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Meerforellenschnur - Frage??

Verfasst: 18.11.2004, 13:21
von Black-Fly
Hallo!

Ich wollte mir eine neue Fliegenschnur für das Meerforellenfischen zulegen.
Meine Rute besitzt eine AFTMA von 8-9.

Nun habe ich schon ein wenig gesucht und gelesen.
Das Ausschlußverfahren hat mich dann zu folgenden Schnüren geführt:

Cortland Seatrout Distance Taper in WF8F (60 Euro)
und
Shakespeare Glider WF8F (20 Euro)

Wo liegt der Unterschied bis auf den Preis?
Hat Jemand Erfahrung mit diesen Schnüren?
Habt Ihr vielleicht ganz andere Vorschläge für eine geeignete Schnur,
mit der ich in der Ostsee auf Weite komme und die sich nicht so kringelt?

Vielen Dank im voraus!

Black-Fly

Verfasst: 18.11.2004, 14:39
von Matthias
Hallo Black-Fly,

ich hatte mal eine Shakespeare Glider DT6F und war ziemlich enttäuscht davon. Die Oberfläche war rauh und im Sommer wurde die Schnur recht weich und klebte förmlich in den Ringen. Allerdings genießt die Glider neutral (intermediate) einen sehr guten Ruf unter MeeFo-Anglern (in Form von selbstgemachten Schußköpfen aus DT-Schnüren). Zur Cortland-Schnur kann ich nichts sagen.

Ich suche auch nach einer guten MeeFo-Schnur bzw. Schußkopf und quäle mich momentan mit der Frage, welche Taper-/Schußkopf-Länge optimal ist. Einerseits soll bei kleineren Fliegen und für größere Weiten ein langes Taper besser sein, andererseits werden für windige Bedingungen an der Küste sehr kurze Taper empfohlen, z.B. Bass-Taper. Gibt es allgemeingültige Empfehlungen? Was ist besonders für den Sommer empfehlenswert? Wie sieht es mit MeeFo-Ruten aus, für's werfen an der Küste ist ein schnelleres Modell sicher besser geeignet, aber man hört auch immer wieder von Aussteigern, angeblich aufgrund zu steifer Ruten. Wie sind Eure Erfahrungen? Und zum Schluß noch eine Frage zum passenden Schnurgewicht, in letzter Zeit liest man immer wieder von neuen "Wunderschnüren", welche angeblich viel weiter werfen als andere Schnüre. Bei genauerem hinsehen bzw. nachwiegen wird dann oft festgestellt, daß diese Schnüre Übergewicht haben, d.h. mehr wiegen als das Referenzgewicht der angegebenen AFTM-Klasse. Ich handhabe es bisher so, daß ich manche Ruten (besonders solche mit schneller Aktion) auf Nahdistanz lieber mit einer schwereren Schnur fische, als auf weite Distanz. Wie seht Ihr das in Bezug auf's Küstenangeln?

Viele Grüße, Euer Löcher-in-den-Bauch-fragender Matthias

Verfasst: 18.11.2004, 18:20
von Flash No.9
Hallo Ihr beiden,
kommt darauf an zu welcher Jahreszeit Ihr an die Ostsee kommt.
Niedrige Temperaturen fordern weicheres Coating, da diese nicht so zum kringeln neigen.
Bei der Keulenlänge will ich mich gar nicht so festlegen, da längere und kürzere Keulen ihre Vor und Nachteile haben.
Kürzere Keulen sind bei höherm Wasserpegel von Vorteil, denn auch an der Ostsee wird man ab und zu mit beschränktem Rückraum konfrontiert.
Bei Längeren Keulen ist die Presäntation dezenter, vorallem bei spiegelglattem Wasser.
Ich persönlich habe die Loop Distance, eine Loop in gelber Cordura-Tasche und die normale Teeny WF gefischt. Am besten gefiel mir die Distance. Diese hatte ein langes Rear Taper, wodurch man beim letzten Rückschwung nocheinmal Schnur nach hinten schießen lassen konnte.
Alles eine Frage des Geschmacks und des eigenen Wurfstils. Laßt Euch nicht von Werbeslogans blenden, wo Meerforelle draufsteht muß nicht Meerforelle drin sein.
MfG Tobias

Mefo-Schnüre

Verfasst: 18.11.2004, 20:59
von sts
Hallo Black-Fly,
zur Cortland Sea Trout kann ich aus eigener Erfahrung nichts beitragen. Im Forum von http://www.anglerboard.de äußerte sich mal jemand ganz und gar nicht positiv zu dieser Schnur. Den genauen Link hab ich nicht, da musst Du selber suchen.
Gibt's die Shakespeare Glider überhaupt als WF? Aus der Glider DT kann man sich Schussköpfe schneiden. Sollte es die Glider als WF geben könnte ich es mir als problematisch vorstellen, dass die Glider (ich vermute, du meinst die Glider N = neutral) langsam sinkend ist. Beim Einstrippen ohne Schusskorb würde wohl auch die Schussschnur leicht in die Oberfläche einsinken und das ist äußerst unangenehm.
Grundsätzlich bin ich ein ausgesprochener Freund von Schussköpfen. Zunächst einmal sind diese in der Regel preiswerter als die Topschnüre. Weiterhin kann ich am Wasser ruck-zuck und relativ einfach ohne teure Ersatzspulen von beispielsweise einer schwimmenden auf eine langsam sinkende Schnur wechseln. Für mich entscheidend insbesondere für die Meerforellenfischerei ist, dass ich den Schusskopf recht einfach auf eine optimale Länge und Gewicht einkürzen kann. Da optimale Länge und vor allem Gewicht abhängig von Rute und Wurfstil sind, ist die Wahrscheinlichkeit, dass die teure WF xyz gar nicht so perfekt zum Gerät passt, recht groß.
Erschwerend kommt hinzu, dass leider die WF8 des einen Herstellers ganz anders als die WF8 des anderen Herstellers sein kann. Durch unterschiedliche Keulenlängen kann das Schnurgewicht erheblich variieren. (AFTMA gibt ja nur das Gewicht der ersten 9m an) Erfreulicherweise lösen sich einige wenige Hersteller (z. B. Loop) offensichtlich vom AFTMA-System und geben das Keulengewicht Ihrer Schnüre an. Wenn man den Katalogen glauben darf, wiegt da die 8er WF beispielsweise 17g, egal wie lang die Keule ist. Das hilft schon erheblich weiter, da man ja leider die meisten Schnüre nicht mal so eben in der gewünschten Schnurklasse ausprobieren kann. Hinzu kommt, dass es bei einigen Hersteller nicht unerhebliche Fertigungstoleranzen gibt. Die an sich gleiche Schnur ist eventuell unterschiedlich schwer.
Ich habe mir aus einer Shakespeare Glider DT9N einen Schusskopf für meine 7/8er geschnitten. Die Sinkrate der Schnur ist prima, sie sinkt halt ein klein wenig ein. Die Wurfeigenschaften der Schnur finde ich eher mittelmäßig. Auch waren an meiner DT die Spitzen sehr unterschiedlich lang und auch nicht gleich dick. Ich habe mir die Schnur mit einem Bekannten geteilt. Vielleicht habe ich auch einfach die falsche Seite erwischt. Auch das Coating finde ich nicht so klasse. Das spielt aber für den Schusskopf eine untergeordnete Rolle. Beispielsweise ein Loop LCE oder insbesondere ein Vision ACE rollt meines Erachtens jedenfalls deutlich sauberer ab. Bei dem geringen Preis für die Glider ist das Preis-/Leistungsverhältnis aber trotzdem ganz o.k..
Das häufig kritisierte klackern des Schusskopfes, wenn die Verbindungsschlaufen zur Runningline durch die Ringe laufen, kann man durch geklebte Schlaufen aus der Schnurseele mit sauberen Übergängen minimieren. Grundsätzlich hat dieses Geräusch den Vorteil, dass insbesondere weniger geübte Werfer hören können, wann die Schnur im optimalen Punkt zum Schießenlassen ist. Und nachts ist das allemal auch kein Nachteil.
Für meinen Geschmack sollte der optimale Allroundschusskopf eher knapp 9m lang sein, auf keinen Fall aber länger als 10m. Grundsätzlich steh ich (BEI SCHNÜREN!!) mehr auf leichtes Übergewicht - das lädt die Rute tiefer auf und die soll ja für mich arbeiten. Mit längeren Schussköpfen oder Longbelly WF´s wirft man sicherlich weiter, man hat aber auch mehr Probleme mit dem allgegenwärtigen Wind und muss bis zum Schießenlassen mehr wedeln.
Ich habe für die Küstenfischerei eine mittelschnelle alte 6er Sage RPL und eine neuere schnellere 7er Steelfin Trinity. Für mein Gefühl ist die langsamere Sage viel angenehmer und einfacher zu werfen als die schnelle Trinity. Auch lädt sich die Sage mit leichteren Schnüren deutlich besser auf als die schnelle Rute und hat somit ein größeres Spektrum von zumindest halbwegs gut werfbaren Schnüren. Ich finde, dass das Schnurgewicht bei der Trinity sehr genau passen muss - eher übergewichtig, damit sie ans arbeiten kommt. Ich möchte nicht behaupten, dass schnelle Ruten nichts taugen, würde mir aber zumindest als einzige Rute auf jeden Fall eine mittelschnelle Rute kaufen. Ich konnte auf der Wiese kürzlich mal eine Loop Blue Line #7/8 in 9'3'' werfen. Die ist erschwinglich und hat mir sehr gut gefallen.
Also, mein Tip ist der gut angepasste Schusskopf auf der eher nicht so schnellen Rute. Wenn Du eine WF kaufst, solltest Du versuchen, die Schnur vorher mal auf Deiner Rute werfen zu können.
Ich hoffe, ich konnte weiter helfen.
Gruß
Stefan

Verfasst: 18.11.2004, 22:22
von TorstenHtr
Hallo Matthias!

Nun, ich habe schon alle möglichen Kombinationen getestet, und denke das Optimum (für mich!) bis ca. Windstärke 5-6 als Allround Schusskopf ist ein 10m langer Schusskopf mit einem AFTMA Gewicht ca. 2 Schnurklassen oberhalb des Rutenlabels (diesen Wert wirst du auch bei den meisten WF's finden, kürzer bei stärkerem Rückenwind).
Damit kommt man ganz gut an die 30m ran.
Einen 12m Kopf habe ich auch ausprobiert, aber es ist viel umständlicher damit zu werfen, würde ich nur für ganz spezielle Situationen verwenden (Unterschied der Wurfweite ist nicht wirklich ausgeprägt).
Die Glider ist als Schusskopf nicht schlecht, ich persöhnlich fand das Abrollverhalten gut (aber habe die schwimmende Glider verwendet).
Wesentlich besser ist die Worchestershire von Shakespeare, das ist meine Allroundschnur vor allem für den Winter; zeigt keinerlei Gekringle, bin bisher sehr zufrieden. Für Snowbee wird eine ähnliche Schnur produziert. Leider in D nur bis AFTMA 6 zu bekommen.

Achso, an Wunderschnüre glaube ich nicht, ich denke da wird unheimlich gemogelt (Schur kürzer als angegeben, ausserhalb der AFTMA Spezifikation, für mich sind solche Firmen unseriös).

Bis dann..
Torsten

Re: Mefo-Schnüre

Verfasst: 19.11.2004, 09:21
von Matthias
Hallo Stefan,
Original geschrieben von Stefan Scherf
... Ich konnte auf der Wiese kürzlich mal eine Loop Blue Line #7/8 in 9'3'' werfen. Die ist erschwinglich und hat mir sehr gut gefallen ...
Genau diese Rute habe ich auch ... mit welcher Schnur hast Du sie geworfen?

Viele Grüße, Matthias

Verfasst: 19.11.2004, 11:59
von Nico (Berlin)
Hallo, Torsten!

Es liegt wohl nicht immer an den Firmen, deren Name auf der Verpackung steht, ob die Längen der Schüre eingehalten werden. Es ist wohl so, das die Hersteller sich 10% Fertigungstoleranz vorbehalten. Daher kann es leider auch sein, dass eine Schnur nicht 30m sondern nur 27m lang ist, auch wenn´s anders auf der Packung steht.

Nico

Verfasst: 19.11.2004, 13:23
von Markus H.
Hallo Nico,

habe bei 3M SA schon öfter nachgemessen und noch nie Toleranzen feststellen können ! Mittlerweile fische ich nur noch 3M Schnüre und bin sehr zufrieden !

Gruß,

Verfasst: 19.11.2004, 18:59
von marioschreiber
Original geschrieben von Nico (Berlin)
Hallo, Torsten!

Es liegt wohl nicht immer an den Firmen, deren Name auf der Verpackung steht, ob die Längen der Schüre eingehalten werden. Es ist wohl so, das die Hersteller sich 10% Fertigungstoleranz vorbehalten. Daher kann es leider auch sein, dass eine Schnur nicht 30m sondern nur 27m lang ist, auch wenn´s anders auf der Packung steht.

Nico
Das sind 10 % Abweichung !
In meinen Augen ein "erheblicher Mangel".
Genau das Problem hatte ich mit der "Guidline Pounch-Pro" (27 statt 30 Meter).

Verfasst: 19.11.2004, 21:03
von fluefiske
Hallo
Bei meinen 3M stimmt die Länge auch.Die sind eher 1/2 m länger.Gestern bekam ich die Loop DT.Laut Katalog 27m.Gleich gemessen u n d 24.50m.Genauso kann es einem ergehen,wenn man sich eine Longbelly zulegt.Meine war gerademal 1m länger als die Normalserie.Das ist für mich keine LB.Bei der Länge kann ich eigentlich nicht verstehen,daß es da überhaupt Toleranzen geben muß.10-20 cm wäre genug.
Gruß Erich

Verfasst: 20.11.2004, 11:30
von Gerry
Hallo MarioSchreiber,

die Differenz bei der Pounch war noch größer, sie sollte nämlich 32 m lang sein und hatte nur 27 m. Das sind dann schon gute 15 Prozent und in meinen Augen hat das nichts mehr mit Herstellungstoleranz zu tun. Wenn unsere Autoindustrie mit solchen Toleranzen rechnen würde, wären alle Autos verkehrsuntauglich. Mit solchen Abweichungen kann mich keine Firma als Kunde halten.

Gruß Gerry:mad:



Verfasst: 20.11.2004, 11:59
von Ruten-Swinger
Die Leute in meinem Fischerkreis die eine Pounch fischen , lieben diese Schnur ob Sie nun 27 o.30 Meter lang ist !

@Blackfly leider wurde mein posting an dich wieder gelöscht , ich hoffe Du hast es noch gelesen ! Was geht hier bloß ab !Schußkopf !

Wiedersehen R-S

Loop Blue Line

Verfasst: 20.11.2004, 13:38
von sts
@ Matthias

Ich habe die Blue Line bei einem Händler auf der Wiese geworfen. Die Schnur war vom Händler, soweit ich weiß eine Loop Long Distance WF7. Die passte für meinen Geschmack gut, für die Küste würde ich aber einen Schusskopf vorziehen.
Stefan

Verfasst: 20.11.2004, 14:07
von Gerry
@ Ruten-Swinger,

bei deiner vehementen Verteidigung und Lobpreisung von Guideline-Produkten zwingt sich einem regelrecht der Verdacht auf, dass du
1. entweder bei der Firma beschäftigt bist
2. zum Lobpreisen gesponsort wirst
3. evtl. in den Guideline-Clan eingeheiratet hast oder
4. sonst irgendwie an den Produkten profitierst.

Mir gefällt die Schnur auch, mir stinkt es aber auch wenn ich ganz offensichtlich beschissen werde. Wo 32 drauf steht HAT auch 32 drin zu sein.

Ich würde dich mal gerne an einer Tankstelle erleben wo du 32 Liter laut Anzeige getankt und auch bezahlt hast bei einer Nachprüfung aber feststellen mußt, dass du nur 27 Liter erhalten hast. Würdest du da auch sagen.....scheissegal, Hauptsache ARAL.....? Das bezweifele ich mal ernsthaft.


>>> @Blackfly leider wurde mein posting an dich wieder gelöscht

Schau dir mal die Forumsbedingungen an ..... dann brauchst du dich auch nicht mehr zu wundern wieso ab und zu Beiträge von dir gelöscht werden.

Manche brauchen etwas länger........andere lernen's nie! Zu welchen gehörst du?


Gruß Gerry







Verfasst: 20.11.2004, 17:13
von Benny
Hallo,
konnte letzes Jahr im März die Seatrout von Cortland ausgiebig an der Küste testen und bin mit ihr voll und ganz zufrieden.
Gruß
Benny