Absaufende Schwimmschnur

Fliegenwerfen - wie geht das eigentlich? Wie kann ich meine Leine effektiver ausbringen und Fehler ausmerzen? Was hat es mit den AFTMA-Klassen auf sich? Was sind Spezial- und Trickwürfe? Fragen über Fragen! Hier könnt Ihr Euch gegenseitig helfen.

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Richy

Absaufende Schwimmschnur

Ungelesener Beitrag von Richy »

Hallo Gemeinde!

Ich hab ein Problem mit meinen Trockenschnüren, und ich hab bis jetzt noch nix gefunden, mit dem ich dem entgegenwirken kann:

Es ist immer dasselbe: beim Nymphen- oder Nassfliegenfischen direkt unterhalb eines Wehres an meinem Hauswasser zieht es mir nach wenigen Sekunden die Schwimmschnur unter Wasser, aber nicht nur die Spitze, sondern gleich die vordersten 2 oder 3 Meter! Eine Bisserkennung ist fast unmöglich, es sei denn, die Forelln´s stürzen sich mit "Heißhunger" auf meine Fliegen/Nymphen und reißen die Schnur gleich einen halben Meter mit, sodaß man das auch an einer Schnur erkennt, die schon einen halben Meter unter Wasser treibt.
Will lieber nicht wissen, wieviel Bisse mir heut wieder "naus" sind (wie wir Schwaben sagen), die ich nichtmal bemerkt habe...

An mangelnder Schnurpflege kann´s nicht liegen, ich behandle meine Schnüre wie rohe Eier! Und die, die ich heute drauf hatte, war eh nagelneu.
Ich kann reinigen und fetten wie ein Blöder, es nutzt nix.

Was kann ich tun, um dem entgegen zu wirken?
Haben diese knetbaren Bissanzeiger (oder auch andere) soviel Auftrieb, daß die meine Schnur oben halten würden? Hab mit diesen Hilfsmitteln noch nie gefischt, hab also keine Ahnung davon.

Oder ist die Strömung wegen des besagten Wehres einfach zu stark, und ich muß einfach damit leben, daß die Schnur da unter Wasser gedrückt wird?

Für eure Tipps wäre ich dankbar!

TL
Richard

P.S.: Trotz untergehender Schnur: eine Bach-, eíne Regenbogenforelle, beide um die 40 cm.:D :D :D
Peter S., Köln

Ungelesener Beitrag von Peter S., Köln »

Hallo Richy,
Wenn es selbst eine neue Schnur hinunterzieht, wird deine letzte Vermutung wohl richtig sein, die Strömung ist einfach zu stark. Da werden herkömmliche Bissanzeiger auch nicht helfen.
Ich fische häufig mit Sinktip-Schnur und dabei entsteht nun mal eine ähnliche Situation wie bei dir, die vorderen paar Meter sinken ab und Bisse sind schwer erkennbar. Also versuche ich sie mit der Schnur zwischen Daumen und Zeigefinger zu "ertasten". Geht meistens ganz gut, aber dabei wird doch wohl so mancher Biss übersehen. Oder heißt es in dem Fall überfühlt?
Egal, das gehört mit zu den Dingen, die man nicht ändern kann und deswegen hinnehmen muss.
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Rolf Renell
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Ungelesener Beitrag von Rolf Renell »

Sehe das so wie Peter,durch das schwindende volumen im vorderen Taper ist natürlich auch wenig möglichkeit dort in der Schnurproduktion genügend Auftriebsmaterial etc. einzubringen,wenn du dort nass oder Nymphe fischst versuche mit der kürzestmöglichen Schnurlänge zu präsentieren und fische mit hoher Rute(high sticking)der drift deines musters nach(soviel Schnur wie möglich vom Wasser abheben und zur Fliege hin im Verlauf einen kleinen "bisserkennungsbauch" hängen lassen,
TL,Rolf
Jürgen Gaul

Ungelesener Beitrag von Jürgen Gaul »

Hallo Richy,

zusätzlich zu der beschriebenen starken Strömung könnte das Phänomen auch noch durch Waschmittelrückstände verursacht werden (ist Dein Hausgewässer die Lauter?).

Wie von Rolf empfohlen, würde ich mit kurzer Schnur und hoher Rutenführung mit leichtem Kontakt zur Nymphe fischen.

TL
Jürgen
Richy

Ungelesener Beitrag von Richy »

Hallo Rolf,hallo Peter!

Könnte funktionieren,das mit dem Bisserkennungs-Bauch...
Werde ich das nächste mal versuchen, allerdings kann ich da die Rute nicht allzu hoch halten, weil ich da quasi "überdacht" bin von Büschen und Bäumen. Ohne Rollwurf ginge da garnix.
War vor etlichen Jahren aber ganz praktisch, so MUSSTE ich denn Rollwurf lernen, war sozusagen der Wurf ins kalte Wasser...learning by doing...usw.

Danke für die Tipps!

Gruß
Richard
Richy

Ungelesener Beitrag von Richy »

@ Jürgen:

Hallo Jürgen!
Nein, nicht die Lauter, sondern die Fils. Sie gilt eigentlich als relativ sauber, und an den ruhigeren Passagen bleibt die Schnur auch brav oben. Ich denke also eher nicht, daß da irgendwelche chemischen Rückstände schuld sind.

Gruß
Richard
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Michael Hempel
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Ungelesener Beitrag von Michael Hempel »

Hallo Richy,

kann Dir auch empfehlen, die Schnurspitze (bevor der Loop draufkommt) mit einem winzigen Tropfen Sekundenkleber zu versehen. Verschliesst die Seele, kann dann durch Kapillarwirkung kein Wasser aufnehmen.
Ob das in Deinem Fall was bringt, kann ich nicht beurteilen. Mache das aber bei jeder Schnur.
TL
Michael
....der den Mefos eine Liebeserklärung gemacht hat!
JensR

Ungelesener Beitrag von JensR »

Hallo Richy,

sofern das Wasser nicht allzu reissend ist kannst du auf eine optische Bisserkennung komplett verzichten.
Ich mache das sehr häufige so, da ich keine Bissanzeiger mag.

Wie Rolf es oben beschreibt halte auch ich dann die Rute hoch.
Dabei achte ich zusätzlich darauf eine möglichst gerade Linie zu Fliege und eine recht stramme Schnur zu halten. Du kannst dann die Bisse, gerade in der Aufstiegsphase am Ende einer Drift, gut zwischen Daumen und Zeigefinger erspüren.
Ich halte die Rute also weniger Senkrecht, sondern eher waagerecht aber sehr hoch (Schulterhöhe).

Probiers mal aus ...


cu, Jens
Richy

Ungelesener Beitrag von Richy »

Hallo Jens!
Genau das ist der Punkt: ich mag optische Bissanzeiger auch nicht, deshalb hab ich noch nie welche benutzt. Dann kann ich gleich mit Schwimmer fischen (ohne, daß ich diese Zunft madig machen will!!)
Ich liebe es, mit so wenig wie möglich außergewöhnlichen Hilfsmittel zu fischen, sozusagen "back to the roots...", geht halt leider nicht immer...

Werd´s mal versuchen, das mit der Rute hochhalten.
Hört sich plausibel an.

ATL
Richard
Richy

Ungelesener Beitrag von Richy »

Hallo Ronald

Mag schon sein.
Ich hab das auch mehr auf die Hilfsmittel bezogen.
Ich knote meine Fliege lieber an, als daß ich sie auf so einen Snap-on drauf pfriemle. Ich schau zur Bisserkennung auf das Ende meiner Fliegenschnur, nicht auf irgendwelche Schwimmkörper, oder nehm sie -wie hier vorgeschlagen- eben zwischen die Fingerspitzen und erfühle den Biss bei hochgehaltener Rute.(Nur zwei Beispiele)
Haben die früher übrigens auch schon so gemacht, hab ich mal in so einem uralten Schinken aus den 30er-Jahren gelesen.Hätte ich auch selbst drauf kommen können...

Und wenn jetzt einer schreibt, ich solle doch -von wegen back to the roots- dann wieder mit Katzendarm fischen, bekomme ich eine meiner Phasen...;)

TL
Richard
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