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Unterhaltung in Fliegenfischerzeitschriften

Verfasst: 04.05.2004, 16:54
von Werner
Hallo,
mich interessiert brennend, wie ihr zum Thema Unterhaltung in Fliegenfischerzeitschriften steht.
Mit Unterhaltung meine ich "niveauvolle" Erzählungen/Kurzgeschichten zu Aspekten des Fliegenfischens und/ oder auch satirische Texte zu den uns allen bekannten "Auswüchsen" unserer Passion.

Gespräche mit Verantwortlichen von Angelzeitschriften haben bei mir den Eindruck hinterlassen, dass diese dem "Praxisartikel" immer den Vorzug einräumen.

Ich glaube aber, dass Unterhaltung in oben genannter Form einen festen Platz in unseren Zeitschriften einnehmen sollte, weil mir persönlich ausschließlich Reiseberichte als unterhaltendes Element zu wenig sind und die Praxisartikel sich irgendwann anfangen zu wiederholen.

Offenbar sieht man das aber in den Zeitschriften anders.

Deshalb würde ich gerne wissen, wie die Leser, die ihr ja alle seid, darüber denken, um beim nächsten Gespräch mit Redakteuren eine fundierte Aussage machen zu können.

Gruß Werner

Verfasst: 04.05.2004, 20:19
von Harald aus LEV
Hallo Werner,
Unterhaltung in FF-Zeitschriften kann nicht schaden, solange es bei ein-zwei Seiten pro Heft bleibt.
Aber, wie , wo, wann sprichst Du mit Redakteuren?
TL Harry

Verfasst: 04.05.2004, 21:37
von gue
Was Unterhaltung ist, sprich was witzig ist, wird je nach Geschmack unterschiedlich bewertet werden.
Um zu vermeiden, daß ich im Fliegenfischen-Mag wieder mal "satirische Texte" von Vierhandruten, Large Arbor Niederquerschnitt Felgen und unsichtbarem Tackle lesen muß, bitte ich die Redakteure von solch "lustigen" Bild Artikeln Abstand zu nehmen.

Verfasst: 04.05.2004, 23:32
von Werner
@Harry

"Aber, wie , wo, wann sprichst Du mit Redakteuren?"

Als jemand, der sich schreibenderweise mit unserer Passion in verschiedenen Medien befasst, tue ich das. M.a.W. ich pflege mit Redakteuren und "Verlagsmenschen" vor allem telefonisch aber auch persönlich Kontakt und bemängele dabei jedes Mal, dass seit den Tagen von Ritz und Co. die Unterhaltung sträflich vernachlässigt wird. Aber um Mißverständnissen vorzubeugen, dies tue ich in erster Linie, weil ich Unterhaltung lesen möchte.

( Schreiben möchte ich sie natürlich auch, bzw, habe ich, aber vor allem möchte ich gute Autoren bzw. Unterhaltung lesen ) und Ingo Karwath in "Fliegenfischen" als einziger Autor mit unterhaltenden Elementen in seinen Artikeln ist mir in der sprachlichen Praxiswüste unserer Zeitschriften zu wenig.

Gruß Werner

Verfasst: 05.05.2004, 08:07
von Noellgen, H
Hallo Werner,
ich stimme Dir vollständig zu. Ausser dem oben genannten gibt es
seit Hans Steinfort niemand mehr,der die Materie mit feiner Ironie
betrachtet.
Entweder ist keiner in der Lage, so etwas zu schreiben, oder, was
ich eher vermute, keine Redaktion möcht so etwas drucken, insbesondere
wenn es nicht von einem "namhaften" Autor stammt.
Ich denke, das Interesse der Leserschaft wird sich auch in Grenzen halten,
es ist mehr etwas für besondere Geniesser.
Die Mehrzahl des Publikums gerät in Verzückung, wenn eine Flugschnur
die Farbe gewechselt hat oder eine neue Rolle mit Formel-Eins tauglicher
Bremse auf den Markt geworfen wird.
Dann glühen auch hier im Forum die Tastaturen.
Aber Literatur?

Tight lines,
Heiner

Verfasst: 05.05.2004, 09:07
von Werner
Hallo Heiner,
"keine Redaktion möcht so etwas drucken"

Das ist es und

"Die Mehrzahl des Publikums gerät in Verzückung, wenn eine Flugschnur
die Farbe gewechselt hat oder eine neue Rolle mit Formel-Eins tauglicher
Bremse auf den Markt geworfen wird.
Dann glühen auch hier im Forum die Tastaturen.
Aber Literatur?

das kommt dazu.

Ist aber schade drum, dass immer weniger Menschen ( Und die Pisastudie hat doch Recht ) in der Lage und willens sind, geschriebene Sprache über ihren bloßen Informationsgehalt hinaus wahrzunehmen.

Gruß Werner

Verfasst: 05.05.2004, 13:40
von Peter S., Köln
Hallo Werner,
schau mal in deine PN.

Verfasst: 05.05.2004, 14:38
von stekus
weil mir persönlich ausschließlich Reiseberichte als unterhaltendes Element zu wenig sind und die Praxisartikel sich irgendwann anfangen zu wiederholen.
habe auch für ja gestimmt da ich deine Ansicht teile - war bis vor kurzem Abonent von Agelzeitschriften. Hab aber mit Jahreswechsel aufgehört da ich nichts bereicherndes mehr finden konnte. (Oder nur sehr wenig) Finde die Idee von Fisch & Fang mit den FilmCDs gut und hab mir auch eine angeschaut aber die sind schlecht gemacht. Zu unprofessionell! (Zu laute Musik - zu leise Sprache ... )
Giebt es sowas nur für das Fliegenfischen bei einer Zeitschrift 8natürlich mit guter Qualität!) Dann werde ich vielleicht doch wieder Abonnent!

Verfasst: 05.05.2004, 17:36
von Werner
@stekus,
die Film CDs von F&F sind (technische Gründe) besser geworden. Bald wird da auch zum Fliegenfischen mehr zu sehen sein. ( Da wird demnächst dran gearbeitet)

Gruß Werner

Verfasst: 09.05.2004, 22:05
von Peter Olbrich
hallo werner,

schau doch mal in den aktuellen "Fliegenfischer" S. 42 folgende.
Hat das "Niveau" oder nicht?

fragt Peter

Verfasst: 10.05.2004, 14:14
von cgx
Unterhaltung tut Not in den Magazinen. Ein Klapp-Foto der Fliege des Monats wäre auch ganz nett. Dahinter eine Witze-Seite, etwas FliFi-Life-Style (Mode, Geschenke, Filmtipps ...), hochkarätige Interviews ... ehm ... ich glaube, da verwechsele ich was ...
Spass beiseite. Wenn man echte Fachmagazine (FliFi-Zeitschriten eingeschlossen) über Jahre liest, stellt sich oftmals ein deja-vu-Gefühl ein und viele Themen werden vorhersehbar. Unterhaltung tut Not, was nicht heissen soll einen monatlichen Brüller zu plazieren. Unterhaltung kann auch Nachdenklichkeit und Poesie sein. Es ist schon traurig, dass uns zum Thema Unterhaltung und FliFi maximal Ritz und MacLean einfallen.
Als eifriger Beobachter des Forums traue ich einigen von euch autorenmäßig auch einiges zu (siehe u.a. Reiseberichte) und ich hoffe die Magazin-Agenten starten alsbald ihre Akquise!

Zum Nebenthema:
Die Sache mit einer Video-CD (Fisch und Fang) ist prinzipiell ein Schritt in die richtige Richtung. Was das Angeln (im Allgem.) und Medienpräsenz angeht ist Deutschland tiefste Diaspora. Wenn ich beispielsweise sehe, wieviel Sendezeit im schwedischen Fernsehen zum Thema Fischen geboten wird oder, in meist englischsprachigen Nationen, gar Spartenkanäle für Fliegenfischer existieren, stopft eine Video-CD (oder DVD) zumindest ein kleines Loch.

Verfasst: 10.05.2004, 16:04
von Werner
Hallo Peter,
den Bericht auf S. 42 habe ich gelesen. ( Ich habe mir dein favorisiertes Magazin ausgeliehen. ) "Literarisch" gesehen, reißt der Bericht mich zwar nicht vom Stuhl, aber ein Schritt in die richtige Richtung ist er schon.

Nebenbei bemerkt, finde ich das sprachliche Niveau in "der Fliegenfischer" durchweg besser als bei der Konkurrenz, weil der Herr S. offenbar der Versuchung widerstehen kann, die Beiträge seiner Autoren durch boulevardisierende Zwischenüberschriften zu redigieren.
Wie ich auf anderem Wege erfuhr, geht aber auch "Fliegenfischen" einen Schritt in die richtige Richtung. Und was diese Richtung ist, geht ja aus der Umfrage deutlich hervor.

Gruß Werner

Verfasst: 27.05.2004, 20:30
von Kimba0507
Hallo,

auch ich würde mich über mehr "Unterhaltung" freuen. Leider muß man dafür meistens auf antiquarische und/oder fremdsprachliche Bücher ausweichen.

Gruß Thomas

Verfasst: 29.05.2004, 00:20
von deacon
Liebe Freunde,

auf "satirische" oder "humorvolle" Beiträge in Fliegenfischerzeitschriften kann ich gerne verzichten. Diese Magazine haben kleine Auflagen und können die Honorare, die gute Autoren verlangen nicht bezahlen. Die Weltbetrachtungen eines fliegenfischenden Hobbyjournalisten haben mir in der Regel wenig mitzuteilen. Die Jugenderinnerungen von Ingo Karwath sind für mich nicht erhellend und die "feine Ironie" von Hans Steinfort ist mir bislang auch völlig entgangen.
Da ist mir der Reisebericht von Herrn Dr. Knölge aus Wipperfürth mit seinem Freund Dr. Meyer aus Hückeswagen von der Forellenpirsch in der Telemark schon lieber.
Übrigens, dass die Magazine Produktinformationen viel Platz einräumen liegt nicht an der "Verzückung" der Leserschaft. Natürlich muss den Produkten der Anzeigenkunden Platz eingeräumt werden, und wie die Produkte bewertet werden ist auch klar.
"Fliegenfischen" und "der Fliegenfischer" kann man sich im Grunde schenken, trotzdem freue ich mich immer trotzdem wenn die Dinger ins Haus flattern.

Gruss von Stefan

Verfasst: 29.05.2004, 07:58
von Noellgen, H
Hallo Stefan,
So ist das Leben. Für den einen ist es die "grösste Praline der Welt",
für den anderen lediglich ein Schokoriegel.
Natürlich trifft ein literarischer Beitrag nicht jedermannes Geschmack,
vielen ist es lieber, einen neuen Gewässerbericht zu studieren,
auch wenn gelegentlich ein karges Wässerchen mittels Weitwinkelfoto
zum rauschenden Wildbach hochstilisiert wird.
Wir sollten es mit dem Alten Fritz halten, und jeden nach seiner Fasson
selig werden lassen.

Tight lines,
Heiner