Hallo Freunde,
ich habe die ganze Zeit so Bilder von Kalktuffstein vor den Augen ….
z.B. die Sinterterrassen bzw. Kalktuffkaskaden vom Holnsteiner Quellbach im Tal der Weißen Laaber (Kreis Neumarkt i.d. Opf.)
http://www.kulturwanderungen.de/bistum/ ... nterte.jpg
oder der nach vorne wachsende Tufffelsen bei Usterling an der Isar.
http://www.lfu.bayern.de/geologie/geoto ... /index.htm
Ich kann mich erinnern, in den kalkreichen Seen in dem ich als Kind zum Fischen war, waren die Blätter der Wasserpflanzen oft mit Kalk überkrustet. Die Wasserpflanzen waren mit Kalk überkrustet, weil bei starker Photosynthese der Pflanzen dem Wasser das CO2 entzogen wird, dadurch das Carbonat (Kalziumkarbonat) ausfällt und sich auf dem Blättern der Wasserpflanzen ablagert.
Der nach vorne wachsende Tufffelsen bei Usterling an der Isar, ist mit Moose und Algen bewachsen, die dem Wasser das CO2 entziehen und nun das Carbonat ausfällt. Die Algen und Moose werden vom ausgefällten Kalziumkarbonat eingeschlossen und neuer Tufffelsen entsteht.
Also entzieht das Quellmoos im Foto
dem Wasser das CO2 und das Carbonat (Kalziumkarbonat) fällt aus und versteinert so das Quellmoos….
Dann musste ich an den wunderschönen Nationalpark Plitvicer Seen denken.
http://de.wikipedia.org/wiki/Nationalpa ... vicer_Seen
Da steht unter "Grundvoraussetzungen für die Sedimentbildung"
Zitat aus Wikipedia :
Zur Ausfällung der Kalkanteile des Wassers kommt es nur unter bestimmten Temperaturbedingungen (erst ab 14 °C), durch Wassererwärmung und Verdunstung oder durch einen anderweitigen Kohlendioxid-Verlust, zum Beispiel unter Mitwirkung von Wasserpflanzen oder Moosen. Da der Sedimentierungsprozess nur bei warmem, feuchtem Klima stattfinden kann, treten derartige Phänomene erst seit Ende der Eiszeit auf. Seitdem bildete sich auf dem bestehenden Untergrund eine Schicht aus verhärtetem Kalktuff, auch Travertin genannt.
Und weiter heißt es …..
Zur Kalkausfällung kommt es jedoch nicht unmittelbar an den Quellen der Zuflüsse der Plitvicer Seen. Damit das Wasser kohlensauren Kalk (Calciumcarbonat) ausfällt, muss das Wasser einen gewissen Sättigungsgrad an Mineralien erreichen. An den Quellen beträgt der Sättigungsgrad etwa 1. Zur Ausfällung von Calciumcarbonat muss der Sättigungsgrad 3 übersteigen. Zugleich muss der pH-Wert des Wassers über 8,0 liegen (leicht basisch)
Das Bedeutet, dass die Kalkausfällung und somit der Kalkschlamm nicht in der ca. 8-9 °C kalten Karstquelle vom Bachmühlbach ausgefällt ist,

sondern schon viel eher und bei entsprechend höheren Wassertemperaturen von über 14°C ausgefällt ist und mit dem Oberflächenwasser in die Karstquelle transportiert wurde. Da kommen jetzt die Dolinen aus dem Link
http://www.die-natur-gewinnt-immer.de/u ... OLINEN.PDF vom Alf ins Spiel. (Abbildung auf Seite 9 ("Grafik: Oberflächenwasser - und Grundwasser hängen im Karst eng zusammen.")
Die Dolinen usw.
http://www.jachenhausenergruppe.de/blog ... doline.jpg und die Erkenntnis, das Oberflächenwasser - und Grundwasser im Karst eng miteinander zusammenhängen, erklären auch die schnelle Bildung von Algen in der Karstquelle vom Bachmühlbach

wenn die Bauern den Odel (Gülle) auf der Hochebene ausgebracht haben und scheinbar auch, warum es zu den plötzlichen Massenvermehrungen und somit (Rätselhaften) Algenplagen in der Lauterach (Schmidmühlen) kommt ->
http://www.mittelbayerische.de/index.cf ... &pk=591846
Wodurch der Betrieb der betroffenen Kleinwasserkraftwerke extrem behindert wurde ...
Royal Coachman hat geschrieben: ….. möchte aber bemerken, daß das Foto der Oberen Isar bei Schneeschmelze aufgenommen wurde und die Isar bei Normalwasserstand kristallklar aus dem Karwendel herauskommt.
Ist die Obere Isar unterhalb vom Sylvensteinstausee. Es war Sommer, seit Tagen sehr trocken und heiß, ich glaube nicht wirklich an eine Eintrübung der Isar durch Schmelzwasser zu diesem Zeitpunkt. Ich erinnere mich, das Wasser der Isar war in den frühen Morgenstunden noch sehr klar, aber mit steigenden Temperaturen wurde das Wasser immer mehr so milchig- trüb.
Das selbe habe ich oft in der Schwarzen Laber im Oberpfälzer Jura beobachten können. In den kühlen, frühen Morgenstunden ist das Wasser der S. Laber noch recht klar und wird mit Steigenden Temperaturen dann immer milchig- trüber. Genau so, wie ich es in der Isar auch beobachten konnte. Das bedeutet doch dann soviel, das die Isar und auch S. Laber im laufe des Tages sich auf Wassertemperaturen über 14°C erwärmen und so der Kalk im Wasser beginnt auszufällen, wodurch diese Flüsse sich beginnen einzutrüben …
Die stark kalkhaltigen Flüsse, Isar, S. Laber. Wiesent usw. erreichen auf Grund der mittlerweile eher geringen bis fehlenden Beschattung durch Bäume, Wassertemperaturen von über 14°C, so dass der im Wasser gelöste Kalk ausfallen kann und deshalb die Kieslückensysteme in den Flüssen mit Kalkschlamm verschlammen und nun die Kieslaichplätze unbrauchbar werden oder schon (ganz unbemerkt von uns allen) unbrauchbar geworden sind mittlerweile für Forelle und Äsche…. Richtig?
Die dadurch entstandenen starken pH- Wertschwankungen, könnten vielleicht sogar die eigentliche Ursache sein für das mysteriöse Bachforellensterben (schwarze Bachforellen) in z.B. der Isar. PH- Werte über 9 können bei Fischen zu Laugenschäden führen. Die Laugenkrankheit erkennt man an ausfasern der Flossen, Verätzung der Kiemen, Hauttrübung.
LG
Christian
PS: Vielleicht sollten wir besser mal damit anfangen, schattenspendende Ufergehölze an den Bach- Flussufern zu pflanzen, anstatt immer nur Forellen vom Fischzüchter ins Wasser zu kippen!?