Damit der Griff nicht zum Fluch wird

Hier treffen sich die wahren Handwerker unserer Zunft. Gibt es eine schönere Fischerei, als mit einer Selbstgebauten - ob nun Gespließte, Kohlefaserrute oder Eigenbaurolle? Geizt nicht mit Euren Ratschlägen.

Moderatoren: Forstie, Maggov, Olaf Kurth, Michael.

Dorus

Damit der Griff nicht zum Fluch wird

Ungelesener Beitrag von Dorus »

Wer seine eigene Rute baut möchte natürlich auch einen exklusiven gestalteten Griff und Rollenhalter.
Es gibt Hölzer die berühren einen tief wenn man sie in der Hand hält.
Ein Griff aus Amaranth, Amboyina, Zingana, Redwood, Schlangenholz, Rio oder Indischem Palisander, Mansonia, Makore, Makassar (Ebenholz), Kambala oder einfach nur Teak ist eine Augenweide.
Kaufen?- ööh; Zum Drechsler, der könnte will aber nicht (kenne zwei, und ich weiss jetzt auch warum).
Na dann: als Hobbydrechsler ist es eigentlich auch nicht weiter schwer sich seine Teile selbst zu fertigen.
Diese Hölzer sind Odien die nicht in den normalen Hobbykeller gehören, da sie alle stark reizende Stäube und Gase entwickeln die zu heftigster Dermatitis, Allergien, Asthma und Schlimmeren führen.
Ich bin selbst kein Allergiker, habe aber mittlerweile ein Ahnung was termiten- und tropenfest heisst.
Eine professionelle Staubabsaugung mit Abluft nach draußen, Schutzkleidung, lange Ärmel, Staubmaske, trockene Hände Pflicht!
Ich habe einmal meine besondere Erfahrung mit frisch aufgesägter Sequoia (Redwood) gemacht, die ich im Kofferraum transportiert habe.
Brennende Lippen, rotes Gesicht, juckende Haut - solch ein Staub in der Wohnung?
Ich schreibe auch nur, dieses weil ich Euch Gesundheit im angefangenen Jahr wünschen will, denn gesund soll Fliegenfischen bleiben!
Forum holt fast!
Dorus
stefan grau

Ungelesener Beitrag von stefan grau »

....sicher alles sehr schöne Hölzer, aber einige auch aus den Tropen. Und rein persönlich finde ich Tropenholz gehört nicht auf eine Fliegenrute (oder auf jeden anderen Typ), denn der FliFi gibt sich ja oft sehr umweltbewusst, ausser eben beim Getackle.
Das Argument viele Drechsler - zumindest in meiner Heimat, es wären Abfälle/Nebenprodukte und und dies sei unbedenklich, ist Augenwischerei. Auch Abfall entsteht durch Abbau.
Aus Buche z.B. lassen sich Rollenhalter fertigen die einem aus Teak in nichts nachstehen, auch aus Birnenholz etc. Die "Tropische Farbe" kriegt man durch umwetunbedenkliche, wasserlösliche Beizen/Lasuren hin und wer experimentiert kiegt auch eine tolle Maserung hin. Und stammt das Holtz aus "Lothar-Beständen" ist es zudem auch noch sinnvoll verwertet.

Wie gesagt meine rein pers. Meinung.
Tobsn

Ungelesener Beitrag von Tobsn »

Zum Thema Redwood:

http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/24/0,187 ... 76,FF.html

Is zumindest politisch nich korrekt, ne...
Dorus

Ungelesener Beitrag von Dorus »

Na erst einmal vielen Dank, dass Ihr keine Links zu ekligen Hautgeschwüren, sondern zu wunderschönen Bäumen gepostet habt.

Eins ist ja wohl klar: Wer Birne schwarz beizt meint Ebenholz.
Gebeizte Birne sieht vielleicht so ähnlich aus, fühlt sich aber nicht so an, klingt nicht so, ist weich, leicht und nicht wetterfest.
Allein, das jemand die Beize anrührt zeigt mir die Unzufriedenheit mit der, ich sage mal langweiligen Birne.

Nun baue sich einer seine Rute mit den besten Materialien und stecke unzählige Stunden hinein, aber mit der Bitte, das sie aussehe "als ob"?
Das ist viel verlangt.
Wir sprechen von einem Status- und Phallussymbol wie einem Auto!-
Selbst wenn es nur mein Werkzeug werden soll, suche ich den besten Stiel aus. Nichts gegen Buchengriffe.

Frage: Welcher Mann kauft sich allen Ernstes aus Stolz eine fahrende Verzichtserklärung?- Marke, Typ? Nomen est Omen...
von der Marke, dessen Spitzenprodukt den unglücklichen Namen eines göttlichen Sohnes, der sich den Wagen von Papa ausgeliehen und einen bösen Bums gebaut hat...
Den will keiner. Die Gemeindeschwester muß ihn nehmen.

Und die Frauen?
Welche Frau zieht einen Zirkonia, "der Stein der dem Diamanten nachempfunden ist" einem Brilli vor? -
Natürlich, wenn man einmal mit Brillianten angefangen hat, denn dann lernt Töchterchen auch den Unterschied kennen.
Ich kann die verstehen, die erst gar nicht damit anfangen wollen.
Nicht verstehen kann ich Behauptungen wie, Holz aus unseren europäischen Urwäldern sei besser als Plantagenteak und Fliegenfischer seien Naturschützer.
Das sollte man an anderer Stelle aufarbeiten.
Es gibt wunderschöne heimische Bäume.
Es wäre der Umwelt bestimmt gedient, wenn die zukünftigen Generationen von Fliegenfischern die Lebensbäume in ihren Gärten roden und dafür Obstbäume, Birnenbäume pflanzen würden.
Und es wäre bestimmt auch nicht schlecht, ab und zu mal einen Teakgriff zu drechseln.
Denn vielleicht träumt ein kleiner Plantagen-Arbeitersohn von einer Fliegenrute und möchte sich einen Angelhaken kaufen- in zehn Jahren oder so, in Eurer Stadt!
Wenn er Euch zeigen kann was nachhaltiger Waldbau bedeutet und wie es geht. Mit Lothar.
Es gibt wunderschöne Bäume.
Es gibt atemberaubend schöne Rutengriffe.
Schön wenn sich Menschen daran freuen können.
Ich habe mehr Bäume gepflanzt als die meisten.

Dorus
stekus

Ungelesener Beitrag von stekus »

Ich habe mehr Bäume gepflanzt als die meisten.

Dorus
off topic: was denn für eine? Fichtenmonokulturen?
stefan grau

Ungelesener Beitrag von stefan grau »

>>Gebeizte Birne sieht vielleicht so ähnlich aus, fühlt sich aber nicht so an, klingt nicht so, ist weich, leicht und nicht wetterfest.<<
Wenn sie wie 99% der Rollenhalter imprägniert wird, ist sie mehr als wetterfest

>>Allein, das jemand die Beize anrührt zeigt mir die Unzufriedenheit mit der, ich sage mal langweiligen Birne<<

Unzufriedenheit mit dem raubbau im Tropenwald, beizen = Kompromiss (und kein schlechter wenn umweltverträgliche Beizen)

>>Wir sprechen von einem Status- und Phallussymbol wie einem Auto!<<

Zugegeben ist es bei vielen so (auch Sage ist ein Statussymbol)

>>Nicht verstehen kann ich Behauptungen wie, Holz aus unseren europäischen Urwäldern sei besser als Plantagenteak und Fliegenfischer seien Naturschützer. <<

Hat niemand behauptet es sei besser, aber vielleicht ebenso gut - man(n) muss aber ausprobieen bevor man von vornherein verneint. Und wenn doch Tropenholz, dann fsc oder äh.
90% der FliFi geben sich als Umweltschützer (zumindest wenn es um den Fischbestand, C&R und die eigenen Fanggründe geht - meine persönliche Behauptung)

>>Und es wäre bestimmt auch nicht schlecht, ab und zu mal einen Teakgriff zu drechseln.
Denn vielleicht träumt ein kleiner Plantagen-Arbeitersohn von einer Fliegenrute und möchte sich einen Angelhaken kaufen- in zehn Jahren oder so, in Eurer Stadt!<<

Meine persönliche Sicht; Schutzbehauptungen der Wirtschafts-Elite - 98% der Plantagensöhne bleiben ein leben lang in den Plantagen, oder dann in Slums der Grossstädte hängen. Und wohl kaum eine "Teak-Ausreiss-Firma" zahlt die nötigen Löhne für die Reise nach Frankfurt und schon gar keine Versicherungsprämien für vom Regen aufweichte Böden und Schlammlawinen- ausser es sei fürs eigene Betriebsgelände.
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