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Re: Gequälte Fische im Zeitschriftenregal? Unglaublich...

Verfasst: 28.02.2012, 10:47
von flo staeuble
nachdem siegfried zu höflich ist, um sich selbst zu zitieren, nehm ich ihm das ab:
Siegfried. hat geschrieben: Der Gesetzgeber und das von ihm erlassene Tierschutzgesetz sagt nämlich ausschließlich "...ohne vernünftigen Grund Leiden, Schmerzen ....zuzufügen" Punkt, Ende sonst nichts. Über Angeln, Schlachten, Reiten Hunde halten, mit offnem Mund Bike fahren etc. und ie jeweils dafür geltenden Entschuldigungen steht da rein gar nix.
das hattest du gemeint?
ruhe bewahren, burschen!
flo

Re: Gequälte Fische im Zeitschriftenregal? Unglaublich...

Verfasst: 28.02.2012, 11:40
von Bernd Ziesche
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Re: Gequälte Fische im Zeitschriftenregal? Unglaublich...

Verfasst: 28.02.2012, 11:49
von AlexWo
Siegfried. hat geschrieben:
AlexWo hat geschrieben:@Siegfried: in diesem Post habe ich Flo und Bernd geschrieben, Dir nicht. Hab das auch so gekennzeichnet.
Worum geht es Dir in Deiner Ansprache?

Gruß

Alex

P.S.: Deine Frage nach meiner Fähigkeit zu lesen ist sehr unhöflich, ist das in Dortmund so üblich?
Hallo Alex,
Lies doch einfach mal die posts, ich zitiere mich nicht gern selbst, habe aber gerade etwas weiter oben dargestellt, dass deine wiederholte Aussage schlicht falsch ist. Die beiden Aussprüche sind übrigens Zitate aus einer Zeit, als du dich wahrscheinlich alterbedingt noch nicht um Politik gekümmert hast. sorry dafür :badgrin:
zum P.S. Ja, hier liebt man die klare Ansprache, insbesondere bei Menschen die sich nicht am hier und jetzt orientieren
Ich wiederhole, ich habe an Flo und Bernd geschrieben.

Gruss

Alex

@bernd: in im bayerischen Fischereigesetz ist es nicht vorgesehen, dass der Fischereiausübungsberechtigte selbst entscheidet, ob er maßige Fische zurücksetzt oder nicht. Lediglich der Fischereiberechtigte kann zur Hege besondere Maßnahmen, Bestimmungen erlassen, z.B. Äschen zurückzusetzen. Entschuldige, mit anderen Fischereigesetzen hab ich mich nicht befasst. Zu dem was ich beschrieben habe, gibt es einen Artikel in der Zeitschrift des bayerischen Fischereiverbandes.

Ich kann nur immer wieder betonen, dass Sachen die durch Gesetze erlaubt sind, nicht unbedingt richtig sind. Nur weil jemand gewissermaßen "aus Mangel an Beweisen" nicht verurteilt werden kann, weil es wie in Deinem Beispiel erwähnt, nicht erwiesen ist das Fische Schmerzen empfinden, ist es auch nicht bewiesen, dass sie keinen Schmerz empfinden oder Stress erleiden.

Und eine Frage sei noch erlaubt, warum kann man Weißfische nicht kulinarisch verwerten oder war das nur ein Beispiel? Bin mir sicher (Selbstversuch), dass ein Aitel besser schmeckt, als eine abgestiegende Meeforelle aus der Ostsee!

Nur damit kein Falscher Eindruck ensteht, ich breche regelmäßig das bayerische Fischereigesetz und setze maßige Fische zurück!

@all : Mir ist ein Fall bekannt, wo in einem Gewässer der unteren Äscheregion, mit Bachforellensterben immer wieder Bachforellen bestzt werden, die dann ab August elendig verrecken. Dem Verein ist die Problematik bekannt, begründet die Maßnahme aber damit, dass die Mitglieder im März Bachforellen fangen wollen. Ist das Tierquälerei?

VG

Alex

Re: Gequälte Fische im Zeitschriftenregal? Unglaublich...

Verfasst: 28.02.2012, 11:57
von flo staeuble
hey bernd, ich hab werde behauptet, dass es verboten ist, einen fisch zu irritieren, noch, dass es verboten werden sollte.
ich bin leidenschaftlicher fischer, und den weg meiner rechtfertigung dafür hab ich geschildert.

wir hatten uns auf einer ethischen ebene der frage angenähert. ein reines "erlaubt ist, was nicht verboten ist" ist zwar juristisch vollkommen korrekt, hilft aber in ethischen fragen ausgesprochen selten weiter. wenn die diskussion darauf reduziert werden soll, hat sie ihr ende gefunden und du hast recht.
ich für mich (!) fand den moralischen aspekt interessant, will mich aber mit diesem interesse niemandem aufdrängen.
noch ein kleiner gedanke zum rechtlichen: die juristerei ist intensiven zeitlichen strömungen und wandlungen unterworfen.
bis 1997 war im deutschen recht vergewaltigung in der ehe keine straftat.
ich weiss, das ist ein bizarrer und völlig überzogener vergleich - er soll nur illustrieren, dass "erlaubt ist, was nicht verboten ist" bisweilen an ethische grenzen stößt.
grüße vom flo

Re: Gequälte Fische im Zeitschriftenregal? Unglaublich...

Verfasst: 28.02.2012, 12:05
von Frank.
Liebe Leute,

bitte erst zwei Minuten meditieren, dann schreiben!

Bild

Euer Frank

Re: Gequälte Fische im Zeitschriftenregal? Unglaublich...

Verfasst: 28.02.2012, 12:28
von AlexWo
Frank. hat geschrieben:Liebe Leute,

bitte erst zwei Minuten meditieren, dann schreiben!

Bild

Euer Frank
Hi Frank, Servus!

Ist doch nicht schlecht, wenn mal etwas hitziger, leidenschaftlicher zugeht!

Ne Idee zu dem was sich an dem von mir beschriebenen Gewässer abspielt?

VG

Alex

Re: Gequälte Fische im Zeitschriftenregal? Unglaublich...

Verfasst: 28.02.2012, 12:48
von Frank.
AlexWo hat geschrieben:Ist doch nicht schlecht, wenn mal etwas hitziger, leidenschaftlicher zugeht!
Stimmt - keine Einwände! Gerade deshalb wäre es sehr schade, wenn aus "etwas hitziger" ein "kochendheiß" werden würde ...
Ich wollte ja auch nur ganz vorsichtig um ein wenig Mäßigung im Tonfall gebeten haben: Hart in der Sache, aber freundlich in der Gesinnung, wie es so schön heißt.

Euer Frank

Re: Gequälte Fische im Zeitschriftenregal? Unglaublich...

Verfasst: 28.02.2012, 13:06
von Bernd Ziesche
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Re: Gequälte Fische im Zeitschriftenregal? Unglaublich...

Verfasst: 28.02.2012, 13:27
von Bernd Ziesche
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Re: Gequälte Fische im Zeitschriftenregal? Unglaublich...

Verfasst: 28.02.2012, 13:34
von flo staeuble
Bernd Ziesche hat geschrieben:
Hier:
AlexWo hat geschrieben:Fischen, auch Fliegenfischen, ist Tierquälerei!
ist der Bereich der Ethik allerdings deutlich verlassen und ein juristischer Bereich betreten.
ähhh...wieso DAS denn?? natürlich ist das ein extrem polarisierendes statement, mit dem alex sicher die diskussion in fahrt halten möchte. trotzdem hatte ich das gefühl, gerade die beschäftigung mit der frage "ab wann ists tierquälerei?" sei v.a. in einer ethischen draufsicht interessant. die gesetzeslage war ja bereits geklärt.

grüße
flo

Re: Gequälte Fische im Zeitschriftenregal? Unglaublich...

Verfasst: 28.02.2012, 13:50
von Hardy
moin,

für mich ist das ganze hier zum Eiertanz um Begrifflichkeiten mutiert.

Ich konstatiere, dass ich mich persönlich nicht mit dem Gedanken anfreunden kann, dass Fischen (insb. C+R) praktizierter Tierschutz sein soll. Ebensowenig glaube ich, dass Fische im hier vorgetragenen Sinne nichts empfinden sollen. Ihre Reaktionen auf Schmerz oder Empfindung mag nicht mit unseren Vorstellungen korrelieren, aber deswegen zu glauben, sie hätten derlei überhaupt nicht, ist für mich nicht nachvollziehbar.

Da nützt es auch für meine Begriffe nichts, immer wieder mit dem Gesamterlebnis Fischen zu kommen. Alles schön und gut, aber dem einzelnen Fisch ist es sicher shyce©egal, dass mir in Klein-Montana bei seinem Fang ob des überwältigen Naturerlebnisses einer flitzen geht.

Ja, und trotzdem gehe ich weiter vier oder fünf Mal im Jahr zum Fischen und mache mir so meine Gedanken über dies und das.
Aus dieser Diskussion verabschiede ich mich, irgendwie bin ich an einem Punkt, wo es nicht so richtig weiter geht.

Groetjes
Hardy

Re: Gequälte Fische im Zeitschriftenregal? Unglaublich...

Verfasst: 28.02.2012, 17:02
von Bernd Ziesche
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Re: Gequälte Fische im Zeitschriftenregal? Unglaublich...

Verfasst: 28.02.2012, 17:10
von Siegfried.
AlexWo hat geschrieben:
Ich wiederhole, ich habe an Flo und Bernd geschrieben.
Gruss

Alex

Nur damit kein Falscher Eindruck ensteht, ich breche regelmäßig das bayerische Fischereigesetz und setze maßige Fische zurück!

Alex
Ja wenn das so ist, dass ein öffentlicher Zwirn zu einem privaten erklärt werden kann, dann ziehe ich mich selbstverständlich hiermit zurück, macht eh keinen Spaß gegen Gebetsmühlen zu argumentieren.
Nur eins noch, ich muss dir leider dein selbst gewähltes Robin Hood Image zerstören. :roll: Nein du brichst leider gar kein Gesetz und schon gar nicht das bayrische Fischereigesetz. Sorry to burst your bubbles no outlaw nowhere! :twisted:

Glück Auf

Siegfried

Re: Gequälte Fische im Zeitschriftenregal? Unglaublich...

Verfasst: 28.02.2012, 17:48
von flo staeuble
bernd, ich hatte nun wirklich mehrfach darauf abgestellt, dass ich mir der rechtlichen aspekte gewahr bin, trotzdem aber den ethischen ansatz interessant finde. daran ändert auch dein ständiger hinweis auf die gesetzeslage nichts. nochmal: das hab ich verstanden, vertrau mir!
vll liest du dir nochmal meinen langen post durch - auch wenn mir klar ist, dass er in seiner ausführlichen schwafelung vll eine zumutung ist. aber da hab ich ziemlich genau geschrieben, was ich meine - und zwar (read it from my lips): UNABHÄNGIG vom buchstaben des gesetzes.
flo
p.s. nach deinem letzten post hatte ich den eindruck gehabt, dass auch du nicht alles auf den gesetzestext reduzieren willst:
Bernd Ziesche hat geschrieben:
flo staeuble hat geschrieben: ein reines "erlaubt ist, was nicht verboten ist" ist zwar juristisch vollkommen korrekt
wenn die diskussion darauf reduziert werden soll, hat sie ihr ende gefunden und du hast recht.

ich für mich (!) fand den moralischen aspekt interessant
Hallo Flo,
da sind wir in beiden Punkten auf einem Nenner. Ich bin ebenfalls an einer Diskussion zu den ethischen/moralischen Aspekten zum Thema interessiert. Ein wichtiges Thema, das finde ich auch.

Re: Gequälte Fische im Zeitschriftenregal? Unglaublich...

Verfasst: 28.02.2012, 18:09
von Olaf Kurth
Moin zusammen,

ich möchte meinem Vereinskollegen Hardy in weiten Teilen zustimmen, denn mit dieser Sicht müssen wir leben.


Siegfried. hat geschrieben: Lieber Olaf,
leider muss ich dich ausnahmenweise mal korrigieren. Wie so viele, hier weiter oben z.B. Markus, versuchst auch du dich mit deiner falschen Argumentation hinter dem Gesetzgeber zu verstecken. Das gildet aber nicht, wie man hier im Pott so gerne sagt. Der Gesetzgeber und das von ihm erlassene Tierschutzgesetz sagt nämlich ausschließlich "...ohne vernünftigen Grund Leiden, Schmerzen ....zuzufügen" Punkt, Ende sonst nichts. Über Angeln, Schlachten, Reiten Hunde halten, mit offnem Mund Bike fahren etc. und ie jeweils dafür geltenden Entschuldigungen steht da rein gar nix. Unsere Gesetze sind nämlich (außer im Steuerrecht) meistens sehr viel besser als ihr Ruf.

Lieber Siegfried,

„Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen“, lautet der 2. Satz des §1 Bundestierschutzgesetz und dass ich den Fisch essen will, dies wird (wie du Bernds zitiertem Fisch&Fang-Rechtsexperten entnehmen kannst) z.B. vor Gericht als einzig(!) „vernünftiger Grund“ im Sinne des Gesetzes gesehen, der allgemein anerkannt ist. Ich will mich da nicht verstecken, dat iss einfach so.......

Ob z. B. im Ausland (laut Fisch&Fang-Rechtsexperten) andere „vernünftige Gründe“ für das Angeln angesehen werden, ist vollkommen sekundär, da ich mich hier für mein Handeln rechtfertigen und verantworten muss. „Die haben aber in Spanien überall Fließgewässer mit „sine muerte-Bestimmungen,“ warum kann ich das nicht auch hier machen?“
Die Antwort des Richters kennst du wahrscheinlich………....

Bei deinem Drossé-Beispiel muss ich leider passen, da ich das ablehne und die leidliche Wettkampf-Diskussion nicht mehr präsent habe. Wahrscheinlich sind bestimmt Rechtsfragen in unserem Bereich bewusst offen gelassen, damit sie im Einzelfall konkretisiert werden können. Da fällt mir gerade diese Petition ein:

https://openpetition.de/petition/online ... ner-fische

Ich stelle mir gerade vor, dass ich dem Staatsanwalt sehr wohl begründen kann, warum ich Ende September einen maßigen aber potentiellen Laichfisch wieder schwimmen lasse. Schließlich habe ich auch die Pflicht zur Hege und diese Pflicht kann ich in diesem Fall mit Fug und Recht ausüben.

Bernd Ziesche hat geschrieben:Auf all den vielen Fliegenfischermessen, auf denen ich war, fand ich Darstellungen zum Thema Fliegenbinden, Fliegenwerfen, Fliegenfischen, Gerätekunde, Naturerlebnis, Fotografie beim Fischen, Catch & Release und und und. An die Darstellung von Fischzubereitung bzw. dessen Verwertung erinnere ich mich nicht. Auf vielen Messen wäre das meiner Meinung nach auch eher auf Ablehnung gestoßen.

Lieber Bernd,

das, was ich auf Fliegenfischermessen sehe, erlebe und was mich begeistert, bleibt für mich genau dort: auf dieser Messe. Es interessiert mich schlicht die Bohne, ob uns Kollegen schief angucken, weil wir nach langer Wanderung und einem fischreichen Tag am Lagerfeuer sitzen und unsere gefangenen Fisch zubereiten.

Ich will nicht abschweifen, wir unterhalten uns ja eher über juristische Sachverhalte. Das sagt der Gesetzgeber übrigens über so manches C&R-Foto:

„§ 3 Bundestierschutzgesetz:
Es ist verboten,
6. ein Tier zu einer Filmaufnahme, Schaustellung, Werbung oder ähnlichen Veranstaltung heranzuziehen, sofern damit Schmerzen, Leiden oder Schäden für das Tier verbunden sind.“

Dass die Tiere darunter leiden, aus ihrem Element entnommen zu werden, abgehakt, womöglich ruhiggestellt und in Position gebracht zu werden (von anderen Schäden will ich gar nicht sprechen), das steht wohl außer Frage.

Die Aussagen deines Fisch&Fang-Rechtsexperten in Ehren, aber dieser Satz stößt mir auf: "Bei dieser Gelegenheit würde ich auch behaupten, dass ein waidgerechtes Angeln gerade drauf angelegt ist, Keine erheblichen Schmerzen, Leiden oder Schäden zuzufügen."

Wenn du (in meinem Sinne) fischst, kommst du gar nicht daran vorbei, dem Fisch Schaden, Leiden und Schmerzen zuzufügen. Das liegt in der Natur der Sache und da mache ich mir nichts vor. Abgesehen davon ist "waidgerecht" ein Terminus aus der Jagdsprache, der zwar den Sachverhalt veranschaulicht, aber in unserem Bereich ist der Begriff "fischgerecht" der passendere.
Bernd Ziesche hat geschrieben: Wenn wir nun alle auf dem Weg zur Forelle versehentlich gefangenen Weißfische töten würden, diese aber nicht kulinarisch verwerten können, fehlt der vernünftige Grund - sie zu töten - aus meiner Sicht komplett. Also muss ich sie wieder schwimmen lassen.
In dem von dir konstruierten Fall würde ich den Kollegen bzw. dich wieder auf die Schulbank schicken. Ich gehe davon aus, dass viele Angler gelernt haben mit welcher Ködergröße und welcher Köderart vorwiegend Forellen oder eben Weißfische gefangen werden, iss nicht so schwer.
Über die kulinarische Zubereitung der letztgenannten habe ich mich bereits mehrfach geäußert, sie ist aufwendiger, aber das Ergebnis lohnt alle Mühe (Stichwort: Achtung vor der Kreatur!).

Diese Diskussion finde ich spannend.

Liebe Grüße in die Runde,

Olaf