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Verfasst: 04.01.2011, 15:27
von Marcus Sies
Danke Laverda für die super Idee.
Habe eben mal Fotos von meinem Griff gemacht und noch 3 ältere aus dem Archiv ausgegraben.
Bild 1:
Links:
Wohl als traditioneller Daumengriff zu bezeichnen. Verwende ich bei Präzisionswürfen und beim normalen Halten während dem Fischen (Strippen).
Die Rolle zeigt in Wurfrichtung.
Rechts:
Bin mir nicht sicher ob es dafür eine Bezeichnung gibt / geben sollte. Offensichtlich handelt es sich dabei nicht um den V-Griff, da wie von Bernd oben beschrieben der Zeigefinger im direkten Kontakt mit dem Mittelfinger steht.
Wie bereits erwähnt bleibt der Griff weitgehend identisch, nur der Unterarm wird gedreht.
Das ist mein Griff für jegliche Arten der Überkopf- und Underhandwürfe.
Je nach Notwenigkeit variiere ich aber die Position des Griffes. Bei Distanzwürfen greife ich z.B. wesentlich weiter oben, um die Rute beim Rückwurf besser mit dem Unterarm stabilisieren zu können. (Alltagsbeispiel: Beim einhändigen „heben“ eines kopflastigen Vorschlaghammers oder einer Axt wird weiter oben gegriffen und die Kopflasigkeit mit dem statischen Gegendruck des Unterarms ausgeglichen.
1.
Bild 2, 3 u. 4:
Diese Bilder dienten ursprünglich zum Schulungszweck für den Asymmetrischen Wurfwinkel und diagonal-konvexen Beschleunigungsweg (Rutenhand Bild2) beim Underhandcast. Zeigen aber auch ganz gut die nach außen gedrehte Rolle und die Gemeinsamkeiten zum Zweihandwurf (Haltung, Beschleunigungsweg und Rotationsachse).
2.
3.
4.
Gruß
Marcus
Verfasst: 04.01.2011, 15:29
von laverda
piscator hat geschrieben:
TT: weil gewohnt rüpelig
BZ: etwas schulmeisterlich aber immer sachlich
Lv: heult gleich rum weil seine Ingenieurskunst nicht gewürdigt wird -- da gibts Abhilfe -- such dir jemanden mit Vibrations
Nur Fyggi enttäuscht
Jedenfalls viel Petri in 2011 und weiter so, ich bin unterhalten

Jürgen
Hi Jürgen, auch dir ein erfolgreiches 2011
Wie immer gewohnt scharfsinnig und auf den Punkt gebracht aber nur weils ein neues Jahr gibt, muss man sich ja nicht gleich ein neues Image zulegen.
Vielleicht sieht man sich mal. Bis dahin.
Gruß vom platten Niederrhein
Verfasst: 04.01.2011, 20:22
von Thotty
hy Markus,
schicke bilder.... besser die kapp auf dem kopp, als Bernie mit der kapp am genital..
und richtig, dein bild Nr. 1 ist keine intermed griffhaltung. diese würde den zeigefinger ausstrecken.
deshalb nennt man sie ja auch gerne
V- haltung
und ja, noch kurz zwei links zur griffhaltung der zweihandrute:
Gillespie
To do this the top hand is moved down the handle so that it is a little closer to the reel,
and usually a ring is made with one or two fingers (index and middle) and the thumb
of the top hand rather than using a standard handshake grip.
Mortensen
man verwendet typischerweise keine daumenhaltung bei der zweihandrute.
wofür auch ?? man bekommt ja im gegensatz zur einhandrute genug kraft für
die rutenführung durch die zweite hand
daher verwendet man dort auch andere winkel, als bei der einhandrute
grüße
Thorsten
Verfasst: 04.01.2011, 21:13
von Marcus Sies
Hi Thorsten,
Richtig, bei der Zweihandrute kommt natürlich nicht der exakt identische Griff wie bei der Einhandrute zum Einsatz (wie auch oben zu sehen). Ich meine eher die Art des Griffes, wie er an der Rute angesetzt wird. Bei der Grundhaltung, also beim Fischen liegt der Daumen oben auf, und die Handfläche berührt den Griff auf der rechten Seite. Das hat eine ganz entscheidende Auswirkung auf die Bewegungsmöglichkeiten des Handgelenks.
Dass der Hauptvorteil der Daumenhaltung die höhere Kraftübertragung ist, ist meiner Meinung nach nicht richtig. Klar tut man sich damit leichter schweres Gerät zu werfen, der eigentliche Vorteil dieses Griffes ist meiner Meinung nach aber der effektivere Winkel der Rute zum Unterarm bei entspannter Haltung. Was zum Beispiel die Kombination von Ein- und Zweihand-Wurftechniken vereinfacht.
Zurück zum Zweihandwurf. Die von dir angesprochene Rutenführung sollte nicht über die zweite (untere) Hand erfolgen. Diese Hand wird für den gezielten Beschleunigungsimpuls beim Vorwurf verwendet. Die Führung der Rute erfolgt möglichst locker über die obere „Führungshand“, deren Aufgabe es ist die Beschleunigung der unteren Hand auf eine gerade Bahn zu bringen. Wie oben auf den Bildern zu sehen wird die Rute dabei nie fest „gegriffen“, sondern lediglich mit 2-3 Fingern geführt (beim formen des D-Loops mit Zeige-, Mittel-, Ring- und dem kleinen Finger, beim Vorwurf mehr mit der Handfläche und etwas mit Daumen und Zeigefinger, je nach Gewohnheit)
Mortensen beschrieb das mal so: „Use the lower (left) hand for the power, and the higher (right) hand as the pilot“
Gruß
Marcus
Verfasst: 04.01.2011, 22:31
von Bernd Ziesche
.
Verfasst: 04.01.2011, 23:41
von Marcus Sies
Hallo Bernd,
Manche Dinge sind einfach schwer mit Worten zu erfassen...
Meine Rede
Gruß
Marcus
Verfasst: 05.01.2011, 09:58
von laverda
Hi Marcus,
besen Dank für die Bilder und die zugerhörigen Kommentare.
So in etwa habe ich es zwar deiner Beschreibung bereits entnommen, jetzt bin ich sicher.
Ich vermute, dass man bei kürzeren Ziel-Würfen je nach Bedingungen am Wasser i.d.R. nicht so sehr drauf achtet, wie man die Rute hält sondern "instinktiv" eine dem eigenen Wurfvermögen/Wurfstil/Wurflänge entsprechende Haltung wählt. (Thotty hat das mal sehr schön kommentiert als es um die Fusshaltung ging

)
Für das Streamerfischen bzw. Mefo-Fischen mit immer wiederkehrenden weiten Würfen und stundenlangem Strippen lohnt es sich m.E. sehr, unterschiedliche Griffhaltungen und Wurfstile auszuprobieren und gezielt zu trainieren. Vielleicht nicht so sehr wegen der Weite aber mit Sicherheit um entspannter insbesondere bei Wind zu werfen. (Abbruch wegen Schulter/Armbeschwerden ist schon ärgerlich, wenn man nur alle paar Monate zur Ostsee kommt)
Gruß vom platten Niederrhein
Verfasst: 12.01.2011, 14:49
von Hans.
Die schräg nach außen verkantete Rolle stört bei richtiger Ausrichtung dergleichen die Schwingung der Rutenspitze mit unkontrollierter Schnurreibung und ermöglicht unter Einsatz des Doppelzuges ohne den es nicht geht.
Meine Hommage an Euch......
Hans
Hallo Hans !
Verfasst: 12.01.2011, 18:15
von Royal Coachman
Hallo Hans !
Dein Zitat: Die schräg nach außen verkantete Rolle stört bei richtiger Ausrichtung dergleichen die Schwingung der Rutenspitze mit unkontrollierter Schnurreibung und ermöglicht unter Einsatz des Doppelzuges ohne den es nicht geht.
Nix für ungut, aber dazu fällt mir nur "der brave Soldat Schwejk"

ein:
" deitscher Sprôch sehrrrr schwerrrer Sprôch"
Bitte erklär das mal genauer, danke.
Gebhard
Verfasst: 12.01.2011, 20:21
von Siegfried.
Hallo Gebhard,
nein, nein ich verstehe das auch wie Hans, genau so wie die vorherigen Ausführungen.
Stupidupi bow
Siegfried
Verfasst: 12.01.2011, 21:21
von flatfischer
Siegfried Darschnik hat geschrieben:Hallo Gebhard,
nein, nein ich verstehe das auch wie Hans, genau so wie die vorherigen Ausführungen.
Siegfried
Hallo, mir gehts genau so. Der Thread ähnelt verdächtig diesem hier:
http://www.fliegenfischer-forum.de/flyf ... 60747.html
Der Fachmann staunt, der Laie wundert sich. Was da so alles an Problemen zu Tage tritt....
Da fragt man sich doch, wie man bisher in Unkenntnis solch schwerwiegender Probleme, die zur Lösungsfindung einigen Ausführungen nach zu urteilen höchst fundierte Physikkenntnisse voraussetzen (muss man schon promovieren oder reicht so eben noch ein einfaches Diplom?), seine Fische gefangen hat. Man kanns auch übertreiben.
Gruß Helge
Verfasst: 13.01.2011, 12:25
von Bernd Ziesche
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Re: Hallo Hans !
Verfasst: 13.01.2011, 12:26
von Hans.
Royal Coachman hat geschrieben:Hallo Hans !
Dein Zitat: Die schräg nach außen verkantete Rolle stört bei richtiger Ausrichtung dergleichen die Schwingung der Rutenspitze mit unkontrollierter Schnurreibung und ermöglicht unter Einsatz des Doppelzuges ohne den es nicht geht.
Bitte erklär das mal genauer, danke.
Gebhard
Hallo Gebhard,
Nach dem 5. Bier versteht das jeder, man muss es nur immer wieder durchdenken, also, es ist doch so: Die schräg nach außen verkantete Schwingung der Rutenspitze ohne einen Doppelzug mit kontrollierter Schnurreibung wirkt auf die richtige Ausrichtung der Rolle so, dass es nur mit dem Wurfarm gelingt.
Grüße
Hans
Verfasst: 13.01.2011, 18:27
von flatfischer
Bernd Ziesche hat geschrieben:
Und ich finde es auch mal gut, seinen Unmut darüber zu äußern, wenn ein Thema sehr komplex erscheint und schwierig zu lesen ist. Ich selbst überdenke dadurch häufig die Verständlichkeit von manch einem meiner Postings und versuche, noch klarer zu formulieren.
Gruß
Bernd
Hallo Bernd,
falls das nicht klar war: Mein Beitrag war ironisch gemeint. Das Werfen unterliegt ja nun einmal den Gesetzen der Physik. Selbstverständlich können sich hier die Experten in aller Ausführlichkeit austauschen. Wen das nicht interessiert, der braucht es ja nicht lesen.
Ich fand früher in Physik die Hebelgesetze auch sterbenslangweilig. Das änderte sich bei meinem ersten Salzwassertrip in die Tropen schlagartig, da ich dort die Hebelgesetze mit der Fliegenrute im Drill mit wirklich kampfstarken Fischen praktisch anwenden konnte (Down-and-Dirty-Drilltechnik etc.).
Gruß Helge
Verfasst: 15.01.2011, 18:52
von laverda
Hi Rutenverdreher, Rollenverkanter und Wurftheoretiker
Der Schnee ist weg und ich konnte endlich meine neu aufgebaute Mefo-Rute, Blank Batson RX7, zumindest auf der Wiese schon mal gut 2 Stunden mit einigen Schnüren (Keulengewichte zwischen 17 und 20 gr, Keulenlängen zwischen 9 und 13m) gründlich testen.
Aufgebaut ist die mit 9 Einstegringen Gr 4-6, 2 Bockringe, Endring mit großem Loop. Schussgewicht 18,5 gr, Länge 263cm, Die Ringe liegen in der harten Biegeebene.
Im Gegensatz zu meinen anderen Ruten ist bei diesem Aufbau von mir nichts von einem verbesserten Wurfverhalten bei gedrehter Rolle zu bemerken. Bei gerade ausgerichteter Rolle ist die nach meinem Gefühl einen Tick flotter.
Dies hat mich ein wenig überrascht
Gruß vom platten Niederrhein