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Tungöl

Verfasst: 03.02.2005, 11:56
von Karl
Hallo Gemeinde, hat jemand Erfahrung mit der Imprägnierung bzw. Lackierung vom blank mit Tungöl? Wird es getaucht oder mit dem Pinsel aufgetragen oder wie die ´impregnated´ unter Druck und kann man es evtl. noch danach mit Leinöl/Bienenwachs Mischung versiegeln? Hält das Tungöl lange oder muß ständig nachgestrichen werden? Besten Dank, euer hobelnder Karl

Verfasst: 03.02.2005, 23:40
von thomas t.
Guck mal hier! Würde vielleicht doch was anderes nehmen

gruß Thomas

http://www.woodworking.de/cgi-bin/wiki/ ... behandlung

Verfasst: 04.02.2005, 15:22
von Karl
Hallo Thomas, ich finde das klingt doch gut. Wasserfest, UV beständig, wird fürn Bootsbau verwendet. In Kombination mit Leinöl wird Tungöllack daraus. Weißt du was die damals für die impregnated verwendet haben? Ich denke hat er die Konsistenz von einer Lasur und zieht ins Holz ein, da kann schon mal nix abbröckeln. Gruß Karl

Verfasst: 04.02.2005, 16:07
von thomas t.
Hallo Karl, ich halte die Verarbeitung für sehr gesundheitsschädlich, hatte vor kurzem Gespräch mit einem Bootsbauer darüber der nach der Verarbeitung mit allergien zu kämpfen hatte (Beweis ob es vom Öl kommt steht leider aus, hat es auch pur verarbeitet!), wäre mir trotzdem etwas zu riskant. Verarbeiten tut man es im übrigen mit dem Pinsel und wischt mit fusselfreiem Tuch nach. Hatte ich gestern vergessen.
gruß thomas

Verfasst: 04.02.2005, 18:18
von Karl
Oha, das ändert die Sache natürlich, da bleib ich doch lieber bei meinem Bootslack, will ja schließlich nicht beim Drill krepieren ;-) Besten Dank für die Info, Gruß Karl

Verfasst: 05.02.2005, 15:50
von stefan grau
Hallo karl

Rutenblänks ölen empfiehlt sich nicht, denn es wird alles andere als impregnated, insbesondere Luffeuchtigkeit dringt ungeniert in den geölten Bambus ein. Tung-Öl ist ein sehr schlechter Blocker gegen Luftfeuchtigkeit, und gerade diese ist einem Rutenblank mehr schädlich, als z.B. bei einem Gewehrschaft, der Blanks ist auch höchstens spritzwasserfest. Zudem dringt Tung-oel schlechter in Bambus ein als bei anderem Holz (Tiefe), weil Bambus selber schon etwas oelhaltig ist.

Von der Optik her ist Oel zugegeben besonders schön und gibt dem Bambus einen goldfarbenen Touch, aber damit hat es sich leider. Zudem muss das Oelfishish regelmässig erneuert werden, und da die Ringe schon auf dem Blank sind, musst Du immer darum herum ölen, was oft ein "Gematsche" gibt und schwierig ist. Zudem wird es auch anspruchvoll Ringe auf einen geölten Blank zu binden, denn das Lackieren der Bindungen erfordert besondere Vorsicht und Du kanst nicht von der Seide auf den Blank ölene wenn Du einen sauberen Übergang möchtest, sehr viele Lacke sind nicht mit Tungöl kompatibel.
Dann muss jede Oelschicht mehrere Tage bis Wochen trocknen, die Rute wird also fast nicht fertig. Desweiteren verfärbt sich das Oel an der Sonne gelblich bis braun, denn es hat einen sehr schlechten UV-Schutz.

In "alten zeiten" hat man Gespliesste eine zeitlang geölt, aber eben mit den erwänten Konsequenzen, und bei feuchtem wetter wie nebel tc, liess neben dem Leim auch das Finish zu wünschen übrig und es wurde leicht klebrig.

Einen kleinen Kompromiss, aber nicht viel mehr, bietet ein Tung-Oel in Verbindung mit modernen Trocknungsmitteln wie True-Oil von Birchwood-Casey. Diese trocknet schneller, ist und bleibt aber ein Oel.
Zudem wird ein Oel-Finish nicht gepinselt, sondern eingerieben, die Anglianer nennen es "hand-rubbed finishing", aber auch hier verwendet es man z.B. beim Finish von Gewehr- oder Messerschäften. Bei Rollenhaltern sieht es etwas anders aus und ölen ist hier eine Alternative, auch wenn sich längst nicht alle Hölzer dafür eigenen.
Allgemein kenne ich sehr wenige Rutenbauer die mit dem ölen zufrieden sind.

Liebe Grüsse

Stefan