Gammarus roeseli hat geschrieben:Hallo Hans,
du verstehst mich nicht!
Weißt du, ich bin fest davon überzeugt, wenn man es wirklich ernst meint mit der Erhaltung oder Wiederansiedlung der Äsche, muss man sich zuerst mit dem Problemen unter Wasser und dem verschwinden der Bestände befassen und Lösungen finden! Ansonsten bleibt man erfolglos und verbrennt nur Geld ...
Naja - nichts anderes habe ich ja geschrieben, wohingegen ich Deinen Posts entnommen habe, dass der Ertrag nur über Besatzmaßnahmen zu erreichen ist. Gemeint wohl: Durch Angler abschöpfbare Biomasse; Der Ertrag bei Besatzmaßnahmen kann ja maximal an der Gewichtzunahme der Besatzfische im Gewässer festgemacht werden.
Für meine Lösungsvorschläge habe ich nur Hohn geerntet. Klar - ich bin schon mal untergriffig in meinen Postings, aber ich hoffe doch, dass der Grundtenor sachlich ist. Ich denke, dass alle Probleme, die Du angesprochen hast, lösbar sind bzw. für die Fischbestände kein bedrohliches Ausmaß erreichen. Ich darf dazu noch anmerken, dass Sauerstoffübersättigung keinesfall zu Folgen für die Fischbestände führt.
Beispiel Pflanzenwuchs: Ich denke doch, dass man in einem Verein seine Mitglieder zu einem Ausmähen des Pflanzenbestandes auch mehrmals im Jahr verpflichten oder sogar begeistern kann, da ja die Fischerei auch davon profitiert. Ein völlig zugewachsener Bach ist ja nur von mäßiger fischereilicher Attraktivität geprägt, wie Deine Beispielbilder recht anschaulich zeigen. Ich weiß schon, dass das das Problem nicht an der Wurzel packt, aber man sollte doch tun, was man kann.
Weiteres Beispiel Struktur: Ich durfte gerade am Wochenede eine traumhafte Strecke befischen, die wirklich ein feines Revier ist und trotzdem versuchen die Verantwortlichen im Rahmen des Möglichen, etwas für ihren Bach zu tun. Da werden einige große Steine eingebracht, wenn eine Uferverbauung durch die Gemeinde erfolgt, die dann auch sehr kooperativ ist und das gleich im Rahmen der Bauarbeiten mit erledigt. An anderer Stelle werden Bäume ins Bachbett verankert, um neue Standplätze und Strukturen zu schaffen. Da müssen die Leute aber eben selbst mit der Axt in der Hand rausgehen!
Weiteres Beispiel Struktur: Gerade in diesem Forum wurde ein Brutboxensystem vorgestellt, das es aufgrund seiner Konstruktion erlaubt, auch in verschlammten, kanalartigen Gewässern Forellenlaich einzubringen. Wiederum ein Beispiel, das negative Umstände akzeptiert und damit gut umzugehen versucht. (vgl.
http://www.babyfish-brutboxen.de/tl/index.php/home.html)
Vielleicht sollte man sich in solchen Diskussionen den AA Spruch "Gib mir die Kraft zu ändern, was zu ändern ist, gib mir die Gelassenheit zu akzeptieren, was nicht zu ändern ist und gib mir die Weisheit das eine vom anderen zu unterscheiden" ein bisschen zu Herzen nehmen.
Man wird keinen Rückbau der Wasserkraftwerke erreichen, solange diese Strom liefern, aber es wurde und wird viel erreicht: Renaturierungen, Verbesserung der Wasserqualität, Aufstiegshilfen, Hürden für neue WK-Projekte, Ausgleichsmaßnahmen bei Bewilligung von solchen, Verfahrensgarantien für die Fischerei im WRG, Entschädigungen (vor 20 Jahren wurdest Du in Österreich von der Behörde/Gerichten noch ausgelacht, wenn Du als Fischereiberechtigter, für einen Eingriff in dein Recht Entschädigungen wolltest. Heute werden wirklich großzügige Ersatzflächen geschaffen etc.), Monitoring nach WRRL, Fische als wichtige Indikatoren für den ökologischen Zustand eines Gewässers und was es sonst noch alles gibt.
Sicher: Viele Fronten sind offen, viele Trends sind eher oder sehr negativ. Die Renaissance der Wasserkraft in Österreich aufgrund der Atom- und Klimakrise und auch in Bayern gefährdet die letzten frei fließenden großen Ströme. Das ist bitter und man soll sämtliche Petitionen u.ä. unterstützen.
Das alles entbindet uns aber nicht von der Verantwortung, sondern muss uns geradezu aufstacheln, auch in unserem kleinen persönlichen Bereich das Mögliche zu versuchen, selbst Hand anzulegen! Ich finde es nicht gut, dass sich immer mehr Menschen in allen Bereichen, aber auch bei der Fischerei, immer weniger engagieren wollen, sondern lieber als Konsumenten irgendwo einen Tagesschein kaufen. Die in Vereinen engagierten und fleißigen Fischer oder Eigentümer, die ihre Strecken selbst bewirtschaften und sich dann frech herausnehmen, ein von Ihnen gepflegtes und gehegtes Wasser nicht jedem zugänglich zu machen, werden dann auch noch als elitäre Snobs verunglimpft (ist mir mehr als einmal passiert). Was ich damit sagen will: Man muss nicht Eigentümer oder selbst Pächter eines Fischereirechts sein, um einen positiven Einfluss auf die Bedingungen zu nehmen. Man muss sich nur engagieren!
Ich habe jetzt auch einen großen Bogen gemacht und bin etwas vom Kernthema abgekommen.
L.G.
Hans
P.S.: Lieber Christian: Ich weiß echt nicht, was ich zu den letzten beiden Postings schreiben soll...