Neues vom Bräurup
Verfasst: 12.10.2004, 18:01
Liebe Fliegenfischerkollegen, nach den vielen kontroversen und wie ich finde auch teilweise unsachlichen Beigträgen zum Hotel Bräurup in Mittersill möchte ich meine aktuellen Erfahrungen der letzten Woche weitergeben. Die Gewässer haben derzeit sehr wenig Wasser und sind sehr klar. Obwohl ich das erste Mal im Bräurup war ist es mir völlig unverständlich, das wie in vielen Beiträgen beschrieben keine oder nur wenige Fische gefangen werden. Davon aber mal ganz abgesehen wollten wir in erster Linie das Fischen in dieser außergewöhnlichen Natur genießen und die ist m.e. auch möglich wenn ich keinen Fisch fange.
Wir sind drei absolut unterschiedliche Fliegenfischer (Ein Anfänger (das 1. Mal), ein Fortgeschrittener (meine Wenigkeit) und ein absoluter Könner
Nun aber zu den befischten Gewässern:
1. Finkausee - wunderschön gelegen mit der Möglichkeit auch die wilde Gerlos im Ablauf zu befischen. Die Fische im See sind sehr Schnurscheu und das Wasser absolut klar. Egal ob mit Trockenfliege oder unbeschwerter Nymphe, mit einem Fluovorfach ist man am besten bedient. Die Fische sollten nicht direkt angeworfen werden, sondern die Fliege in Zugrichtung vor dem Fisch platziert. Ich fischte mit einer 4er. Es hätte aber durchaus einer 3er oder 2er besser gepaßt. Wir fingen mehrere Seesaiblinge zwischen 35 und 40cm und in der wilden Gerlos einige kleinere Exemplare. Sicherlich ein See um einen Vormittag mit anschließendem Essen auf der dortigen Alm zu verbringen (Essen hervorragend)
2. Stubach - Wiesencharakter mit tiefen Außenkurven. Um hier zu fangen muss die Fliege direkt am Rand der unterspülten Ufer angeboten werden, am besten ist man läßt sie vom Gebüsch ins Wasser fallen. Ich habe eine richtig große Äsche verloren (hier war die 4er zu wenig) und es stieg eine kapitale Bachforelle. Insgesamt konnten wir viele Fische zwischen 30 und 40 cm fangen. Hauptsächlich Saiblinge, Regenbogen und Bachforellen. Es war den gesamten Nachmittag ein super Sedgeschlupf im Gange und wir konnten auf braune Buck Caddies hervorragend fangen. Auch unser Anfänger fing seine Fische.
3. Krimmler Ache - ein Naturerlebnis. Wer die 17.-- ? für die Hin- und Rückfahrt spart ist selber schuld, so etwas muss man einfach genossen haben. Wir fingen tolle Saiblinge (einen 50er aus dem beim Hakenlösen schon die Milch lief) und hatten einen Traumtag. Hier fingen wir am besten aúf Klinkhammer grau/schwarz mit schwarzer Hechel. Buckcaddies und Äschenfliegen gingen aber auch. Insbesondere die extremen Rauschen sollten abgetippt werden. Hier stehen die richtig schönen Fische.
4. Gerlosstausee - unser erster Spinnfischervormittag. Leider gab es zu dieser Jahreszeit keine Leihboote mehr an der Staumauer, so dass wir vom Ufer aus Fischen mussten. Die Fische stiegen jedoch weit draußen und wir blieben trotz zweier Nachläufer Schneider. Sicherlich ein interessantes Gewässer mit toller Naturkulisse mit einem Boot.
5. Hollersbach - der Knaller. Im Stausee kann man schöne Regenbogenforellen fangen, was aber m.e. nicht besonders reizvoll ist. Man sollte lieber ein Taxi nach oben nehmen (Das Taxi kostet ? 22.-- egal wie viele Mitfahren - also je mehr je günstiger). Die letzte Alm links wird von einem Kollegen bewirtschaftet, bei dem man sich Tipps holen kann. Hat schon mehrer Saiblinge jenseits 2 kg gefangen. Interessant wird es vor dem Eingang zur Schlucht. Hier lassen sich aufgrund der geringen Breite die Pools der gegenüberliegenden Seite wunderbar befischen. Es gibt hunderte (nicht übertrieben) toller Pools mit riesigen Fischen. Die Regenbogenforellen sind ausd em Stausee kilomterweit aufgestiegen und ausgewildert wir fingen Sie jenseites der 50cm Marke und drillten Fische zwischen 60 und 70cm die nicht zu landen waren (Haken aufgebogen oder Schnur unter Steinen durchgescheuert). Daneben gibt es die oben geschilderten Saiblinge. Man vergrämt sich die gegenüberliegenden Pools beim Entlangwandern überhaupt nicht und neben einer gewissen Kondition erfordert die Fischerei auch hier keine Könner, sondern das Gespür die Fliege in den gegenüberliegenden Pools schön kreisen zu lassen. Buck Caddies waren hier Topp. Auch hier erlebten wir einen tollen Sedge Schlupf.
6. Oblerlauf der Salzach (Auf dem Weg zum Gerlosstausee). Hier haben wir nur kuz mit der Fliege gefischt, da extrem wenig Wasser da war. Es ist sicherlich interessant sich die Schlucht von unter her zu erarbeiten.
Mein Gewässerfazit: Ein Traum in solch einer Landschaft mit der Fliege zu Fischen. Wir kommen aus Regensburg und haben viele schöne Gewässer im bayerischen Wald. Wie man hier nicht fangen kann ist mir ein Rätsel. Und wenn ich zu bl... dazu bin, dann habe ich die Möglichkeit des kostenlosen Guidings, bevor ich im Forum irgendwelchen Schmarrn verbreite.
Das Preis Leistungsverhältnis: Für 81 ? Übernachtung, Frühstück, Halbpension und die Lizenz. Das ist mehr als in Ordnung und voll empfehlenswert.
Das Hotel: Die Zimmer sind schon etwas älter, die Bäder könnten eine Renovierung vertragen. Die Matratzen waren leider ziemlich durchgelegen und der Minifernseher mit seitlicher Betrachtung am Nachttisch ist sicherlich verbesserungswürdig. Normalerweise werde ich meine Kritik bei Abreise los, aber die Seniorchefin (nehme ich an) könnte noch stark an ihrer Freundlichkeit arbeiten und der Ausdruck meiner Rechnung auf der Speisekarte des Vortages paßte hier ins Bild. Nicht unfreundlich aber Herb die ältere Frühstückdame, ansonsten kann man über das Personal nur gutes Sagen, (kurzfristiges Braten eines gefangenen Fisches ebenfalls überhaupt kein Problem) und der Mitarbeiter im Angelladen hat sich toll bemüht und uns alle Wünsche erfüllt. Agnes und der Brezelpub sind ebenfalls sehr zu empfehlen. Das Essen war an allen Tagen hervorragend und der Service sehr gut und freundlich. Die Sauna ist sehr schön wurde aber nur einmal genutzt. Toll auch der beleuchtete Bindetisch für ruhige Abende. Insgesamt eine Runde Sache und sehr schöne Tage für uns im Bräurup.
Es war mir wichtig die Punkte einmal loszuwerden, um den vielen Meinungen eine wie ich meine objektive und aktuelle gegenüberzustellen. Wir kommen alle drei aus der Dienstleistungsbranche (Besitzer eines Angelladens, Geofbetriebswirt und Tankstellenbesitzer) und können dies sicherlich auch gut beurteilen.
Ich wünsche allen einen schönen Äschenwinter und den richtigen Blick für die Natur beim Fliegenfischen.
Euer
Christian
Wir sind drei absolut unterschiedliche Fliegenfischer (Ein Anfänger (das 1. Mal), ein Fortgeschrittener (meine Wenigkeit) und ein absoluter Könner
Nun aber zu den befischten Gewässern:
1. Finkausee - wunderschön gelegen mit der Möglichkeit auch die wilde Gerlos im Ablauf zu befischen. Die Fische im See sind sehr Schnurscheu und das Wasser absolut klar. Egal ob mit Trockenfliege oder unbeschwerter Nymphe, mit einem Fluovorfach ist man am besten bedient. Die Fische sollten nicht direkt angeworfen werden, sondern die Fliege in Zugrichtung vor dem Fisch platziert. Ich fischte mit einer 4er. Es hätte aber durchaus einer 3er oder 2er besser gepaßt. Wir fingen mehrere Seesaiblinge zwischen 35 und 40cm und in der wilden Gerlos einige kleinere Exemplare. Sicherlich ein See um einen Vormittag mit anschließendem Essen auf der dortigen Alm zu verbringen (Essen hervorragend)
2. Stubach - Wiesencharakter mit tiefen Außenkurven. Um hier zu fangen muss die Fliege direkt am Rand der unterspülten Ufer angeboten werden, am besten ist man läßt sie vom Gebüsch ins Wasser fallen. Ich habe eine richtig große Äsche verloren (hier war die 4er zu wenig) und es stieg eine kapitale Bachforelle. Insgesamt konnten wir viele Fische zwischen 30 und 40 cm fangen. Hauptsächlich Saiblinge, Regenbogen und Bachforellen. Es war den gesamten Nachmittag ein super Sedgeschlupf im Gange und wir konnten auf braune Buck Caddies hervorragend fangen. Auch unser Anfänger fing seine Fische.
3. Krimmler Ache - ein Naturerlebnis. Wer die 17.-- ? für die Hin- und Rückfahrt spart ist selber schuld, so etwas muss man einfach genossen haben. Wir fingen tolle Saiblinge (einen 50er aus dem beim Hakenlösen schon die Milch lief) und hatten einen Traumtag. Hier fingen wir am besten aúf Klinkhammer grau/schwarz mit schwarzer Hechel. Buckcaddies und Äschenfliegen gingen aber auch. Insbesondere die extremen Rauschen sollten abgetippt werden. Hier stehen die richtig schönen Fische.
4. Gerlosstausee - unser erster Spinnfischervormittag. Leider gab es zu dieser Jahreszeit keine Leihboote mehr an der Staumauer, so dass wir vom Ufer aus Fischen mussten. Die Fische stiegen jedoch weit draußen und wir blieben trotz zweier Nachläufer Schneider. Sicherlich ein interessantes Gewässer mit toller Naturkulisse mit einem Boot.
5. Hollersbach - der Knaller. Im Stausee kann man schöne Regenbogenforellen fangen, was aber m.e. nicht besonders reizvoll ist. Man sollte lieber ein Taxi nach oben nehmen (Das Taxi kostet ? 22.-- egal wie viele Mitfahren - also je mehr je günstiger). Die letzte Alm links wird von einem Kollegen bewirtschaftet, bei dem man sich Tipps holen kann. Hat schon mehrer Saiblinge jenseits 2 kg gefangen. Interessant wird es vor dem Eingang zur Schlucht. Hier lassen sich aufgrund der geringen Breite die Pools der gegenüberliegenden Seite wunderbar befischen. Es gibt hunderte (nicht übertrieben) toller Pools mit riesigen Fischen. Die Regenbogenforellen sind ausd em Stausee kilomterweit aufgestiegen und ausgewildert wir fingen Sie jenseites der 50cm Marke und drillten Fische zwischen 60 und 70cm die nicht zu landen waren (Haken aufgebogen oder Schnur unter Steinen durchgescheuert). Daneben gibt es die oben geschilderten Saiblinge. Man vergrämt sich die gegenüberliegenden Pools beim Entlangwandern überhaupt nicht und neben einer gewissen Kondition erfordert die Fischerei auch hier keine Könner, sondern das Gespür die Fliege in den gegenüberliegenden Pools schön kreisen zu lassen. Buck Caddies waren hier Topp. Auch hier erlebten wir einen tollen Sedge Schlupf.
6. Oblerlauf der Salzach (Auf dem Weg zum Gerlosstausee). Hier haben wir nur kuz mit der Fliege gefischt, da extrem wenig Wasser da war. Es ist sicherlich interessant sich die Schlucht von unter her zu erarbeiten.
Mein Gewässerfazit: Ein Traum in solch einer Landschaft mit der Fliege zu Fischen. Wir kommen aus Regensburg und haben viele schöne Gewässer im bayerischen Wald. Wie man hier nicht fangen kann ist mir ein Rätsel. Und wenn ich zu bl... dazu bin, dann habe ich die Möglichkeit des kostenlosen Guidings, bevor ich im Forum irgendwelchen Schmarrn verbreite.
Das Preis Leistungsverhältnis: Für 81 ? Übernachtung, Frühstück, Halbpension und die Lizenz. Das ist mehr als in Ordnung und voll empfehlenswert.
Das Hotel: Die Zimmer sind schon etwas älter, die Bäder könnten eine Renovierung vertragen. Die Matratzen waren leider ziemlich durchgelegen und der Minifernseher mit seitlicher Betrachtung am Nachttisch ist sicherlich verbesserungswürdig. Normalerweise werde ich meine Kritik bei Abreise los, aber die Seniorchefin (nehme ich an) könnte noch stark an ihrer Freundlichkeit arbeiten und der Ausdruck meiner Rechnung auf der Speisekarte des Vortages paßte hier ins Bild. Nicht unfreundlich aber Herb die ältere Frühstückdame, ansonsten kann man über das Personal nur gutes Sagen, (kurzfristiges Braten eines gefangenen Fisches ebenfalls überhaupt kein Problem) und der Mitarbeiter im Angelladen hat sich toll bemüht und uns alle Wünsche erfüllt. Agnes und der Brezelpub sind ebenfalls sehr zu empfehlen. Das Essen war an allen Tagen hervorragend und der Service sehr gut und freundlich. Die Sauna ist sehr schön wurde aber nur einmal genutzt. Toll auch der beleuchtete Bindetisch für ruhige Abende. Insgesamt eine Runde Sache und sehr schöne Tage für uns im Bräurup.
Es war mir wichtig die Punkte einmal loszuwerden, um den vielen Meinungen eine wie ich meine objektive und aktuelle gegenüberzustellen. Wir kommen alle drei aus der Dienstleistungsbranche (Besitzer eines Angelladens, Geofbetriebswirt und Tankstellenbesitzer) und können dies sicherlich auch gut beurteilen.
Ich wünsche allen einen schönen Äschenwinter und den richtigen Blick für die Natur beim Fliegenfischen.
Euer
Christian