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Schwanzfäden Ursache für Fehlbisse?
Verfasst: 27.06.2004, 22:08
von Jens2001
Hi,
ich war am WE mit recht gutem Erfolg Äschen fischen....
Habe dabei ein bißchen rum experimentiert. Habe erst mit Eintagsfliegen mit schönen langen Schwanzfäden (Spinner Tails, Fasanenschwanzfiebern) auf 16, 18 und 20 Haken gefischt super Bisse und auch ziemlich viele verwandelt. Habe dann spaßenshalber die Spiner Tails abgekniffen und siehe da, es wurden sogut wie 100 % der Fische auch gehakt, ein Vorbehalt der Äsche gegen die Fliegen ohne Schwanz konnte ich nicht feststzellen. Was habt ihr für Erfahrungen mit dem Thema gemacht? Für selektive Forellen empfinde ich die Schwaänze als wichtig für Äschen mit ihrem kleine Maul, die die Fliege zudem noch einsaugen, empfinde ich sie nun eher als schädlich.
Bin mal gespannt, was ihr so darüber denkt.
Gruß Jens
Verfasst: 28.06.2004, 07:51
von Noellgen, H
Hallo Jens,
zu dem Thema eine kleine Geschichte aus Irland.
Vor 3 Jahren fischte ich auf Lachs im Galway - Weir.Ich benützte
schöne, vor Ort gekaufte Shrimpsfliegen. Da mir die Schwanzfäden
etwas zu lang erschienen, trimmte ich sie ein wenig bevor ich die
Fliege anknüpfte.
Wir fischten Stunde um Stunde, nichts geschah. Gegen Abend kam
die Flut, "the flood brings the fresh fish" sagen die Einheimischen.
Tatsächlich, plötzlich fangen meine Nachbarn, bei mir tut sich nichts.
Ich werde etwas hektisch, und nach dem ich den ganzen Tag recht
manierlich geworfen habe, plötzlich ein Knall. Fliege weg.
Schnell eine neue angebunden, das trimmen der Schwanzfäden vergessen.
Ein paar Würfe, ein Zupfer. Erneuter Wurf zur gleichen Stelle, erneuter
Zupfer.
Dritter Wurf auf die gleiche Stelle, nichts mehr, Fisch weg, Ende.
Ich bin noch heute der festen Überzeugung, dass ich den verpassten
Fisch lediglich der nicht abgeschnittenen Schwanzfeder verdanke.
Tight Lines
Heiner
Verfasst: 28.06.2004, 09:51
von Royal Coachman
Hallo Jens !
In der klassischen Literatur haben viele erfolgreiche Äschen- Fliegen nur sehr kurze Schwänze !
Red Tag , Oarscherl , early brown usw !
Habe außerdem festgestellt, daß bei Nymphen ein kurzer Spectra-Flash-Schwanz für Äschen anscheinend sehr anziehend wirkt !
mit freundlichen Grüßen
Royal Coachman
PS beim Royal Coachman nur Goldfasan !!!
Verfasst: 28.06.2004, 13:20
von Lutz/H
Hi
Vor einigen Jahren in Mittelschweden beim Äschenfischen fischten die Einheimischen fast nur den Coachman. Also ohne Schwanzfäden.
Habe ich dann das auch mit viel Erfolg gemacht.
Ich denke mir, bei vielen Trockenmustern ist der Schwanz mehr so etwas wie ein Schwimmstabilisator.
Je bewegter die Oberfläche z.B. durch Strömung,je weniger spielt die Imitation eine Rolle sondern nur etwas diffuses Freßbares wird vorgegaukelt
.
Gruß Lutz
Verfasst: 28.06.2004, 18:47
von Werner
Hallo,
ich mache die Erfahrung, dass Fehlbisse überproportional häufig sind bei Fliegen, die dem Fisch ( vor allem bei Äschen mit ihrem kleinen Maul )
"wegspringen". das tun Fliegen, die mit steifen, federnden Materialien gebunden sind. So kann man viele Äschenfehlbisse mit einer Rehhaar- Buck-Caddis erzeugen und eben auch mit den relativ steifen Spinnertails. Natürliche Fliegen sind weich und "federn" nicht, eine üppig gebundene Buck-Caddis "springt" fast wie ein Tischtennisbällchen, wenn man sie auf eine harte Unterlage fallen lässt. Eine Eintagsfliege mit Spinnertails rutscht auf einer Unterlage weg, wenn man mit dem Fingernagel gegen den Schwanz schnippt. Dieser Effekt spielt vor allem bei Äschen eine Rolle und man bekommt viele Fehlbisse.
Gruß Werner