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Fischen vom Belly-Boot
Verfasst: 08.04.2005, 10:33
von Andreas J.
Ich spiele momentan dem Gedanken mit einem Belly-Boot zu fischen. Kann ich mit einem Belly-Boot so ohne weiteres auf Gewässer wie den Bigge- oder Möhnesee gehen oder gibt es da irgend welche Einschränkungen oder Regeln?
Bellys.
Verfasst: 09.04.2005, 10:47
von Harzangler
Hallo Andreas.
Ich hatte das gleiche Problem mit dem Belly. Hier im Harz ist das Angeln von Boot aus erlaubt, aber nicht mit dem Belly, das das "Gerät" aus festen Materialien bestehen muss. Meiner Ansicht nach sind die Pächter nicht daran interessiert, durch den Bellyboat Ficher Fisch "zu verlieren", da wir damit an die Hot Spots besser herrankommen.
Von der Möhne weiß ich, das das dort wohl erlaubt ist. Frag doch mal bei Uli Beyer im Shop nach oder bei Brinkhof. Beide habe Ladengeschäfte an der Möhne.
Tight Lines
Frank
Verfasst: 10.04.2005, 11:47
von Andreas J.
Auweia! Ohne mich auf den Bigge- oder Möhnesee festlegen zu wollen, habe ich es schon geahnt, das u.U. ein Belly nicht unbedingt mit einem Boot (Hartschale) gleich gesetzt ist.
Alternativ überlege ich mir, ob ein kleines Kanu da wohl besser ist! Allerdings habe ich keine Ahnung wie das mit dem Fliegenfischen aus so einem Boot ist.
Verfasst: 10.04.2005, 11:52
von HobbyRevoluzzer
Auf der Möhne kann man mit Bellys etc. fischen, allerdings solltest du dir vorher genau angucken wo du angeln willst bzw. ob da verbote sind! Der Ruhrverband ist da recht penibel! Achte auch auf die Segler (bin selbst einer), da gibt es ne Menge Opis die Blind durch die Gegend fahren!!!
Ich selbst habe allerdings mehrfach Angler in Bellys gesehen! Wobei ich überlegen würde nicht lieber ein Boot (Bootsvermietung) zunehmen, da die Möhne doch recht groß ist!
Verfasst: 11.04.2005, 20:03
von dreampike
Hallo Andreas,
lass dich nicht abschrecken. Ich fische seit 12 Jahren vom Bellyboot und habe zum Glück von einem solch absurden Verbot weder hier noch sonstwo auf der Welt was gehört (nicht mal in Schottland, und die haben seitenlange Bestimmungen!). Es sei denn, es ist generell verboten, eigene Boote einzubringen, um den lokalen Bootsverleih zu 'unterstützen'.
Wegen der Frage Belly vs Kanu, dann setz' dich mal alleine, bei gar nicht mal allzu starken Wind in ein Kanu und versuche mit der Fliege zu fischen. Ohne Ankern ist das sehr schwierig, weil du sofort eine Mordsdrift hinlegst, möglicherweise von der Richtung weggedreht wirst wo du hinwerfen willst usw. Beim Drillen treibst du ab ohne Ende, hängst im Schilf, in der verbotenen Zone oder sonstwo... Klar, zu zweit ist das weniger ein Problem, einer rudert, der andere fischt. Aber man kann oder will ja nicht immer zu zweit sein.
All das bleibt dir im Belly erspart. Du sitzt gemütlich wie in einem Wohnzimmersessel, paddelst und dirigierst das BB mit den Füssen, kannst auch bei starkem Wind vor dem Schilf bleiben und schön die Kante abfischen ohne dass es dich ins Schilf drückt, kannst mit dem 130cm Hecht locker ans Ufer paddeln und ihn dort versorgen usw.
Vor allem stehst du nie vor der Alternative paddeln oder werfen, weil du beides gleichzeitig machen kannst, auch mal eine Fliege montieren und dabei weiterpaddeln etc.
Klar machst du weniger Strecke als mit einem Ruderboot. Aber wir sind ja nicht im Ruderclub, sondern wollen fischen!
Wolfgang
Verfasst: 11.04.2005, 20:21
von Michael Römer
Das mit dem Kanu bzw. Kanadier habe ich auch schon probiert und dann genervt aufgegeben. Diese Teile sind einfach nicht geeignet wenn man alleine fischen will. Blinkern geht gerade noch aber beim Fliegenwerfen kann man das Boot einfach nicht ruhig halten. Habe mir danach ein Belly boat gekauft und seitdem macht das fischen wieder richtig Spaß.
Hallo Dreampike, das mit dem 130cm Hecht würde ich aber gerne mal sehe leider sind unsere Hechte nicht so groß.
Viel Spaß und Erfolg
Michael
Verfasst: 11.04.2005, 20:28
von HobbyRevoluzzer
Ich schreibe ja nicht das es generell verboten is, nur sind bestimmte Stellen an der Möhne verboten, egal mit welchem Boot man da unterwegs ist! Das ist das Hauptproblem, man "übersieht" so etwas schnell und der RV / Fischmeister sieht das gar nicht gerne!
Ansonsten steht dem ganzen Spass nichts im Wege!
Verfasst: 11.04.2005, 20:43
von Andreas J.
Wie ist es eigentlich, wenn man viele Stunden oder den ganzen Tag in einem Bellyboat sitzt, bekommt man dann nicht ganz schön kalte "Teile"?

Verfasst: 12.04.2005, 12:21
von dreampike
Hallo,
das mit dem 130cm Hecht war leider (noch) keine persönliche Erfahrung, die längsten hatten so bis 115, 120 cm. So genau weiss ich das nicht, da es nicht möglich ist, einen grossen Hecht vom BB aus bzw. dann am Ufer im Wasser stehend exakt zu messen ohne ihn zu killen oder größeren Schaden zuzufügen. Allerdings bin ich bei den grossen Hechten, wenn ich alleine bin, sehr vorsichtig bei der Landung. Häufig wickelt sich nämlich die Schnur um die Spitze der Rute, wenn ich den Hecht greife und die Rute zum Hakenlösen unter den Arm klemme. Und falls die Hechtlady sich dann doch noch für das Toben entscheidet und ich sie im Unterkiefergriff nicht mehr halten kann, dann ist die Rute geliefert. Zum Glück musste ich die Erfahrung noch nicht machen, aber das Risiko besteht wenn man alleine fischt. Zu zweit übergibt man die Rute an den Kameraden und kann dann in Ruhe den Haken lösen.
Wegen der Kälte: Das hängt von der Wassertemperatur ab. Unter 5 Grad kann es trotz Funktionsunterwäsche, Fleecehose,Fleece-Longjohn und Neoprenwathose schon mal kalt am Popo werden. Darüber geht es und ab 14 Grad wechsele ich dann zur atmungsaktiven Wathose. Durch das Paddeln wird einem nämlich auch wieder warm, und man kann ja auch Pausen machen und mal 10 min auf- und ablaufen.
Das einzige Problem das ich noch nicht wirklich in den Griff bekommen habe ist der nach viel Kaffeegenuss unvermeidliche Blasendruck. Es gibt zwar bei den (Trocken-) Tauchern so Vorrichtungen mit Schlauchkondom und Ventil zum Ablassen, aber die brauchen sich den Gummi ja nicht 12 Stunden über den Schniedel klemmen. Aber man entwickelt mit der Zeit eine gewisse Routine im Lesen der Uferstruktur (wo kann ich raus, wie lange brauche ich um raus zu kommen...).
Noch ein Vorteil des BB: Man kann es auch auf Flugreisen ohne Probleme überall hin mitnehmen und ist dann unabhängig von irgendwelchen Bootsverleihern bzw. kann auch in solche Gewässer rein, in denen normalerweise niemand vom Boot aus fischt.
Wolfgang
Verfasst: 12.04.2005, 17:56
von Harald aus LEV
Hallo Dreampike,
ohne Deine Begeisterung fürs BB schmälern zu wollen. Ich fische lieber vom Kanu aus.
Du schreibst:
>>Wegen der Frage Belly vs Kanu, dann setz' dich mal alleine, bei gar nicht mal allzu starken Wind in ein Kanu und versuche mit der Fliege zu fischen. Ohne Ankern ist das sehr schwierig, weil du sofort eine Mordsdrift hinlegst, möglicherweise von der Richtung weggedreht wirst wo du hinwerfen willst usw.<<
Sicher, Ankern ist leichter. Aber wenn Du einen Driftsack benutzt, wird die Drift verlangsamt. Von der Richtung wirst Du hauptsächlich weggedreht, wenn Du an einem Ende des Kanu sitzt. Die meisten Kanus sind von der Mitte aus zu den Enden parallel geschnitten. d.h. sie laufen zu beiden Enden in der gleichen Kurve zu. Du wirst weggedreht, wenn Du an einem Ende des Bootes sitzt, weil an dieser Stelle das Boot durch Dein Körpergewicht stärker beladen ist und somit tiefer im Wasser liegt. Die andere Seite ist entlastet, ragt weiter aus dem Wasser heraus und bietet somit dem Wind eine grössere Angriffsfläche. Sitzt oder kniest Du dagegen mittig im Boot, liegt es gleichmäßig im Wasser und ein verdrehen wird weitgehend vermieden. Übrigens paddeln viele Leute ein Kanu falsch, wenn sie es allein benutzen. Sie sitzen auf dem hinteren Sitz (wie im 2-Mann Betrieb) und wundern sich, daß der Bug weit aus dem Wasser schaut, während sie tief an der Wasserlinie sitzen. Dreht man das Kanu dagegen um, setzt sich "verkehrt" herum auf den Vordersitz und paddelt das Kanu mit dem Heck nach vorne, geht es viel leichter. Der Grund: Während der Rumpf parallel geschnitten ist, sind die Sitzbänke vorn und hinten asymetrisch eingeteilt. Setzt man sich nun wie oben beschrieben "verkehrt" herum, sitzt man weiter in der Mitte des Bootes und hat es viel leichter zu paddeln.
Gerade wenn man einen weiten Weg zurücklegen muß finde ich, ist es im Kanu angenehmer. Ausserdem kann man sich einen Kescher ins Boot legen und gefangene Fische, so man sie entnehmen will, ohne Probleme keschern. Allerdings sollte man sich dabei nicht zu weit herauslehnen. Und grundsätzlich nie ohne Schwimmweste fahren!
Was das verreisen mit BB betrifft. Bei Flugreisen mit üblicher Gewichtsbeschränkung von 20 Kg fällt es mir schon mit der üblichen Ausrüstung schwer das Limit einzuhalten. Dann schleppe ich bestimmt nicht noch ein BB mit.

Gruß Harald
PS: Wenn ich oben vom Kanu gesprochen habe, ist damit ein Canadier gemeint, kein Kajak.
Verfasst: 12.04.2005, 23:57
von dreampike
Hallo Harald,
natürlich kann man vom Kanu aus fischen, insbesondere mit Driftsack. Und zum Strecke machen gibt es sicherlich noch bessere Gefährte, auch wenn ich es im BB an guten Tagen auch auf 10-12 km bringe. Aber wenn jemand nach Erfahrungen fragt, dann ist für mich das BB die bequemere, flexiblere, unkompliziertere und auch sicherere Alternative für den Fliegenfischer, der alleine unterwegs ist und gerne an Gewässern fischt, an denen es weit und breit keinen Bootsverleih gibt.
Mein BB wiegt 2,5 kg, soviel ist da gar nicht zu schleppen. Ich habe es sogar mal nach Neuseeland geschafft, neben dem BB meine komplette Campingausrüstung, Wathose, -schuhe,Flossen, eine 5er und eine 8er Ausrüstung, Fliegenbindematerial usw. im 20k Limit zu halten. Und hatte sogar noch eine Ersatzunterhose dabei!
Wolfgang
Verfasst: 13.04.2005, 14:15
von Harald aus LEV
Hallo Wolfgang,
ich schätze beides hat seine Vor- und Nachteile.
Ich habe deshalb zum Kanu Stellung bezogen, da dies auch in die Erwägung einbezogen wurde.
Die Auflistung der Artikel, die Du mit in den Flieger genommen hast zeigt, daß Deine Ausrüstung sehr durchdacht sein muß. Ich kann es drehen und wenden wie ich will, ich bin immer hart an der Gewichtsgrenze oder leicht darüber.
Gruß Harald
Verfasst: 21.04.2005, 07:50
von Andreas J.
Vielen Dank für Eure Infos!
Das mit der Anschaffung eines Belly-Boat werde ich noch ein wenig "sacken" lassen.
Folgende Überlegungen und Recherchen werde ich sicherlich noch vornehmen:
1. mir mal genauer ein sog. Ponton-Boat anschauen. Interessant find ich die etwas erhöhte Sitzposition.
2. Es soll auch Kanadier mit breiterem Bug geben, die eine stabilere Lage haben. Allerdings stört mich momentan die Tatsache, ein Kanu auf das Autodach zu hieven. Das kann bei meinen 170 cm eine Hobbit-Aufgabe werden.
Gruß
Andreas
Verfasst: 21.04.2005, 10:54
von hares ear
Hallo Andreas,
auch die hohe Sitzposition hat ihre Nachteile. Je höher Du sitzt, desto größer wird die Angriffsfläche für den Wind,
TL
Florian
Verfasst: 21.04.2005, 18:22
von Harald aus LEV
Hallo Andreas,
ohne Dich beeinflussen zu wollen bezgl. Canadier
Mein Bison (Fa. Hardt, Peutestraße, Hamburg) hat in der Mitte eine Breite von etwa 1 m, bei einer Länge von 4,70m. Ist mit einem Kiel versehen und dadurch bei weitem nicht so kippelig wie schmälere Kanus. Zum Thema Dachtransport: Ich fahre VW-Bus - ist also noch ca. 30 cm höher als Dein Wagen. Zum einfacheren Verladen gibt es z.B. v. Thule entweder eine Heckrolle (Du hebst ein Ende des Bootes auf die Rolle und schiebst es über die Rolle auf den Dachträger) oder einen ausziehbaren Seitenausleger, der an einer Dachträgertraverse befestigt ist. Hier hebst Du das Boot ebenfalls mit einer Seite auf den Ausleger und brauchst dann nur noch das andere Ende auf den Träger heben.
Gruß Harald