Beidhändig werfen

Fliegenwerfen - wie geht das eigentlich? Wie kann ich meine Leine effektiver ausbringen und Fehler ausmerzen? Was hat es mit den AFTMA-Klassen auf sich? Was sind Spezial- und Trickwürfe? Fragen über Fragen! Hier könnt Ihr Euch gegenseitig helfen.

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Rattensack
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Beidhändig werfen

Ungelesener Beitrag von Rattensack »

Hallo Leute,

es wär bei vielen fischereilichen Situationen doch genial, auch mit der linken Hand werfen zu können.
Oder für Lehr-Zwecke. Besonders, wenn man mit jeder Hand einen anderen Stil beherrschen würde.

Darum meine Frage an euch:

- Gibt's da draussen welche die beidhändig werfen können?
- Kann man als Rechtshänder mit der Linken das selbe werferische Niveau erreichen wie mit der Rechten?
- Wie geht man am besten vor, wenn man links neu beginnt?

Es ist doch eine etwas andere Ausgangslage wie beim Totalen Anfänger, das Gespür für das Timing z.B. ist fast voll entwickelt, aber es hapert bei mir vor allem bei der Rutenführung.

Bin neugierig auf eure Meinung,
Clemens
Jens2001
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Ungelesener Beitrag von Jens2001 »

ja, es geht beidhändig zu werfen wenn ich auch mit Rechts besser werfe so klappts aber auch mit der linken ziemlich gut........

als Rezept kann ich Dir nur sagen immer öfter konsequent mit der schlechten Hand üben auch wenns Situationen gibt die etwas in Quälerei ausarten und mit der guten Hand spielerisch leicht wären.... nicht die Hand wechseln.....
und so klappts immer besser...... aber eine Hand wird immer die bessere bleiben...... insofern ist Perfektionismus unangebracht.... denn dann wirst Du nie zu frieden sein........ aber bei mir klappt das inzwischen super gut und wenn ich auf der falschen Seite stehe bin ich heute sehr froh darüber einfach die Hand welchseln zu können........

LG Jens
Maifliege
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Ungelesener Beitrag von Maifliege »

Hallo Clemens,

es gibt Natus aus viele "Beidhänder". Das sind Personen, die keine wirkliche Fürhand haben. Manchmal ham se auch zwei linke, so wie ich... Aber im Ernst, diesem Personenkreis fällt so etwas wirklich leichter. Sind meist auch "Sportskanonen". Ich habs probiert aber wegen der großen Mühe und der anfänglichen Erfolglosigkeit aufgegeben. Probier es aus, vieleicht kappts, hilfreich ist in einigen Situationen auf jeden Fall.

Grüße von der Maifliege
Äschenjäger
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Ungelesener Beitrag von Äschenjäger »

Hallo Clemens,

mal nee gaaanz blöde Frage:

... wie so willst du mit der zweiten Hand werfen, wenn du es mit der anderen kannst?

Möchtest du das Vorgeschriebene Rutenlimit voll ausnützen :D ?

willde Marius wissen.
Noellgen, H

Ungelesener Beitrag von Noellgen, H »

Hallo Marius,
ganz so lächerlich ist das mit dem dem beidhändigen werfen nicht.
Ich persönlich habe bei stundenlangem backhandwerfen, welches
gelegentlich beim Lachsfischen mit der Einhandrute vorkommen kann,
Probleme mit dem "Tennisellenbogen"
Dann wechsle ich auf die linke Hand, das geht im Nahbereich ganz gut,
der Doppelzug bereitet allerdings Probleme.
Ich könnte das sicherlich noch durch intensives training verbessern,
sehe dafür aber nicht wirklich einen Anlass.
Tight Lines

Heiner
stefanschmid

Ungelesener Beitrag von stefanschmid »

Ich wäre froh wenn ich das könnte!
Ich habe erste Versuche schnell wieder aufgegeben, obwohl ich diese "Kunst" hier an der Küste oft brauchen könnte. Der Wind kommt oftmals von der "falschen"Seite !
Zumal ich ein Linkswerfer bin und mich daher oft meinen Angelkolegen (Rechtswerfern) bei der Platzwahl beugen muss.
Zum Glück hat man hier an der Ostsee meist genug Platz für den "Beatchcast" ;) Obwohl ich mir meist etwas dumm vorkomme wenn ich als einziger zum Ufer gewand stehe :) !
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Harald aus LEV
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Ungelesener Beitrag von Harald aus LEV »

Hallo Clemens,
ich habe in meinen Einsteigerkursen gelegentlich Teilnehmer, bei denen nicht eine bestimmte Hand dominiert. Z.B. wird für eher feinmotorische Aktivitäten (z.B. Schreiben) die Linke und für Grobmotorische (z.B. Hämmern) die Rechte bevorzugt. Wo ist hier Fliegenfischen einzuordnen? Ich rate ihnen i.d.R., es zunächst abwechselnd zu versuchen um herauszufinden, auf welcher Seite mehr Gefühl zum Flifi liegt. Innerhalb kurzer Zeit kristallisiert es sich meist heraus. Wobei diese Teilnehmer ebenfalls gut in der Lage sind, mit der „schwächeren“ Hand zu werfen. Ganz selten ist sogar jemand dabei, der auf beiden Seiten gleich gut ist.
Im Grunde ist es für einen Werfer mit einer dominanten Seite möglich, auch mit der anderen Hand zu werfen. Es gehört halt einige Übung dazu. Problematisch wird es dann beim Doppelzug. Die Koordination auf die Reihe zu bekommen, ist nicht so easy.
Gruß Harald
Fliegenfischen - Der natürliche Weg
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Rattensack
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Ungelesener Beitrag von Rattensack »

Morgen Marius!

Meine Motivation ist zweierlei: Erstens steht man oft auf der falschen Seite des Gewässers, wenn man nicht reinwaten kann oder will, bleibt die Lösung mit dem wegdrehen und rückwärts ablegen, was aber viel unpräzieser ist.

Zweitens hätte man mit der zweiten Hand vielleicht die Chance, ohne die Fehler die man rechts einschleifen hat lassen noch mal anzufangen, bzw. überhaupt einen anderen Wurfstil zu erlernen.

Danke mal an alle für ihre Hinweise,
Clemens
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Matthias M.
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Ungelesener Beitrag von Matthias M. »

Hallo Clemens,

eine sehr interessante Diskussion. Ich bin der Meinung, dass es motorisch sehr schwer sein wird/muss mit der schwachen Hand die Rutenführung zu übernehmen. Sehr gut kannst du dies üben, indem du dir zwei Fliegenruten nimmst und dann in jeder Hand mit einer wirfst, dadurch kannst du automatisch und hoffentlich ohne Wurffehler deinen Wurfstil auf die schwache Hand projezieren. Mit der schwachen Hand einen ganz neuen Wurfstil zu erlernen halte ich nicht für besonders Sinnvoll.

Ich werfe hauptsächlich Amerikanisch und würde behaupten, dass ich den Gebethsroither auch nicht schlecht beherrsche, jedoch fände ich es verdammt schwer diesen mit der schwachen Hand nun zu werfen/zu erlernen.

Ich denke über Sinn und Unsinn hat jeder seine eigene Meinung, jedoch glaube ich, dass man ganz schön gewillt sein muss um die schwache Hand dahin gehend zu trainieren, dass sie einigermaßen mit Backhandwürfen der Starken mithalten kann.

Gruß Matthias
Maggov
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Ungelesener Beitrag von Maggov »

Hallo Mattias,

wg. der Motorik:

Ich habe jahrelang (u.a. auch semi-professionell) Billard gespielt. Dabei gibt es einige Situationen, bei denen ein Rechtshänder mit der linken hand spielen muss oder auf Hilfsgerätschaften ausweichen muss. Damals habe ich ähnlich gedacht wie Du und mich jahrelang mit den Hilfsgeräten abgemüht.

Irgendwann habe ich dann spaßhalber angefangen mit der linken Hand zu spielen und festgestellt, dass es nicht die Motorik, sondern eher eine Gefühlsfrage ist. Die "andere" Hand ist gar nicht so ungeschickt wie man glaubt, es ist anfangs einfach nur ungewohnt.

Mittlerweile spiele ich mit links ganz passabel und ich bin mir sicher, dass das auch beim Werfen möglich ist.

Viele Grüsse

Markus

P.S.: ich gehe dabei davon aus, dass ich ähnlich geschickt wie jeder andere bin.
P.P.S.: Ein vergleichbares Phänomen kann man beim Fussball feststellen - einfach mal probieren ist wirklich überraschend!
Reflection is a broad deep and quiet pool into which the stream of an angler's thought opens out from time to time.
A. A. Lucas in Fishing and Thinking, 1959
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Matthias M.
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Ungelesener Beitrag von Matthias M. »

Hallo Markus,

das das funktioniert, habe ich auch nicht bezweifelt, nur die Frage ist halt, wieviel Zeit man bereit ist zu investieren bis die schwache Hand annähernd so gut ist wie die Starke in Form von Backhandwürfen. Ich bin wirklich jemand der jeden 2. Tag auf der Wiese steht, Neues ausprobiert und an seinem Wurfstil feilt. Aber die Führungshand von der Starken auf die Schwache zu verlagern wäre mir einfach zu Arbeitsintensiv. Bis sie Backhandwürfen aus der starken Hand überlegen ist, dass kann Jahre dauern. Die Vorteile würden in meinen Augen halt wirklich erst kommen, wenn sie besser ist, d.h. wenn du z.B. am linken Flußufer stehst und Flußauf fischen willst.

Gruß Matthias
Benny

Ungelesener Beitrag von Benny »

Hallo,
ein Guter bekannter hat sich vor ca. 2 Jahren die Handgebrochen und fischte damals dann halt mit Links.
Ergebnis mit rechts wirft er zwar weiter aber wenn es um technisch prezieses werfen geht ist er links besser, da er als Forgeschrittener Werfer beim neuerlernen die rechts eingeschliffenen Fehler vermied
Benny
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Matthias M.
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Ungelesener Beitrag von Matthias M. »

Hallo Benny,

verstehe mich nicht falch, aber wenn jemand seine Wurffehler kennt, Wieso behebt er sie nicht? Das größte Problem ist in meinen Augen die Analyse; zu wissen was man überhaubt falsch macht.

Wobei der Begriff "Wurffehler" auch Auslegungssache ist. Was der eine traditionell als Fehler sieht. Sieht ein anderer als Fortschritt oder Verbesserung da es die Wurfleistung steigert.

Gruß Matthias
Zuletzt geändert von Matthias M. am 12.12.2005, 16:29, insgesamt 1-mal geändert.
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Rattensack
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Ungelesener Beitrag von Rattensack »

Hallo Matthias,

ich könnte mir nur vorstellen dass es u.U. einfacher ist, einen motorischen Ablauf neu zu erlernen, als einen jahrelang praktizierten auszubessern. Die Automatisierung wird irgendwann so stark, dass ein Verändern wohl nur ganz Verbissenen gelingen kann.

Musiker können ein Lied davon singen:D

Clemens
Benny

Ungelesener Beitrag von Benny »

Hallo Mathias,
Denke so an Timing oder an wenige Grad Winkel beim Stoppen.
Daneben wird man sich mit der schlechten Hand immer mehr Konzentrieren ist halt weniger Routine und da schleichen sich unsauberkeiten 8Besser wie Fehler) ein.
Benny
Benny
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