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Camp Truonajokk/Kaitum/Lappland zu Fuß erreichbar

Verfasst: 04.06.2005, 10:40
von till hoffmann
Hallo an alle Abenteurer unter Euch,

Weil mein ausfühlicher Beitrag von der Seite rausgeschmissen wurde hier in Kuzform:

Camp am Truonajokk/Kaitum/Lappland ist zu Fuß erreichbar! nicht nur per Flugzeug/Heli, wie immer wieder behauptet wird. Ein Weg von der Kreuzung des Kaitum mit der Straße Stromab vom Camp.

Ein Weg von Kiruna aus, das erste Stück mit einem Bus. Dies ist glaube ich sogar ein Zugang zum Kungleden Fernwanderweg.

Ich weiss nicht wie es mit den Lizenzen inzwischen aussieht. Habe da mal was schlechtes gehört.

Mich übrigens als ?Neuling? zu führen finde ich ja fast herzig.

Petri Heil,


Till

Verfasst: 05.06.2005, 21:50
von Rattensack
Servus Till,

ich war 1997 mit der "Fußmaschin" dort.
Die Lizenz war damals noch die ganz normale "Gällivare Kortet". Also billig und einfach zu kriegen. Ich hoffe das ist noch immer so.

Übrigens: Die erwähnen Anmärsche sind zwei gute Tagesetappen für Fitte.

Wann warst du dort in wie war´s? Äschenbestand noch immer so toll wie damals in den 90ern? Wie waren so die Größen, bei mir damals so im Schnitt 38 - 40, die großen bis 45 cm.

Lg,
Clemens

Start ist in Nikkaluokta

Verfasst: 06.06.2005, 21:55
von Kaalsche
Hallo Till,

der Ort am Startpunkt des Kungsleden heisst Nikkaluokta. Der Ort wird vom Bahnhof Kiruna aus regelmässig angefahren. Die Abfahrtszeiten richten sich nach den Zeiten den Zuges "Nordpilen" der von Stockholm kommt. In Nikkaluokta geht es dann von der Bushaltestelle durch den Ort nach Süden und gleich am Ortsrand die Hängebrücke überqueren. Von da an ist es ganz leicht zu finden. Zunächst geht es ca. 7,5 km durch einen lichten Wald nach Südosten. Dann kreuzt man den Weg nach Tjaunajokk. Von dort geht es rechts ab nochmal ca. 25 km nach Süden. Ich habe genau an der Kreuzung mal einen Sami getroffen der den Weg jeden morgen hin und abends zurück gelaufen ist (hat er zumindest behauptet). Mit dem Rucksack sollte man sich zwei Tage Zeit nehmen.

Trotz einigermaßen einfacher Wegstrecke die Karte nicht vergessen - wir hatten da in der Nähe mal ein Nebelsuppe bei der man die Hand vor Augen nicht mehr sah.

Gruß Kaalsche

Verfasst: 08.06.2005, 22:08
von till hoffmann
Hallo Clemens und Kaalsche (Karl nehme ich an),

freut mich dass es noch Leute gibt, für die Frontiers-Reisen ab 8000 US$ pro Woche nicht das Maß der Dinge sind. Man wird ja fast als assozialer betrachtet wenn man in einer neuen Fischerrunde mal kundtut, dass man ein oder zwei Tage lang irgendwo hingewandert ist.

Nun von der Polemik (die ich liebe) zur Sache:

Ich bin von der Straße aus stromauf gelaufen, und zwar mit meiner damaligen Freundin. Sie erwies sich als nicht scheuerfest genug und bekam Blasen, die mir sogar beim Anschauen schmerzten. So sind wir vielleicht 5h fußmarsch vom Camp entfernt an einem kleinen Zufluss zum Kaitum hängen geblieben. Dort ist sogar ein Schwede vom Camp aus zum Forellenfischen mit dem Hubschrauber abgesetzt worden. Ich selbst habe im Bach dann eine Forelle erwischt. Der Kaitum selbst ist dort schnellfließend und extrem verblockt. Hier konnte ich keinen einzigen Fisch fangen. Mehr kann ich aus eigener Erfahrung leider nicht sagen. Aber vielen Dank an Clemens für die klare Wegbeschreibung.

Was die Fische angeht kenne ich mich besser in Neuseeland aus. Falls Ihr von dort mal Infos wollt wendet Euch per interner Mail an mich. Für eine wirklich gute Fischerei sind dort Trekkingtouren ein guter Ansatz. In den Nationalparks darf stellenweise nicht mit dem Heli geflogen werden, was die Sache natürlich interessant macht...

Petri Heil,


Till

Tjuonajokk jag koma!

Verfasst: 09.06.2005, 00:50
von Florian K.
Hej hej Tjuonajokk-Fans,

Hut bzw. Cap ab vor Eurem Elan zwei Tage zum Kaitum zu trekken! Leider habe ich mittlerweile nicht mehr die Zeit die Vorfreude so auskosten zu können...

Bevor hier für andere später suchende Interessenten der Eindruck entsteht der Heliflug wäre sündhaft teuer bzw. das Camp nur per Pedes zu erreichen noch mein Fliegenfett dazu.

Ich war zweimal da. 1999 und 2000 - und dieses Jahr oder 2006 vielleicht wieder.
Dass es sich beim Kaitum um einer der weltbesten Äschenfischereien handelt ist sicher unstrittig. Nach meiner Erfahrung ist das (einfache aber zweckmäßige) Camp aber auch einer der schönsten Plätze um wirklich zur Ruhe zu kommen, sehr gut zu fischen, in wunderbarer Natur zu sein und die Seele in der nach Birkenholzrauch duftenden Sauna mit einem Öl* (Lapin Kulta) in der Hand baumeln zu lassen äh in der Strömung tanzen zu lassen. Und danach eine frisch geräucherte Äsche mit ein paar Scheiben Vollkornbrot aus dem Konsum in Kiruna und ein paar weiteren Bier. Ein wunderbarer Platz! Das kann man kaum deutlich genug betonen. Wieder hinwollen!

Wenn man die Zeit und den Mut bzw. die Scheine hat dort einfach 10-14 Tage und nicht nur eine Woche hinzugehen, sich davor in Kiruna mit ein paar Lebensmitteln (Brot, Nudeln, Pastasossen) eindeckt und vielleicht noch zu zweit pro Boot ist, ist es in Tjuonajokk inkl. Helishutle kaum teurer als in Slovenien an einem der bekannten fast dreistelligen Tageskarten Gewässer (siehe Soca-Threat hier in der Nähe...) - die Fische sind aber dafür 100% natural, zahlreicher und größer und die Fliegenfischer weniger...

Tjuonajokk jag koma!

Tight Lines!

Florian

*=Augustiner äh Bier


PS: zu Freundin (meine damalige und jetzige und hoffentlich noch lange) habe ich damals dort in die Äschenfischerei bzw. eigentliche Fliegenfischerei mit der Warnung eingeführt "mehr, schönere und größere Fische wirst Du sobald nichtmehr fangen - kurzum: Danach bist du verdorben"
Genau so kam es und sie erinnert sich immer wieder an meine Worte...

Verfasst: 14.06.2005, 22:02
von allgaeufly
hallo leute,

man stolpert immer wieder über interessante beiträge.... und kommt nicht los von der kiste!

also das hört sich ja zur abwechslung echt interessant an! trekken und campen+äschenfischerei!? konnte leider nicht genau entnehmen wie man da von deutschland aus hinkommt, wie teuer ist die anreise, beste zeit und lizenzen? das wäre doch mal ein netter trip für 2006!?

lg
stephan

Verfasst: 15.06.2005, 16:33
von T.Hein
Ich habe vor kurzem zumindest mal die Flugmöglichkeiten gecheckt.
Lübeck -Stockholm war das günstigste 40 €,allerdings landet man 90 min
Busfahrt entfernt von Stockholm. Stockholm-Kiruna lag bei 110 €.
Das waren die absolut günstigsten Flüge ,Preis galt insgesamt für beide Strecken.

Verfasst: 15.06.2005, 16:36
von Rattensack
Burschen seid's brav und öko und so und fahr's mit der Bahn bis Jokkmokk, Gällivare oder Kiruna und weiter mit dem Bus!

Könnt's im Zug noch Fliegenbinden und Rucksackgewicht, Proviant etc. ist auch kein Thema. Wird sonst bei Billigflug u. U. mächtig teuer!

Mit Interrail oder wie das halt bei der DB heisst sehr günstig.

Clemens

Verfasst: 15.06.2005, 18:06
von todde
Moin!

Letzten Oktober bin ich auch im sogenannten Billigflieger Richtung Stockholm von Lübeck aus geflogen. Der Betrag lag etwas über 40 Euronen für Hin und Zurück. Von der Heimat mit Bus und Bahn gestartet, in den Flieger gestiegen (gab noch eine lustige Begebenheit mit den Röntgen-Zollaugen ob meines originellen Rucksackinhalts mit Bindezeugs und so) und nach dem Flug mit diversen Bus- und Bahnverbindungen innerhalb 24 Stunden am Ljusnan angekommen, beglückwünschte ich mich, nicht mit dem Auto gefahren zu sein. Hab' interessante Eindrücke abseits der Autostrecken erlebt und konnte jederzeit entspannt zum Fenster hinausgucken.
Allerdings verstehe ich die Bedenken von Clemens, die eine besondere Umweltbelastung durch Flugzeuge in oberen Luftschichten ansprechen. Da geb' ich mich sprachlos, weil ich keinen Vergleichswert dieser Anfahrtskombination zur entsprechenden Abgasbelastung pro Kilometer mit dem eigenen Auto bzw. alleiniger Zugreise kenne. Die Rucksackreise war schön und ich werde auch die Wartezeiten an Bahnhöfen und Flugplätzen in guter Erinnerung behalten.

Viel Spaß dort oben
todde

Verfasst: 15.06.2005, 19:27
von Rattensack
Hi Todde!

Glaub mir, der Zug liegt in Bezug auf den Energieersparnis (und andere Umweltbelastungen) weit vor dem Auto, und das Auto wieder weit vor dem Flieger!

Der geringe Rollwiderstand Stahl - Stahl und die hohe Passagierzahl macht den Zug unschlagbar! Das Fliegen ist prinzipbedingt ein Energiefresser.

Drum für alle Nicht-Manager, die einen Urlaubstag mehr verkraften können:
Rein in die Bahn!

:-) "Grünspecht"
Clemens

Verfasst: 19.06.2005, 11:34
von Huchenhunter
Hey Reiselustige,
bin durch eure Postings auf den Geschmack gekommen auch mal so eine Lappland-Reise zu machen. Ich hab mir vorgenommen mit einem Kumpl 5 Wochen in Nordskandinavien rumzufischen. Zuerst gehen wir Lappland an und anschließend gehts rüber an die norwegischen Fjorde zum Salzwasserfliegenfischen. Werden mit dem Auto reisen um flexibler zu sein und um das gesamte Zeug (Bellyboats, Bier, Schnapps, 1 Tonne Fischzeug, halbe Tonne Speck...) mitnehmen zu können.
Die Fischereimöglichkeiten sind ja wirklich unüberschaubar, so richtig fertig bist aber erst, wenn du das 1. Mal die 1:400 000 Nordschweden- und Lapplandkarten aufgeschlagen hast, dann kennst dich vor lauter blau gar nicht mehr aus.
Bin momentan nur am Netzdurchwühlen, aber die Sachen die man im Netz findet sind halt auch keine Geheimtips mehr. Werd auf jeden Fall einen superlangen und ausführlichen Reisebericht verfassen, werden während der Reise auch Tagebuch führen, denn sonst verlierst den Überblick bei den vielen verschiedenen Gewässern.
Wäre sehr dankbar über Tips zum Fjordfischen mit der Fliege, denn davon hab ich als Schluchten******er keinen Tau! Werd aber hoffentlich auch vom Ufer aus erfolgreich sein!?

Hab mit Rattensack schon über den Kaitum gesprochen, ich hab aber keine Lust mit 30 Campbewohnern zu fischen. Kann mir jemand sagen wie die Strecke von Kaitum Stadt ( dort wo die Bahnlinie den Kaitum überquert) Richtung Westen aussieht? Ist dieser Teil gut bewanderbar und hat es in diesem Teil auch Stromschnellen? Wird dort viel gefsicht?
Hab im Netz gelesen, dass für den Kaitum die Kartenausgabe limitiert ist, gilt dass für den ganzen Kaitum oder nur für den Campabschnitt?

PS:Natürlich wären auch Tips für Hechtgewässer für Lappland interessant!

Halt euch auf dem Laufenden über die Planung, letzte Juliwoche gehts los.
A gscheits Petri!

Verfasst: 19.06.2005, 15:24
von sepp
Servus Rattensack
Mit der Nordlandbahn zum (Fliegen)-fischen, das ist schon länger mein Traum, hast Du oder andere das schon mal gemacht? Raus mit der Sprache!
Sepp aus Huglfing

Lappland

Verfasst: 19.06.2005, 22:19
von Kaalsche
Hallo Leute - zurück aus Tännäs (wo es noch mächtig kalt war) kann ich hier mal wieder etwas beitragen. Mein absoluter Lappland-Angelspass waren ein paar Kanutouren auf dem Lainio. Einatzort war in Jarkastarka (Raketenabschussgebiet - ist manchmal gesperrt) und Ziel war der Ort Lainio. Dazwischen Kanufahren bis Wildwasser III-IV und schönes fischen auf Äsche, Forelle, Hecht (in den Seelstrecken). Also alles was das Herz begehrt. Die Schweden gehen da auch zum Lachsangeln hin - Fragen dazu kann ich aber nicht beantworten. Auf der Tour gibt es traumhafte Zeltplätze und auch Hütten. Meine Erfahrungen sind allerdings von 1990/1991. Damals war das der absolute Geheimtip - heute ...??? Auf alle Fälle scheint das Ganze mittlerweile etwas kommerziell genutzt zu werden.

Gucksu hier:

http://www.lainio.com/enpages/ unter Sommer/Winter findet Ihr "drifting", bzw. "canoeing"

Interessant ist das Driftboat-fishing. Dafür kann man in Lainio so ziemlich die ganze Ausrüstung leihen. Somit ist eine Anreise per Bahn nach Kiruna möglich. Von dort mit dem Überland-Taxi (vorher Preis verhandeln !!!) bis Lanio. Die holen einem auf Anfrag auch sicher ab, da man glaube ich auch vom Flughafen Kiruna abgeholt wird. In Lanio wird man dann zum Aussetzpunkt gefahren. Die Boote sind für Anfänger sicherer durchs Wildwasser zu lenken als Canadier, aber in den großen Seelstrecken ist das paddeln mühsam.

Wenn jemand mit dem Auto anreist und mit dem Kanu fahren will - da gibt es mittlerweile eine gute Beschreibung in "Wasserwandern in Europa / Schweden Nordkalotte ISBN 3-929119-00-5.

Wie gesagt bei dem Fluss kommt man voll auf seine Kosten, die Lizenzen sind bezahlbar und die Natur ist klasse. Einziger Wermutstropfen - Mücken, Mücken, Mücken. Auf dem Wasser geht es, aber Abends an Land ist es schlimm. Nach den ersten Frösten im August ist es besser - bei der Planung aber die frühen Schonzeiten für Forelle beachten. Außerdem ist im August die Angelei oft nicht mehr so gut.

Das soll´s mal vorerst gewesen sein.

Gruß Martin