Seite 1 von 1
Vielleicht zum Nachdenken
Verfasst: 17.08.2005, 10:53
von pehers
Ich frage mich manchmal eines: Es wird zwar gejammert, aber mir kommt vor, es gibt keine schlechten Gewässer - nirgends!
Oder habt ihr schon mal einen negativen Gewässerbericht gelesen?
Ich nur einmal in der Zeitschrift BLINKER.
Oder ist die Leidensfähigkeit der Fliegenfischer inzwischen so hoch, daß alles akzeptiert wird?
Ist man so eitel, daß man nicht zugeben kann, nichts oder schlecht gefangen zu haben?
Oder sind alle solche Könner, daß man überall was erwischt?
Oder indizieren hohe Preise, daß da was drin sein muß? Und dann wird halt gekuscht?
Ist es der Ruf von vielen Gewässern?
Habt ihr schon mal von einem Abbrenner an der Gmundner Traun gehört?
Ich glaube, das gibt es öfter als man glaubt - aber letztlich war doch immer alles toll!
Freundlichst,
Hans
Verfasst: 17.08.2005, 11:28
von Thomas aus Hamm
Hallo Hans,
ich vermute das die Fischgeilheit einfach nachgelassen hat, die Leute haben evtl. auch erkannt, dass eine 30er BAFO aus einem Hochgebirgsfluss ein schöner und kapitaler Fisch sein kann.
Die absolute Fischfixierung, ausgelegt auf cm und kg geht verloren und das ist gut so. Man geht viel entspannter fischen und öffnet seine Augen für Dinge die am, neben und auf dem Wasser geschehen.
Mir geht es wenigstens so, bzw. so ist es mir ergangen. Vor ein paar Jahren bin ich eher als Wald/bzw. Wasserläufer unterwegs gewesen....

, da konnte es schon mal passieren das ich 9 km Flusstrecke an einem Nachmittig (angeblich) abgefischt habe und die Enttäuschung über 2 Bafo von 30 cm, bei 40 € Kartenpreis groß war.
Heute genieße ich auch Fischtage ohne Fangerfolg und freue mich genauso darüber einen Fisch zu releasen bzw. erfreue mich über den Fangerfolg eines Freundes. Ich bin ehrlich, dass war auch schon mal anders:) , der erste Fisch war dem Kollegen ja noch vergönnt, aber der 2.???:mad:. Zumindest war mein Fisch den ich verloren habe, sicherlich doppelt so groß, wie beide Fische des Kollegen zusammen.
Ich bin froh das ich an dem Punkt angekommen bin, unser Hobby richtig zu genießen....
Grüße aus Hamm
Thomas
Verfasst: 17.08.2005, 11:35
von Parachuter
Bei der Beurteilung ob ein Gewässer schlecht oder gut ist, kommt es auf viele Faktoren an (Wasser, Umgebung, Fische, Befischungsdruck, ...).
Wenn es um den Fischbestand giht, dann gibt es sicher schlechte Gewässer (90% Besatz bzw. keine Fische mehr). Ebenso was die Landschaft um das Gewässer angeht. Fische ich in der Natur in den Bergen oder in einem verbauten Kanal in einer Stadt.
Ich war letzte Jahr über Pfingsten in der Schweiz am Doubs. Ich hatte herrliches Wetter (Sonnenschein), dass Wasser war klasse und die Landschaft traumhaft. Ich hatte das Glück auch eine Doubsforelle zu fangen (schwimmt wieder!).
Allerdings war der Befischungsdruck verdammt hoch (vielleicht durch die Feiertage), die Fischerei verdammt zäh (max. 5 Fische pro Tag), da die Fische dort sehr selektiv sind.
Wenn es für jemanden wichtig ist, viele Fische an einem Tag zu fangen, dann ist es ein schlechtes Gewässer. Für mich persönlich war es klasse, denn ich konnte eine wunderschöne Natur erleben und durfte eine Doubsforelle kurz in den Händen halten. Gleichzeitig konnte ich von einheimischen Fischern lernen.
Aus diesem Grund ist für mich dieses Thema sehr subjektiv und nicht pauschal zu beantworten.
TL
Jürgen
Verfasst: 17.08.2005, 11:59
von pehers
Ich möchte in meine Darstellung natürlich alle Aspekte, die die Güte eines Gewässers ausmachen einfließen lassen!
Ich habe mich in meinem Eingangsstatement wohl zu einseitig ausgedrückt!
Aber auch in Bezug darauf habe ich erst selten - zumindest schriftlich gedruckt oder hier im Forum Kritik vernommen!
Hans
Verfasst: 17.08.2005, 14:53
von Maggov
Hallo,
für mich gibt es ebenfalls keine klare Trennlinie zwischen einem guten und einem schlechten Gewässer. - es ist der Gesamteindruck und die Tagesstimmung die zählen. Wenn ich an den Tiroler Achen gehe, den ganzen Tag nichts (nichts = 0) fange, aber für 15€ absolut in wundervollster Natur bin (keine Wege, keine Kajaks, keine anderen Störungen) dann finde ich dieses Gewässer trotzdem gut und fahre gerne hin... wenn ich dafür 80€ zahlen müsste würde ich mir wahrscheinlich einen zweiten Besuch schenken...
Es gibt auch schöne Stadtstrecken - z.B. durch einen Park oder so - die auch Spaß machen, Natur alleine macht es dann wohl auch nicht und fangen steht dann wohl mehr im Vordergrund...
Ich denke es ist eine gesunde Mischung und abhängig vom persönlichen gusto. Wenn ich Lust habe einen Hochgebirgsbach zu befischen, dann bin ich auch nicht auf eine 50-er Forelle aus, sondern will die Landschaft und das Panorama geniessen. Wenn ich an einem Wiesenbach fische mag vielleicht das Anpirschen und das "Indianerangeln" der Auslöser sein und ich kann verkraften, dass irgendwo Fahrradfahrer vorbeifahren die mich total verwundert anstarren wenn ich auf allen Vieren über eine Wiese krabbel.
Wenn ich an eine Stadtstrecke gehe will ich vielleicht einfach mal einen dicken Brummer fangen, und, und, und....
Am Ende des Tages entscheidet das Herz ob der Tag und das Wasser gut oder schlecht waren.
Btw: ich war bisher einmal an der Gmundner Traun - im November bei Schneesturm und Minusgraden. Gefangen habe ich nichts - gefallen hat es mir trotzdem! Warum? ich habe gewußt, dass ich zur falschen Zeit am richtigen Ort bin und zumindest mal den Fluss und die Fische gesehen... geht sicher auch günstiger, ich weiß
Gruss und viel Spaß am Wasser - egal wo und warum!
T.L.
Markus