Hallo Arnold,
die Tour über die wir damals geschrieben haben war hinsichtlich der Gewässerwahl nur teilweise klug geplant. Sicher gibt es bessere Spots als jene, welche wir damals aufgesucht haben. O.k., der eine oder andere Ort war schon ziemlich stark

) Diese kann ich Dir gerne mitteilen. Du solltest Dich aber in jedem Fall gründlich umhören und das Netz durchstöbern (machst Du ja gerade). Mit Sicherhit stöß Du auf sehr interessante Bereiche.
Was die Ausrüstung angeht würde ich das damals geäußerte so auch heute noch vertreten. Allerdings in punkto Qualität des Materials hat sich inzwischen einfach so viel getan, dass da Verbesserungen nahe liegen (die tour war glaube ich 2001).
Wichtigste Erkenntnis aus der besagten und anderen Touren: Gehe von den schlimmsten Wetterbedingungen aus, die Du Dir vorstellen kannst, packe da noch ein Stück Dramatik drauf und orientiere Dich an der so gewonnen Ausgangslage.
Wir hatten teilweise Minusgrade Nachts und 6 – 8 C am Tag bei heftigem wind und kräftigem Regen. Das war im August! Allerdings in ziemlichen Höhenlagen.
Wenn Du da bis auf die Knochen nass bist, Dein Schlafsack die letzte Rettung wird und der dann nicht 100% mitspielt, willst Du ganz schnell wieder raus aus dem vermeidlichen Paradies. Obwohl wir zu zweit waren, beide einige Erfahrung hatten und recht ordentlich ausgerüstet waren, konnten wir an einige Tagen nur wenige Stunden effektiv fischen, weil Dich dann die Kälte und Nässe komplett lahm legt. Bei heftigen Bedingungen ist die Fischerei auch nicht unbedingt gut und schön. Wind, Wellen, Wildnis, weite Strecken von Spot zu Spot; das kann ganz schön an die Substanz gehen. Wenn du Pech hast fängst Du gar nix. Und dies an Gewässer die Tage vorher, bei etwas anderen Bedingungen, enorme Fänge gebracht haben.
Wir haben manchmal viel, viel Zeit gebraucht überhaupt die Basics zu regeln. Sprich Nahrungsaufnahme (Warme Mahlzeiten und warme Getränke!), Feuerholz sammeln (in vielen Bereichen gar nicht so einfach), Bekleidung und Material.
Stell Dir einfach vor Du läufst 8 –10 Stunden in Vorfreude auf dicke Saiblinge durch deftiges Gelände an einen See in den Bergen. Bist ordentlich kaputt wenn Du ankommst und stellst dann fest, dass der See doch einiges größer und offener ist als es auf der Karte den Anschein mache. Der Wind steht voll auf Deine Uferseite und wirft ansehnliche Wellen. Steigende Fische wären selbst wenn Sie es täten nicht zu sehen. Also nimmst Du weitere zwei Stunden Marsch auf Dich um auf die in punkto Wind günstigere Seite des Sees zu kommen und merkst dann, dass Dir ein schöner, tiefer und reißender Bach den Weg versperrt. Inzwischen ist Dir kalt und es fängt auch noch an zu regen. Ein guter Lagerplatz ist nicht auszumachen. Dann verbringst Du (wenn Du dein Zeug noch trocken im schräg am Hang stehenden Zelt unter bekommst) eine Nacht nicht nur mit Steinen im Rücken sondern eventuell auch mit Zweifeln, ob dass alles so gut ist mit der Tour.
Das klingt jetzt alles eher negativ. Ich will Dir Dein Vorhaben aber absolut nicht vermiesen. Ganz im Gegenteil. Richtig genießen kannst Du so was aus meiner Sicht nur, wenn Du ein kleinwenig darauf eingestellt bist, dass es ganz dicke kommen kann.
So eine Tour ist absolut spitze. Ich mache das dieses Jahr so ähnlich auch wieder einige Tage. Nur ist es Blödsinn sich eine traumhafte Landschaft bei Sonnenschein, angenehmen Temperaturen und wenig Wind vorzustellen. An gute, hübsche Wanderpfade und fantastische, überall vorhandene Plätze für ein Zelt direkt am Wasser zu glauben. Mit ständig rege steigenden Superfischen an gut erreichbaren Spots zu rechnen und mit einer solchen Gesamtsituation zu planen. Dann wirst Du vermutlich etwas enttäuscht. Keine Frage, es gibt solche Momente, aber die mussten zumindest wir uns ziemlich hart erarbeiten.