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Verfasst: 09.07.2004, 22:19
von Harald aus LEV
Auf das alles reglementiert wird und für alle und jedes ein amtliches Siegel irgendeines Popanzes benötigt!
Harald

Verfasst: 12.07.2004, 09:09
von Volker
Wer unliebsame Artikel löscht, braucht die genehmen Artikel auch nicht zu lesen. Daher habe diesen Beitrag dann selbst gelöscht.

Verfasst: 12.07.2004, 22:21
von Werner
Das Schwarzangeln steht für mich eher im Zusammenhang mit dem (meiner Meinung nach) überflüssigen Fischereischein. Die Hürde für diesen Schein ist für viele zu hoch bzw. zu zeitaufwendig und DAS ist der Hauptgrund für die Schwarzangelei. [QUOTE]

Hallo,
ursprünglich hatte ich nicht vor, mich zu diesem Thema und den "innewohnenden" Unterthemen zu melden. Aber allmählich nimmt die "Verniedlichung" des Schwarzangelns und die Ablehnung der reglementierenden Fischerprüfung Ausmaße an, die der Realitätsverleugnung nahekommen.

Dazu einige Fakten : Vor einigen Jahren recherchierte ich im niederländischen Roermond für einen Gewässerbericht.

Eine Befragung der niederländischen Polizei ergab folgendes :

Ganze Scharen deutscher und vor allem "deutschrussischer" Angler bevölkern dort die Maasplassen. Die meisten kommen dahin, weil man in den Niederlanden keine Fischerprüfung braucht, bei uns dürfen sie nicht angeln, weil sie keine haben.

Viele angeln trotz Verbot mit drei und mehr Angeln, nehmen untermaßige Hechte mit, können Fischarten nicht voneinander unterscheiden, lassen eine Müllkippe aus Wodkaflaschen und dergleichen zurück, werfen gefangene Bresen - so habe ich das gesehen- hinter sich ins Gras, wo sie sich zu Tode zappeln, bauen sturzbetrunken Unfälle und klopfen alles auf den Kopf, was schwimmt. Untereinander informieren sie sich mit dem Handy über Streife fahrende Polizisten, so dass diese dazu übergegangen sind, in Zivil und mit gemieteten Zivilautos Streife zu fahren. Als Ergebnis entziehen die Polizisten an jedem Wochenende einer Reihe von Anglern die Angelerlaubnis, stellen Führerscheine sicher und konfiszieren Angelgerät. Jedes Wochenende im Sommmer sind eine Reihe von Polizisten im Einsatz, die die schlimmsten Auswüchse eindämmen sollen.
Mittlerweile überlegt man sich in den Niederlanden, die Fischereiprüfung wie bei uns einzuführen.

Warum wohl ?

Und die allermeisten dieser "nicht reglementierten" Angler sind russisch stämmige Deutsche, die aus ihren Geburtsländern das "Feeling" für unreglementiertes Angeln mitbringen, was in Diesem Thread offenbar zur Tugend erklärt werden soll.

Und ich denke, das muss man auch sagen dürfen- was ich hiermit tue-. "Ausländerfreundlichkeit" kann ja nun nicht heißen müssen, dass man um der stromlienienförmigen, politischen Korrektheit willen, alle Fehlentwicklungen verschweigen muss und das man das unreglementierte Angeln als Ausdruck eines freien Geistes feiern muss.

Gruß Werner

Verfasst: 13.07.2004, 11:02
von Jens2001
Nun, das Problem ist doch letztendlich auch Hausgemacht! Viele Leute die sich ständig über das Problem aufregen tun am Wasser nix dagegen. Wenn Verstöße gegen ordentliches Verhalten am Wasser festgestellt werden, dann nicht wegschauen sondern die Leute ansprechen und zwar in einem vernünftigen Ton und sie auf ihre Verstöße aufmerksam machen!!! Und dabei geht es mir nicht in erster Linie um Papiere und Lizenzen sondern eben um auffälliges unwürdiges Verhalten! Hatte am Wochenende erst wieder so einen „Zwischenfall“ an meinem Hauswasser mit 4 Goldwäschern….. die sich auch einsichtig gezeigt haben! Nun ok ich laufe sehr viel am Fluss mit meiner Deutschen Dogge, die wohl auch Respekt einflößt. Aber wenn ihr der Meinung seid selbst nichts tun zu können genügt ja auch der Griff zum Handy.
Also will damit sagen wir haben es in der Hand Missstände am Wasser zu beenden und zu verhindern!

Gruß Jens

Verfasst: 13.07.2004, 21:19
von Harald aus LEV
@Werner,
es geht hier meiner Meinung nach nicht darum, obdie Fischerprüfung sinnvoll ist oder nicht (auch wenn das gepostet u. gelöscht wurde). Es geht doch darum, ob es rechtlich eingeschränkt werden soll, Angelgerät zu Schleuderpreisen zu verkaufen. Da wir in einer sozialen Marktwirtschaft leben, ist meiner Meinung dagegen nichts einzuwenden. Nur weil Lidl das Zeug billig verkauft, ist das noch lange nicht strafbar. Und ein Gesetz oder eine Verordnung, die regelt, daß nur jemand Angelgerät kauft, der auch eine Litenz hat, ist schlichtweg Blödsinn. Angelgräte sind keine Waffen. Wie ich schon geschrieben habe, kann man auch Fahrzeuge kaufen, ohne einen Führerschein zu besitzen - und mit einem Fahrzeug kann man wesentlich mehr Unfug anstellen.
Gruß Harald

Verfasst: 13.07.2004, 22:45
von Werner
@ Harald,
"es geht hier meiner Meinung nach nicht darum, obdie Fischerprüfung sinnvoll ist oder nicht "

Doch Harald, darum ging es in dem gelöschten Beitrag, auf den ich mich beziehe und auch in einigen anderen. Natürlich kann man den Kauf von Angelgerät durch "Nichtangler" nicht verbieten, aber noch hirnrissiger ist es, aus dem freien Verkauf von Angelgerät die Forderung nach "freiem" Angeln für jedermann abzuleiten, weil das in dünn besiedelten Ländern wie Finnland und Schweden mit jeder Menge Wasserfläche auch so ist.

Sinnvolle Verbote und Gebote sind in einem dicht besiedelten Land wie dem unseren keine Beamtenwillkür "irgendeines Popanzes " , sondern erhalten den Fischbestand und gewährleisten, dass sich an unseren Gewässern keine Setzkescherladungen von Bresen und Rotaugen im Gras zu Tode zappeln.

Gruß Werner

Verfasst: 13.07.2004, 23:37
von T.Z..
Werner,

in Finnland und Schweden must du Angelscheine kaufen. Das ist dort nicht einfach so frei. Zudem gibt es in Schweden Mindestmasse und Entnahmebegrenzungen.
Desgleichen in Finnland. Dort sind die Bestimmungen sogar noch etwas härter (bzw. besser). Einige Gewässer haben Mindestmasse von 40cm bei Forellen.
Lediglich die Fischerprüfung gibt es dort nicht, was nicht heisst das man sich vernünftig benehmen muss. Unsachgemässes Verhalten wird dort auch geahndet.

TL - Tz

Verfasst: 13.07.2004, 23:41
von T.Z..
Original geschrieben von stekus
Wenn das konsequent durchgezogen werden soll, dann müssten ja Österreicher, die durch Deutschland nach Schweden fahren auch einen Fischereieschein haben um ihre Angel nach Schweden mitzunehmen. Das währe 1. Lächerlich und 2. würde sich die EU da denke ich querstellen!
Stekus,

bedingt ist dies aber schon der Fall. Du darfst nicht mit fangfähigem Gerät :D Fischereibezirke, für die du keine Fischreierlaubnis besitzt, durchreisen. Ist wohl auh so eine Regelung vom grünen Tisch. ;)

TL - Tz

Verfasst: 13.07.2004, 23:45
von T.Z..
P.S. - In Ländern wie Schweden scheint allerings der Umgang mit der Natur besser zu laufen - warum? Den Leuten wird der Zugang zur Natur verbrieft zugestanden und somit können schon die Kinder lernen wie mit eben dieser Natur umzugehen ist. Hier findet doch nur eine "getto - Natur" statt. Dies erklärt auch bedingt, dass eben unwaidmännisch Angelnde nicht oder nur selten zur Rechenschaft gezogen werden.

Verfasst: 14.07.2004, 08:22
von Werner
Hallo T. Z.,
P.S. - In Ländern wie Schweden scheint allerings der Umgang mit der Natur besser zu laufen - warum? Den Leuten wird der Zugang zur Natur verbrieft zugestanden und somit können schon die Kinder lernen wie mit eben dieser Natur umzugehen ist. Hier findet doch nur eine "getto - Natur" statt. Dies erklärt auch bedingt, dass eben unwaidmännisch Angelnde nicht oder nur selten zur Rechenschaft gezogen werden.


Damit hast du eben selbst erklärt, warum bei uns eine Fischerprüfung nötig ist und in Skandinavien nicht !
Und da in den Niederlanden ähnliche Verhältnisse wie bei uns vorzufinden sind, überlegt man dort, eine Fischerprüfung einzuführen.

Ergo ist die Argumentation : Die Skandinavier brauchen keine Prüfung, also brauchen wir auch keine, schlicht unlogisch, allein schon deshalb, weil durch die Vorbereitungslehrgänge bei uns "tierschutzferne" Bevölkerungsanteile an einen vernünftigen Umgang mit den Fischen herangeführt werden.

Gruß Werner

Verfasst: 14.07.2004, 08:51
von T.Z..
Werner,

wo steht denn, dass ich gegen eine Fischerprüfung bin? Kann man man vielleicht mit viel um die Ecke denken hineininterpretieren, wäre aber recht gewagt. Ich akzeptiere die Verhältnisse hier. Ich habe dich nur auf mögliche Fehlinterpretation, bzw. Fehler deiner Aussage bez. Schweden und Finnland hingewiesen.

Das die Fischereiprüfung in momentaner Form nicht unbedingt das Allheilmittel ist zeigt doch die aktuelle Entwicklung. Was bekommt man denn da schon beigebracht? Nüscht, oder fast nix. Da geht es um stumpfes Abfragen pur theoretischer Fragen. Ich würde sogar so weit gehen dass dem Absolventen dann sogar noch suggeriert wird er wüsste jetzt Bescheid.

Der Pudels Kern ist letzendlich der, meiner Meinung nach, veraltete Denkansatz man fische nur zur Nahrungsbeschaffung. Diese Denke ist wohl auch noch in den meisten Vereinen verbreitet. Man kann nur hoffen dass sich diese Einstellung langsam aber sicher ändert.

Worüber wird sich denn bei den sogenannten Schwarzfischern aufgeregt? Wohl doch meist darüber dass man unerlaubt Fische entnimmt? Allerdings regen sich deutlich weniger Leute darüber auf wenn jemand mit blauer Karte in den Forellenpuff rennt um dort bestellt besetzte Forellen (verdienen den Namen meist nicht mehr weil ein Fisch ohne Flossen ist keiner) dem kühlen, aquariumsengen Nass wieder zu entreissen. Also da geh ich doch lieber in die Metro und lass' mir 'nen Fisch über die Theke werfen. Da kann ich dann immer noch sagen ich hätt' ihn gefangen.

Ironischerweise veranstaltet eben ein solch "Haus der Freude" Kurse zur Erlangung des Fischereischeines. Sorry, aber das ist doch Käse, oder?

TL - Tz

Verfasst: 14.07.2004, 09:22
von cgx
Die dürfen, wir dürfen nicht! Was hört sich das manchmal quengelig an. Die Frage, jenseits jeder verbrieften Erlaubnis, bleibt: wie werden unsere Bürger auf die Konfrontation :-) mit der Natur vorbereitet? Da trennen uns, in Bezug auf Schweden, Generartionen. O.g. Recht (T.Z.) beinhaltet auch eine Pflicht; eine entsprechende Prägung findet schon im Kindergarten statt (natürlich auch im Elternhaus). Und weil das so ist, dürfen sich Schweden (wenn erwachsen) auch einfach so Jagdwaffen kaufen und kommen nicht auf die Idee ihre Wildbestände nachhaltig zu dezimieren.
Übrigens, die Sache mit den Jagdwaffen ist auch in vielen anderen EG-Ländern unproblematischer als hier. Denkt mal drüber nach.

Verfasst: 14.07.2004, 09:45
von Jens2001
Muß mich hier noch mal zu Wort melden.......
ich bin ganz bestimmt nicht der Meinung, dass das Angeln komplett frei sein sollte! Aber die legale Einstiegsschwelle in Deutschland ist einfach zu hoch, insbesondere für Kinder und Jugendliche..... mache jetzt mal nen Rechenbeispiel auf Sportfischerprüfung: 5 Nachmittage +120,- €, Fischereischein: Lichtbild, auf Amt beantragen, 50,- €, Mitgliedschaft in einem Verein um teilweise (bestimmte Regionen) überhaupt Zugang zum Wasser zu bekommen.... einige Vereine verhalten sich da doch recht elitär sperren sich gegen neue Mitglieder, haben teilweise horente Aufnahmegebühren, neben den Jahresbeiträgen und Erlaubnissscheinen....
Will damit sagen, die Einstiegshürde für jemanden, der nur mal so vielleicht 2 - 3 mal im Jahr angeln möchte ist viel zu hoch! Und das Ergebnis sehr viele Deutsche angeln im nur im Ausland (dass diesen Leuten unkompliziert erste Kontakte zur Angelei ermöglicht) und die anderen angeln eben schwarz! Nun, wie könnte die Lösung ausehen? Ich erinnere mich da mal an die Regelung in der ehem. DDR. Auch da gab es eine nein um genau zu sein mehrere Prüfungen.... eine Raubfisch- und eine Salmoniden -Qualifikation, welche frühestens nach 1-jähriger Mitgliedschaft im DAV durch Prüfung erworben wurden konnte. Zusätzlich gab es eine Nachtangelerlaubnis, die als Auszeichnung jährlich an verdienstvolle Mitglieder vergeben wurde und eine Trinkwassertalsperren Belehrung. Nur war es eben auch für jeden der nur mal 1-2 Wochen im Urlaub angeln wolte die Möglichkeit zu angeln und das ganz legal und ohne Einstiegshürde! Es wurde für ein paar Mark eine Angelberechtigung erworben ohne Qualifigation gab es die nur für's Friedfischangeln und eine Rute. diese Regelung hat super funktioniert! Nun wo wäre ein denkbarer Ansatz für jetzt und heute? Ganz einfach wenn die gewerblich veranstallte Angelei z.B. Forellen Puff's von der Fischereischeinpflicht befreit würden mit der zusätzlichen Auflage für die Betreiber für einen Waidgerechten umgang zu sorgen, und die passen sowieso auf wie Schießhunde, dass ihr Teich nicht vermüllt wird und zuviele Fische entnommen werden. Denke das wäre jetzt mal ein vernüftiger Ansatz der das Schwarzangeln reduziren könnte!
Ich mein diese ganzen Beschimpfungen und Schuldzuweisungen bringen uns doch keinen Schritt weiter. Wenn es Probleme gibt müssen praktikabele Lösungsansätze her und nicht noch mehr Reglementierungen und Einschränkungen davon gibt es schon viel zu viele in Deutschland!

Nur mal als Denkansatz........

Gruß Jens

Verfasst: 14.07.2004, 09:57
von Matthias
Hallo Jens,

ich teile Deine Gedanken voll und ganz ... aber in den Forellenp***s wird doch auch heute - trotz Fischereischeinpflicht - sehr schlecht mit den gefangenen Fischen umgegangen. Warum sollte der Betreiber etwas dagegen sagen und so einen Kunden vergrämen?

Meiner Meinung nach ist die fehlende Kontrolle und Konsequenz bei der Strafverfolgung eine wesentliche Ursache der diskutierten Probleme. Zu Ostzeiten hätten wir es uns einfach nicht getraut schwarz zu angeln, man hatte viel zu viel Respekt vor Polizei, Lehrern, ... das Angeln (und andere Hobbies) wurde auch in der Schule mehr gefördert, aber da geht man ja zumindest in Brandenburg inzwischen den richtigen Weg.

Viele Grüße, Matthias

Verfasst: 14.07.2004, 10:12
von Jens2001
und ich gehe da sogar noch nen Schritt weiter, wenn Jungendlichen der Zugang zur Angelei und auch anderen Sinnvollen interessanten Betätigungen erleichtert wird, kann man zu mindest einen Teil von ihnen von der Straße holen und nicht nur Schwarzangeln sonder Kinder- und Jugendkriminalität im allgemeinen wüde sinken!

Gruß Jens