Spinnangler: wir müssen draussen bleiben.
Verfasst: 27.08.2004, 11:01
Hallo liebe Angelkollegen.
Ich bin wie man unschwer erkennen kann, neu hier und möchte dennoch gleich einen eher selbstbemitleidenden und heftig langen Beitrag hier einstellen. Ich hoffe das ist gestattet.
Nach jahrelanger beruflich bedingter Angelabstinenz gehe ich nun öfter wieder raus zum fischen. Durch die Nähe meines jetzigen Wohnortes (Rheinhessen) zum Rhein, bin ich im Moment eigentlich meistens am Rhein mit meiner Spinnrute unterwegs.
Ich hab das Angeln, vorallem das Spinnangeln mit leichtem Gerät ich will mal sagen von der Pieke auf gelernt. Dh. in Bayern wo die Verwandtschaft wohnt, in kleinen Salmonidengewässern und schwierigen Verhältnissen zielgenau erfolgversprechende Stellen anwerfen,
ohne Widerhaken und nur mit Einfachhaken angeln wegen der kl. Forellen, die auf alles draufhauen,auch auf grosse Spinner, den Fisch auf Zug halten im schnellen Wasser etc..
Für mich ist dies neben dem Fliegenfischen die schönste Art zu fischen, sie ist, wenn man es richtig macht sehr wenig invasiv. Es kommt gar nicht so sehr darauf an großen Erfolg zu haben aber durch die Landschaft kilometerweit zu wandern, mit nur leichtem Gerödel, die Natur und das Gewässer zu beobachten, möglichst wenig aufzufallen und mit der Natur zu verschmelzen das ist ein besonderes Erlebnis. Dies kann mir das Angeln im Rhein in diesem Maße nicht bieten.
Letztlich ist es doch für alle "ernstzunehmenden" Anglerkollegen, egal ob "Fliegenfischer oder Spinnangler die gleiche Freude die uns zu unserem Hobby bewegt: Eine 45er Trutte, die schüttelnd aus der vollen Strömung springt, am leichten Gerät. Die wunderschöne Zeichnung des Fisches wenn es gelingt ihn zu landen, und das beinahe majestätische Bild das der Fisch abgibt, wenn er scheinbar regungslos in der vollen Strömung steht, mit dem Kopfe stromaufwärts gerichtet. Man hat super eingeworfen und der Spinner, zieht auf ihn zu. Dann mit einem schnellen Schlag die Attacke, leichter Anschlag und los geht der Tanz. Hach.. schwärm.. das ist es. Dann nach 3 km intensivem Wandern und Fischen, die Brotzeit auf einer Kiesbank, inmitten unberührter Natur, vielleicht mit einem netten Kameraden. Leute das ist es was es ausmacht.
Kollegen, als Buben haben wir die Forellen mit der Hand gefangen, im eisigen Wasser bis zum Hals halb liegend im Wasser, in den unterspülten Uferlöchern ( da stehen sie oft) ganz langsam hingewatet, 10 min. gewartet, dann vooorsichtig mit den Händen in die Höhlung reingefühlt. Ahh, da steht eine. Man konnte sie streicheln ob ihrs glaubt oder nicht, sie schreckten nicht auf wenn man es ganz langsam macht.
Tja so war das mal, als Bub macht man viele dummes Sachen. Aber man lernt mit der Natur umzugehen. Und mit dem Alter kommt die Liebe zur Natur und der ethische Umgang mit der Kreatur.. Die Erinnerungen kann einem niemand nehmen..
Bedauerlicherweise stelle ich nun fest, daß es mittlerweile beinahe unmöglich geworden ist, für anspruchsvolle kleine Flüsschen und Bäche noch Gastkarten zu erhalten als Spinnangler. Meisst sind die Strecken fest in Vereins- oder privater Hand, es werden keine oder "nur" Fliegenfischerkarten ausgegeben.
Den letzten Frust habe ich mir beim letzten Besuch eines Verwandten im Allgäu abgeholt. Keine Gastkarten für die fischreiche Wertach, Iller etc.. "Jo wenns a Woch bei uns einmieten da kann man dann scho was machen, i kenn den besitzer aber nur mit Fliege und der Fisch darf nicht entnommen werden", usw...
Ja sauber.
Ich find das einfach nur so traurig, ich seh ja ein das die Gewässer zu schützen sind, ich hab auch nichts gegen eine Limitierung der Karten, aber einfach nix zu machen.. schleich di´ Preis..
Eines meiner letzten Refugien der weisse Regen von Kötzting bis zur Mündung ist nun auch zu..das Fischrecht gehörte einer alt-ehrwürdigen Dame, Fr. Höcherl . Die gab Karten aus, für nen gefangenen Hecht gabs ´ne Freikarte und ein Bier, das war schön.. leider ist die Dame nun altersbedingt abgetreten und das Recht Karten auszugeben an einen verw. Pensionsbesitzer übergegangen. Der gibt nur noch an seine Gäste aus und nur mit der Fliege und C&R .. super.
Also ich hoffe ich hab Euch nicht gelangweilt, aber das Thema macht mich ziemlich traurig, für mich ein enormer Verlust an Lebensqualität. Mir geh es auch darum eine Lanze zu brechen für das unterbewertete, wenn richtig betrieben,"seriöse"Spinnfischen.
Ich werd mich auch mal mit dem Fliegenfischen beschäftigen, ich war nur bislang der Ansicht, es macht nur dann Sinn wenn man ein Hausgewässer o.ä hat und oft gehen kann. Sonst lernt man es nicht richtig, dachte ich.
Ich bitte um Meinungen der "eingefleischten Fliegenfischer" und möchte mich noch einmal für den lang geratenen Beitrag entschuldigen.
Liebe Grüße an alle Fliegenfischer und alle Leute die den Respekt for diesen königlichen Fischen nicht verloren haben.
Ralf Germowitz
Ich bin wie man unschwer erkennen kann, neu hier und möchte dennoch gleich einen eher selbstbemitleidenden und heftig langen Beitrag hier einstellen. Ich hoffe das ist gestattet.
Nach jahrelanger beruflich bedingter Angelabstinenz gehe ich nun öfter wieder raus zum fischen. Durch die Nähe meines jetzigen Wohnortes (Rheinhessen) zum Rhein, bin ich im Moment eigentlich meistens am Rhein mit meiner Spinnrute unterwegs.
Ich hab das Angeln, vorallem das Spinnangeln mit leichtem Gerät ich will mal sagen von der Pieke auf gelernt. Dh. in Bayern wo die Verwandtschaft wohnt, in kleinen Salmonidengewässern und schwierigen Verhältnissen zielgenau erfolgversprechende Stellen anwerfen,
ohne Widerhaken und nur mit Einfachhaken angeln wegen der kl. Forellen, die auf alles draufhauen,auch auf grosse Spinner, den Fisch auf Zug halten im schnellen Wasser etc..
Für mich ist dies neben dem Fliegenfischen die schönste Art zu fischen, sie ist, wenn man es richtig macht sehr wenig invasiv. Es kommt gar nicht so sehr darauf an großen Erfolg zu haben aber durch die Landschaft kilometerweit zu wandern, mit nur leichtem Gerödel, die Natur und das Gewässer zu beobachten, möglichst wenig aufzufallen und mit der Natur zu verschmelzen das ist ein besonderes Erlebnis. Dies kann mir das Angeln im Rhein in diesem Maße nicht bieten.
Letztlich ist es doch für alle "ernstzunehmenden" Anglerkollegen, egal ob "Fliegenfischer oder Spinnangler die gleiche Freude die uns zu unserem Hobby bewegt: Eine 45er Trutte, die schüttelnd aus der vollen Strömung springt, am leichten Gerät. Die wunderschöne Zeichnung des Fisches wenn es gelingt ihn zu landen, und das beinahe majestätische Bild das der Fisch abgibt, wenn er scheinbar regungslos in der vollen Strömung steht, mit dem Kopfe stromaufwärts gerichtet. Man hat super eingeworfen und der Spinner, zieht auf ihn zu. Dann mit einem schnellen Schlag die Attacke, leichter Anschlag und los geht der Tanz. Hach.. schwärm.. das ist es. Dann nach 3 km intensivem Wandern und Fischen, die Brotzeit auf einer Kiesbank, inmitten unberührter Natur, vielleicht mit einem netten Kameraden. Leute das ist es was es ausmacht.
Kollegen, als Buben haben wir die Forellen mit der Hand gefangen, im eisigen Wasser bis zum Hals halb liegend im Wasser, in den unterspülten Uferlöchern ( da stehen sie oft) ganz langsam hingewatet, 10 min. gewartet, dann vooorsichtig mit den Händen in die Höhlung reingefühlt. Ahh, da steht eine. Man konnte sie streicheln ob ihrs glaubt oder nicht, sie schreckten nicht auf wenn man es ganz langsam macht.
Tja so war das mal, als Bub macht man viele dummes Sachen. Aber man lernt mit der Natur umzugehen. Und mit dem Alter kommt die Liebe zur Natur und der ethische Umgang mit der Kreatur.. Die Erinnerungen kann einem niemand nehmen..
Bedauerlicherweise stelle ich nun fest, daß es mittlerweile beinahe unmöglich geworden ist, für anspruchsvolle kleine Flüsschen und Bäche noch Gastkarten zu erhalten als Spinnangler. Meisst sind die Strecken fest in Vereins- oder privater Hand, es werden keine oder "nur" Fliegenfischerkarten ausgegeben.
Den letzten Frust habe ich mir beim letzten Besuch eines Verwandten im Allgäu abgeholt. Keine Gastkarten für die fischreiche Wertach, Iller etc.. "Jo wenns a Woch bei uns einmieten da kann man dann scho was machen, i kenn den besitzer aber nur mit Fliege und der Fisch darf nicht entnommen werden", usw...
Ja sauber.
Ich find das einfach nur so traurig, ich seh ja ein das die Gewässer zu schützen sind, ich hab auch nichts gegen eine Limitierung der Karten, aber einfach nix zu machen.. schleich di´ Preis..
Eines meiner letzten Refugien der weisse Regen von Kötzting bis zur Mündung ist nun auch zu..das Fischrecht gehörte einer alt-ehrwürdigen Dame, Fr. Höcherl . Die gab Karten aus, für nen gefangenen Hecht gabs ´ne Freikarte und ein Bier, das war schön.. leider ist die Dame nun altersbedingt abgetreten und das Recht Karten auszugeben an einen verw. Pensionsbesitzer übergegangen. Der gibt nur noch an seine Gäste aus und nur mit der Fliege und C&R .. super.
Also ich hoffe ich hab Euch nicht gelangweilt, aber das Thema macht mich ziemlich traurig, für mich ein enormer Verlust an Lebensqualität. Mir geh es auch darum eine Lanze zu brechen für das unterbewertete, wenn richtig betrieben,"seriöse"Spinnfischen.
Ich werd mich auch mal mit dem Fliegenfischen beschäftigen, ich war nur bislang der Ansicht, es macht nur dann Sinn wenn man ein Hausgewässer o.ä hat und oft gehen kann. Sonst lernt man es nicht richtig, dachte ich.
Ich bitte um Meinungen der "eingefleischten Fliegenfischer" und möchte mich noch einmal für den lang geratenen Beitrag entschuldigen.
Liebe Grüße an alle Fliegenfischer und alle Leute die den Respekt for diesen königlichen Fischen nicht verloren haben.
Ralf Germowitz