Seite 1 von 2

Bindefaden gerissen...

Verfasst: 03.11.2004, 17:05
von Andreas aus B
... und das nicht nur einmal.

Mir ist klar, dass dünner Bindefaden sehr empfindlich und mit Vorsicht zu behandeln ist.

Aber: Entsteht denn eine haltbare Fliege, wenn der Druck (oder Zug) auf den Faden stets absichtlich gering gehalten wird, um ihn nicht abzureißen?

Andreas

Verfasst: 03.11.2004, 17:32
von Friedemann
Hi Andreas,
der grösste Feind aller Bindefäden ist die Hakenspitze.
Wenn der Faden über die Spitze gezogen wird entsteht eine
Schwachstelle und er reisst.
Normalerwiese reisst du einen Bindefaden beim Fliegenwickeln nicht
ab. OK mit Gewalt geht alles und bei einer schlechten Qualität hast
du auch keine Chance.
Trotzdem solltest du jede Fliege mit der größtmöglichen Fadenspannung
binden. Nur so wird das Material richtig fest eingeklemmt.
Überlege mal welchen Kräften die Fliege beim Wurf ausgesetzt ist.
Desweiteren Kontakte mit Bäumen, Steinen, Fischmäulern etc.
Ich gebe auch sehr häufig noch einen Exatrtropfen Lack an bestimmte
Stellen um die Fliege haltbarer zu machen.
Gruß aus Hessen
Friedemann

Verfasst: 03.11.2004, 18:02
von Jürgen Gaul
Hallo Andreas,

ergänzend zu dem bereits von Friedemann Gesagten würde ich Dir empfehlen, Deinen Bobbin-Holder auf Grate und/oder scharfe Kanten zu prüfen. Hier gibt es vor allem bei den Billigprodukten leider sehr viel Schrott.

Grüße
Jürgen

Verfasst: 03.11.2004, 19:37
von Mario Malarczuk
Ich würde auch mal eher vermuten, dass die Ursache der Bobbin ist und nicht die Hakenspitze oder der Bindefaden selber. Es sei denn, dass Du wirklich den letzten Faden aus Omas Nähkästchen genommen hast:D
Bei Ceramikbobbins passieren solche Dinge jedenfalls nicht.

Gruß Mario

http://www.marios-fliegendose.de

Verfasst: 03.11.2004, 23:41
von Harald aus LEV
Bei einem gut gearbeiteten Metallbobbin passiert es ebenfalls nicht. Muß man überprüfen. Habe bisher keine Probleme mit Metall. Wenn mir ´mal ein Faden gerissen ist, dann entweder an der Hakenspitze oder der Faden selbst war nicht OK. Ob´s der Faden ist, läßt sich ja leicht festetllen.
Gruß Harald

Verfasst: 04.11.2004, 08:21
von Andreas aus B
Danke schonmal für die Posts.

Ich verwende einen Keramikbobbin. Und an der Hakenspitze bin ich auch noch nicht gescheitert. Der Faden ist neu aus dem Laden.
Und gerissen ist er bei ganz einfachen Wicklungen, nix speziell aufwändiges oder so. Einfach nur gewickelt und FATZ... ab war er. Einmal ist er sogar gerissen, als ich etwas Faden von der Rolle ziehen wollte.

Tja, vielleicht hab ich ja ne schlechte Rolle Garn erwischt. Ich werd mal sehen, wie es ist, wenn die ersten Lagen abgewickelt sind... vielleicht wird es dann besser.

Andreas

Verfasst: 04.11.2004, 08:51
von Harald aus LEV
Hallo Andreas,
spanne den Faden ´mal zwischen Deinen Händen. wenn er bei leichtem Zug bereits reißt, solltest Du ihn bei Deinem Händler reklamieren bzw. einen anderen dieser Sorte probieren.
Gruß Harald

Verfasst: 04.11.2004, 09:21
von Michael Müller
Hallo Andreas,

Keramikbobbin ist nicht gleich Keramikbobbin !
Ich habe mir vor Jahren auch mal so ein "preisintensives" Teil gegönnt. War allerdings ein "No-Name"-Produkt (hier liegt vermutlich der Hund begraben...) Resultat: regelmäßiger Fadenriß !!!
Seitdem liegt das Teil ungenutzt in der Ecke und ich verwende weiterhin die guten alten Metall-Bobbins.

Gruß
Michael

Verfasst: 04.11.2004, 09:32
von mknuemann
Es kommt auch ein bisschen darauf an, wie man den Faden führt. Wenn man z.B.
10 cm vom Bobbin zieht und dann wickelt bis der Faden aufgebraucht ist, dann ist praktisch eine Stelle ständig am Bobbingrohr und wird entsprechend stark beansprucht.
Man sollte da eher kontinuierlich Faden von der Rolle spulen. Das hängt meiner Meinung nach von der Bobbingspannung ab.

Michael

Verfasst: 04.11.2004, 09:55
von Andreas aus B
Mal angenommen, es findet sich an meinem Bobbin eine rauhe Stelle oder ähnliches, die den faden beschädigt. Kann diese Stelle abgerundet werden?

Sollte es so sein, werde ich ihn ohnehin umtauschen, aber nur mal so aus Interesse...

@Harald: werd ich heute Abend gleich mal testen.

@Michael: ich habe mir ersatzweise ein Metallbobbin gekauft und werde auch das mal testen.

@mknuemann: das könnte durchaus ein Grund sein. Ich habe bisher immer eher mehr Faden abgerollt und dann gebunden, ohne für den Weile wieder abzurollen. Dadurch könnte es schon sein, dass die eine Stelle zu sehr beansprucht worden ist.

Auf was man alles aufpassen muss... :-)

Verfasst: 04.11.2004, 10:59
von Mario Malarczuk
Ich kann Michael voll zustimmen. Bobbin ist nicht gleich Bobbin, auch wenn beide eine Keramikeinlage besitzen. Vor kurzem habe ich eine Lieferung von 20 Bobbins erhalten, die unschlagbar günstig waren.
Einen davon hatte ich dann benutzt und mir ist sofort nach ein paar Wicklungen der Faden gerissen. Dachte erst an Zufall, aber nach dem dritten Riss, habe ich dann den nächsten genommen und das Spiel wiederholte sich. Die Teile sind dann zurück gegangen an den Dealer. Nur gut, dass ich noch keinen davon verkauft hatte:mad:
Es gibt ja auch superscharfe Messer aus Keramik...da hatte der Hersteller wohl was verwechselt. Das waren übrigens Bobbins mit einer relativ dicken weissen Keramiktube.

Gruß Mario

http://www.marios-fliegendose.de

Verfasst: 04.11.2004, 12:09
von Michael Müller
... ist ja eigentlich auch ganz klar: wenn das Keramik nicht eine 100%ig glatte, gebrannte Oberfläche hat, wirkt es wie feines Sandpapier... Deshalb sind die richtig guten Keramik-Bobbins (Tiemco etc.) wahrscheinlich auch so teuer.

Mi.

Verfasst: 04.11.2004, 15:06
von Peter S., Köln
Hallo,
ich besitze einige einfache, preiswerte Metall-Bobbins, die ich beim Kauf allerdings ausführlich "beäugt" habe. Keine Probleme damit!
Allerdings hatte ich mal eine Rolle orangefarbiges Bindegarn 6/0, welches wohl "faul" war und selbst bei leichtem Zug riss. Da es nicht zu gebrauchen war: Ab dafür!!!
Den Tip von Michael Knuemann, nicht zu lange an der gleichen Stelle zu drehen, halte ich für eminent wichtig, denn damit habe ich anfangs auch meine schlechten Erfahrungen gemacht.

Verfasst: 04.11.2004, 15:49
von sedge111
Hallo,

meine Erfahrung ist, dass Metallbobbins nur kurz nach dem Kauf und falls man wenig bindet "Spass" machen. Nach mehrmonatigem und häufigem Einsatz zeigen sich dann deutliche Schwächen gegenüber den Keramikmodellen. Wer schon mal 30 Minuten an einer 20er Trockenfliege rumgetüddelt hat, die sich nach Bindefadenriss wieder in ihre Bestandteile auflöst, investiert die paar Euro mehr für einen guten Keramikbobbin dann gerne. Kann den meisten Vorrednern nur zustimmen: Hohe Fadenspannung + Keramikbobbin sind wichtige Grundlagen für gute Fliegen!

Grüße!

sedge111

Verfasst: 21.11.2004, 20:11
von sedge
ab und zu einen halben schlag zwischen dem binden beugt vorzeitigem auflösen der fliege schon am bindetisch vor.

gruß
sedge