Seite 4 von 6

Verfasst: 06.09.2007, 13:50
von Maggov
Servus Reverend,

der Wurf geht Backhand genauso - wenn backhand das Problem ist, dann dreh' Dich einfach um und wirf rückwärts :P ...

Am 22./23. bin ich leider nicht in Deutschland - aber ich denke das machen wir besser via PN aus oder Du schaust einfach mal an unserem Stammtisch in München vorbei. Da kommen viele aus der Aiblinger Ecke - Mitfahrgelegenheit sollte es also auch geben. Und wenn Du willst gibt es sogar vorher meist noch ein Casting auf der Wiese (Mit der Fliegenrute versteht sich ;) ...).

Schau mal hier:

http://www.fliegenfischer-forum.de/flyf ... 54140.html


LG

Markus

Re: Scheuchwirkung !

Verfasst: 24.09.2007, 12:55
von Rattensack
Royal Coachman hat geschrieben:Hallo Posti !
Selbstverständlich hat der Switch Cast Scheuchwirkung und zwar extrem.
Hallo RC!

Sorry, ich kann deine Einschätzung, dass der Switchcast (SC) eine besondere Scheuchwirkung hätte, eigentlich überhaupt nicht nachvollziehen. Im Gegenteil.

- Ich kann damit z.B. fast 180° Richtungsänderungen machen und brauch dafür keine scheuchenden Leerwürfe
- Ich kann Stellen befischen, ohne bzw. ohne weit ins Gewässer zu waten (Scheuchwirkung) welche ich sonst nie erreicht hätte, bzw. bewusst Positionen einnehmen, welche aus Gründen wie Strömungsmuster oder Scheuchwírkung günstiger sind, ohne auf den Platz hinten Rücksicht zu nehmen.
- Wenn ich an einem größeren Fluss einen Überkopfwurf parallel zum Ufer mit einem Single Spey zur Richtungsänderung 90° raus kombinieren, kann ich fast jeden fisch anwerfen, und überwerfe die dazwischen stehenden Fische nur 1 mal .. quasi ein Wunderding in Bezug auf die Scheuchwirkung der Wurfschnur in der Luft.

Mit dem Rollwurf erreich ich nur einen Bruchteil der Wurfweite und eine weit schlechtere Präsentation.

Der Ankerpunkt beim richtig ausgeführten SC ist (bei genügend Platz hinten) unmittelbar vor bzw. neben dem Werfer und damit in einem Bereich, in dem sich der Werfer selbst im Sichtfenster ufernah stehender Fische befindet. Der Werfer wäre bei Leerwürfen, welche beim Überkopf benötigt würden, deutlich auffälliger unterwegs.
Royal Coachman hat geschrieben:Bei guten Wildfischbeständen kannst Du den Switch Cast vergessen, der Nahbereich wird stark beeinträchtigt und es ist vorbei für die nächste Stunde.
Ich hab das Glück, sowohl in Österreich als auch auf meinen Reisen zu fast 100% auf Wildfische fischen zu können - der SC hat sich trotzdem oder gerade deshalb für mich sehr bewährt, mit dem Verscheuchen hab ich jetzt weniger Probleme als zuvor und ich wende ihn sehr oft auch an, wenn ich ausreichend platz für Überkopfwürfe hätte, ganz einfach weil er effizienter ist als der Überkopf.

Das Erlernen des SC und seinen derivaten war für mich der wichtigste Meilenstein im nie endenden Lernen beim Fliegenwurf und hat mir bisher sehr sehr viel Freude bereitet.

Ich stimme vermutlich mit dir überein, dass sich diese Vorteile nur dann einstellen, wenn man zuerst überlegt und dann wirft und zweitens den SC gut beherrscht, was viel Übung und Talent verlangt.

Lg,
Clemens

Switch Cast

Verfasst: 24.09.2007, 19:07
von Royal Coachman
Hao Clemens !

Ich will die Nützlichkeit des Switch Cast nicht bestreiten, er hat sicher seine Berechtigung, ich frage mich nur, wie wird die Leine denn zuerst mal ausgebracht?

Beobachtung aus der Praxis:
mit mehreren Rollen wird erst einmal Leine ausgebracht, und dann wird begonnen zu switchen, die Fische lachen sich schief :lol:

Ich darf aber noch eine Beobachtung aus der Praxis anfügen:

Mit dem Switch Cast ist es möglich schwere und schwerste "Lures" (denn das sind für mich keine Fliegen mehr!) über große Distanzen zu transportieren, ohne sich und seine Umwelt zu gefährden. Also wird (muß)er auch dann verwendet, wenn sonst genügend Platz wäre!

Wahrscheinlich einer der vorrangigen Gründe diesen Wurf zu verwenden. :D

freundichst
Gebhard

Verfasst: 25.09.2007, 08:12
von pehers
Also ich habe die Erfahrung gemacht, dass der SC gerade mit schweren Fliegen ein Unding ist - die fahren in alle Richtiungen weg, nur nicht wo sie hin sollen. FÜr schwere Fliegen hat sich mE besonders ein Überkopfwurf mit großer Schlaufe bewährt, gerade einen Switch stcit eine schwere Fliege ab, weil sie die Leine zu effektiv "ankert" und nicht bloß das Wasser küsst...

Der Switch ist schön mit einer trockenen zu werfen und muss wie jeder Wurf bedächtig eingesetzt werden.

L.G.
Hans

Re: Switch Cast

Verfasst: 25.09.2007, 08:22
von posti
Royal Coachman hat geschrieben:.....Beobachtung aus der Praxis:
mit mehreren Rollen wird erst einmal Leine ausgebracht, und dann wird begonnen zu switchen, die Fische lachen sich schief :lol:
......
Ok, ich hab auch schon Spezialisten gesehen, die zig Leerwürfe mit dem normalen Überkopfwurf über den Fisch durchführen - da haben sich die Fische auch totgelacht. Das heißt für mich konsequenterweise, bloß weil jemand einen Wurf nicht kann, bzw. falsch einsetzt, ist er unnötig? Ach komm.... dieses Argument könnte man für jeden Wurf einsetzen. Also zurück zum Wurm? ;-)
Selbst als Anfänger in der Fliegenfischerei (der ich nunmal bin) kann ich diese Argumentation nicht so stehen lassen.

Verfasst: 25.09.2007, 08:30
von Rattensack
Hallo Gebhard,

du hast recht, das sieht man wirklich oft am wasser, dass zig mal rolliert oder schlecht geswitcht wird, um die schnur rauszubekommen. Dabei gäbs gute alternativen dazu, etwa überkopfwürfe uferparallel oder ausnutzen der adhäsion, um die schnur einfach abtreiben zu lassen. Oft stellt sich die Frage aber eh nicht, wenn man einen Zug entlang fischt.

Stimme mit Hans überein: Mit schweren Ködern ist das SC weit schwieriger als Überkopf - so ist man z.B. beim Huchenstreamern selbst mit Speyruten zu den ungeliebten (und hier von puristen verachteten!!) Überkopfwürfen gezwungen .. beim Einhandfischen neige ich persönlich zu kleineren und leichteren Ködern, seit ich ein SC-fanatiker geworden bin.

Clemens

In concreto !

Verfasst: 25.09.2007, 09:25
von Royal Coachman
Hallo Freunde !

Jetzt aber mal konkret:

Vorgabe: gerade mal 3-4 m Rückraum, ein Switch also möglich, benötigte Wurfweite 14 m, Einschußlänge 3 m, wie bringt Ihr die benötigten 11 m aus , es stehen in 7-8 m kleinere Fische, die auf eine einfallende Leine mit Flucht reagieren !

freundlichst
Royal Coachman

PS: kommt mir nicht mit einem Spey, wir reden vom Switch Cast !

Re: In concreto !

Verfasst: 25.09.2007, 09:36
von Thomas aus Hamm
Royal Coachman hat geschrieben:Hallo Freunde !

Jetzt aber mal konkret:

Vorgabe: gerade mal 3-4 m Rückraum, ein Switch also möglich, benötigte Wurfweite 14 m, Einschußlänge 3 m, wie bringt Ihr die benötigten 11 m aus , es stehen in 7-8 m kleinere Fische, die auf eine einfallende Leine mit Flucht reagieren !

freundlichst
Royal Coachman

PS: kommt mir nicht mit einem Spey, wir reden vom Switch Cast !


Lieber Gebhard,

da gibts nur eine Lösung.......

:twisted: Humor an:

L O O P OPTI-STREAM die Schnur für schwierige Verhältnisse

:twisted: Humor aus:

:wink: Gruß aus Hamm

Verfasst: 25.09.2007, 09:46
von Rattensack
Hallo RC!

Sorry, aber der Schwitchcast ist nichts anderes als ein Single Spey mit dem Spezialfall ohne Richtungswechsel, und damit die Mutter aller Speycasts. Jeder Lachsfischer macht seit Generationen Switchcasts. Das wirst so in auch in jedem Buch finden.

Das geht sich doch super aus, 2 x 4 = 8 m hinten als D-loop plus 3 m Anker vor dem Werfer ergibt exakt 11 m. geht ganz locker .. 11 m am eigenen ufer ablegen, abheben, je nach ufer und vorliebe double spey, snake roll oder snap-t, und raus mit den 11 m. also den Bereich zwischen 7 und 8 m muss man nie touchieren und nur 1 mal überwerfen.

Clemens

Verfasst: 25.09.2007, 10:07
von pehers
Servus!

Sehe es auch so, dass der SC kein Wurf für kleine Flüsschen ist, da es dort einfach nicht notwendig ist, aber letztlich macht er immer noch weniger Wetter als ein Rollwurf, bei dem die ganze Leinenlänge am Wasser liegt!

L.G.
Hans

Verfasst: 25.09.2007, 11:22
von Black Magic
Hallo zusammen,

ganz abgesehen, dass diese Thematik eigentlich in eine andere Rubrik gehört (Fliegenwerfen), wär es auch eine Überlegung wert, die von RC beschriebene Situation mit einem Rollwurf mit der Schlaufe in der Luft zu lösen. Ja, ich höre jetzt schön ... was 14mtr. mit Luftschlaufe??? Meine Herren, das geht einwandfrei, mit 3-4m Rückraum sogar locker!

Grüße

Black Magic

Verfasst: 25.09.2007, 11:38
von Rattensack
Servus Black Magic,

sicher geht das, aber wie machst einen entsprechenden Richtungswechsel??
Du braucht also eine ganze Salve von Rollwürfen in Richtung raus, und dann wirst die Kinderstube dazwischen wirklich beleidigen.

Clemens

Verfasst: 25.09.2007, 11:59
von Black Magic
Hallo Clemens,

lege deine, parallel zum Ufer liegende Leine mit einem leichten Snap auf die notwendige Seite (links oder rechts von dir), bringe deine Leine (bzw. die D-Loop) in die richtge Position und dann in gerader Vorausrichtung (180grad zur Loop) ab zum Fisch. So hast du einen Richtungswechsel in 2 Schritten. In diesem Fall aber klar die bessere Wahl gegenüber einem Spey, da du genau kontrollieren kannst, wie weit die Schlaufe nach hinten geführt werden kann und du hast alle Ruhe und Zeit alles kontrolliert auszuführen.

Probiers aus - es funktioniert.

Gruß

Black Magic

Verfasst: 25.09.2007, 12:18
von Rattensack
Hi B.M,

is aber nix anderes als ein langsam ausgeführter Snap T. Kann schon besser sein, wenn's weniger um große Distanzen geht, sondern um Ruhe am Wasser. Ich persönlich kann aber mit einem kurz touchierenden speycast genauer werfen und schöner präsentieren.

Lg,
Clemens

Alles ok !

Verfasst: 25.09.2007, 14:56
von Royal Coachman
Hallo Clemens !

Alles ok, aber wie Du die ersten 11 m Meter ausbringst, die Du brauchst um einen Switch überhaupt ansetzen zu können um die notwenigen 3 m einschießen zu lassen, hast Du mir noch nicht erklärt !

Es geht nicht um den Switch, sondern um das vorherige Ausbringen der Leine!

Bitte nichts mit seitlich!

freundlichst
Gebhard