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Welcher Lack ?

Verfasst: 06.03.2005, 10:34
von Karl
Hallo Leute, mich würde mal interessieren welchen Lack in welcher Verdünnung ihr verwendet. Habe z.Z. einen Epoxylack (Bootslack) von der Fa. Internatinal im Gebrauch und bin eigentlich sehr zufrieden damit, aber er trägt ziemlich stark auf trotz Verdünnung und die Spitze wird rund. So jetzt hab ich eine alte Phillipson und die hat eine wunderbar dünne Lackierung (nicht impregnated) und ich habe mal gehört, die tönten ihre Ruten mit einer Ammoniakverbindung. Hat da jemand Infos darüber? Kann mir auch jemand sagen, welches natürliche Baumharz man zum Lackieren benutzen kann?
Besten Dank Karl

Verfasst: 06.03.2005, 11:39
von Edgar
Hallo Karl,

ich verwende Clourethan glänzend von "Clou". Der Lack ist ein
1-Komponentenlack und eignet sich bestens für eine Tauchlackierung da er nicht so dickflüssig ist. Die normalen Bootslacke sind mir zu "dick".

Gruß Edgar

Verfasst: 07.03.2005, 06:49
von stefan grau
Ammoniak = alte Technik aus der Antikschreinerei, siehe in der Fachliteratur unter "räuchern".

Verfasst: 07.03.2005, 10:39
von Kurt Zumbrunn
Grundsätzlich beim Lackieren spielt die Raumtemperatur eine wesentliche Rolle. Der Bootslack läuft bei einer Temperatur von 30 Grad wesentlich besser!
Grüsse
Kurt

Verfasst: 07.03.2005, 18:16
von Karl
Hallo Kurt, der Lack war schon temperiert, aber trotzdem noch etwas zäh. Wieviel Meter Schnee habt ihr denn so Mitte Juni ;-) Weißt du was das genau war, was die Amis früher als resin bezeichneten? Ein Kunstharz wohl eher nicht, oder? Gruß Karl

Verfasst: 08.03.2005, 07:26
von Kurt Zumbrunn
Hallo Karl
Man merkt, dass Du auch aus den Bergen kommst. Jeden Tag verfolge ich die Wetternachrichten und hoffe auf Föhn. Dieser müsste baldmöglichst kommen, sonst haben wir im Juni nur ein beschränktes Einsatzgebiet. Bisher war der Föhn immer verlässlich und so hoffe ich weiter.
In Bezug auf Resin, kann ich Dir leider nicht weiter helfen - vielleicht weiss Stefan Grau mehr dazu.
Herzliche Grüsse aus dem immer noch tief verschneiten Berner Oberland
Kurt

Verfasst: 08.03.2005, 11:28
von Wolfram Schott
Das Wort "resin" heißt nichts anderes als "Harz" (Baumharz). Bei Verletzung der Rinde z.B. tritt Saft aus, der zu Harz erstarrt.
Vor der Erfindung der Kunstharze wurden zur Herstellung von Lacken jedweglicher Art Harze von Pflanzen (Bäumen) in geeigneten Lösungsmitteln aufgelöst. Meistens in Kombination. Einige Harze sind spröde, andere elastisch, wieder andere nicht besonders wasserfest, usw. Eine geeignete Kombination ergab die gewünschten Eigenschaften. Die erhaltenen Flüssig-keiten heißen im deutschen "Firnis" oder auch "Lackfirnis", französisch "vernis" und englisch "varnish".

Einige natürliche Harze sind:
Dammar, Mastix, Copal, Kolophonium, Sandarak, Weihrauch, usw. Es gibt hunderte. Dazu gezählt wird auch, obwohl kein Harz: Bernstein, Schellack u. Ä.
Die Harze werden in der Regel in ebenfalls natürlichen Ölen gelöst, z.B. Leinöl, Mohnöl, Walnußöl, etc. Weil diese oft eine lange Trocknungszeit haben, werden gerne Trocknungs-beschleuniger, "Siccative", zugesetzt. Dies sind i.d.R. Metallsalze.

Kunstharze sind z.B. Polyetylen, Polyvinylchlorid, Polypropylen, Polystyren, und hunderte andere

Noch ein Rezept gefällig (aus einem Buch von 1852)?

"Man zerstoße 18 oder 20 Loth reinen Copal in gröbliche Stücke, thue ihn in einen neuen irdenen Topf, gieße 1 ½ Loth Rosmarinöl darüber, vermische den Copal damit und schmelze ihn über gelindem Kohlenfeuer. Durch das Beimischen wird der Copal etwas erweicht und recht schnell bei mäßiger Hitze schmelzen, ohne etwas an seiner hellen, natürlichen Farbe zu verlieren. Wenn der Copal völlig zergangen ist, werden 8 Loth präpariertes ganz helles weißes Leinöl, und darnach 18 Loth Terpentinöl, nach den in den vorhergehenden Vorschriften angegebenen Regeln beigemischt."

Verfasst: 08.03.2005, 20:26
von Karl
Das klingt ja lecker, da wetz ich gleich mal meine Sichel und geh in den Wald, aber vorher pack ich noch meine heilige Handgranate aus und jag eine Metallbearbeitungsmaschine in die Luft. Spaß beiseite, besten Dank für die Auskunft. Herzliche Grüße Karl