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Probleme beim Rollwurf mit versch. Ruten

Verfasst: 04.05.2006, 13:35
von ChrischanS
Hallo zusammen!

Folgendes Anfänger-Problem:

Wenn ich mit meiner eigenen Rute (Ron Thompson Arezzo #3/4 in 7', #4er-"billig-Schnur") einen Rollwurf probiere, kommt irgendwie keine Geschmeidigkeit rein. Sie funktionieren zwar, aber unbefriedigend. Selbst wenn ein Profi damit wirft kommt nur die Aussage: die Rute wäre sche*sse...

Wenn ich das ganze mit einer 500eur-teuren Albright #6er in 9' mache (und irgendeiner teueren Schnur), dann wirft sich der Rollwurf faßt von alleine.

Liegts an der Schnur? An der Rutenlänge? Aktion? Meine #3/4er hat Midflex, an die andere kann ich mich gerade nicht erinnern.

Ich denke, Rolle und Ringe haben damit nix zu tun, oder?

Obwohl ich schon seit zwei Jahren die FliRu schwinge, bezeichne ich mich
immer noch als Anfänger - mangels Zeit/übung...

Könnt Ihr mir da ein paar Tips geben?

Gruss,
Chris

Verfasst: 04.05.2006, 13:52
von pehers
Servus!

Nach meiner Erfahrung kommt so etwas heraus, wenn man eine Rute nicht arbeiten lässt. Ich würde schätzen Du führst eine eher langsamere Rute wie einen Besenstiel (bitte nicht alles so ernst nehmen, ich übertreibe).

Versuch doch einfach mal die Sache langsamer angehen, lass einen ordentlichen Schurbogen hinter Dir durchhängen, lass die Rute aufladen und schiebe sie sachte nach vorne, vermeide sie nach unten zu schlagen und beende den Wurf in der selben Position wie einen normalen Vorwurf.

Am Material kann es, außer ab 20m Distanz nie liegen!

Gutes Gelingen,
Hans

Verfasst: 04.05.2006, 14:04
von Maggov
Hallo Chris,

leider hast Du nicht beschrieben, welche Probleme damit auftreten. Fällt der Wurf zusammen, kriegst Du keine Spannung auf die Rute...etc.

Deshalb nur ein Standardtip:
Die meisten schlagen beim Rollwurf die Rutenspitze bis in die Waagrechte runter. Versuche mal beim Rollwurf die Hand bewusst auf Hüfthöhe zu lassen und wirf eher nach oben also abstoppen der Rute bei ca. 11.00 Uhr

Viele Grüsse und viel Erfolg

Markus

Verfasst: 04.05.2006, 14:30
von ChrischanS
@Hans: direkt wie ein Bestenstil würde ich nicht sagen. Beide Ruten sind in etwa gleich weich... (=langsam?)

@Markus: stimmt, ich senke die Spitze sogar bis 9 uhr... aber das gleiche mache ich auch mit der 9'-Rute. Die Rollen/Schnurkreise mit der kurzen Rute sehen oval/eiförmig aus, aber nicht schön geformt, sondern... wie soll ich sagen.. "unrund".

Mit der anderen Rute werden das schöne Kringel, die sauber laufen...

Meine Rute hat sogar ein älterer FliFi geworfen, mit über 30Jahren Erfahrung.
Hat bei Ihm seltsamerweise erst auf den dritten Versuch geklappt...


Zu weich, zu kurz?

Verfasst: 04.05.2006, 14:41
von Maggov
Hallo Chris,

m.M. nach unterstützen weiche Ruten einen Rollwurf eher als dass sie hemmen. Die Länge der Rute hilft Dir evtl. beim Rollwurf, da du einen längeren Hebel und somit mehr Aufladung bekommst. Die schwere Schnurklasse sicherlich auch. Ich habe allerdings genau andere Erfahrungen mit meiner (weicheren) 4-er in 7,4 Fuss und meiner (härteren) 5-er mit 9-Fuss gemacht. Die kurze 4-er ist Supi für Rollwürfe geeignet - ich glaube es ist eher die Technik...

Wenn du die Spitze bis auf 9 Uhr senkst, dann bewirkst Du in der Regel, dass die Schnur hinten (also nahe der Rute) zuerst auf das Wasser gelangt. Die Adhäsion des Wassers stoppt die Leine ab und Du erreichst eine Art "Parachute-Roll-Wurf" - der vordere Teil der Schnur fällt in sich zusammen - mit der konsequenz, dass die Länge verloren geht.
Die "unrunden" Kreise lassen sich damit auch erklären. Zunächst entsteht eine "runde" Rolle, dann bremst die auf dem Wasser liegende Schnur, die Trägheit der Schnur treibt den vorderen Teil der Rolle weiter nach vorne und schon haste Dein "Ei"...

Deshalb versuche bitte mal beim Wurf etwas weiter nach oben zu "zielen" und die Rute früher zu stoppen. Nach den besagten 11.00 Uhr (mehr oder weniger halt) wirst Du eh' nicht mehr sehr viel mehr Energie auf die Schnur übertragen können... Ach ja, Kraft brauchst Du dabei auch nicht - es reicht vollkommen mit Gefühl und gleichmässig zu werfen...

Viele Grüsse und bitte einfach mal probieren

Markus

Verfasst: 04.05.2006, 17:04
von pehers
Servus noch mal!

Es könnte natürlich auch daran liegen, dass Du die verschiedenen Phasen des Wurfs unterschiedlich forcierst. Das führt immer dazu, dass alles etwas "unrund" läuft. Es ist dann auch meist so, dass man das bei der einen Rute macht und aus unerfindlichen Gründen bei einer anderen nicht, weil das "feeling" einfach besser ist.

Kontrolliere das vielleicht einmal!

Beste Grüße,
Hans

Verfasst: 07.05.2006, 18:12
von ChrischanS
Hallo zusammen!

Konnte bisher nicht sonderlich viel üben - mangels Zeit.
Und an meinem kleinen Forellenbach kann ich höchstens
3-4m werfen - so lange die Brennesseln noch nicht
all zu hoch sind.

Habe dafür heute ein paar Min. bei uns im Garten geübt.

Seltsam, mit einem Übungswattebausch konnte ich 4-5m
Schnur ohne Probleme zu seinem sauberen Rollwurf bekommen.
Mehr Platz war nicht (Frau im Stuhl, Kater hinter dem
Wattebausch her).

Wenn ich recht bedenke, dann kommt die Schnur gar nicht
richtig aus´m Wasser raus und klebt förmlich im Wasser.

Mein Bekannter meinte, seine Schnur würde das nach
einiger Zeit auch machen...
Beschichtung im Eimer oder Sehne mit Wasser voll?

Naja, werde wohl mal an einen See müssen, mit genügend
freier Oberfläche, um das mal in Ruhe auszutesten...

Grüße,
Chris

Verfasst: 08.05.2006, 07:33
von Nico (Berlin)
Hallo, Chris! Ferndiagnostisch ist das schwer zu sagen. Danz wichtig: Die Schnur muss hinter Dir ein großes "D" mit der Rute Bilden. Je größer es ist, deso besser kannst Du die Rute laden und die Schnur, die noch auf dem Wasser liegt, herausheben. Du bschleunigst mit steigender Geschwindigkeit nach Vorne. Zum Schluss hilft eine leichte Auwärtsbewegung mit Arm und Handgelenk.
Der hohe Stopp ist gut, man muss ihn aber nicht machen. Hoher Stopp: Die Schnur rollt sich über dem Wasser aus, niedriger Stopp: Schnur rollt sich auf dem Wasser aus. Dazu benötigst Du mehr Kraft. Der niedrige Stopp ist besser bei Gegenwind.

Grundsätzlich rate ich Dir zu einem Kurs, das macht Spaß und bringt wirklich viel. Anonsten gibt es schöne DVD´s.

Gruß

Nico

http://www.flyfishers-delight.de

Verfasst: 08.05.2006, 09:40
von Maggov
Hallo Chris,

im Garten üben hat einen NAchteil: Die hast die Adhäsion des Wassers nicht...

Wenn die Schnur im Wasser "kleben" bleibt, dann liegt das nach wie vor an der Technik. Neben dem was Nico geschrieben hat kann auch ein Verständnisproblem vorliegen. Der Rollwurf heisst nicht so, weil ich eine Rolle in die Schnur mache die sich nach vorne weiterbildet UND die Schnur am Wasser liegt. Beim Rollwirf bewirkt die "Rolle" - im Sinne einer Bewegung - dass sich die Rute auflädt und die Energie bekommt die Schnur nach vorne zu befördern.

Also, Hand unten lassen - D formen - gleichmässig voraus beschleunigen und die Schnur etwas mehr nach oben werfen, dann wirst Du sehen, dass die Schnur zum grössten Teil das Wasser verlässt. Dies lässt sich im Garten halt nur schwer üben.

Viele Grüsse

Markus

Verfasst: 08.05.2006, 10:06
von Benny
Hallo,
wieg die Billigschnur doch mal nach wenn die Schnur zu leicht ist lädt die Rute nicht richtig und das ist für den Rollwurf entscheidend.
Zu dem soltest du dem Tipp von Markus folgen und Rollwürfe am Wasser probieren.
Gruß
Benny

Verfasst: 08.05.2006, 11:50
von ChrischanS
Hatte noch´n Tip von ´nem Bekannten...

...bin ich doof... :o


In meinem Forellenbach fische ich mit Polyleader (sinking) und Nymphen.

Und der hängt noch dran...

Der PL ist ja gut 1.5m UNTER Wasser... und nicht an der Oberfläche...
...da KANN sich ja gar nix gescheit rollen lassen...

...oder liege ich da falsch?
:confused:

Verfasst: 08.05.2006, 11:50
von Mayfly
hej Chris!
Sicherlich liegt Dein Problem nicht an Deiner Billigrute. Jede Rute ob billig oder teuer hat ein und denselben Zweck: sich zu- und entladen. Egal ob eine Ron Thompson oder ne Sage. Es liegt meistens am "Piloten" eine Rute richtig zum arbeiten zu bringen.
Deine Schnur: ich weiss ja nicht wie alt sie ist. vielleicht solltest Du sie mal reinigen und polieren. Das bewirkt wunder. Ich selber fische eine Cortland die bestimmt schon 20 Jahre alt ist.

Der Rollwurf: Ich wuerde den Rollwurf auch am Wasser ueben, denn wie Maggov schon erwaehnte hilft das Wasser beim Laden der Rute. Auf der Wiese MUSS das 'timing' schon sehr gut sein!! Ich persoenlich uebe den Rollwurf gerne am stillen Wasser, d.h. weg vom fliessenden Wasser. Ein guter tip ist den "static Rollcast" zu ueben, d.h. Du holst die Schnur zu Dir (kreierst also das schoene "D" hinter Dir) und wartes solange bis die Fliege zum anhalten gekomen ist. Jetzt check Dein "D", Deine Armposition, Dein Wurfwinkel (wenig Schnur kleiner, viel Schnur grosser Wurfwinkel) und ueberlege Deinen naechsten Schritt = den Wurf nach vorne i.e. Winkel/ Stop.
Der "static Rollcast" ist super wenn Du Deinen Wurf genau checken willst.

ciao ich bin raus

sil