, 18:10
von Bernd Ziesche
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