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Mathematik für Fliegenfischer?
Verfasst: 11.03.2006, 11:02
von Frank.
Liebe Leute,
nun habe ich mal eine ganz merkwürdige Frage an die Community ... Weiß jemand, ob sich mal ein Mathematiker oder Physiker mit dem Fliegenfischen beschäftigt hat? Es sollte doch eigentlich eine reizvolle Aufgabe sein, eine Formel zu finden, um die Energie zu berechnen, mit der eine Rute aufgeladen werden muß.
Damit hat sich bestimmt schon jemand beschäftigt. Aber wer? Hat jemand einen Hinweis, mit wem ich in Kontakt treten könnte?
Der Hintergrund der seltsamen Frage ist ein eben entstehendes Buch. Sollten wir vielleicht sogar im Forum einen entsprechenden Fachmann haben, würde ich ihn sehr gerne zitieren.
Ja, ja - außerhalb der Saison (bei uns geht es erst am 1. April wieder los) kommt man auf die abwegigsten Gedanken ...
TL - Euer Frank
Verfasst: 11.03.2006, 12:51
von Maifliege
Hallo Frank,
ist sicherlich schon geschehen, aber mathematisch erfassbare Laborbedingungen werden unserem Sport häufig nicht gerecht. Im Blinker? war glaube ich mal zu lesen, dass selbst ABU deshalb seinen Strömungskanal für Kunstköder zurückgebaut hat. Würde mich direkt an Rutenbauer/Schnurdesigner wenden.
Grüße
Matthias
Verfasst: 11.03.2006, 16:51
von Frank.
Danke, lieber Matthias,
danke! Ist mir schon klar, dass sich diese Laborbedingungen kaum korrekt herstellen lassen. Mir geht es für das Buch, an dem ich gerade mit unserem Bindemeister Ulli Bussmann gemeinsam arbeite, eher um einen kleinen Jux zwischendurch, um (sozusagen) eine sehr spezielle "Relativitätstheorie" des Werfens; eine Entsprechung wie Tight lines = MC Quadrat.
Herzlich, Frank
Verfasst: 11.03.2006, 17:06
von Royal Coachman
Hallo Frank !
Versuch es doch mal über den Beschleunigungsweg der Schnur, die Rute ist nämlich gar nicht so wichtig , wie man so landläufig glauben würde.
Verbunden mit der Wurfebene, die gerade verlaufen sollte könnte man zur einer Wurweitenformel kommen.
Den Rest mußt Du Dir aber selbst zusammenstoppeln.
freundlichst
Royal Coachman
Verfasst: 11.03.2006, 17:38
von Frank.
Lieber Royal Coachman,
danke!
So war's bei mir leider schon in der Schule: Deutsch - sehr gut, Mathe - ach, lassen wir das lieber ...
Wenn ich mir das zusammenzustoppeln versuche, kommt dabei ein mathematisches Katastrophengebiet erster Güte heraus. Aber vielleicht findet sich ja noch ein Tip!
Mit der Rute hast Du natürlich vollkommen Recht. Wenn man mal sieht, wie weit ein guter Werfer OHNE Rute und nur mit sehr gutem Timing kommt, kann man nur staunen.
Herzlichst, Frank
Verfasst: 11.03.2006, 17:43
von Warbeast
hallo coachman
hm, wenn die rute nicht so wichtig ist, warum kaufen denn dann einige leute so sau teure ruten >500eur ?
würd mich mal intressieren
mfgbPhil
Verfasst: 11.03.2006, 18:04
von Frank.
Hi Phil,
na, mehr Spaß macht's schon ... Und im Drill einer strammen Forelle in der starken Strömung macht sich der Unterschied zwischen einem Rohrstock und einer guten Rute ebenso rasch wie nachhaltig bemerkbar, im Zweifelsfall mit einem lauten "Kracks!" bei der ersten Flucht.
Aber in Sachen erreichbarer Wurfweite sind die Unterschiede tatsächlich nicht so groß wie in Sachen Preisdifferenz, jedenfalls in den meisten Fällen.
Wenn Du aber gut genug bist, bis ins Backing hinein zu werfen, dann weißt Du auch hier den Unterschied zwischen Ober- und Unterklasse zu würdigen. Sobald mehr als ca. 18 m Schnur draußen bzw. in der Luft sind, fällt die Qualität der Rute gewaltig ins Gewicht.
Tight lines - Dein Frank
Verfasst: 11.03.2006, 18:51
von maximilian
Hallo Frank,
ich kann dir erstens einen Link geben (so fern du ihn nicht schon mal gelesen hast??)
Dynamik und zweitens würde ich mich mal an eine Uni wenden und zwar denke ich dabei an eine Biophysik-Fakultät.
Denke es wäre zuminderst einen Versuch wert.
Wünsch dir/euch viel Spaß beim Buch schreiben und bei der Trägheitserkundung "unserer" Schnürl
schönen Gruß
Maximilian
Verfasst: 11.03.2006, 19:50
von Matthias M.
Original geschrieben von Frank Möbus
Aber in Sachen erreichbarer Wurfweite sind die Unterschiede tatsächlich nicht so groß wie in Sachen Preisdifferenz, jedenfalls in den meisten Fällen.
Wenn Du aber gut genug bist, bis ins Backing hinein zu werfen, dann weißt Du auch hier den Unterschied zwischen Ober- und Unterklasse zu würdigen. Sobald mehr als ca. 18 m Schnur draußen bzw. in der Luft sind, fällt die Qualität der Rute gewaltig ins Gewicht.
Hallo Frank,
ich würde sagen, dass der Preis einer Rute sogut wie nichts mit den erreichbaren Weiten zutun hat.
Wenn ein Werfer mit einer 25,- € Rute oder mit einer Rute deren Blank in Wirklichkeit ein Besenstiel ist, keine 25 Meter schafft, wird er mit einer fast 1000,- € Rute wie z.B. Hardy Angel oder Sage TCR auch keine 5 Meter weiter werfen.
Es ist eine Illusion, dass teure Ruten auch gleich weiter werfen. Diese paar Meter mehr dieser sehr teuren Ruten kommen durch ihre meist sehr steife Aktion zustande, die man mittlerweile auch bei preiswerteren Ruten wie z.B. dem Weitwurfstock von Echo findet.
Gruß Matthias
Verfasst: 11.03.2006, 20:06
von Frank.
Danke, lieber Maximilian! Der Link, den Du mir gegeben hast, ist schon einmal sehr hilfreich; das kannte ich noch nicht.
Ich bin selbst an einer Uni mit einer starken Biophysik tätig und habe auch schon daran gedacht, einen der Kollegen zu fragen. Aber es wäre mir halt lieber, wenn ein Fliefi aus unserem Kreis etwas zu sagen wüßte.
Dank auch für die guten Wünsche zum Buch - es macht wirklich sehr viel Spaß!
Herzlichst, Frank
Verfasst: 11.03.2006, 20:09
von Frank.
[QUOTE]Original geschrieben von Matthias Meyer
ich würde sagen, dass der Preis einer Rute sogut wie nichts mit den erreichbaren Weiten zutun hat.
Wenn ein Werfer mit einer 25,- € Rute oder mit einer Rute deren Blank in Wirklichkeit ein Besenstiel ist, keine 25 Meter schafft, wird er mit einer fast 1000,- € Rute wie z.B. Hardy Angel oder Sage TCR auch keine 5 Meter weiter werfen.
[/QUOTE
Ganz Deiner Meinung! Eine teure Rute macht keinen guten Werfer aus.
Herzlichst, Frank
Verfasst: 11.03.2006, 22:19
von t.z.
..
Verfasst: 12.03.2006, 17:47
von Frank.
Hab sehr herzlichen Dank, lieber Thomas: Genial! Das ist genau das, was ich gesucht habe.
Herzlichst, Frank
Verfasst: 12.03.2006, 21:27
von sepp
Servus Frank
In der Zeitschrift "Der Fliegenfischer" vom Schückverlag wurde dieses Thema mehrfach, auch wissenschaftlich, behandelt.
Gruß Sepp
Verfasst: 12.03.2006, 22:07
von Frank.
Danke, lieber Sepp (und liebes Team) - nun habe ich alles, was ich brauche!
Herzlichst, Euer Frank